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Kasus: 4 Fälle der deutschen Grammatik + 3 Übungen

Als Kasus bezeichnen wir die vier Fälle im Deutschen. Es handelt sich also um eine grammatikalische Kategorie. In diesem Artikel erfährst du, wie du den Kasus bestimmst. Außerdem haben wir dir verschiedene Übungen zur Vertiefung zusammengestellt.

Die Hauptaufgabe der vier Fälle liegt darin, die Beziehungen innerhalb eines Satzes deutlich zu machen. Damit das funktioniert, musst du verschiedene Satzglieder deklinieren.

Das ist ein Kasus im Deutschen

Was ein Kasus ist

Der Kasus (Fall) gibt an, welche Beziehung das Nomen (Substantiv) zu den anderen Elementen eines Satzes hat.

Er existiert nicht nur im Deutschen, sondern auch in vielen anderen Sprachen. Neben Numerus und Genus ist der Kasus eine der drei Deklinationskategorien.

Das bedeutet, dass alle Pronomen, Substantive und Artikel sowie manche Adjektive in diesen Kategorien gebeugt werden.

Im Deutschen existieren folgende vier Fälle:

  1. Nominativ (Wer-Fall)
  2. Genitiv (Wes-Fall)
  3. Dativ (Wem-Fall)
  4. Akkusativ (Wen-Fall)
Genus und Numerus
Das Genus bezeichnet das grammatische Geschlecht eines Nomens, welches durch den vorangestellten Artikel angegeben wird (der, die, das). Der Numerus zeigt, ob es das Bezeichnete nur einmal oder mehrfach gibt. Es handelt sich also um die grammatikalische Zählform (Singular/Plural).

Die 4 Fälle: Kasus-Tabelle

Nachfolgend findest du eine Tabelle mit den vier Fällen in Singular und Plural. Der Nominativ steht als sogenannte “Nennform” immer an erster Stelle.

Fall Singular Plural
Nominativ (1. Fall)das Auto die Autos
Genitiv (2. Fall)des Autos der Autos
Dativ (3. Fall)dem Autoden Autos
Akkusativ (4. Fall)das Auto die Autos

Fälle im Deutschen: Dazu brauchst du den Kasus

Deutsche Fälle: Wozu du den Kasus brauchst

Die Anwendung des Kasus ist für eine verständliche Kommunikation unumgänglich.

Der folgende Satz verdeutlicht diese Aussage:

  • Die Schwester meine Mutter ist die Tante mein Bruder.

Wie du siehst, ergibt der undeklinierte Satz keinen Sinn, da die einzelnen Glieder des Satzes nicht an den jeweiligen Fall angepasst sind.

Korrekterweise lautet der Satz wie folgt:

  • Die Schwester meiner Mutter ist die Tante meines Bruders.

Satzglieder

Im Deutschen existieren vier Satzglieder:

  1. Subjekt
  2. Prädikat
  3. Objekt
  4. Adverbialbestimmung

Damit du einen vollständigen Satz bilden kannst, benötigst du immer mindestens ein Subjekt und ein Prädikat (zum Beispiel: Peter liest). Das Ganze ist auch als Minimalsatz oder Satzminimum bekannt.

Fügst du dem Satz noch ein Objekt hinzu, dann liefert er weitere Informationen über das Prädikat oder Subjekt (Peter liest ein Buch). In diesem Fall erweitert das Objekt "Buch" den Satz und beschreibt das Ziel der Handlung, die das Subjekt (Peter) ausführt.

Wie du Satzglieder richtig bestimmst, erfährst du hier.

Deutsche Grammatik: Kasus bestimmen

Vier Fälle bestimmen

Du benötigst den Kasus also, um die Beziehung der verschiedenen Wortgruppen in einem Satz aufzuzeigen.

Für ihre sinnvolle Verwendung musst du die Substantive in einem Satz immer anpassen. Sprich, du musst sie deklinieren (beugen).

Dabei verändern sich die Substantive nach Kasus, Numerus und Genus. Der Artikel (Begleiter) und das Pronomen (Stellvertreter) passen sich auch an.

Da du nicht jeden Kasus eindeutig an der Endung des Substantivs erkennen kannst, lohnt sich die Frageprobe mit den W-Fragen:

  1. Nominativ: Wer oder was?
  2. Genitiv: Wessen?
  3. Dativ: Wem?
  4. Akkusativ: Wen oder was?

1. Fall: Nominativ

Der erste Fall – Nominativ – hebt das Subjekt in einem Satz hervor. Die Grundform eines Substantivs steht immer im ersten Fall. Es kann nicht alleine stehen und ist von einem Prädikat abhängig, das wiederum durch ein Verb ausgedrückt wird. Nach dem Nominativ fragst du mit “Wer oder was?”

