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Internetquellen zitieren: 6 Tipps & 4 Beispiele fürs perfekte Literaturverzeichnis

Das Zitieren von Internetquellen bereitet vielen Schülern und Studenten Sorgen. Es wirft immer wieder Fragen auf und ist nach wie vor nicht eindeutig geregelt. Wir verraten dir, welche Fehler du vermeiden solltest, welche Möglichkeiten du hast und wie du endlich Struktur in deine Quellenangaben im Literaturverzeichnis bekommst.


Internetquellen zitieren im Literaturverzeichnis – eine Herausforderung

Internetquellen zitieren – eine Herausforderung

Immer wieder beschäftigen sich Verfasser von wissenschaftlichen Arbeiten mit demselben Problem: dem Zitieren von Internetquellen. Auch routinierte Schreiber wie Studenten sind oft unsicher und wählen eine provisorische Variante zum Zitieren aus. Viele Universitäten sind diesbezüglich nicht auf dem neusten Stand und vermitteln nur bruchstückhaft, wie Studenten mit Internetquellen umgehen sollten.

Insbesondere ältere Universitäten nennen in ihren Leitfäden lediglich Online-Magazine oder eBooks und vergessen reguläre Internetquellen ohne Verfasser, wie zum Beispiel das Duden-Online-Wörterbuch, persönliche Websites oder teilweise bereits akzeptierte Quellen wie Wikipedia. Immer wieder recherchieren Studenten, um doch noch irgendwie einen Verfasser, ein Verfassungsdatum oder einen -ort herauszufinden, leider oft erfolglos.

Wen betrifft das Internetquellen zitieren?

Am häufigsten betroffen sind Studenten, die während ihres Studiums Hausarbeiten schreiben müssen, um ein Modul abzuschließen. Dazu gehören natürlich auch Absolventen, die ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation schreiben. Etwas seltener betroffen sind Schüler. Sie haben lediglich bei ihrer Facharbeit zu befürchten, dass sie auf unumgängliche Internetquellen stoßen werden.

Welche Studiengänge sind betroffen?

In älteren Studiengängen wie Germanistik, Geschichte, Mathematik, Philosophie und Co. stehen Dozenten Internetquellen häufig noch skeptisch gegenüber. Am liebsten sollen sie ganz vermieden werden oder werden nur mit exakten Angaben toleriert. Je nach Thema ist dies allerdings nicht möglich. Auch alte Studiengänge sind medienübergreifend und die Forschung verlangt es, sich auch mit modernen Themen auseinanderzusetzen. Früher oder später ist es notwendig, aktuelle Quellen auch aus aktuellen Medien zu beziehen. So ist es in der Medienwissenschaft, in der Informatik oder in der Soziologie oft Voraussetzung, Internetquellen zitieren zu müssen.

Welche Internetquellen sind zum Zitieren geeignet?

Das Kernproblem bei der Auswahl von Internetquellen ist häufig, dass nur schwer eingeschätzt werden kann, welche Quellen seriös sind und welche nicht. Die Schwierigkeit besteht darin, dass hier oft Verfasser und Korrektor anderer Meinung sein können. Hinzu kommt, dass jeder Korrektor unterschiedlich streng ist. Manche Dozenten oder Lehrer akzeptieren beispielsweise Wikipedia, wenn die Quellen nachvollziehbar sind, wohingegen andere dies als absolutes No-Go betrachten.

Prinzipiell geeignet sind Angaben, deren Verfasser und Verfassungsdatum greifbar sind. PDF-Dateien, Online-Magazine und eBooks gehören ebenfalls dazu. Kritischer wird es, wenn es um Websites von Autoren mit biographischen Angaben oder Interviews geht. Im Folgenden geben wir dir Tipps, damit du endlich ein einheitliches System zum zitieren von Internetquellen verwenden kannst.

Diese Zitierweisen gibt es

Mittlerweile gibt es Richtlinien zum Internetquellen zitieren in den Zitierweisen Harvard und APA. Doch für die weitaus gängigere, deutsche Zitierweise gibt es nur grobe Richtlinien. Wir zeigen dir die drei Möglichkeiten in ihrer Grundstruktur, damit du dich orientieren kannst.

