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Essay schreiben: Aufbau & Anleitung in 10 Schritten

Ob im Studium oder in der Schule – an einem Essay kommst du während einer akademischen Laufbahn nur selten vorbei. Wir erklären dir, wie du dein Thema findest, welche Elemente enthalten sein müssen und mit welchen Stilmitteln du deine Argumente verstärken kannst.

Zwar hast du bei einem Essay viele Freiheiten, doch für einen gelungenen Text, gibt es dennoch einige Grundlagen, die du beachten musst.

Was ein Essay ist

Was ein Essay ist

Das Wort "Essay" hat verschiedene Ursprünge. Es lässt sich aus dem Französischen "essai“ oder "essayer“, dem Spanischen "ensayo“ und dem Italienischen "saggio“ herleiten. Die Übersetzung dieser Wörter ist je nach Kontext "versuchen", "prüfen" oder "beurteilen".

Ein Essay bezeichnet man auch als Denkversuch. Zum ersten Mal kommen Schüler in der Oberstufe, also in ihren letzten Schuljahren, mit dieser Textgattung in Kontakt.

In manchen Bundesländern gibt es die Möglichkeit, in der Abiturprüfung im Fach Deutsch ein Essay zu einem vorgegebenen Thema zu verfassen.

Je nach Studienfach an der Universität ist es üblich, dass Studierende das ein oder andere Essay schreiben müssen. Die formalen Bedingungen sind jeweils verschieden. In der Schule hat ein Essay meist bis zu fünf Seiten, an der Uni sollte das Essay teilweise sogar zehn Seiten haben.

Der Autor hat beim Essay schreiben in der Regel große Freiheiten. Im Gegensatz zu einer Hausarbeit musst du nicht zeigen, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst.

Ein Essay ist eine geistreiche Abhandlung, in der Phänomene aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft betrachtet werden. Zu vergleichen ist diese Textsorte mit einer Kolumne und den journalistischen Textsorten wie Glosse oder Kommentar.

Literarisches Essay vs. erklärendes Essay

Literarisches Essay vs. erklärendes Essay

Es gibt generell zwei Arten von Essays. Beim literarischen Essay bist du vollkommen frei. Du solltest lediglich das gewählte Thema des Essays aus verschiedenen Perspektiven betrachten und deine Gedanken vor den Augen des Lesers entwickeln.

Bei einem erklärenden Essay, das meist an Unis und in der Schule üblich ist, solltest du das gewählte Thema reflektieren, deine eigene Perspektive herausarbeiten und Stellung beziehen.

Du bringst hauptsächlich deine Ideen, Argumente und Überlegungen ein. Es ist wichtig, im Essay nicht nur die Positionen anderer wiederzugeben. Deshalb findet man in dieser Textsorte eher wenige bis keine Zitate.

Durch das Verfassen eines Essays lernst du, aus anderen Meinungen und Sachverhalten eigene Ideen zu entwickeln. Manchmal stehen nur wenige Informationen zum Thema bei der Verfassung zur Verfügung, sodass du dich davon inspirieren lassen und deine eigenen Argumente herleiten musst.

Du lernst zudem, auch wissenschaftliche Positionen, die du dir bei der vorhergehenden Literaturrecherche aneignest, zu bewerten. Darüber hinaus kann das Schreiben eines Essays hilfreich sein, eine präzise und verständliche Ausdrucksweise zu entwickeln und deine Argumente anschaulich darzulegen.

Diese Fähigkeiten zu beherrschen, ist in späteren Lebenslagen sehr wichtig. Beispielsweise, wenn du in deinem zukünftigen Beruf ein Gutachten oder nach einem Unfall eine Stellungnahme schreiben musst.

Sprache, Stil und Rhetorik im Essay

Sprache, Stil und Rhetorik im deutschen Essay

In einem Essay solltest du eine bestimmte Sprache und einen bestimmten Stil verwenden. Es ist nicht so formal wie eine Hausarbeit und du hast in der Regel  viele stilistische Freiheiten. Allerdings solltest du es auch damit nicht übertreiben und einheitlich bleiben.

Sprache

In erster Linie muss die Sprache authentisch sein und zum Thema passen. Zu Beginn kannst du dir überlegen, auf welcher Ebene du schreiben willst. Eher locker oder förmlich? Eher gesprochen oder geschrieben?

