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Weimarer Republik: 6 Merkmale & 16 Vertreter (+ Zusammenfassung)

Die Weimarer Republik (1918–1933) war Deutschlands erste Demokratie. Wir klären wichtige Begriffe, fassen zusammen wie es zu dieser Revolution kam und verraten dir die Gründe, warum sie gescheitert ist. Außerdem findest du wichtige Merkmale der Literatur dieser Epoche, Vertreter, Werke und eine kurze Zusammenfassung zum Schluss.

Zunächst klären wir einige wichtige Begriffe der Geschichte der Weimarer Republik, wie die "Novemberrevolution", die "Weimarer Verfassung" und die "Parlamentarische Republik". Danach findest du die sechs Gründe für ihr Scheitern und die Rolle der Goldenen Zwanziger Jahre in dieser Epoche. Im Anschluss gehen wir auf die Literatur der Weimarer Republik, ihre Merkmale und Vertreter ein und am Ende findest du eine kurze Zusammenfassung mit allen wichtigen Fakten.

Weimarer Republik: Deutschlands erste Demokratie

Der erste Versuch eine Demokratie einzuführen, scheiterte im Vormärz

In der Epoche des Vormärz gab es bereits einen Versuch, die Demokratie als Staatsform in Deutschland einzuführen. Sie gipfelte in der Märzrevolution (1848), in der die Demokraten allerdings scheiterten. Die Weimarer Republik stellt den zweiten Versuch in der Deutschen Geschichte dar. Hier wurde die Demokratie sogar 14 Jahre lang gelebt bis sie 1933 von der Diktatur verdrängt wurde.

Alles beginnt mit der Novemberrevolution in den Jahren 1918 und 1919. Sie bewirkte zum Ende des Ersten Weltkriegs den Sturz der Monarchie in Deutschland. So wurde aus dem Deutschen Reich eine sogenannte Parlamentarische Republik (damals genannt Deutsche Republik, heute Weimarer Republik). Sie wurde nach dem Ort “Weimar” benannt, in dem die Nationalversammlung die neue Verfassung beschloss. Im Folgenden erfährst du alle wichtigen Begriffe, wie es zur Revolution kam und wie die Republik konzipiert wurde.

Novemberrevolution 1918

Zur Novemberrevolution kam es durch die Kapitulation der Deutschen im Ersten Weltkrieg. Sie baten den Präsidenten der USA um einen Waffenstillstand und mussten deshalb sowohl alle Waffen abgeben als auch dem deutschen Kaiser Wilhelm II. die Macht entziehen. So entstand die sogenannte Parlamentarische Republik.

Den Menschen standen weitreichende Veränderungen bevor, die sowohl Krisen und Armut als auch die aufblühenden Großstädte in den Goldenen 20er Jahren mit sich brachte. Es gab eine neue Verfassung, die am 11. August 1919 bei einer Nationalversammlung in Weimar erlassen wurde und die sogenannten Präsidialkabinette. Mehr dazu findest du in den nächsten Kapiteln.

Weimarer Verfassung

Die Weimarer Verfassung wurde von der “Verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung” beschlossen. Zu diesem Parlament gehörten die Abgeordneten sämtlicher am 19. Januar 1919 vom Volk gewählten Parteien (SPD, Zentrum, DDP, DNVP, USPD, DVP, BBB, DHP, SHBLD, Braunschweigischer Landeswahlverband).

Das Nationaltheater in Weimar, in dem sich die Nationalversammlung zur Ausarbeitung der Weimarer Verfassung traf

Wählen durften alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltag das 20. Lebensjahr vollendet haben. Frauen durften somit zum ersten Mal im gesamten Land wählen. Die Weimarer Verfassung war das Ergebnis dieser Wahlen und der darauf folgenden Tagung in Weimar. Sie wurde am 31. Juli 1919 in Weimar beschlossen, am 11. August unterzeichnet und am 14. August 1919 trat sie offiziell in Kraft.

