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Stellungnahme schreiben: In 4 Schritten zum perfekten Text

Die Stellungnahme ist ein Text, in dem du zu einem bestimmten Thema Position beziehen musst und deine Meinung mit unterschiedlichen Argumenten untermauerst. Da eine Stellungnahme nicht nur in der Oberstufe, sondern auch in vielen späteren Lebenssituationen wie bei einem Autounfall, im Job oder etwa in einem Rechtsstreit von dir geschrieben werden muss, hier einige Tipps, wie du am besten Stellung beziehst.

Stellungnahme schreiben – auch bei Unfällen

Beim Schreiben einer Stellungnahme geht es vor allem darum, dass du eine andere Partei zum einen über deinen Standpunkt oder deine Position zu einem bestimmten Thema informierst. Zum anderen ist es aber auch das Ziel, dein Gegenüber von deinem Standpunkt zu überzeugen. Es kommt also darauf an, dass du möglichst klar und logisch argumentierst und deinem Gegenüber beziehungsweise dem Leser verdeutlichst, warum deine Meinung die Bessere ist. Die Stellungnahme kann darüber hinaus in mehreren Formen, wie zum Beispiel des Leserbriefs, des Kommentars, einer Beschwerde oder einer Bitte geschrieben sein sein.

Aufbau einer Stellungnahme

Vor dem Schreiben solltest du dir als erstes klar machen, in welchem Kontext deine Stellungnahme erscheinen soll und welchen Adressaten du hast. Soll dies an eine Person gehen oder sind gleich mehrerer Parteien  involviert? Sprich liest zum Beispiel ein Sachverständiger oder Anwalt deine Stellungnahme oder ist die Stellungnahme für eine große Leserschaft von Bedeutung, wie bei einem Leserbrief zu einem Artikel?

Beim zweiten Schritt der Vorbereitung geht es vor allem darum, dass du dir deinen Standpunkt klarmachst. Denke gut nach und entwickele deine Meinung in Form einer These, die du vertreten möchtest und auch kannst.

Danach solltest du dir eine Stoffsammlung anfertigen und Ideen sammeln. Bei einem Text wie einem Zeitungsartikel solltest du diesen Text gut lesen. Auch bei anderen Themen ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig. An dieser Stelle könntest du zum Beispiel schon erste Gedanken zu deine Argumenten sammeln, die du dann später im Hauptteil der Stellungnahme genau ausarbeitest und nach Stärke und Logik aufeinander aufbaust. Als Richtwert gilt, dass du mindestens drei Argumente für dich festgelegt haben solltest, auf die du Bezug nimmst.

Checkliste:

  • Habe ich den Text häufig genug gelesen und durchdrungen?
  • Ist mir meine Hauptthese klar?
  • Habe ich mindesten drei Argumente gesammelt?
  • Habe ich den Text strukturiert und dazu Notizen gemacht?

Einleitung der Stellungnahme schreiben

Im Einleitungsteil der Stellungnahme passiert das, was in den meisten formellen und informellen Texten passiert. Mit einem Einleitungssatz beschreibst du erstmal dein Anliegen. Der Einleitungssatz beantwortet in der Regel die klassischen W-Fragen. Wer hat den Text geschrieben? Wann wurde der Text verfasst? Was genau ist das Thema des Textes? Wo wurde der Artikel veröffentlicht? Wie lautet der Titel des Textes? Was für eine Textart liegt vor? Darüberhinaus gehst du zu Beginn des Textes noch drauf ein, dass du zu einem bestimmten Textteil oder Sachverhalt Stellung beziehen möchtest und reißt in Umrissen deine Argumentationsstruktur und deine Meinung zur These schon an. Kurz gesagt, du gehst darauf ein, wer zu welchem Thema und warum Stellung bezieht. Im nächsten Schritt verdeutlichst du deine These, die du im folgenden Hauptteil mit Argumenten vertreten wirst.

Checkliste:

  • Habe ich alle Fragen beantwortet?
  • Bin ich schon auf meine These eingegangen?
  • Habe ich deutlich gemacht, wozu ich Stellung beziehe?
  • Habe Ichmeine These klar herausgearbeitet.

Hauptteil der Stellungnahme schreiben

Der Hauptteil ist das Herzstück deiner Stellungnahme. Hier schreibst du im Einzelnen deine Argumente  und vertrittst so deine These. Achte beim Schreiben darauf, dass du mit dem schwächsten Argument einsteigst und dich dann aufsteigend zum stärksten Argument durcharbeitest. Für die Länge eines Textes gilt als Richtwert, dass drei Argumente  in der Regel eine gute Menge darstellen. Klar kannst du auch mehr oder weniger schreiben, allerdings besteht dann die Gefahr, dass deine Argumentation entweder zu dünn oder gering erscheint oder aber, dass du den Leser mit deine Meinung erdrückst. Drei klar gegliederte und verständliche Argumente sind im Normalfall ausreichend. Um die Argumente zu ordnen und besser zu durchschauen hier nun eine Übersicht über verschieden Arten von Argumenten.