Auch zwischen den Ebenen während des Essays zu wechseln, ist ein Stilmittel. Wenn du die Sprachebene an gewissen Stellen änderst, kann das deine Argumentation verdeutlichen oder verstärken.

Generell gilt, dass Stilmittel helfen, deine Argumente zu verdeutlichen. Daher solltest du sie an passenden Stellen einsetzen, beispielsweise wenn du die Bedeutung eines Punktes verstärken möchtest. Manche Stilmittel nimmt der Leser eher unbewusst auf, dennoch zeigen sie Wirkung.

Setze die Stilmittel aber eher sparsam ein. Ansonsten kann der Eindruck bei den Lesenden entstehen, dass du nicht authentisch schreibst. Somit würde dein Text an Glaubwürdigkeit verlieren.

Am Anfang ist es vermutlich noch schwer einzuschätzen, ob die Stilmittel passend eingesetzt werden, doch wer schon einige Essays geschrieben hat, bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür.

Stil

Auch die Wortwahl und der Satzbau sind entscheidend, wie deine Argumente bei den Leserinnen und Lesern ankommen. Du kannst beispielsweise mit Diminutiven arbeiten. Das sind Verniedlichungsformen wie "Entlein“ statt "Ente“ oder "Städtchen“ statt "Stadt“.

Manchmal bietet es sich auch an, Euphemismen oder Dysphemismen zu nutzen. Dabei wählst du beschönigende oder abwertende Umschreibungen für ein Wort. Ein Euphemismus ist zum Beispiel "entschlafen“ statt "sterben“, ein Dyphemismus ist "Köter“ statt "Hund“.

Auch Archaismen können ein gutes Stilmittel sein. Damit sind veraltete Wörter gemeint. Statt "Onkel“ schreibst du dann "Oheim“ oder statt "golden“ verwendest du "gülden“.

Rhetorische Mittel im Essay (+ Beispiele)

Rhetorische Mittel in deinem Essay

Die rhetorischen Stilmittel kommen aus der Antike. Daher sind die Namen meist aus dem Griechischen oder Lateinischen. Damals wurden sie oft für Reden eingesetzt und im Laufe der Zeit verwendeten sie viele Dichter in ihren Werken.

Es gibt sehr viele Stilmittel mit unterschiedlichen Funktionen. Meist werden sie in Textanalysen interpretiert, um eine tiefere Bedeutung herauszuarbeiten. Manche kommen fast ausschließlich in Dichtungen oder Lyrik vor, andere sind für Essays sehr hilfreich. 

Im Folgenden findest du eine Liste von Stilfiguren, die dir bei deinem Essay weiterhelfen können. Hier findest du viele weitere rhetorische Mittel.

Adynaton

Bei einem Adynaton sagst du, dass etwas unter keinen Umständen geschehen wird. Das bringst du aber nur indirekt zum Ausdruck. Die Wörter "niemals, auf keinen Fall“ werden dabei umschreiben. Ein Beispiel:

"Eher lernen Fische laufen, als dass die Jamaika-Koalition zustande kommt.“

Alliteration

Die Alliteration kennst du bestimmt schon aus der Werbung: "Kleidung clever kaufen“ oder "Spiel, Spaß, Spannung, Schokolade“. Bei einer Alliteration haben zwei oder mehrere aufeinanderfolgende Wörter den gleichen Anfangslaut.

Alliterationen gibt es auch innerhalb eines Wortes: "blitzeblank“ oder "klitzeklein“. Solche prägnanten Ausdrücke bleiben im Kopf der adressierten Person hängen.

Anapher

Um wichtige Stellen zu betonen, kannst du in zwei oder mehreren aufeinanderfolgenden Sätzen das gleiche Wort am Satzanfang nutzen. Eine solche Konstruktion nennt man Anapher

Mit diesem rhetorischen Mittel solltest du nicht übertreiben, da es sonst für schlechten Schreibstil gehalten werden könnte. In den meisten fällen, wird jedoch deutlich, dass es sich um ein Stilmittel handelt:

"Niemals halte ich für richtig. Niemals würde ich eine solche Meinung vertreten können.“ 

Ellipse

Ellipse

Ellipsen nutzt du wahrscheinlich sehr oft in der Umgangssprache: "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ ist eine Verkürzung und prägt sich daher schneller ein. Eigentlich heißt der Satz "Erst kommt die Arbeit, dann kommt das Vergnügen.“

Die einzige Regel bei der Verwendung von Ellipsen ist, dass man sie aus dem sprachlichen Kontext rekonstruieren kann.