Beispiele:

  • Der Vogel sitzt auf dem Baum.
    Wer sitzt auf dem Baum? Der Vogel.
  • Die Spülmaschine ist kaputt.
    Was ist kaputt? Die Spülmaschine.

Wichtig: Das Subjekt muss immer mit dem finiten Verb (konjugierte Form) in Person und Zahl übereinstimmen.

FallMaskulinumFemininumNeutrum Plural
Nominativ der Hunddie Katzedas Kinddie Menschen

Gleichsetzungsnominativ

In einigen Sätzen existieren zwei Satzglieder, die im ersten Fall stehen. Ein Wort spiegelt dabei das Subjekt wider (Wer oder was?) und das andere Wort ist der Gleichsetzungsnominativ. Nach dem Gleichsetzungsnominativ fragst du mit “Wer oder was ist…?” oder “Wer oder was sind…?”

Beispiele:

  • Mein Bruder ist Student.
    Was ist dein Bruder? Student.
  • Diese Lehrerin ist Frau Schneider.
    Wer ist diese Lehrerin? Frau Schneider.

2. Fall: Genitiv

2. Fall: Genitiv

Der Genitiv (Wessen-Fall) tritt in der sogenannten Nomen-Nomen-Konstruktion auf und zeigt damit ein Besitzverhältnis an.

Ein Substantiv muss also im Genitiv stehen, wenn du eine Zugehörigkeit ausdrücken willst. Das Genitivattribut erfragst du mit “Wessen?”

Beispiele:

  • Ich lieh mir das Telefon meines Freundes.
    Wessen Telefon lieh ich mir? Das meines Freundes.
  • Der Hund des Besitzers ist schwarz.
    Wessen Hund ist schwarz? Des Besitzers.

Das Genitivattribut kann aber auch links vom Bezugswort stehen.

Also beispielsweise so:

  • Das ist Lisas Buch.
  • Cindys Schwester kommt heute später.

Die oberen Beispiele stellen dabei eine Besonderheit dar. Sie sind nämlich Nomen-Nomen-Konstruktionen mit Eigennamen. Da der Artikel fehlt, bildest du auch den Genitiv anders. Der Eigenname erhält die Endung "s". Wenn der Eigenname auf "s", "ß", "x" oder "z" endet, musst du ein Apostroph anhängen.

Beispiel:

  • Jonas´ Mutter ist Lehrerin.

Neben dem Genitivattribut existiert noch das Genitivobjekt. Beide erfragst du mit demselben Fragewort (Wessen?) – dennoch unterscheiden sie sich. Genitivobjekte können Substantive oder auch Pronomen sein. Sie beziehen sich aber im Gegenteil zum Genitivattribut nicht direkt auf ein Substantiv.

Beispiel:

  • Der Lehrer nahm sich der Sache an.
    Wessen nahm sich der Lehrer an? Der Sache.

Neben dem Nomen passen sich auch der Artikel, das Pronomen und die Adjektive (Adjektivdeklination) dem Fall an. Die folgende Tabelle verdeutlicht das noch einmal.

 Unbestimmer ArtikelBestimmter Artikel
Maskulinum eines Hundesdes Hundes
Femininum einer Katzeder Katze
Neutrum eines Kükens des Kükens
Plural - Tiere der Tiere
Verben, die den Genitiv verlangen

Nachfolgend findest du noch eine Liste von Verben, die den Genitiv erfordern:

  • bezichtigen
  • entbehren
  • sich erinnern
  • anklagen
  • sich enthalten
  • sich bedienen
  • gedenken
  • bedenken
  • berauben
  • bedürfen
  • entraten
  • entledigen
  • schämen

3. Fall: Dativ

3. Fall: Dativ

Der Dativ ist der dritte der vier grammatikalischen Fälle. Oft wird er auch als indirektes Objekt bezeichnet.

Du verwendest ihn als Objekt nach bestimmten Verben, die den Dativ erfordern (geben, gehören, schenken).

Meist stehen Personen im Dativ, die etwas bekommen beziehungsweise empfangen. Der Kasus hat also die Funktion, den Empfänger klarzumachen.

Nach dem Dativ fragst du mit “Wem?”

Beispiele:

  • Das Auto gehört mir.
    Wem gehört das Auto? Mir.
  • Gustav gratuliert seinem Freund.
    Wem gratuliert Gustav? Seinem Freund.

In vielen Fällen verlangen bestimmte Verben nach dem Dativ.

