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Effi Briest: Zusammenfassung, 7 Fakten & 7 wichtige Charaktere

Effi Briest von Theodor Fontane ist ein epischer Vorreiter für das Genre des Gesellschaftsromans, das später weltweite Bedeutung erfahren sollte. Wir haben es für dich zusammengefasst und die Botschaft des Buches erläutert.

Effi Briest erschien 1896 als Roman und ist der Epoche des Realismus zuzuordnen. In dem Werk übt Fontane Gesellschaftskritik an den soziokulturellen Konventionen seiner Zeit.

"Effi Briest" von Theodor Fontane: kurze Zusammenfassung

Effi Briest: Eine kurze Zusammenfassung

Die 17-jährige Effi Briest lebt mit ihren Eltern auf deren Anwesen im idyllischen Hohen-Cremmen in Brandenburg.

Dort genießt sie ihre unbeschwerte Kindheit und frühe Jugend. Das soll sich jedoch ändern, als sie mit dem Baron Geert von Innstetten zwangsverheiratet wird. Die beiden ziehen in das hinterpommersche Ostseebad Kessin, wo der Baron als Landrat arbeitet. 

In ihrem neuen Zuhause fühlt sich Effi nach und nach mehr vernachlässigt. Einzig der Apotheker Gießhübler und Innstettens Hund Rollo gehören zu ihren Vertrauten.

Noch dazu hat sie das Gefühl, es spuke in ihrem neuen Zuhause. Effi bekommt Heimweh und möchte wegziehen. Der Baron sorgt für sie, doch kommt ihren Wünschen und anderen Bedürfnissen nicht nach.

Das Mädchen fühlt sich sehr allein. Nach einem sehr langen und einsamen Winter stellt sich heraus, dass Effi schwanger ist. Sie stellt vor der Geburt ihrer Tochter Annie das Kindermädchen Roswitha ein, zu der sie ein vertrautes Verhältnis entwickelt.

Der Landwehrbezirkskommandeur Major von Crampas zieht mit seiner Familie nach Kessin. Nachdem Effi ihn und den Baron auf einige Ausritte begleiten durfte, beginnen die beiden eine Affäre. Als der Baron davon erfährt, fordert er Crampas zum Schießduell auf.

Innstetten gewinnt und tötet Effis Liebhaber im Duell. Fortan übernimmt er das Sorgerecht für seine Tochter Annie. Effi und Innstetten lassen sich scheiden und sie wird zugleich von ihren Eltern verstoßen. Daraufhin zieht sie mit Roswitha gemeinsam in eine kleine Wohnung in Berlin.

Weil sie immer häufiger krank wird, rät Effis Arzt ihren Eltern, sie wieder zurück zu nehmen und vor der Einsamkeit zu schützen. Vater und Mutter Briest lassen Effi schließlich wieder zurück kehren. Dennoch verschlechtert sich ihr Zustand und Effi stirbt im Alter von nur 29 Jahren. 

Überblick über Fontanes "Effi Briest"

Überblick über "Effi Briest"

Im Folgenden findest du einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten Eckdaten des Romans, über die du Bescheid wissen solltest. 

  • Autor: Theodor Fontane
  • Erscheinungsjahr: 1984-1985 in der Deutschen Rundschau, 1896 als Roman
  • Länge: 36 Kapitel
  • Literarische Gattung: Gesellschaftsroman (Epik)
  • Epoche: Realismus
  • Tempus: Präteritum
  • Erzählform: auktorialer Er-Erzähler
Der Gesellschaftsroman

Der sogenannte Gesellschaftsroman, auch Sozialroman genannt, thematisiert das gesellschaftliche Leben des Menschen. Er hat seine Ursprünge in der französischen, russischen und englischen Literatur des 19. Jahrhunderts.

Berühmte Exemplare sind Charles Dickens' "Oliver Twist" (1839), "Shirley" (1849) von Charlotte Brontë sowie "Buddenbrooks" von Thomas Mann aus dem Jahr 1901. Jedoch ist der Gesellschaftsroman auch in der zeitgenössischen Literatur weitverbreitet. 

Lange Zusammenfassung von "Effi Briest"

In diesem Kapitel haben wir den Inhalt des Romans ausführlich für dich zusammengefasst. 

Kapitel 1 – 6

Kapitel 1- 6: Hohen-Cremmen, Verlobung und Hochzeit

Zu Beginn der Geschichte spielt Effi an einem Sommertag im Garten des Anwesens in Hohen-Cremmen mit zwei Freundinnen, während das Mädchen auf den Baron Geert von Innstetten wartet.