Hyperbel

Bei einer Hyperbel übertreibst du, um dein Argument zu bekräftigen. Ein Beispiel:

"Start-Ups gibt es wie Sand am Meer.“

Ironie und Sarkasmus

Um deinem Essay Witz zu verleihen, kannst du dich an Ironie und Sarkasmus bedienen. Jedoch sollte wirklich deutlich sein, dass es Ironie ist. Grundsätzlich bedeutet es, das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint.

Wenn jemand zum Beispiel eine Aufgabe vergessen hat, ist eine ironische Reaktion darauf: "Danke für diese tolle Leistung!“

Klimax und Antiklimax

"Veni, vidi, vici“ – der Ausspruch von Caesar ist wohl die bekannteste Klimax. Bei einer Klimax steigerst du die Aussagen stufenartig. Damit bestärkst du dein Argument.

Eine Antiklimax ist das Gegenteil und ist zum Beispiel: "Das ist schlecht; die Welt wird schlecht, sehr schlecht!“ aus Woyzeck von Georg Büchner.

Litotes

Im Alltag verwendest du wahrscheinlich auch mal Litotes. Konkret ist das die doppelte Verneinung: "Ich verdiene nicht wenig.“ Damit machst du deutlich, dass du eher zu den Besserverdienenden gehörst.

Metapher

Metapher

Die Metapher ist wohl eines der bekanntesten rhetorischen Stilmittel: Nutzt du sie, kreierst du ein Bild im Kopf des Lesers. Zum Beispiel: "Baumkrone“ statt "Spitze des Baumes“ oder "ein Herz aus Gold“.

Eine Metapher kann auch wie ein Vergleich sein, nur ohne das Wort "wie“. Ein Beispiel: "Herkules, der Löwe“ statt "Herkules ist so stark wie ein Löwe“.

Neologismus

Die Verwendung eines Neologismus bedeutet, ein neues Wort zu kreieren. Es kann entweder vollkommen neu entstehen oder ein altes Wort kann eine neue Bedeutung erhalten. Eine andere Möglichkeit sind neue Kombinationen aus Wörtern, die einen neuen Ausdruck ergeben. Beispiele sind:

"Maus“ für "Computermaus" oder "Eierschalensollbruchstellenverursacher“ als neue Wortkombination

Oxymoron

Bei einem Oxymoron werden zwei Wörter miteinander verwendet, die eine gegensätzliche Bedeutungen haben. Beispiele sind:

"Hassliebe“ oder "beredtes Schweigen“

Parallelismus

Um auf eine wichtige Passage aufmerksam zu machen, kannst du mehrere Sätze oder Satzteile, die aufeinanderfolgen, parallel aufbauen. Dieses rhetorische Mittel nennt man Parallelismus. Ein Beispiel ist:

"Er ist reich, sie ist arm.“

Pars pro toto

Der Ausdruck kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt: Ein Teil steht für das Ganze. In den Nachrichten verwenden Journalisten oft Pars pro toto, indem sie "Berlin“ sagen, aber "Deutschland“ meinen.

Personifikation

Personifikation

Durch eine Personifikation entstehen beim Leser Bilder im Kopf. Bei diesem Stilmittel werden Tieren, Pflanzen, Naturgewalten, Gegenständen oder anderen Dingen menschliche Eigenschaften zugeschrieben, wie:

"Der Wind spielt mit den Blättern“ oder "Die Sonne lacht.“

Pleonasmus

Um einen Ausdruck zu verstärken, kannst du einen Pleonasmus nutzen. Dabei verwendest du Wörter, die eine gleiche Bedeutung haben im gleichen Zusammenhang. "Der weiße Schimmel“ oder "die alten Senioren“. Jeder weiß, dass Schimmel weiß und Senioren alt sind.

Rhetorische Frage

Neben der Metapher gehört auch die rhetorische Frage zu den Klassikern unter den Stilmitteln. Du stellt einfach eine Frage, auf die keiner eine Antwort erwartet. Damit kannst du auf eine Offensichtlichkeit hinweisen oder den Leser zum Nachdenken anregen.

