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Zusammenfassung schreiben: Do’s und Dont’s zum perfekten Text

Eine Zusammenfassung zu schreiben gehört zu den Grundfertigkeiten des Schreibens. Dennoch wissen viele Menschen noch nicht, wie eine korrekte Zusammenfassung aussieht. Hier ein paar Regeln, was beim Schreiben dabei richtig gemacht werden muss und was gar nicht geht.

Das Ziel einer Zusammenfassung ist es, dass der Leser einen guten und möglichst detaillierten Eindruck von einem Text bekommt, den er noch nicht gelesen hat. Dabei sollte die Zusammenfassung möglichst kurz und knapp gestaltet werden und gleichzeitig den Leser trotzdem noch gut informieren. Um eine gute Zusammenfassung zu schreiben, sind unterschiedliche Schritte notwendig. Wichtigste Grundlage ist dabei, dass der zusammengefasste Text definitiv verstanden wird. Als Beispiel für die verschiedenen Punkte dient das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller.

Zusammenfassung schreiben: Die Vorbereitung

Zusammenfassung schreiben: Ohne Vorbereitung geht nichts

Do: Das Wichtigste ist, dass du den Text zur Vorbereitung sehr gut liest. Das bedeutet auch: Nicht nur einmal lesen, sondern mindestens zweimal, besser sogar dreimal. Beim zweiten Durchgang solltest du außerdem aktiv lesen. Das heißt, du solltest dir zum einen Notizen am Rand machen und zum anderen mit Textmarkern wichtige Stellen unterstreichen. Überlege dir dazu im Vorfeld ein bestimmtes System, mit dem du dich selbst wohlfühlst und das für dich logisch aufgebaut ist.

Don´t: Du solltest niemals davon ausgehen, dass du einen Text vollständig erfassen kannst, wenn du ihn nur einmal gelesen hast. Ein unstrukturierter Blick auf den Vorlagentext ist für ein Gelingen der Zusammenfassung ein großes Problem. Der Sinn einer Zusammenfassung ist es, dass der Leser einen guten Überblick über den Vorlagentext hat und danach genau weiss, worum es darin geht.

Der Schreibstil

Do: Schreibe deine Zusammenfassung immer im Präsens. Diese Regel gilt generell und universell für alle ähnlichen Textformen. Texte, die im Präsens geschrieben sind, können vom Leser viel leichter erfasst werden und sind wesentlich zugänglicher und bekömmlicher. Bei einer Zusammenfassung geht es darum, dass der Leser sehr schnell erkennen kann, worum es in einem bestimmten Text geht.

Gutes Beispiel: Franz ist in Amalia verliebt und möchte um ihre Hand anhalten. Da sie ihn nicht will und immer wieder abweist, droht ihr Franz damit, sie in ein Kloster zu schicken.

Don´t: Vermeide Zeitwechsel und komplizierte Satzstrukturen. Vor allem Passivkonstruktionen und Vergangenheitsformen sind für einen guten und leicht zu konsumierenden Text nicht förderlich. Außerdem solltest du es vermeiden lange Schachtelsätze zu schreiben und viele Kommas zu setzen. Schließlich solltest du immer unnötige Informationen und Füllwörter außen vor lassen.

Schlechtes Beispiel: Franz ist sehr in die schöne Amalia verliebt und wollte schon lange um ihre Hand anhalten. Da sich das junge Ding aber immer wieder ziert, wird Franz sehr sauer und droht ihr immer wieder, sie für eine lange Zeit in ein Kloster zu stecken. 

Der Einleitungssatz

Do: Der Einleitungssatz  oder auch Einleitungsteil genannt ist ein sehr wichtiger Teil der Zusammenfassung und gibt für den Leser eine erste Orientierung. Um eine vollständige Einleitung zu schreiben, beantworte immer die sechs großen W-Fragen.  Wer, Was, Wie, Wann, Wo und Warum. Wenn du dich an diesen Fragen entlang hangelst, kann eigentlich nichts schief gehen, denn so hast du auf jeden Fall die wichtigsten Informationen in deiner Einleitung verwendet.

Gutes Beispiel: Friedrich Schillers Drama „Die Räuber“ aus dem Jahr 1781 ist ein Schauspiel in fünf Akten und in der Epoche des Sturm und Drang entstanden. Es handelt von der Rivalität der zwei Brüder Karl und Franz von Moor. Der jüngere Bruder Franz versucht durch Intrigen seinen größeren Bruder Karl auszustechen, um an das Erbe des Vaters zu kommen.

Don´t: Verwende niemals zu komplizierte und schwierige Sätze in deiner Einleitung, denn das verwirrt den Leser.  Es muss sofort in den ersten zwei bis drei Sätzen klar werden, worum es in dem Text geht, wer ihn wann, wo und warum geschrieben hat. Vermeide deswegen lange Schachtelsätze und unnötige Informationen, die den Leser verwirren können. Unpräzise und unklare Formulierungen machen den Text zäh und langweilig.