Ihre Mutter ruft sie, denn der 38-jährige Herr erscheint früher als erwartet. Sie berichtet Effi, dass der Baron sich direkt mit ihr verloben möchte. 

Ein Verlobungsmahl findet am selben Abend statt. Auf die Frage ihrer Freundinnen, ob er denn der Richtige sei, antwortet Effi, dass jeder der Richtige sei, wenn er nur adlig mit einer hohen Stellung ist und gut aussieht.

Effi behauptet, sie sei glücklich, doch spätestens am Polterabend wird in einem Gespräch zwischen ihr und ihrer Mutter klar, dass dies eigentlich nicht so ist. Sie hofft auf Zärtlichkeit in ihrem neuen Zuhause in Kessin. Sein Vermögen sei jedoch ein Trost, falls es nicht so kommt.

Auch ihre Eltern zweifeln Effis Liebe zu dem Baron an. Als diese Briefe von Effis und Innstettens Bildungsreise nach Italien bekommen, wird die Sehnsucht ihrer Tochter nach Zuhause deutlich.

Auf der Reise nach Kessin erzählt Innstetten Effi von dem Ort, der Bevölkerung und seinem Hund Rollo. Effi ist fasziniert von unterschiedlichen Kulturen und meint, sie würde gerne asiatische Menschen kennenlernen. 

Ihr Ehemann meint, der einzige Chinese im Ort sei gestorben und liege in den Dünen begraben. Effi findet das unheimlich. Im Haus angekommen lernt Effi die Hausangestellten Friedrich, Johanna und Christel sowie Innstettens Hund Rollo kennen. 

Kapitel 7 – 9

Kapitel 7 – 9: Unheimliche Nächte

Effi schläft schlecht und meint, in der ersten Nacht Schritte gehört zu haben. Johanna erklärt, dies käme vermutlich von den langen Vorhängen, die bei Wind über den Boden schleifen würden. Der Baron möchte die Vorhänge nicht kürzen, sondern meint, Effi solle sich erst einmal alles ansehen.

Effi freut sich, irgendwann die Stadt zu erkunden. Innstetten meint nur, diese hätte nicht viel zu bieten. Als sie das Haus weiter erkunden, fällt Effi in einem Zimmer das Bild eines Chinesen auf.

Das junge Mädchen lernt  den Apotheker Alonzo Gieshübler kennen, der ihr von seiner Mutter aus Andalusien erzählt. Die beiden verstehen sich sehr.

Effi und der Baron machen viele Besuche im Dorf und bei den Adligen. Effi wird dabei oft von den Bewohnern kritisiert. Sie scheinen sie nicht zu mögen. Bei einer Unterhaltung mit einem Freund zeigt sich Innstettens konservatives Frauenbild.

Zwei Wochen dauern die Besuche an. Effi bemängelt Innstettens fehlende Zuneigung in Form von Küssen. Innstetten geht nicht genauer darauf ein und redet stattdessen vom Wahlkampf für den Landrat.

Weitere zwei Wochen vergehen und Effi ist allein in Kessin. Sie liest ein Buch mit einer Geistergeschichte und sehnt sich nach Zuhause. In der Nacht erwacht Effi schreckhaft und meint, den Chinesen aus dem Bild in ihrem Zimmer gesehen zu haben. Sie beauftragt Johanna dazu, bei ihr zu bleiben, damit sie wieder schlafen kann. 

Kapitel 10 – 12

Kapitel 10 – 12: Effi fürchtet sich vor dem Spuk

Am nächsten Morgen unterhält sie sich mit dem Baron über den Spuk. Dieser meint, es sei nur ein Traum gewesen. Effi glaubt das aber nicht und bittet darum, dass Innstetten nicht mehr am Abend ausgeht.

Sie fordert von ihm sogar, das Haus zu verkaufen. Er stellt sich dagegen. Effi ist enttäuscht und verletzt von der fehlenden Anteilnahme ihres Ehemanns.

Als sie mittags zu einem Gasthof fahren, kommen sie an einem Grab vorbei. Der Baron erzählt, es gehöre dem Chinesen und dieser sei vor längerer Zeit mit einem reichen Kaufmann nach Kessin gekommen.

Er habe nach einer Hochzeit in seinem Haus mit der Nichte oder der Enkelin des Kaufmanns getanzt. Dieses Mädchen sei plötzlich verschwunden gewesen und der Chinese starb zwei Wochen später.

