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Wörtliche Rede: 5 Regeln & 4 Übungen (+ Beispiele)

Mit der wörtlichen Rede gibst du Gesagtes und Gedachtes wortwörtlich wieder. Was so einfach klingt, wird etwas komplizierter, wenn es um die Satzzeichen geht. Wir haben Beispiele, verschiedene Übungen und wichtige Regelungen für die wörtliche Rede.

Wörtliche Rede kommt in vielen verschiedenen Textarten vor. Romane, Märchen oder Berichte werden dadurch lebendiger. In wissenschaftlichen oder journalistischen Texten verwendest du sie, um Zitate zu nennen.

Definition: Was die wörtliche Rede ist

Definition: Das ist die wörtliche Rede

Immer dann, wenn du in einem Text etwas Gesagtes oder Gedachtes ganz genau wiedergibst, nutzt du die wörtliche Rede. Man nennt sie auch direkte Rede.

Häufig, aber nicht immer, gibt es bei der wörtlichen Rede einen sogenannten Redebegleitsatz. Gemeint ist damit ein Ausdruck wie "Anja sagte:" oder "rief Sascha". Man nennt den Redebegleitsatz auch Inquit-Formel. "Inquit" ist lateinisch und bedeutet: "Er sagt."

Das Gesagte setzt du bei der wörtlichen Rede in Anführungszeichen, die Inquit-Formel aber nicht. Beispiel: Mama rief: "Das Essen ist fertig!"

Neben der wörtlichen Rede gibt es noch die indirekte Rede. Bei diesem Stilmittel zitierst du das Gesagte nicht direkt, sondern gibt es nur ungefähr wieder. Man nutzt dann keine Anführungszeichen, dafür aber Konjunktivformen. Beispiel: Mama rief, dass das Essen fertig sei.

Mehr Tipps zum richtigen Zitieren findest du hier.

Beispiele für die direkte Rede

Damit du dir die Möglichkeiten der wörtlichen Rede genauer vorstellen kannst, haben wir hier einige Beispielsätze für dich gesammelt. All das kann direkte Rede sein:

  • Mein Vater fragte mich: "Wo bist du so lange gewesen?"
  • Kim sagte aufgeregt: "Ich freue mich so, dass ihr da seid."
  • "Gehen wir heute ins Kino?", fragte Max.
  • Walt Disney sagte einmal: "Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen."
  • "Na, das kann ja heiter werden", dachte Sara.
  • "An diesem Ort", sagte Ayse, "habe ich den schönsten Urlaub meines Lebens verbracht."
  • Im Vertrag heißt es: "Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate."
Du siehst an diesen Beispielsätzen: Der Redebegleitsatz kann am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Satzes stehen. Je nach seinem Platz ändern sich auch die Regeln für die Satzzeichen.

Regeln zur wörtlichen Rede

Regeln zur wörtlichen Rede

Im Folgenden findest du alle wichtigen Regelungen zur wörtlichen Rede. Diese solltest du vor allem in wissenschaftlichen Arbeiten beachten.

Wofür man die direkte Rede nutzt

Wörtliche Rede ist immer dann wichtig, wenn du etwas Gesagtes oder Gedachtes genau wiedergeben möchtest. Deshalb kommt die direkte Rede in ganz unterschiedlichen Textformen und Zusammenhängen vor:

  1. In erzählerischen Texten wie Kurzgeschichten oder Romanen brauchst du besonders viel wörtliche Rede. Sie macht den Text lebendiger und konkreter. Außerdem lernen wir durch Dialoge die handelnden Personen besonders gut kennen.
  2. In Protokollen und Berichten, in denen es auf den genauen Wortlaut ankommt.
  3. In wissenschaftlichen Texten brauchst du wörtliche Rede, um Zitate aus anderen Schriften richtig wiederzugeben. Hierfür gibt es noch viele weitere Regeln für die richtige Zeichensetzung (Interpunktion).
  4. Auch in journalistischen Texten wählt man häufig die wörtliche Rede für den genauen Wortlaut. Dadurch wird der Text lebendiger.

Du siehst: Direkte Rede ist ein wichtiges Stilmittel, das du für fast jeden Text brauchst. Deshalb erklären wir dir alles, was du wissen musst, um die wörtliche Rede richtig anzuwenden.

Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede

Bei der direkten Rede schließt du das Gesagte oder Gedachte in Anführungszeichen ein. Diese werden manchmal auch Gänsefüßchen genannt. Das erste, öffnende Anführungszeichen steht im Deutschen am unteren Wortrand. Das zweite, schließende Anführungszeichen setzt du am oberen Wortrand.

Die Anführungszeichen gelten als Erkennungszeichen, wo die direkte Rede oder das Zitat beginnt und endet. Deshalb sind sie so wichtig.

Zwischen den Anführungszeichen und dem Wort, zu dem es gehört, setzt du kein Leerzeichen. Das Gänsefüßchen am Anfang und am Ende des Zitats schließt also direkt ans Wort an.

Die unteren Anführungszeichen

Die unteren Anführungszeichen der deutschen Schriftsprache sind auf der Tastatur nicht zu finden. So kannst du sie trotzdem nutzen:

1. Die meisten Textverarbeitungsprogramme setzen die Anführungszeichen intelligent und ändern sie automatisch. Wenn das Gänsefüßchen vor einem Wort steht, wird es unten gesetzt, am Ende eines Wortes oben. Voraussetzung ist, dass dein Programm beziehungsweise Betriebssystem auf Deutsch eingestellt ist.

2. Wenn das nicht gelingt, kannst du unter Windows diese Tastenkombination nutzen: "Alt" + "0132". Du findest das untere Gänsefüßchen aber auch in den Sonderzeichen bei Word.

3. Bei MacOS bekommst du das untere Anführungszeichen mit der Tastenkombination "Alt" und "^".
In Onlinetexten und im technischen Bereich nimmt man es mit den korrekten Anführungszeichen aber auch nicht so genau. Hier genügt es meistens, wenn du einfach die oberen Gänsefüßchen verwendest, die du über der 2 auf der Tastatur findest.

Zeichensetzung: So nutzt du die richtigen Satzzeichen bei direkter Rede

Die richtige Zeichensetzung bei der direkten Rede

Neben den richtigen Anführungszeichen sind bei der direkten Rede noch weitere Satzzeichen wichtig. Zum Beispiel trennt man den Redebegleitsatz mit einem Komma oder Doppelpunkt ab. Entscheidend ist die Position des Redebegleitsatzes im Satz.

Direkte Rede mit dem Redebegleitsatz am Anfang

Am einfachsten ist die Zeichensetzung bei direkter Rede, wenn der Redebegleitsatz am Anfang steht. Du setzt dann nach dem Redebegleitsatz einen Doppelpunkt. Anschließend geht es mit den Anführungszeichen weiter.

Am Ende der wörtlichen Rede steht das Satzzeichen, das zum gesagten Satz gehört: ein Punkt bei einem Aussagesatz, ein Fragezeichen bei einem Fragesatz und ein Ausrufezeichen nach einem Ausrufe- oder Aufforderungssatz. Nach diesem Satzzeichen schließt du das Anführungszeichen.

Beispiele:

  • Lina sagte: "Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Tag."
  • Amira fragte: "Wann kommt der nächste Zug an?"
  • Albert Einstein soll einmal gesagt haben: "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
  • Die Lehrerin ruft: "Jetzt seid endlich ein bisschen leiser!"
  • Simon schreit entsetzt: "Da ist ja eine Spinne!"
Wichtig: Die wörtliche Rede beginnt nach dem Doppelpunkt immer mit einem großen Buchstaben.

Direkte Rede mit dem Redebegleitsatz am Ende

Der Begleitsatz kann nicht nur vor der wörtlichen Rede stehen, sondern auch danach. Dann gelten etwas andere Regeln zur Zeichensetzung:

  1. Beginne die direkte Rede wie gewohnt mit Anführungszeichen und einem Großbuchstaben.
  2. Wenn die direkte Rede mit einem Fragezeichen oder Ausrufezeichen endet, stellst du es vor das schließende Anführungszeichen. Ein Punkt fällt bei dieser Art der wörtlichen Rede weg.
  3. Nach dem schließenden Anführungszeichen setzt du ein Komma. Dann folgt der Begleitsatz.

Beispiele:

  • "Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Tag", sagte Lina. (Nicht vergessen: Der Punkt, der eigentlich nach "Tag" stehen müsste, fällt weg.)
  • "Wann kommt der nächste Zug an?", fragte Amira.
  • "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt", soll Albert Einstein einmal gesagt haben.
  • "Jetzt seid endlich ein bisschen leiser!", ruft die Lehrerin.
  • "Da ist ja eine Spinne!", schreit Simon entsetzt.