Der Unterschied zu unserem heutigen Grundgesetz ist, dass zur Zeit der Weimarer Verfassung die Bürgerrechte vom Reichspräsidenten eingeschränkt werden konnten. Außerdem gab es noch kein Bundesverfassungsgericht, das kontrolliert, ob die Regierung und der Präsident rechtens handeln. Wie die aus der Weimarer Verfassung entstandene Parlamentarische Republik funktioniert, erfährst du im nächsten Kapitel.

Parlamentarische Republik

Die durch die Weimarer Verfassung geregelte Parlamentarische Republik erlaubte dem Volk die Mitbestimmung in der Politik. Es konnte von nun an sowohl die Legislative (gesetzgebende Gewalt), also die Abgeordneten des Reichstags, wählen als auch die Exekutive (ausführende Gewalt), also den Reichspräsidenten. Außerdem hatte das Volk Einfluss auf die Judikative (richterliche Gewalt), indem es über Gesetze per Volksentscheid direkt entscheiden durfte.

Der Reichspräsident war das Oberhaupt dieser Regierungsform. Auch wenn die parlamentarische Republik offiziell eine Demokratie war, hatte er noch sehr viel Einfluss. Einmal für sieben Jahre gewählt, konnte er sowohl die Reichskanzler ernennen und entlassen als auch die Partei-Abgeordneten im Reichstag neu wählen lassen. Die Reichskanzler und Minister legen Gesetzesentwürfe vor und sind abhängig vom Parlament.

Auch gegen erlassene Gesetze darf der Reichspräsident Einspruch erheben und einen Volksentscheid zur Verabschiedung oder zum Behalten eines bestimmten Gesetzes veranlassen. Zudem hat er den Oberbefehl über das Militär und ist berechtigt, im Notstand die Bürgerrechte außer Kraft zu setzen.

Die Flagge der Weimarer Republik ist dieselbe Schwarz-Rot-Goldene Flagge wie heute. Es gab sie in dieser farblichen Reihenfolge bereits 1848. Zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs wurde sie durch eine Schwarz-Weiß-Rote Flagge, in der NS-Zeit durch eine rote Flagge mit schwarzem Hakenkreuz ausgetauscht.

6 Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Weimarer Republik in Deutschland gescheitert ist. Sie haben einander bedingt und greifen auch zeitlich ineinander. Wir haben jeden Aspekt kurz für dich erklärt, damit du nachvollziehen kannst, warum die erste Demokratie in Deutschland scheiterte. Außerdem erfährst du, wie es nach und nach dazu kommen konnte, dass sie in eine so gegenteilige politische Regierungsform zur Zeit des Nationalsozialismus mündete.

Der Versailler Vertrag

Der Versailler Vertrag spielte eine Rolle

Der erste Belastungspunkt ist der Versailler Vertrag von 1919. Er ist ein Friedensvertrag, der den ersten Weltkrieg beendete und für Deutschland einige Verluste bedeutete. Es wurde kleiner und verlor wichtige Gebiete, das Militär wurde abgebaut und es hatte keinen guten Ruf aufgrund vieler Kriegsverbrecher und der allgemeinen Meinung, dass Deutschland alleinige Schuld am ersten Weltkrieg gehabt habe.

Aufstände und Putschversuche

Der zweite Grund sind die starken Krisen in den Anfangsjahren der Weimarer Republik. Es gab sowohl Aufstände, als auch politisch motivierte Morde und Putschversuche. Ein Beispiel ist der Kapp-Putsch von 1920 (auch Kapp-Lüttwitz-Putsch). Er wurde von General Walther von Lüttwitz angeführt und entstand aus einer rechtsorientierten Organisation, der “Nationalen Vereinigung”, unter anderem gegründet von Wolfgang Kapp.