"Wussten Sie, dass die Arbeitslosigkeit gestiegen ist?“

"Warum leben wir nicht umweltbewusster?“

Vergleich

Zuletzt ein Stilmittel, dass du im Alltag verwendest. Ein Vergleich (Analogie) bedeutet, Dinge miteinander vergleichen, um deine Aussage zu verdeutlichen oder auch ein Bild entstehen zu lassen:

"Andreas läuft so schnell wie ein Gepard“

"Die Substanz ist so flüssig wie Wasser.“

Essay schreiben: Anleitung in 6 Schritten

Essay schreiben: Eine Anleitung in 6 Schritten

In der folgenden Anleitung verraten wir dir Schritt für Schritt, was du beim Schreiben eines Essays beachten musst.

Dazu gehört die Vorarbeit, der Aufbau und die Strukturierung (Einleitung, Hauptteil, Schluss) sowie die Nacharbeit. Zu jedem Schritt findest du wertvolle Tipps.

Vorarbeit vor dem Essay schreiben

Generell ist es vernünftig, so früh wie möglich mit dem Schreiben des Essays anzufangen. Gerade am Ende ist es sinnvoll, das Essay noch ein paar Tage liegen zu lassen und es später mit etwas Abstand zu korrigieren.

Deswegen solltest du dir über das Zeitmanagement Gedanken machen. Plane ausreichend Zeit für Themenfindung, Literaturrecherche, Gliederung, Schreiben und Korrektur ein. Hast du beispielweise 30 Tage Zeit, kannst du dir eine Art Diagramm erstellen, aus dem hervorgeht, für welchen Block du wieviel Zeit einplanst.

Auch wenn es manchmal noch unendlich viel zu recherchieren oder Lesen gibt, solltest du pro Kategorie einen maximalen Zeitaufwand bestimmen. Das kann dir helfen, dich selbst zu kontrollieren und darauf zu achten, dass du im Zeitplan bleibst.

Tipps und Beispiele für eine gelungene Gliederung findest du hier.

Thema finden

Zunächst kommt es darauf an, ob das Thema für dein Essay vorgegeben ist oder ob du eines frei auswählen kannst. Ist Letzteres der Fall, solltest du dir zunächst überlegen, was dich interessiert und bewegt. Stelle dir Fragen wie:

  • Was bewegt mich?
  • Ist mit in der letzten Zeit etwas Besonderes aufgefallen?
  • Was hat mich schockiert?
  • Was sollte sich ändern?

Die Suche nach dem Thema kann einige Zeit dauern, jedoch solltest du wie beschrieben ein Zeitlimit für die Recherche festlegen.

Für dein Essay recherchieren

Vor dem Schreiben: Recherchieren

Nachdem das Thema feststeht, beginnt die Literaturrecherche. Ist das Thema vorgegeben, gibt es meist auch Literatur, die du lesen musst.

Dir ist es selbst überlassen, darüber hinaus noch weitere Literatur zur Seite zu ziehen. Falls keine Literatur vorgegeben ist, solltest du diese recherchieren und selbstredend lesen.

Beim Umfang der Literaturrecherche gehen die Meinungen auseinander: Manche empfehlen, eher wenig Literatur zu lesen, da man seine eigene Meinung und nicht die der Anderen wiedergeben sollte. Durch wenig Literatur gibt es demnach mehr Raum für Inspiration.

Wer empfiehlt, viel zu lesen, der führt an, dass man sich umfassendes Wissen über das Thema aneignen sollte und somit dann auch besser darüber schreiben kann. Du solltest selbst entscheiden, welche Methode dir besser liegt. Die Literatur zum Essay findest du meistens in einer Bibliothek oder online.

Hier findest du Tipps für bessere Recherche-Ergebnisse.

Den vorliegenden Text gründlich Lesen

Beim Lesen solltest du wichtige Stellen im Text markieren und dir die Kerngedanken stichpunktartig notieren. Es kann auch helfen, die Notizen in einem Diagramm zu ordnen, beispielsweise in einer Mindmap.

Somit strukturierst du deine Gedanken. Nach dem Schreiben solltest du dir selbst Gedanken zum Thema und zur Literatur machen. Meist ist es hilfreich, diese ungeordnet aufzuschreiben, um sich beim Denken nicht zu limitieren.