Direkte Rede mit dem Begleitsatz in der Mitte

Direkte Rede mit dem Begleitsatz in der Mitte

Der Redebegleitsatz kann auch als Einschub mitten in der wörtlichen Rede sehen. Hierbei gibt es zwei Varianten mit unterschiedlichen Regeln.

Bei einem echten eingeschobenen Begleitsatz unterbricht dieser einen Satz der wörtlichen Rede. Der Begleitsatz wird dann vorne und hinten mit einem Komma abgetrennt. Die wörtliche Rede geht nach dem Begleitsatz klein weiter. Beispiel: "Um 18 Uhr", sagte Leander, "muss ich zum Essen zu Hause sein."

Ein unechter eingeschobener Begleitsatz steht zwischen zwei vollständigen Sätzen der wörtlichen Rede. Hier folgt nach dem Einschub ein Punkt. Die wörtliche Rede geht dann groß weiter. Beispiel: "Um 18 Uhr muss ich zu Hause sein", sagte Leander. "Dann gibt es Essen."

Damit der Unterschied klarer wird, haben wir noch einige weitere Beispiele für dich gesammelt:

  • "Ich glaube", sagte Sandra, "ich würde dich wirklich gerne wiedersehen." (echter eingeschobener Begleitsatz)
  • "Morgen", meinte Kai, "müssen wir ganz früh aufstehen." (echter eingeschobener Begleitsatz)
  • "Das wird schon klappen", sagte der Lehrer aufmunternd. "Ich glaube fest an dich." (unechter eingeschobener Begleitsatz)
  • "Kommst du morgen?", fragte Julian. "Dann können wir gemeinsam ins Kino gehen." (unechter eingeschobener Begleitsatz)

Der Begleitsatz in der wörtlichen Rede

Der Redebegleitsatz (auch Inquit-Formel genannt) gibt Informationen darüber, wer gerade spricht. Deshalb ist er in den meisten Fällen für die wörtliche Rede wichtig. Allerdings kann er unter Umständen auch wegfallen.

Gerade in Romanen oder Erzählungen nennst du nicht bei jedem Satz den Sprecher. Wenn aus dem Kontext oder aus der Redeweise klar wird, wer gerade spricht, ist die Inquit-Formel nicht unbedingt nötig.

Bei einem Dialog, also einem Gespräch zwischen mehreren Sprechern, sind die Begleitsätze besonders wichtig. Der Sprecherwechsel kann aber auch durch einen neuen Absatz, einen Gedankenstrich oder eine sehr unterschiedliche Redeweise deutlich werden.

Sonderfall: Wörtliche Rede mitten im Satz

Wörtliche Rede mitten im Satz

Manchmal nutzt man das Mittel der wörtlichen Rede, um mitten in einem Satz ein Zitat einzufügen. In diesem Sonderfall gibt es keinen Begleitsatz. Du erkennst das Zitat dann nur an den Anführungszeichen.

Dieser Sonderfall sieht zum Beispiel so aus:

  • Martin Luther King träumt in seiner berühmten Rede davon, "dass sich eines Tages die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenbesitzern auf den roten Hügeln von Georgia am Tisch der Bruderschaft gemeinsam niedersetzen können.“
  • Der portugiesische Seefahrer Magellan war sich schon im 15. Jahrhundert sicher, dass die Erde rund ist, weil er "ihren Schatten auf dem Mond gesehen“ habe.
Der Satzteil in Anführungszeichen gibt ein Zitat wieder und ist damit wörtliche Rede. Hier wechselt also mitten im Satz der Redner. Angezeigt wird dies nur durch die Anführungszeichen, alle anderen Satzzeichen bleiben im Satz unverändert.

Übungen zur wörtlichen Rede

Um die gelernten Regeln zu vertiefen, haben wir einige Übungen für dich zusammengestellt. Findest du die passenden Satzzeichen?

Übung 1: Wörtliche Rede mit dem Begleitsatz am Anfang

Setze bei diesen Sätzen die richtigen Satzzeichen ein. Die Lösungen findest du am Ende der Übungen.