Rechtsradikale Propaganda

Der dritte Grund ist die Propaganda der Rechten. Deutschland hat den ersten Weltkrieg verloren, weil das Militär ausgeschöpft war. Die Rechten suchten die Schuld allerdings bei den Sozialisten, Demokraten und den Juden. So entstand die sogenannte Dolchstoßlegende (etwa ab 1918), eine Verschwörungstheorie, die besagt, dass Deutschland von “vaterlandslosen” Zivilisten einen Dolchstoß erhalten habe und so den Krieg verloren habe. Parallel entstand das Trugbild vom Weltjudentum, das ein angebliches Anstreben der Weltherrschaft durch die Juden propagierte.

Extremer politischer Umschwung

Auch der schnelle Wechsel von der Monarchie zur Demokratie kann ein Grund sein, warum die Weimarer Republik durch den Nationalsozialismus abgelöst wurde. Die Menschen waren plötzlich dazu angehalten, sich an der Politik zu beteiligen, aus der sie sonst herausgehalten wurden. Damit waren sie in dieser krisenreichen Zeit sichtlich überfordert, fühlten sich sich selbst überlassen und bevorzugten den leichteren Weg einer direkten Führung.

Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise

Der fünfte Grund ist die Hyperinflation der Mark im Jahr 1923, ausgelöst durch die Finanzierung des ersten Weltkriegs. Zum Vergleich: Von 1914 bis 1919 kostete das Briefporto noch 15 Pfennig, im Jahr 1923 ganze 10 Milliarden Mark. Viele Menschen sind aufgrund des stetig sinkenden Geldwertes verarmt und haben das Vertrauen in die Regierung verloren.

Ein 500 Millionen Mark Schein aus dem Jahr 1923

Als Lösung wurde zum Ende des Jahres die Rentenmark eingeführt, das Briefporto kostete nun 10 Rentenpfennig. Hinzu kam die Weltwirtschaftskrise ab 1929, die es für Deutschland nicht leichter machte, da die Alliierten es nicht mehr mit Zahlungen unterstützen konnte.

Das Präsidialkabinett

1928 bildete sich die sogenannte große Koalition, bestehend aus fünf Parteien: SPD, DDP, DVP, BVP und der deutschen Zentrumspartei. Reichskanzler ist zu dieser Zeit Hermann Müller von der SPD. 1930 können sich die Parteien nicht einigen, wie mit der hohen Arbeitslosigkeit umgegangen werden soll. Das führt zum Rücktritt des Reichskanzlers und dem Scheitern der Koalition. Es entsteht das sogenannte Präsidialkabinett.

Das Präsidialkabinett besteht aus dem Reichskanzler und seinen Ministern. Sie regieren abhängig vom Reichspräsidenten (Paul von Hindenburg) und nicht abhängig von der Mehrheit im Parlament. Der erste Reichskanzler des Präsidialkabinetts ist Heinrich Brüning (1930 bis 1932) von der Zentrumspartei. Die Weimarer Republik ist hiermit eigentlich schon gescheitert, da das Parlament nicht mehr entscheidend einbezogen wird und es somit keine demokratische Mehrheitseinigung mehr geben kann.

Nach Heinrich Brüning wurden noch Franz von Papen (1932) und Kurt von Schleicher (1932/33) eingesetzt, die beide keinen Erfolg verbuchen konnten. Zunächst spielte die SPD noch eine große Rolle im Reichstag und war stets gegen die Präsidialkabinette. Irgendwann wurde aber die NSDAP die stärkste Partei im Reichstag, was die SPD dazu zwang, die Präsidialkabinette zu tolerieren. Im Jahr 1933 ernannte Paul von Hindenburg schließlich Adolf Hitler zum Reichskanzler, dessen Machtgier er und seine Berater unterschätzten.

Die Goldenen Zwanziger Jahre (1923–1929)

Von der politischen Lage abgesehen, gehört zur Epoche der Weimarer Republik auch die kulturelle Blütezeit der Goldenen Zwanziger Jahre. Sie spielen sich zwischen dem Krisenjahr 1923 der Hyperinflation und der Weltwirtschaftskrise von 1929 ab. Als nach dem Ersten Weltkrieg wieder etwas Normalität einkehrte, wollten die Menschen das Leben genießen. Es gab einen Wirtschaftsaufschwung ab 1924, der die Mentalität der Kriegsbedrohung und die daraus resultierende Sparsamkeit hin zum Genuss des Konsums wandelte.