Zu Silvester schreibt Effi einen Brief an ihre Mutter. Sie erzählt von ihrer Schwangerschaft. Sie schreibt, sie freue sich über das Kind und erhofft sich, dadurch mehr Abwechslung zu erleben und sich weniger einsam zu fühlen. Zudem berichtet Effi von dem Spuk. Nach der Geburt möchte sie gerne ihre Eltern besuchen, um der Stadt und dem Geist zu entkommen. 

Kapitel 13 – 19

Kapitel 13 – 18: Ausritte mit Major Crampas

In Kapitel 13 lernt Effi zwei neue Menschen kennen: Major Crampas, der frisch nach Kessin gezogen ist und Roswitha, deren Arbeitgeberin verstorben ist. Effi hat Mitleid mit ihr und stellt sie als Kindermädchen ein. Im Juli kommt Effis Tochter Annie zur Welt.

Beim Fest nach der Taufe sitzt Effi neben Major Crampas. Die beiden sind sich einig, dass Gieshübler der einzige normale Mensch in Kessin sei. Am nächsten Tag verreist Effi in den Sommerurlaub nach Hohen-Cremmen.

Die Zeit Zuhause mit ihren Eltern und ihren Freundinnen tut ihr gut. Ihr Vater bemängelt Innstettens fehlende Aufmerksamkeit gegenüber seiner Tochter. Ende September reist Effi zurück nach Kessin.

Sie bedauert, dass Innstetten nicht mit zu ihren Eltern gefahren sei und betont erneut seine mangelnde Zärtlichkeit in der Beziehung. In der nächsten Zeit kommen Effi und der Major sich bei gemeinsamen Ausritten mit dem Baron näher. Crampas ist im Gegensatz zu dem disziplinierten Innstetten unkonventionell und abenteuerlustig. Aufgrund des Wahlkampfs lässt der Baron Effi und den Major bald allein ausreiten. 

Der Major erzählt von Liebesgedichten und einer heimlichen Beziehung zwischen einer Königin und einem ihrer Ritter. Effi möchte ihrem Ehemann von diesen Annäherungsversuchen berichten, doch der Major warnt sie. Innstetten würde ihr bereits dann eine heimliche Beziehung unterstellen.

Die Ausritte enden aufgrund des schlechten Wetters. Effi ist froh darüber, Crampas fortan aus dem Weg gehen zu können. Jedoch kommt es im Winter dazu, das Effi mit Crampas in einer Kutsche fährt und der Major ihre Hand küsst.

Kapitel 20 – 24

Kapitel 20 – 24: Umzug nach Berlin

Im Januar wird Effi von Heimweh krank. Ihr Arzt rät zu Spaziergängen, bei welchen sie sich dann mit dem Major trifft. Die beiden beginnen eine Affäre.

Kurze Zeit später erzählt Innstetten, sie müssen nach Berlin ziehen, da er zum Ministerialrat befördert wurde. Effi freut sich. Sie möchte aus Kessin weg und ist erleichtert über das damit verbundene Ende ihrer Affäre.

In Berlin angekommen schreibt Effi einen Brief an Major Crampas. Sie teilt ihm mit, sie würde nicht wiederkommen. Für die Affäre übernimmt sie die alleinige Schuld. In der neuen Heimat geht es ihr endlich ein wenig besser. Das Ehepaar verbringt nun mehr Zeit miteinander.

Zum Ende eines Urlaubs im Sommer fahren sie nach Hohen-Cremmen. Innstetten reist eher zurück nach Berlin, während Effi noch eine Woche bleibt. Sie fühlt sich dort sehr wohl.

Die Eltern unterhalten sich über ihre Tochter. Sie glauben, Effi liebe Innstetten nicht und verheimliche zudem irgendetwas. Trotzdem scheint sie glücklicher.

Kapitel 25 – 30

Kapitel 25 – 30: Das Schießduell

Sieben Jahre später hat sich Effi sehr gut in Berlin eingelebt und genießt ihre Stellung in der Adelsgesellschaft. Während Effi auf einer Kur ist, verletzt sich Annie an der Stirn.

Roswitha sucht Verbandmaterial in Effis Nähtisch. Dort fallen ihr Briefe, alte Blumensträuße und weitere Dinge auf. Der Baron findet die Briefe und liest sie sich durch.

So wird er auf die damalige Beziehung zwischen Effi und Major Crampas aufmerksam. Er bittet seinen Kollegen Wüllersdorf um Unterstützung bei einem Duell.

