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Sturm und Drang: Definition, 8 Merkmale + 6 wichtige Vertreter der Epoche

Die Epoche des Sturm und Drang war die Rebellionsphase junger deutscher Autoren, die sich gegen die Prinzipien der Aufklärung und das gesellschaftliche System wendeten. Erfahre bei uns alles Wissenswerte wie die Definition, den historischen Hintergrund, wichtige Merkmale und Vertreter.

Die Epoche des Sturm und Drang reicht etwa von 1765 bis 1785. Sie ist eine Strömung innerhalb der Aufklärung (1715–1789) und überschneidet sich teilweise mit der Epoche der Empfindsamkeit (1740–1790) und ihren Merkmalen. Welche Merkmale der Sturm und Drang hat und wie er sich von anderen Epochen unterscheidet, erfährst du in diesem Artikel.

Die Epoche des Sturm und Drang

Die Epoche des Sturm und Drang betrifft hauptsächlich die Literatur

Im Folgenden findest du eine kurze Definition der Epoche, Hintergründe zur Namensgebung, den historischen Hintergrund sowie wichtige Merkmale der Literatur des Sturm und Drang. Im Anschluss haben wir wichtige Vertreter und Werke für dich zusammengestellt und zusammengefasst, um dir einen besseren Überblick über die Epoche zu verschaffen.

Definition

Die Epoche des Sturm und Drang (1765–1785) war ein ausschließlich deutsches Phänomen, das sich hauptsächlich in der Literatur niederschlug. Sie wurde ausgelöst durch junge Autoren, die mit der bisherigen Staatsform (Absolutismus), den gesellschaftlichen Anforderungen und den formalen Literaturverhältnissen der Aufklärung (1715–1789) brechen wollten. Vor allem die jungen Autoren Goethe und Schiller werden mit dieser Epoche verbunden. Sie wird auch als “Geniezeit” bezeichnet, da das menschliche Genie, seine Kreativität und Individualität im Fokus stehen.

Die Benennung des “Sturm und Drang”

Wie schon andere Epochen (zum Beispiel “Biedermeier”) erhielt die Epoche des Sturm und Drang ihren Namen nachträglich. Namensgeber war die Komödie “Sturm und Drang”, die 1776 von Friedrich Maximilian Klinger geschrieben und 1777 zum ersten Mal in Leipzig aufgeführt wurde. Zu diesem Titel angehalten wurde er von Christoph Kaufmann, der seitdem als “Genieapostel” gilt. Zuvor sollte das Drama eigentlich den Namen “Wirrwarr” tragen.

Historischer Hintergrund

Etwa von Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts erreichte die Aufklärung ihren literarischen und philosophischen Höhepunkt. Immanuel Kant hatte darauf großen Einfluss: Aufklärung bedeutete für ihn, dass der Mensch sich aus seiner “selbstverschuldeten Unmündigkeit” befreien müsse und keine Angst haben dürfe, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Er vertrat die erkenntnistheoretische Ansicht, dass richtige Entscheidungen mit dem Verstand und der Vernunft, nicht aufgrund von persönlichen Neigungen zu treffen seien.

Der Sturm und Drang wollte der Erkenntnistheorie (Kant) entgegenwirken

Die Literatur verwissenschaftlichte sich, sollte den Leser bilden und ihm Erkenntnis bringen. Es herrschten strenge Formvorgaben und die Sprache war hochgestochen, gezügelt und sachlich. Volkstümlichkeit und Alltagssprache, somit auch das einfache Volk, wurden ausgeschlossen. In der Lyrik wurde auf ein regelmäßiges Metrum geachtet, in Epik und Dramatik bestand eine Einheit von Ort, Zeit und Handlung, die Sprache war gehoben.

Die jungen Autoren des Sturm und Drang machten es sich zur Aufgabe, eine Gegenbewegung zu schaffen. Sie ersetzten ratio (lateinisch für “Berechnung”, “Erwägung”, “Vernunft”) durch emotio (lateinisch für “Gefühlsbewegung”, “Gemütsbewegung”, “Emotion”). Kunst sollte wieder Kunst sein, dem Künstler Freiheit geben und Raum für die Entfaltung seines kreativen Selbst lassen.

Steckbrief: 8 Merkmale des Sturm und Drang

Die Rebellionsphase der jungen deutschen Autoren hat viele markante Merkmale, an denen du sie erkennen kannst. Zum Beispiel die Auflehnung gegen das Bürgertum und den absolutistischen Staat, das Brechen mit alten Literaturtraditionen, der Fokus auf die individuelle Gefühlswelt, die Liebesthematik und die tragischen Helden. Wir haben alle wichtigen Informationen für dich geordnet und kategorisiert. Im anschließenden Kapitel findest du noch mehr Informationen zu den Besonderheiten in der Literatur.