Die Goldenen 20er Jahre

Mit einer Finanzspritze der USA wurde die Wirtschaft immer weiter angekurbelt und technisch aufgefahren. Das Volkseinkommen stieg an und somit auch die Nachfrage. Das Lebensgefühl der Menschen bewegte sich Richtung Zukunft, das Leben wurde schneller, immer mehr Menschen zogen in die Städte; Kultur, Freizeit und Spaß stehen im Vordergrund. Es wird viel getanzt, gefeiert und auf Bühnen für Unterhaltung gesorgt.

Durch die Verstädterung gerät die Landwirtschaft allerdings in eine Krise. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, da die großen Konzerne in Maschinen statt in Mitarbeiter investieren. Es gibt viele junge Arbeitslose, die frustriert sind und unter anderem im Kommunismus und Nationalsozialismus Zuflucht suchen. Somit sind die glorreichen Zwanziger eher eine äußerliche Erscheinung, deren Lebensgefühl nicht alle Gesellschaftsgruppen betrifft und die, so schnell sie gekommen sind, durch die Weltwirtschaftskrise auch wieder verschwanden.

Literatur der Weimarer Republik

In die Zeit der Weimarer Republik von 1918 bis 1933 fallen gleich mehrere Epochen. Die literarische Hauptepoche ist die Neue Sachlichkeit. Sie lässt sich weit gefasst mit der Weimarer Republik zeitlich gleichsetzen, eng gefasst fällt sie zwischen 1925 und 1933. Doch auch der Expressionismus (1905–1925) und die Avantgarde (1915–1925) mit ihren Unterepochen fallen in diese Zeit. Zur Avantgarde gehören die Unterepochen Dadaismus, Surrealismus und Futurismus.

Manche Autoren dieser Zeit setzten neue Trends und sprengten alte Literaturformen, andere besannen sich auf die Sachlichkeit, die es bereits im Realismus und Naturalismus gegeben hatte. Aus diesen Tendenzen entstanden teilweise zeitgleich die Literaturepochen “Expressionismus” und “Neue Sachlichkeit”. Zu den Vertretern der modernen Richtung gehören unter anderem Franz Kafka, Ernst Toller und Bertolt Brecht. Andere Autoren wie der Journalist Joseph Roth blieben den konservativen Richtlinien treu. Wir haben die beiden Epochen für dich kurz erklärt.

Expressionismus und Neue Sachlichkeit

Der Expressionismus ist eine Epoche des Ausdrucks und der Individualität. Er will alte künstlerische Formen und Traditionen sprengen und etwas Neues schaffen. In der Literatur wird viel herumexperimentiert, typische Stilmittel sind der Neologismus, die Hyperbel und die Metapher. Typische Vertreter sind Franz Kafka oder Robert Musil. Hier erfährst du alles zum Expressionismus. 

Die Neue Sachlichkeit war geprägt durch einen objektiven Blick und schlichte Sprache. Außerdem integriert sie Alltagssprache in die Literatur. Sie soll für alle Gesellschaftsschichten zugänglich sein und gebraucht werden können, deshalb wird sie auch “Gebrauchsliteratur” genannt. Thematisch widmet sich die Neue Sachlichkeit vor allem Einzelschicksalen, bevorzugt aus der Mittelschicht. Hier erfährst du alles über die Neue Sachlichkeit.

6 Merkmale der Literatur

Merkmale der Literatur der Weimarer Republik

Auch wenn die Neue Sachlichkeit zeitlich exakt mit der Weimarer Republik übereinstimmt, dürfen die expressionistischen Tendenzen dieser Zeit nicht vergessen werden. Sie repräsentieren zwei völlig unterschiedliche Arten der Literatur: Die eine soll von allen Menschen gebraucht werden können und äußert sich durch Sachlichkeit, die andere soll dem Künstler Freiheit und Selbstverwirklichung verschaffen und den Menschen zeigen, dass es Zeit für eine neue Ära ist. Wir haben die wichtigsten Merkmale der Literatur für dich zusammengestellt, damit du einen guten Überblick bekommst. Zu allen weiteren Literaturepochen findest du hier eine Übersicht. 

