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Bachelorarbeit schreiben: Tipps zu Themenfindung, Gliederung und Ausarbeitung

Du hast alle Creditpoints zusammen, die nötigen Veranstaltungen sind besucht. Jetzt fehlt dir zum Abschluss des Bachelor nur noch das Schreiben – und je nach Hochschule das Verteidigen – deiner Bachelorarbeit. Dies ist für gewöhnlich die längste wissenschaftliche Arbeit, die du bis jetzt schreiben musstest. Je nach Hochschule sind das ungefähr 40 Seiten Fließtext. Das klingt erst einmal nach viel Arbeit. Aber du erhältst gleichzeitig die Möglichkeit, dich mit einem Thema deiner Wahl eingehend zu beschäftigen und zu zeigen, was du gelernt hast. Wir geben dir nützliche Tipps an die Hand, damit deine Abschlussarbeit ein voller Erfolg wird und das Schreiben Spaß macht.

Themenfindung zur Bachelorarbeit

Suche dir ein Thema, das dich interessiert. Immerhin musst du dich einige Wochen lang damit befassen. Überlege: Welche Fragen hast du dir schon immer während des Studiums gestellt? Dem könntest du in deiner Arbeit nachgehen. Mit welcher Epoche, Richtung, mit welchem Forschungsbereich hast du dich mit Freude beschäftigt, für welches Seminar oder Praktikum warst du Feuer und Flamme? Lies dir ein paar Artikel aus Nachschlagewerken darüber durch und recherchiere in Bibliotheks-Datenbanken und Katalogen, ob es zu deiner Fragestellung Literatur gibt.

Achte schon bei der Recherche darauf, dass du dich früh auf einen Teilbereich konzentrierst. Stelle dir dabei die Frage, ob du das Thema in der dir zur Verfügung stehenden Zeit und innerhalb des vorgegebenen Seitenumfangs behandeln kannst. Erkundige dich dafür zuallererst um die für dein Fach üblichen formalen Vorgaben (Schriftgröße, Schriftart, Seitenzahl).

Notizen nicht vergessen

Sprich dein Thema und deine Fragestellung mit deinem Betreuer ab. Du solltest dich bereits ins Thema eingelesen haben, wenn du in die Sprechstunde gehst. So kannst du den größtmöglichen Nutzen aus dem Gespräch ziehen. Scheue dich nicht vor Nachfragen währenddessen oder im Nachgang dazu. Auch bei vagen Literaturempfehlungen nachhaken und den Titel nebst Autor aufschreiben. Mache dir während des Gesprächs generell Notizen.

Formuliere Thesen und Fragestellungen schriftlich. Passe diese immer wieder an, wenn sich dein Kenntnisstand des Themas ändert und du merkst, dass eine andere Formulierung besser wäre. Dazu hilft es, mit anderen darüber zu sprechen. Das können auch Fachfremde sein. Die Fragen von anderen können bei der Präzisierung der Forschungsfrage helfen oder den Blick dafür öffnen, was einen eigentlich an dem Thema interessiert, das man ins Auge gefasst hat.

Clustern erleichtert Fokus der Fragestellung

Bachelorarbeit schreiben: Clustering zur Vorbereitung

Konzentriere dich innerhalb deines Themas auf eine Fragestellung, indem du clusterst. Diese Technik aus dem Bereich des Kreativen Schreiben stammt von Gabriele L. Rico. Sie lässt Kreativität und analytisches Denken zusammenarbeiten. Außerdem kannst du dich dadurch besser auf einen bestimmten Teilbereich konzentrieren. Von einem Stichwort aus werden assoziativ zugehörige Wörter ausgedacht und niedergeschrieben. Die Beziehung der Wörter miteinander wird durch Striche markiert, die Wörter umkreist. Entscheide, was dich am meisten interessiert und assoziiere davon ausgehend noch einmal. Schreibe nach ein paar Durchgängen einen Text zu deinem Clustering.

Frage dich, was dich an deinem Thema fasziniert und was dich irritiert. Aus diesen Punkten kann sich auch eine interessante Fragestellung entwickeln. Teste aber durch Literaturrecherche, ob die Beantwortung der Frage realistischerweise in einer Bachelorarbeit bewältigt werden kann.