1. Zeitraum: 1765 bis 1785

2. Bezeichnungen: Sturm und Drang, Geniezeit, Genieperiode

3. Autoren: junge, rebellische Autoren

  • etwa zwischen 20 und 30 Jahren
  • gegen die Idealisierung der menschlichen Vernunft und Moral (Aufklärung)
  • Hauptvertreter: Goethe, Schiller, Herder, Klinger, Bürger, Lenz

4. Literatur: neue Formen entstehen

  • Sprache: kraftvoll, bildhaft, emotional, lebensnah
  • Form: nicht an Vorgaben gebunden, experimentierfreudig
  • Gattungen: Erlebnislyrik und Briefroman entstanden, Volkslied wurde als künstlerische Gattung akzeptiert, Drama thematisiert Gesellschaftsprobleme und hält sich nicht mehr an die antike Form

5. Themen: durch die Aufklärung vernachlässigte Themen

  • Gefühle, Gedanken, Individualität
  • Liebe, Triebe, sexuelle Befreiung, Natürlichkeit, Ursprünglichkeit
  • Selbstbestimmung, Inspiration, Kreativität
  • Rebellion, Gerechtigkeit, gesellschaftliche Befreiung von Zwängen

6. Leitbild: das Originalgenie

  • "Originalgenie" bedeutet ein Leben nach eigenen Wünschen und Richtlinien (in achtsamer Rücksichtnahme auf sein Umfeld)
  • Entscheidungen nach Herz und Gefühl treffen, nicht nach Moral oder Verstand
  • der Mensch gilt als Genie und kreatives Wesen
  • Vorbild: William Shakespeare

7. Rebellion: gegen die vorherrschende Gesellschaftsordnung

  • gegen politische Unterdrückung durch Absolutismus (Hof und Adel)
  • gegen Feudalismus (Lehnsherren mit Landbesitz und Leibeigenen), einzige Gemeinsamkeit mit der Aufklärung
  • gegen Einschränkungen durch die Kirche
  • gegen die formale Literaturtradition
  • gegen Unterdrückung persönlicher Neigungen

8. Ziel: Freiheit

  • natürliche und freie Gesellschaftsordnung soll bestehen (nicht mehr gottgewollt und nicht mehr standesgemäß geregelt)
  • literarische Freiheit, um sich als Künstler frei zu entfalten
  • Entscheidungsfreiheit (nicht nur die Vernunft soll entscheiden, sondern auch die Emotion)

Die neue Literatur des Sturm und Drang

Die neue Literatur des Sturm und Drang

Im Sturm und Drang wurden die konventionellen Literaturformen über Bord geworfen und es wurde mit neuen Formen experimentiert. So kam es in den Literaturgattungen Lyrik, Epik und Dramatik zu deutlichen Veränderungen. Welche das sind und wie sie sich auswirkten, erfährst du im Folgenden.

Lyrik: Erlebnislyrik und Volkslied

Die Epoche des Sturm und Drang brachte eine neue lyrische Gattung hervor: die Erlebnislyrik. Sie wurde allerdings erst später so benannt, da das lyrische Ich seine Erlebnisse meist so schilderte, als würde es sie unmittelbar erleben. Anstelle traditioneller Formen und Reime gab es nun einen freien Rhythmus, der erzählerisch wirkte und die Stimmung des lyrischen Ichs authentisch widerspiegelte. Zu den häufigsten Themen gehörten die allumfassende Liebe und Natur. Hauptvertreter ist Johann Wolfgang von Goethe.

Eine weitere literarische Gattung erlangte im Sturm und Drang Popularität: das Volkslied. Diese Gattung gab es zwar schon vorher, aber wurde nun zum ersten Mal als dichterisches Werk akzeptiert. Die simple Struktur und volkstümliche Sprache spiegelte den Wunsch nach Authentizität wider, der in der Epoche vorherrschte.

Epik: Der Briefroman

In der Epik des Sturm und Drang entstand ebenfalls eine neue Gattung: der Briefroman. Er gehört zur erzählenden Prosa und soll vor allem Authentizität vermitteln. Nicht nur, dass das fiktive Geschehen datiert und wie ein echter Brief überbracht wird, auch der private Rahmen eines persönlichen Briefs ermöglicht genaue Eindrücke in die Gefühlswelt des Schreibenden. Das wohl bekannteste Beispiel eines Briefromans dieser Epoche ist “Die Leiden des jungen Werthers” (1774) von Johann Wolfgang von Goethe. Du findest das Werk zusammengefasst im nächsten Kapitel.