1. Zeitraum:

  • Expressionismus: 1905 bis 1925
  • Neue Sachlichkeit: 1918 bis 1933

2. Sprache:

  • bunte, individuelle, übertriebene und neuartige Sprache im Expressionismus
  • sachliche, objektive, alltägliche und nüchterne Sprache in der Neuen Sachlichkeit

3. Unterepochen:

  • Avantgarde (1915–1925)
  • Dadaismus (1916–1922)
  • Symbolismus (1860–1925)
  • Surrealismus (1920–1933)
  • Futurismus (1910–1925)

4. Gesellschaft:

  • Film und Hörfunk beeinflussten die Literatur
  • Das Elend des Ersten Weltkriegs ist stark im Bewusstsein der Menschen (Neue Sachlichkeit)
  • Die Weltwirtschaftskrise und Inflation sorgt für finanzielle Unsicherheit und Vertrauensverlust in den Staat

5. Themen und Motive:

  • Gesellschaftskritik
  • Erster Weltkrieg
  • politische Themen
  • Alltagskultur
  • Verhältnis von Individuum und Masse
  • Großstadt (Expressionismus)
  • Traum, Rausch, Chaos (Expressionismus)
  • Tod, das Hässliche und Groteske (Expressionismus)
  • Demokratie (Neue Sachlichkeit)
  • Einzelschicksale der Mittelschicht (Neue Sachlichkeit)

6. Gattungen:

  • Romane (Antikriegsromane, Zeitromane, Bildungsromane, Collage- und Montageromane)
  • Dramen (episches Theater, politische Dramen, die sonst unbeleuchtete Charaktere in den Vordergrund rückten)
  • Gedichte (Gebrauchslyrik, Klagegedichte)
  • Novellen
  • Reportageliteratur (im Stil des Journalismus geschriebene Texte der Neuen Sachlichkeit)

16 Vertreter und Werke der Literatur

Hermann Hesse war ein wichtiger Vertreter dieser Epoche

Im Folgenden findest du einen Überblick der wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Weimarer Republik. Die Meisten sind heute noch sehr bekannt und werden dir im Deutschunterricht oder dem -studium sicherlich immer wieder begegnen. Wir haben jeweils ein Werk beispielhaft hinzugefügt, das in der Weimarer Republik entstanden ist. Außerdem haben wir ergänzt, um welche Gattung es sich handelt und den Inhalt kurz zusammengefasst.

Robert Musil (1880–1942)

  • Der Mann ohne Eigenschaften (1930), Romantrilogie über die Sinnsuche eines jungen Intellektuellen

Rainer Maria Rilke (1875–1926)

  • Duineser Elegien (1912–22), zehn Elegien über die Darstellung des Glücks und der Liebe, aber auch der Klage über menschliche Probleme

Gottfried Benn (1886–1956)

  • Das Unaufhörliche (1931), Oratorium in drei Teilen unter Mitwirkung von Paul Hindemith (Musik) über die Endlosigkeit als schicksalhaftes und universelles Prinzip

Lion Feuchtwanger (1884–1958)

  • Jud Süß (1925), Roman basierend auf dem Leben des historischen Hofjuden Joseph Süß Oppenheimer (1698–1738) aus Württemberg

Bertolt Brecht (1898–1956)

  • Die Dreigroschenoper (1928), Theaterstück über den Konkurrenzkampf zweier Männer im Londoner Untergrund

Joseph Roth (1894–1939)

  • Die Rebellion (1924), Roman über den Kriegsinvaliden Andreas Pum, der von Fahrgästen einer Straßenbahn für das Elend der Nachkriegszeit verantwortlich gemacht wird

Erich Maria Remarque (1898–1970)

  • Im Westen nichts Neues (1929), Roman über den Schrecken des Ersten Weltkriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten

Carl Zuckmayer (1896–1977)

  • Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen in drei Akten. (1931), Drama über die Köpenickiade (Hochstapelei) des historischen Friedrich Wilhelm Voigt (1849–1922).