Diese möchte er nicht aus Hass oder aus Rachegedanken durchführen, sondern wegen der gesellschaftlichen Konventionen. Wüllersdorf hatte das Gefühl, der Major Crampas hinge nicht an seinem Leben und gehe bereits von einer Niederlage aus.

Bei dem Duell schießen die beiden aufeinander. Der Major wird getroffen und stirbt. Effi selbst weiß noch nichts davon. Auf dem Weg zurück nach Berlin zweifelt Innstetten an der Notwendigkeit des Duells. Zuhause beauftragt er Johanna, Annie mitzuteilen, dass das Kind nun ohne ihre Mutter aufwachsen muss.

Auf einer Kur erhält Effi ein Einschreiben von ihrer Mutter. In dem Umschlag findet sie Geldscheine und einen Brief. Effi wird blass und geht auf ihr Zimmer, wo sie in Ohnmacht fällt.

Kapitel 31 – 36

Kapitel 26 – 31: Krankheit und Tod

Als sie erwacht, braucht Effi eine Weile um sich zu beruhigen. Sie erfährt nun von dem Tod des Majors, der baldigen Scheidung vom Baron und dem verlorenen Sorgerecht für ihre Tochter.

Ihre Eltern würden sie finanziell unterstützen, sie darf aber nicht nach Hause zurückkehren und soll sich eine Wohnung in Berlin suchen. Sie meinen, sie lieben sie aber selbstverständlich trotzdem. 

Roswitha bleibt Effi treu und zieht einige Zeit später zu ihr. Einzelne Freunde halten weiter Kontakt zu ihr, unter anderem ihr Arzt. In den folgenden drei Jahren erkrankt Effi häufiger.

Sie wünscht sich, ihre Tochter zu sehen. Tatsächlich kommt es zu einem Treffen, doch dieses verläuft schrecklich für Effi. Annie wirkt distanziert und gibt nur knappe Antworten. Roswitha bringt auf Effis Wunsch hin Annie zu Johanna zurück und Effi ist für kurze Zeit allein. Sie entwickelt Hassgefühle gegenüber Innstetten, Annie und der Gesellschaft. Sie wird wieder ohnmächtig.

Der Doktor schreibt an Effis Eltern und bittet darum, dass diese ihr Kind wieder zurück nehmen. Ansonsten würde die Einsamkeit sie noch mehr schwächen. Die Eltern diskutieren und lassen Effi mitsamt Roswitha schließlich zurück kommen. In Hohen-Cremmen geht es ihr etwas besser, doch sie bleibt krank. 

Nach einer weiteren Kur Effis im Mai bitten die Eltern und Roswitha Innstetten um den Hund. Innstetten selbst ist freudlos seit dem Tod von Crampas. Der Brief erinnert ihn an schönere Zeiten, bevor er sein Glück aufs Spiel gesetzt hatte. Sogar Johanna nerve ihn aufgrund ihrer Versuche, immer adelig zu sein.

Effi unternimmt nun lange Spaziergänge mit Rollo und fühlt sich glücklich. Sie denkt über den Himmel und den Tod nach, doch fürchtet sich nicht vor ihm. Effi wird erneut schwer krank und stirbt im September. Rollo leidet sehr. Die Eltern überlegen, ob sie mitschuldig an ihrem Tod sind.

Ein weites Feld

Da es sich bei "Effi Briest" um einen Prosatext handelt, kommen sprachliche Besonderheiten im Vergleich zu dramatischen und lyrischen Texten seltener vor. Tatsächlich ist Fontanes Roman aber Ursprung für eine bekannte deutsche Redewendung: "Das ist ein weites Feld."

Effis Vater beschreibt damit die Komplexität und den Umfang verschiedener Themen. Auf diese Weise kann er unangenehmen Fragen ausweichen.

So spricht er mit seiner Frau über Effis Ehe zu Innstetten, als diese an der Kompatibilität zwischen Effi und Innstetten zweifelt.

Gegenüber Effi beschreibt er damit die Beziehung zwischen Menschen und ihrem Haustier und die Frage über das richtige Verhalten. Der Satz gilt als Leitspruch für den gesamten Roman.

Er verdeutlicht, dass gesellschaftliche Konventionen nicht immer Sinn ergeben, doch die meisten Menschen werden diese nie hinterfragen. Passend dazu folgt der Spruch noch einmal als Schlusssatz: "Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld."