  1. Luca sagt Ich esse gerne Erbsen
  2. Opa fragt die Enkelin Hast du gut geschlafen
  3. Sara brüllt Kauf mir sofort ein Eis
  4. Paul freut sich Da vorne ist ja schon das Kino
  5. Der chinesische Philosoph Laotse soll einmal gesagt haben Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt
Lösungen
  1. Luca sagt: "Ich esse gerne Erbsen.“
  2. Opa fragt die Enkelin: "Hast du gut geschlafen?“
  3. Sara brüllt: "Kauf mir sofort ein Eis!“
  4. Paul freut sich: "Da vorne ist ja schon das Kino.“
  5. Der chinesische Philosoph Laotse soll einmal gesagt haben: "Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.“

Übung 2: Wörtliche Rede mit dem Begleitsatz am Ende

Auch hier sind die richtigen Satzzeichen gefragt. Findest du sie alle?

  1. Kommst du heute noch vorbei fragt Robin
  2. Morgen soll es ganz schön heiß werden sagt Yassin
  3. Komm sofort da runter schrie die Nachbarin
  4. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste so lautet ein altes Sprichwort
  5. Ich bestelle heute Pizza entschied Ramon
Lösungen
  1. "Kommst du heute noch vorbei?“, fragt Robin.
  2. "Morgen soll es ganz schön heiß werden“, sagt Yassin.
  3. "Komm sofort da runter!“, schrie die Nachbarin.
  4. "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, so lautet ein altes Sprichwort.
  5. "Ich bestelle heute Pizza“, entschied Ramon.

Übung 3: Wörtliche Rede mit eingeschobenem Begleitsatz

Übung 3: Wörtliche Rede mit eingeschobenem Begleitsatz

Setze auch hier die passenden Satzzeichen ein. Denke daran, dass es einen Unterschied macht, ob der Satz vor dem Begleitsatz vollständig ist oder nicht.

  1. Zieh deine Winterjacke an sagte Papa Es ist kalt draußen
  2. Ich wäre lieber ein Optimist und ein Dummkopf so lautet ein Zitat von Albert Einstein als ein Pessimist und richtig
  3. Heute meinte Lisa bedeutungsvoll wird ein ganz besonderer Tag
  4. Willst du wirklich noch mal losgehen fragte ihre Mutter Um diese Uhrzeit
  5. Wer im Glashaus sitzt sagt ein altes Sprichwort sollte nicht mit Steinen werfen
Lösungen
  1. "Zieh deine Winterjacke an!“, sagte Papa. "Es ist kalt draußen.“
  2. "Ich wäre lieber ein Optimist und ein Dummkopf“, so lautet ein Zitat von Albert Einstein, "als ein Pessimist und richtig.“
  3. "Heute“, meinte Lisa bedeutungsvoll, "wird ein ganz besonderer Tag.“
  4. "Willst du wirklich noch mal losgehen?“, fragte ihre Mutter. "Um diese Uhrzeit?“
  5. "Wer im Glashaus sitzt“, sagt ein altes Sprichwort, "sollte nicht mit Steinen werfen.“

Übung 4: Wörtliche Rede mit Begleitsätzen an unterschiedlichen Stellen

In dieser vierten Übung geht es wieder darum, die richtigen Satzzeichen einzusetzen. Um es ein wenig schwieriger zu machen, haben wir diesmal den Ort des Begleitsatzes variiert. Findest du alle richtigen Antworten?

  1. Man sollte meinen sagte Ludwig dass sich das längst geändert hätte
  2. Wir gehen heute ins Kino freuen sich Lea und Jan
  3. Ein altes Sprichwort lautet Gut Ding will Weile haben
  4. Hast du heute keine Hausaufgaben auf fragt Mama ungläubig
  5. Wirf den Ball zu mir schreit Alex Ich stehe frei
  6. Und was machen wir will Renate wissen wenn es bei der Gartenparty regnet
Lösungen
  1. "Man sollte meinen“, sagte Ludwig, "dass sich das längst geändert hätte.“
  2. "Wir gehen heute ins Kino“, freuen sich Lea und Jan.
  3. Ein altes Sprichwort lautet: "Gut Ding will Weile haben.“
  4. "Hast du heute keine Hausaufgaben auf?“, fragt Mama ungläubig.
  5. "Wirf den Ball zu mir!“, schreit Alex. "Ich stehe frei.“
  6. "Und was machen wir“, will Renate wissen, "wenn es bei der Gartenparty regnet?“
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