Schlechtes Beispiel: Das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller ist in fünf Akten geschrieben, die auch noch mal in unterschiedliche Szenen unterteilt sind. Außerdem wurde das Drama in der früheren Epoche des Sturm und Drang geschrieben, in der auch noch viele weitere Dramen entstanden sind. Im Prinzip handelt das Buch von zwei Brüdern, die um ein Erbe kämpfen, wobei der Eine hässlicher ist als der Andere.

Der Hauptteil

Do: Der Hauptteil ist der wichtigste Teil der Zusammenfassung. Hier zeigst du nicht nur, dass du den Text verstanden hast, sondern bringst den Kern des Vorlagentextes genau auf den Punkt. Achte hier immer darauf, dass du den Text strukturiert aufbaust und einzelne Punkte und die Chronologie des zusammengefassten Textes nicht durcheinander wirfst. Es ist wichtig, dass dem Leser deiner Zusammenfassung ein vollständiges Bild der Vorlage klar wird.

Don´t: Was du in deiner Zusammenfassung unbedingt vermeiden sollest, sind Zitate und direkte Rede. Beides hat in deinem Text nichts verloren und sorgt für ein unstrukturiertes Bild des Textes. Auch einen Zeitenwechsel zum Beispiel von Präsens in die Vergangenheit kann den Leser deiner Zusammenfassung verwirren.

Gutes Beispiel indirekte Rede: Zu Beginn des Dramas erwähnt Karl, dass Post aus Leipzig angekommen ist.

Schlechtes Beispiel: Franz sagt direkt am Anfang: „Die Post ist angekommen – ein Brief von unserm Correspondenten in Leipzig“

Der Schlussteil

Do: Der Schlussteil einer Zusammenfassung ist in der Regel optional. Das liegt daran, dass er im eigentlichen Sinne die Zusammenfassung nochmal zusammenfasst, was oft als überflüssig erachtet wird. Außerdem kannst du hier dem Text nochmal eine persönliche Note geben. Das heißt, du kannst zum Beispiel deine eigene Meinung über den Text schreiben, eine Rezension des Werkes machen oder über den Stil schreiben. Fasse dich hier so kurz und knapp wie möglich und halte dich an die Vorgabe von ungefähr drei bis vier Sätzen. Mache vor allem deutlich, dass sich der Text des Schlussteils vom Hauptteil deutlich abhebt. Mache klar, dass der Text deine Meinung widerspiegelt und keine universelle Erkenntnis.

Gutes Beispiel: Das Drama handelt von einer Familienfehde, die sich in einen gesellschaftlichen Kontext einordnen lässt. Franz Moor intrigiert gegen seinen vom Vater bevorzugten Bruder Karl Moor. Dieser glaubt vom Vater verstoßen zu sein und schließt sich einer Räuberbande an, um das „gesellschaftliche“ Unrecht zu rächen. Stil und Sprache passen perfekt in die Aufbruchstimmung des Sturm und Drang und thematisieren den damaligen Willen zum Aufruhr gegen die Obrigkeiten und das bestehende System. Für diese Zeit gilt die Sprache des Werkes als zügellos, was für die Entwicklung der Dramen damals eine große Bedeutung hat.

Don´t: Vermeide unbedingt, dass du zu viel und zu lange über deine Zusammenfassung schreibst. Auch in diesem Teil sind Schachtelsätze  zu vermeiden. Wenn du dich für eine eigene Stellungnahme entschieden hast, vermische auf gar keinen Fall unterschiedliche Ansätzewie zum Beispiel Rezension und Interpretation. Mache hier eine klare Abgrenzung und versuche nicht beides auf einmal zu machen.

Schlechtes Beispiel: Das Drama ist ein Familiendrama, das auch sehr gut in die damalig Zeit passt. Franz Moor intrigiert gegen seinen vom Vater bevorzugten Bruder Karl Moor, sodass dieser glaubt vom Vater verstoßen zu geworden zu sein und sich einer Räuberbande angeschlossen hat, um das sein persönliches Unrecht zu rächen. Stil und Sprache passen perfekt in die Aufbruchstimmung des Sturm und Drang und thematisieren den damaligen Willen zum Aufruhr gegen die Obrigkeiten und das bestehende System. Für diese Zeit gilt die Sprache  des Werkes als zügellos, was für die Entwicklung der Dramen damals eine große Bedeutung hat. Vielleicht hat der Autor damit die Intention verbunden, rebellisch zu sein. Alles in allem ist es Drama, was in die heutige Zeit passt und recht gut zu lesen ist.

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