Vater Briest möchte nicht über die Mitschuld an Effis Tod nachdenken. Die Floskel hat sich als Redewendung in der deutschen Sprache verankert und dient als Namensgeber für den Roman "Ein weites Feld" (1995) von Günter Grass.

Die wichtigsten Charaktere in "Effi Briest"

Die Personen aus "Effi Briest" verkörpern gängige Rollen der damaligen Gesellschaft. Wir stellen dir die wichtigsten Figuren aus dem Roman vor.

Effi Briest

Die 17-jährige Effi stammt aus einem adligen Elternhaus und wohnt mit ihrem Eltern auf deren Anwesen in Hohen-Cremmen. Sie wird als naiv und kindlich dargestellt.

Ihre Eltern fordern sie dazu auf, den viel älteren Baron von Innstetten zu heiraten, mit dem sie eine Tochter namens Annie bekommt. Sie verliebt sich jedoch in den schönen Major Crampas und beginnt eine Affäre mit ihm.

Nach dessen Tod im Duell wird Effi von ihrem Gatten verstoßen und allein gelassen. Effi ist ein beispielhaftes Opfer der damaligen Konventionen und gesellschaftlichen Zwänge, welche ihr kein selbstbestimmtes und erfülltes Leben ermöglichen. Die soziale Isolation führt schließlich zu Krankheit und ihrem frühen Tod.

Geert von Innstetten

Baron von Innstetten

Der Baron von Innstetten ist ganze 21 Jahre älter als Effi. Er vertritt konservative Werte.

Bei dem Baron handelt es sich um einen rationalen und kühlen Mann, der sich nur auf seine Arbeit fokussiert und Effi selten Beachtung schenkt.

Um seine Ehre zu wahren, erschießt er den Major Crampas in einem Duell. Dann verstößt er Effi, bereut dies allerdings später.

Major Crampas

Major Crampas ist selbst verheiratet. Dennoch gilt er als Frauenheld, der mehr Wert auf sein Vergnügen legt als auf seine Pflichten als Soldat. Jedoch behandelt er seine Affäre Effi mehr wie eine Frau als ihr Gatte. Schließlich zieht er aber den Kürzeren, als er das Duell gegen den Baron verliert und stirbt.

Mutter Briest

Effis Mutter Luise nimmt keine Rücksicht auf die Wünsche ihrer Tochter, sondern handelt nach ihren eigenen Vorstellungen und Interessen. Sie denkt an den sozialen Aufstieg, den Effi durch die Heirat mit dem Baron von Innstetten erlangen könnte.

Bei ihm handelt es sich um den ehemaligen Verehrer der Mutter. Mutter Briest verstößt ihre Tochter nach der Scheidung mit dem Baron. Das zeigt, dass sie Effi nur akzeptiert, wenn diese nach den gesellschaftlichen Konventionen lebt und den Vorstellungen ihrer Eltern entspricht.

Vater Briest

Der Vater unterstützt das Vorhaben seiner Frau vermutlich, denn stellt er sich keinesfalls dagegen. So setzt auch er Effi ihrem Schicksal aus und möchte nach ihrer Trennung vom Baron nichts mehr von seiner Tochter wissen. Über seine Mitschuld am Tod seiner Tochter möchte er nicht nachdenken.

Johanna

Johanna ist die Bedienstete des Barons. Sie legt großen Wert auf adeliges Verhalten und auf ihr Aussehen. Effi spricht einmal von ihrem schönen, gepflegten blonden Haar.

Anerkennung von Innstetten ist ihr wichtig. Roswitha unterstellt ihr, in den Baron verliebt zu sein. Nach der Scheidung kümmert Johanna sich um Effis Tochter Annie.

Roswitha

Effi stellt Roswitha als Kindermädchen ein, nachdem sie erfährt, dass deren vorherige Hausherrin verstorben ist. Die beiden haben ein enges und vertrautes Verhältnis zueinander. Sie selbst hatte einst ein Kind aus einem unehelichen Verhältnis.

Ihre Eltern nahmen ihr es deswegen weg. Sie geht davon aus, dass es nicht mehr lebt. Roswitha bleibt Effi auch nach der Scheidung treu und zieht mit ihr nach Hohen-Cremmen. 

Entstehungsgeschichte von "Effi Briest"

Rechtsgeschichte in Effi Briest: Das Duellunwesen

Fontane benötigte für sein wohl berühmtestes Werk ganze fünf Jahre.

Trotzdem schrieb er 1895 in einem Brief an seinen Freund Hans Hertz, Effi Briest sei ihm "wie von selbst gekommen" und er konnte sich an keine Mühen oder Sorgen während des Schreibens erinnern.