Wenn du deine Gedanken aufgeschrieben hast, kannst du sie auch in eine Mindmap einordnen, um allem eine Struktur zu verleihen. Nach der Lektüre und der Mindmap steht das Formulieren einer These an. Die These muss kurz und prägnant sein.

These für dein Essay formulieren

These für dein Essay formulieren

Wenn du ein Essay über ein komplexes Thema an der Uni schreibst, muss auch die These für Außenstehende verständlich sein. Es ist vergleichbar mit einem "Küchenzuruf.“ Also den Kerngedanken, den du jemandem in einem Satz zurufen kannst.

Es sollte auch möglich sein, die These zu widerlegen. Eine These ist jedoch keine allgemein bekannte Tatsache wie "der Himmel ist blau“ sein. Es ist wichtig, dass du dir die These selbst überlegt hast. Sie kann auch eine strittige Fragestellung, ein Problem oder ein Phänomen sein.

Anhand der Mindmap notierst du dir dann stichwortartig deine Argumente für oder gegen die These. Zur Erörterung kannst du deine eigene Meinung verwenden, jedoch musst du nachvollziehbar argumentieren.

Du kannst auch die Standpunkte aus der Literatur wiedergeben, deine eigene Meinung sollte jedoch im Vordergrund stehen. Notiere dir auch Beispiele, die du zur Verdeutlichung anführen möchtest. Stehen These und Argumente, solltest du eine Gliederung entwerfen.

Überlege dir, wie du in das Thema einsteigen möchtest und ordne deine Argumente sinnvoll. Grundsätzlich ist es hilfreich, zuerst den Hauptteil zu schreiben und danach Einleitung und Ende. Zuletzt solltest du die Überschrift formulieren.

Hier findest du Tipps zum Formulieren einer Hypothese.

Aufbau

Aufbau des Essays

Für das Essay gibt es nur einen groben Aufbau, die Feinheiten musst du anhand deines Themas selbst entscheiden.

Zunächst braucht dein Essay einen Titel beziehungsweise eine Überschrift. Der Titel sollte verständlich und aussagekräftig sein – und Lust auf das Lesen des Essays machen. In der Regel verzichtet man auf ein Inhaltsverzeichnis, Anmerkungen oder Fußnoten.

Zu Beginn folgt die Einleitung, die im Vergleich zum Hauptteil kurz ausfallen sollte. Achte darauf, die Übergänge zwischen Einleitung, Hauptteil und Schluss sowie zwischen den Absätzen fließend zu gestalten.

Nach der Einleitung folgt der Hauptteil. Es ist nicht üblich, im Essay mit Unterüberschriften zu arbeiten. Daher solltest du thematisch sinnvolle Absätze machen. Äußere pro Absatz nur einen Hauptgedanken. Dieser sollte auch klar erkennbar sein, am besten gehst du zu Beginn des Absatzes darauf ein.

In der Regel sollte ein Absatz nicht mehr als eine halbe Seite beanspruchen. Wichtig ist auch, die These nicht aus den Augen zu verlieren. Für die Argumente solltest du Beispiele nennen und deine Meinung sinnvoll mit einbeziehen.

Nachdem alle Argumente genannt sind, folgt der Schlussteil. Dieser ist meistens etwas länger als die Einleitung, jedoch solltest du dich auch hier kurz fassen. Ein Literaturverzeichnis ist am Ende des Essays ist vor allem an Universitäten üblich, jedoch nicht immer erforderlich.

Einleitung im Essay

Einleitung für dein Essay schreiben

Bei der Einleitung solltest du möglichst im ersten Satz deine eigene Meinung darlegen. Die These musst du zu Beginn nennen. Du kannst auch mit der Tür ins Haus fallen und eine eigene Erfahrung zur These kurz schildern. Gehe in der Einleitung nicht auf die Argumentation ein. Es ist wichtig, dass du dem Leser Lust machst, weiterzulesen.

Hauptteil schreiben

Anhand der Gliederung formulierst du im Hauptteil deine Argumente aus. Nenne Argumente für oder gegen deine These.

Du solltest nicht nur deine eigene Meinung kundtun, sondern diese auch ausführlich und logisch begründen. Du kannst auch die gelesene Literatur, Beispiele aus deinem Leben oder Gedankenexperimente heranziehen.