Das Harvard-Format

Die amerikanische Zitierweise wird auch Harvard-Format genannt und ist gängig in Studiengängen, die sich mit Anglistik beschäftigen oder im sprachwissenschaftlichen Bereich (Linguistik). Das Harvard-System scheint auf den ersten Blick unkomplizierter, doch es beeinträchtigt auch ein wenig den Lesefluss. Sowohl das deutsche als auch das amerikanische System hat seine Vorteile. Halte dich daran, was deine Schule oder Hochschule beziehungsweise dein Lehrer oder Dozent angeben.

Angabe im Literaturverzeichnis:

Nachname, Vorname (oder Institution) (Erscheinungsjahr): Titel, [online] URL [Tag.Monat.Jahr].

Angabe im Text:

Dies ist ein Beispieltext (vgl. Nachname, Jahr).

Das APA-Format

Die Abkürzung APA bedeutet eigentlich „Publication Manual of the American Psychological Association“ und ist ein Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten. Er wurde ursprünglich für den Fachbereich Psychologie entwickelt, ist aber mittlerweile auch in andere Fachbereiche übergetreten. Die APA-Zitierweise ist in erster Linie im naturwissenschaftlichen Bereich üblich, doch auch manche Geisteswissenschaften folgen diesem Stil.

Angabe im Literaturverzeichnis:

Nachname, Vornamen-Initialen. (Jahr, Tag Monat). Titel [Art der Quelle]. Abgerufen von URL

Angabe im Text:

Dies ist ein Beispieltext (Nachname, Jahr).

Die deutsche Zitierweise

Der Vorteil des deutschen Zitiersystems ist, dass der Lesefluss nicht ständig unterbrochen wird und auch kleine Anmerkungen in die Fußnoten geschrieben werden können. Einmal erlernt, ist es nicht schwierig dieses System immer wieder anzuwenden. Mehr zu der deutschen Zitierweise findest du hier.

Angabe im Literaturverzeichnis:

Nachname, Vorname (oder Institution): Titel. In: Domain. (Tag.Monat.Jahr). URL: URL [abgerufen am: Tag.Monat.Jahr].

Angabe im Text:

Die Angabe im Text erfolgt hier mit einer Fußnote. Für die Internetquelle sollte ab der zweiten Angabe ein einheitliches Kürzel verwendet werden. Wenn es einen Verfasser und Titel gibt, sollte wie bei gedruckter Literatur verfahren werden, jedoch mit einem Hinweis, dass diese Angabe sich im Literaturverzeichnis unter den Internetquellen befindet. Hierzu eignet sich ein ‘[online]’ hinter dem Kürzel oder ein ‘(In: website.de)’.

Internetquellen zitieren: 6 Tipps für www-Zitate

Internetquellen zitieren: 6 Tipps für www-Zitate

Im Folgenden findest du wichtige Tipps, die dir beim Internetquellen zitieren helfen können. Da es für die deutsche Zitierweise noch kein einheitliches System gibt, nach dem man seine Internetquellen ohne Verfasser, Ort und Zeit benennen kann, haben wir einige Beispiele für dich. Wenn du sehr unsicher bist, solltest du deinem Dozenten eine deiner Online-Quellenangaben schicken und nachfragen, ob es so in Ordnung ist oder anders gewünscht wird.

Achte auf die Genauigkeit deiner Angaben

Bedenke, dass Internetquellen sehr gut zu überprüfen sind. Du solltest bei ihnen also besonders gut darauf achten, alles kenntlich zu machen, das du direkt oder indirekt zitiert hast. Im Literaturverzeichnis sollte bei deiner Internetquelle immer das Datum des letzten Abrufs stehen. Die Schnellebigkeit von Websites hat oft zur Folge, dass sich ihre Inhalte verändern und deine Quelle somit nicht mehr abrufbar sein könnte. Mit der Angabe des letzten Abrufdatums versicherst du, dass die Quelle zu diesem Zeitpunkt noch deinen Angaben entsprach. Somit kann dich anschließend niemand mehr kritisieren, wenn sich die Quelle aktualisiert oder verändert hat.

Internetquellen sollten im Literaturverzeichnis immer in einem eigenen Unterkapitel zu finden sein und gehören nicht in die reguläre Primär- oder Sekundärliteratur.