Fakten-Argument

Wie der Name schon sagt, führst du hier zur Untermauerung deines Arguments unumstößliche Fakten an. Diese Form des Arguments ist eine besonders starke Art deine Meinung zu vertreten und könnte in der Stellungnahme am Ende stehen. Das Faktenargument ist deswegen so stark, weil es nicht zu widerlegen ist, da eine unwiderlegbare Tatsache als Stütze des Arguments abgeführt wird.

Beispiel: Man benötigt mehr Energie, um den Eifelturm zu besteigen als auf den den Kölner Dom zu steigen, weil der Eifelturm fast doppelt so hoch ist.

Autoritäres Argument

Das autoritäre Argument ist nicht so stark wie das Faktenargument, aber kann dennoch ein sehr Überzeugendes sein. Hier kannst du den Trick anwenden, dein Argument mit der Aussage einer bestimmten anerkannten Autorität zu stützen. Je anerkannter oder renommierte die Referenz ist, desto stärker erscheint das Argument. Allerdings solltest du dabei darauf achten, dass die von dir herangezogene Autorität auch von den Rezipienten deiner Stellungnahme als Autorität anerkannt wird.

Beispiel: Laut der Verbraucherzentrale sind bestimmte Handwerksbetrieb nicht zu empfehlen.

Indirektes Argument

Das indirekte Argument kann ein sehr geschickter Kniff von dir sein, ein Argument der Gegenseite auszuhebeln. Denn genau das tust du hier. Du greifst einen Teil des Argumentes oder des Textes auf und entkräftest ihn mit deinem eigenen Argument. Dadurch kann dein Argument eine relativ große Kraft besitzen.

Beispiel: Viele Pädagogen behaupten, dass Comics die Fähigkeit zerstören einen Text  zu lesen. Fakt ist aber, dass laut vielen Wissenschaftlern Comics häufig das Lernen erleichtern.

Normatives Argument

Dieses Argument gehört auch zu einer relativ starken Sorte, da du hier auf normative Vorstellungen als Stütze für deine Argumentation zurückgreifst. Auch hier gilt, ähnlich wie bei dem autoritären Argument, dass die Schlagkraft bei solch einem Argument auch davon abhängt, dass von den Rezipienten die angeführte Norm auch als solche anerkannt wird.

Beispiel: Das Respektieren der Pressefreiheit gehört zu den Grundwerten einer freien und aufgeklärten Gesellschaft.

Plausibilitätsargument

Diese Form des Arguments ist ebenfalls relativ stark, basiert aber nicht auf Fakten, weswegen du hier aufpassen musst, wie du es formulierst. Der Grundgedanke ist, dass du dein Argument mit einer Erklärung untermauerst, die für das Gegenüber beziehungsweise die Leser der Stellungnahme plausible und logisch erscheint.

Beispiel: Ich beginne meinen Arbeitstag immer mit den anspruchsvollen Aufgaben, da ich morgens noch wesentlich fitter und leistungsfähiger bin als nach fünf Stunden Arbeit.

Die verschiedenen Arten von Argumenten geben dir einen Überblick, wie du Argumente aufbauen und sie vor allem nach Stärke sortieren kannst. Am Ende sollte natürlich immer, wenn möglich, ein Fakten-Argument stehen. Am besten ist es auch, wenn du fast nur Fakten-Argumente sammelst.

Checkliste:

  • Habe ich die Argumente ausreichend untermauert und gestützt?
  • Habe ich die Argumente nach Stärke und logisch aufeinander aufgebaut?
  • Habe ich mir das stärkste Argument für den Schluss aufgehoben?
  • Ist mein stärkstes Argument ein Fakten-Argument?

Schlussteil der Stellungnahme schreiben

Am Ende des Textes wird die ganze Stellungnahme nochmal kurz zusammengefasst. Du gehst also nochmal auf die anfängliche These ein und reißt nochmal das ein oder andere Argument an. Zu guter Letzt schreibst du nun Vorschläge, wie eine Lösung eines Problems aussehen könnte oder wie du die Sache anders angehen würdest.

Checkliste:

  • Habe ich die Stellungnahme kurz zusammengefasst?
  • Habe ich nochmal ein oder zwei Argumente aufgegriffen?
  • Habe ich eine gute Lösung des Problems beschrieben?
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