Falls dir keine Argumente mehr für deine These einfallen, hilft es zu überlegen, welche Argumente die Gegenseite anbringen könnte und was du wiederum darauf erwidern würdest. Entscheidend ist hierbei die Reihenfolge der Argumente.

Setze dein stärkstes Argument bewusst ein und verstärke schwächere Argumente mit Stilmitteln. Sonst kann dein Essay schnell langweilig werden. Falls du neue Begriffe einführst, erkläre diese unbedingt, damit jeder weiß, was du meinst.

Überlege genau, welche Argumente überzeugend sind und welche eher weniger. Verwende lieber wenige starke Argumente als viele schwache Punkte. Du solltest vermeiden, nur die Literatur wiederzugeben, Problemen zur These zu schildern oder das Thema zu erzählen.

Zwar ist auch ein Hintergrund für den Leser wichtig, doch deine Argumentation ist das wichtigste am Essay. Verliere die Hauptlinien der Argumentation nicht aus den Augen. Ist deine These nicht deutlich genug formuliert, wird es auch mit der Erörterung schwer.

Schluss im Essay

Der Schluss deines Essays

Im Schlussteil solltest du unbedingt noch einmal auf die Fragestellung eingehen. Nenne keine neuen Argumente, wiederhole maximal das Hauptargument. Zum Schluss kannst du noch einen Überblick über die Forschungslage geben und auf die Gültigkeit deiner These eingehen.

Am Ende solltest du ein Resümee beziehungsweise ein Fazit ziehen und einen Ausblick geben. Manchmal bietet es sich auch an, an andere Themenbereiche kurz anzuknüpfen. Der letzte Satz sollte möglichst einprägsam und aussagekräftig sein.

Alles Wissenswerte für ein gelungenes Fazit findest du hier.

Nachbereitung nach dem Essay schreiben

Gerade bei längeren Texten ist es nie falsch, sie einige Tage nach dem Verfassen liegen zu lassen und sie mit Abstand noch einmal durchzulesen. Plane dafür auf jeden Fall genug Zeit ein. Formal gesehen solltest du beim Korrekturlesen darauf achten, Rechtschreib- sowie Grammatikfehler zu finden.

Es hilft auch, den Text sich selbst laut vorzulesen. Dabei siehst du auch, ob der Lesefluss stimmt. Kommst du öfters in Stocken, solltest du die Übergänge überarbeiten. Falls du zitierst, solltest du überprüfen, ob du die Zitate entsprechend gekennzeichnet hast.

Inhaltlich solltest du noch einmal darüber nachdenken, ob die formulierten Argumente logisch aufgebaut und verständlich ausformuliert sind. Gegebenenfalls kannst du noch Stilmittel einbauen, um die Wirkung zu verstärken.

Findest du Argumente zu schwach, sortiere sie aus. Die angebrachten Argumente sollten wirklich überzeugend sein. Überlege auch, ob die Argumente richtig sortiert sind, eine andere Reihenfolge kann viel ausmachen.

Empfehlenswert ist auf jeden Fall, das Essay von einem Dritten lesen zu lassen. Zu viele Meinungen können verwirrend sein. Es ist aber sinnvoll, wenn ein Mitstudent und ein Fachfremder das Essay lesen. Die Probeleser sollen danach bewerten, ob die Argumente verständlich formuliert wurden.

Wenn du dir beim Einsatz mit Stilmitteln unsicher bist, kannst du auch hier deine Probeleser fragen, wie ihr Eindruck war, ob die Stilmittel wie gewünscht Wirkung zeigen oder ob du einige herausnehmen solltest. Anschließend solltest du den Text nochmal anhand der Kritik überarbeiten.

Nachdem du dein Essay abgegeben hast, erhältst du an der Uni meistens eine Bewertung mit einer Begründung. Fehlt die Begründung oder ein ausführliches Feedback, bietet es sich an, beim Korrektor nachzufragen.

Falls du später noch einmal ein Essay schreiben musst, weißt du dann, an welchen Punkten du noch arbeiten musst. Zwar ist manches auch Ansichtssache, aber es ist hilfreich zu wissen, ob du an manchen Stellen unverständlich argumentiert hast oder auch mehr Stilmittel verwenden könntest. Übung macht den Meister.

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