Nutze diese Abkürzungen, wenn Angaben fehlen

Es gibt einige Standards, die du angeben kannst, wenn dir bestimmte Quellenangaben fehlen. Sie sind wichtig, wenn du deine zitierten Internetquellen später im Literaturverzeichnis angeben willst. Wenn du nicht weißt, an welchem Ort deine Quelle verfasst wurde, kannst du o.O. (ohne Ortsangabe), o.J. (ohne Jahresangabe), o.D. (ohne Datum) und o.V. (ohne Verfasser) angeben.

Frage deinen Dozenten

Wenn du dir beim Internetquellen zitieren unsicher bist, solltest du zur Sicherheit deinen Dozenten fragen. Schicke ihm eine E-Mail, in der du Fragen zu den genauen Quellen stellst und die URL hinzufügst, damit er sie genau nachvollziehen kann oder frage ihn bereits in der Sprechstunde für deine Arbeit, wie er zu Quellen wie beispielsweise Wikipedia steht.

Link entfernen oder nicht?

Es kommt ganz darauf an. Wenn du lediglich eine gedruckte Arbeit abgeben musst, sollte der Hyperlink auf jeden Fall entfernt werden. Das geht ganz schnell mit einem Rechtsklick auf die URL und einem anschließenden Linksklick auf “Hyperlink entfernen”. Wenn du den Link vor dem Drucken nicht entfernst, bleibt die URL blau gefärbt und unterstrichen und erfüllt in dieser Version keinen Zweck.

Wenn du deine wissenschaftliche Arbeit allerdings auch online als PDF oder Word-Datei schicken sollst, lohnt es sich für deinen Korrektor ausgesprochen, wenn du den Link deiner URL nicht entfernst. So kann er nämlich durch einen einfachen Linksklick auf deine Quelle zugreifen und muss sich nicht die Mühe machen die URL zu kopieren und im Browserfenster wieder einzufügen.

Auf Nummer Sicher: Veranschauliche und mache Screenshots

Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Internetquelle seriös ist oder nicht, verwende sie lieber zur Veranschaulichung anstatt als Beweis. Es ist ohnehin schwierig, mit Internetquellen einen feste Beweis liefern zu wollen, da es immer sein kann, dass sie die Beweise verändern.

Wenn du lediglich etwas veranschaulichen möchtest, kannst du Online-Quellen leichter heranziehen, da sie nicht die Grundlage deiner wissenschaftlichen Arbeit sind. Wenn du allerdings einen Beweis liefern willst, der für deine Arbeit essentiell ist, solltest du Screenshots machen. So kannst du eine Art Zeitkapsel schaffen und die Internetseite, wie du sie vorgefunden hast, als Bild konservieren.

Gedruckte Fachliteratur sollte immer vorgezogen werden

Gedruckte Fachliteratur sollte immer vorgezogen werden

Internetquellen sind bei Studenten so beliebt, weil sie sehr schnell abrufbar sind und sich zum Beispiel mit der Suchfunktion am PC Schlagwörter blitzschnell finden lassen. Viele geeignete Informationen finden sich sowohl gedruckt als auch online. Hierbei bevorzugen Studenten oft die Online-Variante, um nicht noch mehr Bücher von der Bibliothek nach Hause tragen zu müssen. Doch wie du sicherlich schon bemerkt hast, ist es sehr zeitintensiv und nervenaufreibend, sich an Internetquellen zu bedienen. Ziehe deshalb immer die gedruckte Variante vor. Das Internetquellen zitieren sollte ohnehin eher die Ausnahme als die Regel sein.

Extra Tipp: Fachliteratur, die du online finden kannst (z.B. bei Google Books) ist oft einfach eingescannt und unterscheidet sich nicht von der gedruckten Version. Wenn du dir sicher bist, dass dies der Fall ist, kannst du dir den Gang zur Bibliothek sparen und trotzdem alle Angaben wie üblich verwenden und in deinem Literaturverzeichnis auflisten.