Zum Finden einer Fragestellung basierend auf deinem Thema kann dir folgende Methode helfen:
Die Drei-Schritt-Methode nach Kate L. Turabian (2007): Damit kannst du schreibend herausfinden, worüber du schreiben willst.

  1. Formuliere dein Thema, also das, worüber du schreibst. Beginne den Satz mit: „Ich arbeite an / untersuche / schreibe über …“
  2. Füge eine Fragestellung hinzu, also was du in der Arbeit herausfinden willst:
    Ergänze dazu den obigen Satz mit den Worten: „… weil ich herausfinden / verstehen / nachvollziehen möchte …“
  3. Definiere nun das Ziel deiner Untersuchung. Warum willst du das, was du oben beschrieben hast, wissen?
    Führe den Satz noch einmal fort: „… um zu überlegen / festzustellen / zu prüfen …“

Stelle die im zweiten Punkt formulierte Fragestellung zu einem Fragesatz um.
Wandle das unter Punkt drei niedergeschriebene Ziel in einen Aussagesatz um, den du wie folgt einleitest: „Ziel meiner Arbeit ist es, …“
Daraus kannst du deine Arbeitshypothese ableiten. Beginne mit: „Ich nehme an, dass …“

Gliederung der Bachelorarbeit

Zum Erstellen einer Gliederung für deine Bachelorarbeit solltest du bereits eine problemorientierte Fragestellung entwickelt haben. Denn daraus lässt sich am besten eine Argumentation überlegen, mit der du sie beantworten willst.

Wenn du dir schon einen Überblick über die Literatur zu deiner Fragestellung anhand von Standardwerken, durch Internetrecherche und einer ersten Bibliographie verschafft haben solltest: Fertige eine Liste an mit den Aspekten, die du dazu schon herausgefunden hast. Gruppiere sie in einem zweiten Schritt und überlege, welche Themen zueinander gehören, in einer Gliederung nacheinander abgehandelt oder einleitend erklärt werden müssen. Ordne die Literatur, die dir bei deiner Argumentation behilflich sein könnte, zu den (Unter-) Überschriften deiner Gliederung.

Ein Weg kann auch sein, nachdem ein grundlegendes Werk zum Thema gelesen wurde, sich nur noch Texte durchzulesen, die deine Argumentationskette stützen. Das erspart Zeit und bewahrt dich davor, immer neue Aspekte zu finden, die bestimmt sehr interessant sind, dich aber von deiner Fragestellung bloß ablenken. Kalkuliere auch, wie du deine Arbeit gewichten willst und überlege, wie viele Seiten du für jeden Unterpunkt brauchen wirst. So kannst du dir kleine Arbeitsziele für die Ausarbeitungsphase setzen und erzielst Zwischenerfolge, die dich weiter motivieren.

Ausarbeitung der Bachelorarbeit

Fülle nach und nach deine Gliederung mit Text. Achte aber darauf, dass du nacheinander und im Idealfall auch in einem durchschreibst, damit der Argumentationsgang der Arbeit flüssig bleibt und du Wiederholungen vermeidest. Um dranzubleiben, kannst du erst einmal eine Rohfassung schreiben und diese in einem zweiten Durchgang überarbeiten. Auch den Überarbeitungsdurchgang solltest du einteilen: Erst kommt der Inhalt, dann Sprache und Stil, zum Schluss die Form. Wenn du alles auf einmal machen willst, kommst du nicht voran.

Hauptteil vor Einleitung schreiben

Die Reihenfolge der Teile geht folgendermaßen: Erst den Hauptteil, dann die Einleitung und zuletzt den Schluss schreiben. Erst, wenn der Hauptteil fertig ist, weißt du, worauf du den Leser mit der Einleitung einstimmst. Außerdem sollte die Einleitung besonders griffig sein, damit sie Lust aufs Weiterlesen macht. Außerdem liest jemand, der die Arbeit nur überfliegt, auf jeden Fall die Einleitung und den Schluss. In diesen Teilen sollte die Arbeit also einen besonders guten Eindruck machen und sehr informativ sein.