Beispielsweise:

  • geben
  • empfehlen
  • gehören

Daneben benötigst du den Dativ auch bei manchen Präpositionen, zum Beispiel bei "mit" und "entsprechend".

Beispiel:

  • Gertrud hat mit Florian Kekse gebacken.
    Mit wem hat Gertrud Kekse gebacken? Mit Florian.

Nachfolgend findest du die Deklinationstabelle.

 Unbestimmter Artikel Bestimmter Artikel
Maskulinumeinem Hund dem Hund
Femininumeiner Katzeder Katze
Neutrum einem Kükendem Küken
Plural- Kükenden Küken

4. Fall: Akkusativ

4. Fall: Akkusativ

Der Akkusativ ist der vierte grammatikalische Fall. Du verwendest ihn nach bestimmten Verben und Präpositionen. Meist stehen auch direkte Objekte im Akkusativ.

Direkte Objekte sind beispielsweise Personen oder auch Objekte, die für eine Handlung benutzt werden.

Den Akkusativ erfragst du mit "Wen oder was?"

Beispiele:

  • Ich hole meine Mutter ab.
    Wen hole ich ab? Meine Mutter.
  • Der Schüler hat einen Bleistift.
    Was hat der Schüler? Einen Bleistift.

Nachfolgend findest du die Deklinationstabelle.

 Unbestimmter Artikel Bestimmter Artikel
Maskulinum einen Hundden Hund
Femininum eine Katzedie Katze
Neutrum ein Kükendas Küken
Plural - Kükendie Küken

Akkusativobjekt

Möchtest du einen Satz mit nur einem Objekt formulieren, dann steht das Objekt im Akkusativ. Ausnahme: Ein Verb oder eine Präposition verlangt die Nutzung eines anderen grammatikalischen Falls. Wenn ein Objekt also im Akkusativ steht, dann nennst du es Akkusativobjekt.

Es gehört zur Gruppe der Satzglieder, ist aber kein zwingend notwendiges Satzglied. Dennoch ist es die am häufigsten vorkommende Objektart im Deutschen. Etwa zwei Drittel aller Objekte im Deutschen fallen darunter.

Du bildest das Akkusativobjekt aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder einem Pronomen. Die Begleiter der Pronomen – beispielshalber Adjektive oder Artikel – sind auch Teile des Satzglieds.

Beispiel:

  • Johanna (Subjekt) trinkt (Prädikat) einen Kaffee (Akkusativobjekt).

Im dem Beispielsatz erkennen wir, dass das Subjekt (Wer oder was?) eine Handlung durchführt. Das Prädikat "trinkt" erfragst du mit "Was tut das Subjekt?" Nach dem Objekt fragst du mit "Wen oder was trinkt Johanna?" Da es sich mit genau diesen Fragewörtern erfragen lässt, handelt es sich um ein Akkusativobjekt.

Das Akkusativobjekt besteht übrigens nicht immer aus einem einzelnen Wort. Es kann auch einen ganzen Nebensatz bilden. Diese Konstruktion bezeichnen wir dann als Objektsatz. Wenn du also nach dem Akkusativobjekt fragst, besteht die Antwort nicht nur aus einem Wort, sondern gleich aus einem ganzen Nebensatz.

Beispiel:

  • Der Löwe überlegt, ob er die Gazelle fressen soll.
    Was überlegt der Löwe? Ob er die Gazelle fressen soll.
Dativ und Akkusativ

In vielen (längeren) Sätzen kommt sowohl der Dativ als auch der Akkusativ vor. Beide Fällen werden gerne miteinander verwechselt.

Beispiel:

  • Fred und Fritz (Nominativ) schenken (Prädikat) ihrer Mutter (Dativ) einen Blumenstrauß (Akkusativ).

Wenn du dir nicht sicher bist, ob es sich um Dativ oder Akkusativ handelt, dann greife auf die Fragewörter "Wem?" (Dativ) und "Wen oder was?" (Akkusativ) zurück

Übungen: 4 Fälle bestimmen und bilden

Übungen zu den 4 Fällen

Nachdem du nun das theoretische Wissen erlernt hast, ist es wichtig, dich auch in der Praxis zu üben.

Aus diesem Grund haben wir drei Übungen zum Kasus für dich zusammengestellt. Die Lösungen findest du unter den Übungen zum Aufklappen.

Übung 1

Für die erste Übung musst du den Kasus der fett markierten Nomen bestimmen. Formuliere dazu das jeweilige Fragewort.