Hans Fallada (1893–1947)

  • Kleiner Mann – was nun? (1932), Roman über das Leben des fiktiven Charakters Johannes Pinneberg, der seine Anstellung verliert und sich unbedeutend fühlt

Franz Kafka (1883–1924)

Auch Franz Kafka war ein wichtiger Vertreter der Weimarer Republik

  • Ein Hungerkünstler (1922/24), Erzählung von 1922 und Titel des Sammelbands mit drei weiteren Prosatexten von 1924: Erstes Leid, Eine kleine Frau und Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse.

Hermann Hesse (1877–1962)

  • Der Steppenwolf (1927), Roman über den fiktiven Charakter Harry Haller, dessen sozialkritische, einsame Seite und seine bürgerliche, angepasste Seite in Kontrast zueinander stehen und seine künstlerische Entwicklung blockieren.

Thomas Mann (1875–1955)

  • Der Zauberberg (1924), Bildungsroman über den siebenjährigen Aufenthalt des fiktiven Charakters Hans Castorp in einem Sanatorium.

Heinrich Mann (1871–1950)

  • Der Untertan (1918), Roman über die Lebensgeschichte eines fiktiven Opportunisten um die Jahrhundertwende (1900)

Karl Kraus (1874–1936)

  • Die letzten Tage der Menschheit (1915–22), Tragödie in fünf Akten über die Unmenschlichkeit des Krieges

Hermann Broch (1886–1951)

  • Die Schlafwandler (1930/32), Romantrilogie über den Zerfall gesellschaftlicher Werte

Ernst Toller (1893–1939)

  • Masse Mensch (1921), expressionistisches Drama über die Ideen des Pazifismus und der Gewaltlosigkeit

Weimarer Republik Zusammenfassung

Als Weimarer Republik wird die Zeit von 1918/19 bis 1933 bezeichnet. Sie lässt sich in vier Abschnitte einteilen:

1. Die Novemberrevolution (1918) und Gründung der Republik mit der neuen Verfassung des Deutschen Reiches (August 1919).
2. Die Krisenjahre des Anfangs durch die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs (1920 bis 1923), dann 3. Die Stabilisierung und die Goldenen Zwanziger Jahre (1924 bis 1929) und
4. Die anschließende Weltwirtschaftskrise und Auflösung der Demokratie (1929 bis 1933).

Insbesondere die Unzufriedenheit der Menschen, die negative Stellung Deutschlands in der Weltpolitik, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die rechte Propaganda und das fehlende Vertrauen in die Demokratie brachte die Weimarer Republik nach 14 Jahren zum Scheitern. Sie wurde vom Nationalsozialismus abgelöst.

Zur Literatur der Weimarer Republik gehören sowohl Werke des Expressionismus (1905–1925) als auch der Neuen Sachlichkeit (1918–1933). Die beiden Strömungen unterscheiden sich stark und prägen die Literatur dieser Zeit sowohl durch Ausdrucksstärke, Subjektivität und Freigeistigkeit (Expressionismus) als auch durch Objektivität, Sachlichkeit und Nutzbarkeit (Neue Sachlichkeit).

Beide Strömungen übten Sozialkritik an den gegenwärtigen Zuständen der Gesellschaft. Ein markanter Unterschied ist jedoch, dass sich im Expressionismus noch Vertreter fanden, die den Ersten Weltkrieg freudig erwarteten, um mit einem Knall für eine neue Gesellschaft zu sorgen. Die Neue Sachlichkeit hingegen hat den Krieg bereits erlebt und ist ernüchtert und traumatisiert.

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