Beispiele: So kannst du Internetquellen ohne Verfasser, Ort und Zeit angeben

kannst du Internetquellen ohne Verfasser, Ort und Zeit angeben

Es gibt leider für die deutsche Zitierweise noch kein offizielles System, nach dem man reguläre Internetquellen ohne Verfasser, Ort und Zeit zitieren und abkürzen kann. Oft werden nämlich genau diese Angaben, auf die Studenten immer wieder stoßen, in den Leitfäden der Hochschulen vergessen. Zu ihnen gehören auch seriöse Quellen wie Universitäts-Websites, duden.de oder wichtige Institutionen. Aus diesem Grund sind auch unsere Beispiele nicht ganz einheitlich, um dir zu zeigen, welche Möglichkeiten du hast.

Bis es ein offizielles System für Websites dieser Art gibt, sind Studierende gezwungen, sich die Informationen anderweitig zu beschaffen oder die vorgefundene Quelle ohne Verfasser, Ort und Datum zu zitieren. Das Wichtigste ist, dass der Leser deine Quellenangabe aus den Fußnoten später im Literaturverzeichnis wiederfindet. Im folgenden findest du ein paar Beispiele zur Veranschaulichung und Inspiration.

Institute: Verwende Unterwebsites als Titel

Eine Art der Benennung deiner Internetquelle ist, wenn du deine Klickvorgänge oder Unterwebsites als Titel verwendest. Wenn du zum Beispiel von der Website des Goethe Instituts Informationen beziehst, indem du zum Beispiel über die Registerkarte “Über uns” auf die Rubrik “Förderer” gelangst, kannst du die Quelle wie im folgenden Beispiel angeben. Da kein exaktes Datum der Angaben vorzufinden ist, wird lediglich die Jahreszahl angegeben, da die Website in diesem Jahr noch aktualisiert wurde. Diese Angabe findest du meist ganz unten am Ende der Website, in diesem Fall mit “© 2018 Goethe-Institut” gekennzeichnet.

Im Literaturverzeichnis:

Goethe Institut: Über uns. Förderer. In: goethe.de (2018). URL: https://www.goethe.de/de/uun/foe.html (zuletzt abgerufen am: 10.10.2018).

In der Fußnote:

Goethe Institut: Über uns. Förderer.

Zeitschriftenartikel ohne Verfasser

Auch bekannte Magazine wie Spiegel Online geben nicht bei jedem Artikel, den sie veröffentlichen einen Verfasser an. Was allerdings in der Regel gegeben ist, ist ein Datum und ein Titel. Eine mögliche Zitierweise für Literaturverzeichnis und Fußnote ist diese:

Im Literaturverzeichnis:

Spiegel Online (Hrsg.): Märchen-Umfrage. Schneewittchen schlägt Rotkäppchen. In: spiegel.de (27.11.2007). URL: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/maerchen-umfrage-schneewittchen-schlaegt-rotkaeppchen-a-519966.html (abgerufen am: 19.07.2018).

In der Fußnote:

Spiegel Online (Hrsg.): Märchen-Umfrage. Schneewittchen schlägt Rotkäppchen.

Persönliche Websites

Bei persönlichen Websites fehlt meist die explizite Nennung des Verfassers und es ist unklar, ob der Betreiber der Website alles selbst geschrieben hat. Bei verstorbenen Autoren ist dies noch schwieriger zu handhaben. Dennoch kommt es gerade bei der Recherche zu aktuellen Autoren in wissenschaftlichen Arbeiten oft dazu, dass Angaben zu Veröffentlichungen oder der Biographie vonnöten sind. Hier ein Beispiel für einen solchen Fall:

Im Literaturverzeichnis:

Website von Johannes Haupt: Über mich. In: haupt.it (2018). URL: http://www.haupt.it/about/ [abgerufen am: 10.10.2018]

In der Fußnote:

Website von Johannes Haupt: Über mich.

Online-Lexika und -Wörterbücher

Die folgende Zitierweise ist eine Mischung aus den üblichen Lexikon-Einträgen im Literaturverzeichnis für gedruckte Sekundärliteratur und der für Internetquellen.

Im Literaturverzeichnis:

Duden-Online-Wörterbuch: „schreiben“. In: duden.de (2018). URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/schreiben [Datum des letzten Zugriffs: 10.10.2018].

oder

Duden.de: „schreiben“. (2018). URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/schreiben [Datum des letzten Zugriffs: 10.10.2018].

In der Fußnote:

Duden-Online-Wörterbuch: „schreiben“.

oder

Duden.de: „schreiben“.

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