Deine Bachelorarbeit soll folgendes zeigen: Du kannst selbstständig innerhalb eines begrenzten Zeitraumes eine Fragestellung deines Fachs anhand wissenschaftlicher Methoden bearbeiten. Dieser Zeitraum variiert je nach Studienfach zwischen sechs und zwölf Wochen. Mache dir also einen Zeitplan. Wenn du die Arbeit angemeldet hast, bekommst du ein festes Abgabedatum. Doch auch, wenn du dies noch nicht getan hast, solltest du dir eine Deadline setzen. Das hilft dir, stringent an dem Fortschritt deiner Arbeit zu wirken, und gibt dir die nötige Disziplin. Außerdem kannst du besser argumentieren, wenn andere dich für Freizeitaktivitäten und Gefallen einspannen wollen, oder deine beste Freundin mal wieder akuten Liebeskummer hat. „Ich muss heute meinen Theorieteil fertigstellen“, klingt dann überzeugender als: „Ich muss aber lernen“. Für das Schreiben der Rohfassung planst du die Hälfte der Zeit ein, über die du verfügst. Für die Korrektur und Überarbeitung ein Viertel davon.

Morgenschreiben zur Lösung von Blockaden

Fördere dein Denken, weil denken und schreiben eng zusammenhängen. Damit du direkter ausdrücken kannst, was du dir überlegst, nutze die Übung der Morgenseiten: Schreibe dafür jeden Tag handschriftlich eine halbe Stunde einfach das auf, was dir in den Sinn kommt. Wenn dir nichts einfällt, schreibe auch das auf. Mit der Zeit wird das Niederschreiben der eigenen Gedanken flüssiger und das Verfassen deines wissenschaftlichen Textes geht dir ebenfalls leichter von der Hand.

Lasse die Bachelorarbeit von anderen gegenlesen, am besten von mehreren Personen. Du könntest ihnen auch verschiedene Aufgaben geben, beispielsweise jemand den Inhalt überprüfen lassen, den anderen die Sprache. Triff mit den Korrektoren im Vorfeld Verabredungen. Das hilft dir, dich an den Zeitplan zu halten. Räume den anderen genug Zeit für die Korrektur ein und denke auch daran, dass du die Korrekturen danach noch einarbeiten musst, was auch dauern kann.

Sorgfältiges wissenschaftliches Arbeiten ist Pflicht

Wer hat was gesagt? Das deutlich darzustellen ist beim wissenschaftlichen Arbeiten das A und O. Damit stellst du klar, dass du dich über die einschlägige Literatur informiert hast und was wiederum du dazu sagst. Unterscheide und markiere in der Bachelorarbeit die folgenden Textelemente:

  • Direkte Zitate werden je nach Länge durch Layout oder Anführungszeichen hervorgehoben.
  • Indirekte Zitate kennzeichnest du mit Formulierungen wie: „Meyers Ansatz besagt, dass …“
  • Paraphrasen machst du als solche deutlich, indem du die Position des Autors mit eigenen Worten umschreibst und den Autor nennst oder in der darauffolgenden Literaturangabe „cf.“ oder „vgl.“ für „vergleiche“ voranstellst.
  • Kennzeichne deine eigenen Stellungnahmen durch die Einleitungen „meines Erachtens …“ oder „zu meinem Dafürhalten …“ entsprechend im Text.

Bei der Auseinandersetzung mit anderen wissenschaftlichen Texten solltest du nicht in Ehrfurcht erstarren. Durch deine Bachelorarbeit trittst du in ein wissenschaftliches Gespräch mit anderen, die zu diesem Thema geforscht haben. Fasse das, was andere geschrieben haben, in eigenen Worten zusammen. Meist prägen sich die Inhalte dann auch besser ein. Nimm dazu Stellung. Dazu braucht es Mut. Dadurch, dass du in deinem Thema schon bewandert bist, bist du darin (ebenfalls) Experte und kannst dir ruhig erlauben, eine eigene Position zu beziehen.

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