Die Figur Effi Briest basiert auf einer echten Frau. Fontane fand Inspiration in der Geschichte der Adligen Elisabeth von Ardenne. Die Zwangsverheiratete begann Ende des 19. Jahrhunderts eine Affäre mit dem Offizier Hartwich.

Genau wie der Baron von Innstetten in "Effi Briest" besiegte Elisabeths Mann Armand von Ardenne ihren Liebhaber in einem Duell. Im Gegensatz zu Effi zerbrach "Else" nicht an ihrem Schicksal.

Sie zog in die Schweiz um Krankenschwester zu werden und absolvierte später eine zweite Ausbildung in der Nervenheilkunde. Anschließend arbeitete Elisabeth noch Jahrzehnte erfolgreich in einigen deutschen Krankenhäusern, Nervenheilanstalten und Lazaretten bis zu ihrem Tod 1952.

Von ihrem Gatten ließ sie sich bereits 1887 scheiden. Dieser arbeitete fortan als Militärschriftsteller und heiratete eine ebenfalls geschiedene Frau.

Rechtsgeschichte in Effi Briest: Das Duellunwesen

Der Vorfall zwischen Armand und Hartwich löste eine politische Debatte aus: Am 13. Dezember 1886 wurde im Deutschen Reichstag das Duellunwesen scharf kritisiert. Solche Duelle bedeuteten einen "Schaden der Gesamtheit", wie es von einem Mitglied der Zentrumspartei hieß.

Bemängelt wurde zudem, dass bei einer Ablehnung des Duells Offiziere aus ihrem Offiziersstand ausgestoßen wurden. Konservative Befürworter der Deutschen Reichspartei beriefen sich hingegen darauf, ein betrogener Ehemann erlebe die schlimmste Demütigung.

Das müsse mit dem Leben des Widersachers bezahlt werden. Sie konnten sich mit ihren Argumenten durchsetzen. So fanden diese Duelle noch bis nach dem Ersten Weltkrieg auf deutschem Boden statt.

Fontane stellt mit dem Aufgriff dieser Thematik nicht nur gesellschaftskritische Fragen, sondern greift zudem mit in die Rechtsgeschichte seiner Zeit ein. 

Die Bedeutung von "Effi Briest" im Realismus

Die Bedeutung von "Effi Briest" im Realismus

"Effi Briest" ist ein beispielhaftes Werk für die realistische Epoche, zu der Fontane es schuf.  Diese Epoche unterscheidet sich von der politischen Rebellion aus dem vorangehenden Vormärz. Die Literatur des Realismus zeichnet sich aus durch die Beschreibung von realitätsnahen Situationen und Geschichten.

Der Erzähler bleibt möglichst objektiv und die Realität soll dabei naturgetreu abgebildet werden. Das bedeutet, sie wird nicht auf übertriebene Weise schlimmer oder besser dargestellt, als sie ist.

Dennoch distanziert sich der schriftliche Realismus von der Wirklichkeit durch den Einsatz von humoristischen Elementen und Ironie.

Die Texte handeln von alltäglichen Figuren, so wie sie durchaus im wahren Leben vorkommen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die junge Effi aus einer adeligen Familie, die gegen ihren Willen mit einem älteren Mann verheiratet wird. Parallelen Effis zu Fontanes Inspiration Elisabeth von Ardennen verdeutlichen die Nähe der Geschichte zur Realität. 

Da der Realismus die Realität zugunsten einer Idee abbildet, will Fontane auch zum Denken anregen. Er kritisiert in seinem Gesellschaftsroman bestehende Traditionen und Weltanschauungen seiner Zeit. Indirekt hinterfragt er das Konzept von Zwangsehen, dem Duellunwesen und generell soziale Probleme wie die fehlende Selbstbestimmung der Frau. 

Seit der Veröffentlichung des Romans vor rund 130 Jahren wurden viele dieser Konventionen nach und nach abgeschafft und die soziale Gerechtigkeit verbessert. Trotzdem kann die Kritik vom späten 19. Jahrhundert in manchen Punkten auf die heutige Zeit übertragen werden.

Immer noch kämpfen Frauen sowie andere Minderheiten aus aller Welt gegen Ungerechtigkeit und damit für soziale und rechtliche Gleichstellung. Fontanes Roman beschäftigt sich konkret mit den Problemen der damaligen Verhältnisse. Doch die Botschaft, bestehende Ordnungen zu hinterfragen, bleibt zeitlos. 

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