  1. Die Kinder laufen zum Spielplatz.
  2. Er antwortet dem Lehrer.
  3. Das Fell des Hundes ist dreckig.
  4. Die Schüler bekommen die volle Aufmerksamkeit des Lehrers.
  5. Franz war heute beim Friseur.
  6. Pascal spielt mit Alexander.
  7. Die Schwester meines Freundes ist nett.
  8. Die Feuerwehr rettet die Oma.
  9. Ich gehe heute in die Schule.
  10. Arthurs Lieblingsfarbe ist Blau.
  1. Wer oder was läuft zum Spielplatz? (Nominativ)
  2. Wem antwortet er? (Dativ)
  3. Wessen Fell ist dreckig? (Genitiv)
  4. Wen oder was bekommen die Schüler? (Akkusativ
  5. Wer oder was war heute beim Friseur? (Nominativ)
  6. Mit wem spielt Pascal? (Dativ)
  7. Wessen Schwester ist nett? (Genitiv)
  8. Wen oder was rettet die Feuerwehr? (Akkusativ)
  9. Wer oder was geht in die Schule? (Nominativ)
  10. Wessen Lieblingsfarbe ist Blau? (Genitiv)

Übung 2

Um die zweite Übung zu meistern, musst du das jeweilige Nomen im korrekten Kasus in die Sätze einsetzen.

  1. Der Hund jagt ______. (die Katze)
  2. Das ist die Hütte ______. (der Hund)
  3. Die Hose ______ gefällt mir. (der Mann)
  4. Ich helfe ______. (das Kind)
  5. Der Friseur schneidet die Haare ______. (der Kunde)
  6. Franz arbeitet zusammen mit ______. (der Lehrer)
  7. ______ sucht nach dem Futter. (das Eichhörnchen)
  8. ______ schaue ich mir heute Abend an. (der Film)
  9. Der Gärtner ist beschäftigt mit ______. (die Pflanzen)
  10. ______ meiner Schwester mag mein Fahrrad. (die Freundin)
  1. Der Hund jagt die Katze. (Wen oder was jagt der Hund? Akkusativ)
  2. Das ist die Hütte des Hundes. (Wessen Hütte ist das? Genitiv)
  3. Die Hose des Mannes gefällt mir. (Wessen Hose gefällt mir? Genitiv)
  4. Ich helfe dem Kind. (Wem helfe ich? Dativ)
  5. Der Friseur schneidet die Haare des Kunden. (Wessen Haare schneidet der Friseur? Genitiv)
  6. Franz arbeitet zusammen mit dem Lehrer. (Mit wem arbeitet Franz zusammen? Dativ)
  7. Das Eichhörnchen sucht nach dem Futter. (Wer oder was sucht nach dem Futter? Nominativ)
  8. Den Film schaue ich mir heute Abend an. (Wen oder was schaue ich mir heute Abend an? Akkusativ)
  9. Der Gärtner ist beschäftigt mit den Pflanzen. (Mit wen oder was ist der Gärtner beschäftigt? Akkusativ)
  10. Die Freundin meiner Schwester mag mein Fahrrad. (Wer mag mein Fahrrad? Nominativ)

Übung 3

Für die dritte Übung haben wir zwei Beispielsätze ausgewählt. Bestimme den Kasus, indem du den Satz nach dem jeweiligen Fragewort umschreibst.

Bruno gibt dem Vater den Brief der Lehrerin.

  1. Fall: Wer oder was _______________?
  2. Fall: Wessen _______________?
  3. Fall: Wem _______________?
  4. Wen oder was _______________?

Die Mutter des Kindes schenkt dem Lehrer einen Blumenstrauß.

  1. Fall: Wer oder was _______________?
  2. Fall: Wessen _______________?
  3. Fall: Wem _______________?
  4. Fall: Wen oder was _______________?

Bruno gibt dem Vater den Brief der Lehrerin.

  1. Fall: Wer oder was gibt dem Vater den Brief der Lehrerin? (Bruno)
  2. Fall: Wessen Brief gibt Bruno dem Vater? (den Brief der Lehrerin)
  3. Fall: Wem gibt Bruno den Brief der Lehrerin? (dem Vater)
  4. Wen oder was gibt Bruno dem Vater? (den Brief)

Die Mutter des Kindes schenkt dem Lehrer einen Blumenstrauß.

  1. Fall: Wer oder was schenkt dem Lehrer einen Blumenstrauß? (die Mutter)
  2. Fall: Wessen Mutter schenkt dem Lehrer einen Blumenstrauß? (die Mutter des Kindes)
  3. Fall: Wem schenkt die Mutter des Kindes einen Blumenstrauß? (dem Lehrer)
  4. Fall: Wen oder was schenkt die Mutter des Kindes dem Lehrer? (einen Blumenstrauß)
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