Dramatik: Tragische Tendenzen und gesellschaftliche Probleme

Das Drama war die häufigste Literaturgattung in der Epoche des Sturm und Drang. Allerdings gab es hier zum ersten Mal Dramen über gesellschaftliche Probleme. Außerdem gibt es meist tragische Tendenzen: Der Held begeht Suizid, scheitert, wird ermordet oder trägt sonstigen Schaden davon. Zudem ist er meist sehr naturverbunden und verstößt gegen Gesetze.

Der Vorgehensweise des Sturm und Drang entsprechend, wurden auch hier ursprüngliche Formen aufgehoben, um künstlerische Freiheit zu gewährleisten. Der Aufbau des klassischen Dramas wurde nicht mehr berücksichtigt. Häufig wurde kritisiert, dass die Dramen aufgrund ihrer Formlosigkeit nur schwer aufzuführen seien. Ein typisches Beispiel, das all diese Eigenschaften vereint, ist Friedrich Schillers “Die Räuber” (1781). Du findest es zusammengefasst im nächsten Kapitel.

Sturm und Drang in anderen Künsten

Anders als viele andere Epochen, fokussiert sich der Sturm und Drang auf die Literatur. Die bildende Kunst, Architektur und Musik weisen zwar einige typische Merkmale auf und können auch eindeutig dieser Zeit zugeordnet werden, doch fallen begrifflich nicht unter den Sturm und Drang.

Zum einen verlaufen die Epochen Empfindsamkeit (etwa 1740–1790) und Aufklärung (1715 – 1789) parallel zu dieser kleinen, eher literaturfokussierten Epoche. Zum anderen beginnen gleich nach ihr die großen Epochen Romantik (etwa 1795–1848) und Klassik (etwa 1786–1832). Eigenschaften in den Künsten, die auf den Sturm und Drang zutreffen, überschneiden sich also meist mit anderen, größeren Epochen und werden ihnen zugeordnet.

Vertreter und Werke des Sturm und Drang

Goethe war einer der wichtigsten Vertreter des Sturm und Drang

In diesem Kapitel findest du einige wichtige und relevante Werke des Sturm und Drang. Sie werden häufig zur Analyse in der Schule herangezogen und eignen sich deshalb gut zum Üben. Vielleicht hat diese kurze, aber intensive Epoche auch dein Interesse geweckt und du möchtest erfahren, welche zeitgenössischen Texte du lesen kannst.

Insbesondere Goethes Werke gehören zur Weltliteratur und Allgemeinbildung. Sie begegnen dir nicht nur in der Schule, sondern werden auch häufig im Studium der Geisteswissenschaften als bekannte Lektüre vorausgesetzt. Aus diesem Grund haben wir einige bekannte Werke beispielhaft für dich zusammengefasst, wie etwa Friedrich Schillers “Die Räuber” (1781) oder Johann Wolfgang von Goethes “Die Leiden des jungen Werthers” (1774).

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) hatte einen großen Einfluss auf die Literatur des Sturm und Drang. Von ihm stehen nicht nur Gedichte wie “Willkommen und Abschied” (1775) oder “Prometheus” (zwischen 1772 und 1774 verfasst) repräsentativ für die Epoche, sondern auch Dramen und Romane wie “Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand” (Schauspiel, Uraufführung 1774) oder “Die Leiden des jungen Werthers” (Briefroman, 1774).

Letzteres ist das bekannteste Beispiel für die neue Gattung “Briefroman”. Das Werk repräsentiert die Epoche des Sturm und Drang insofern, dass es Einblicke in die tiefe Gefühlswelt des Protagonisten gibt, gesellschaftliche Probleme thematisiert und naturverbunden ist. Der Leser erfährt die Handlung durch fiktive Briefe des Protagonisten Werther an seinen Freund Wilhelm. Wir haben die Handlung im Folgenden kurz für dich zusammengefasst.

Zusammenfassung: “Die Leiden des jungen Werthers” (1774)

Die Handlung spielt 1771 und 1772 in einer kleinen Beamtenstadt. Der Protagonist Werther ist als Jurist tätig und bezüglich einer Erbschaftsangelegenheit seiner Mutter unterwegs. Er quartiert sich im idyllischen Dorf “Wahlheim” (fiktiver Schauplatz) ein und spaziert dort gern in der Natur umher, beobachtet und zeichnet sie.

Er lernt Lotte kennen, die Tochter eines befreundeten Amtsmanns. Er sieht in ihr das Idealbild einer Frau und glaubt an eine Seelenverwandtschaft, doch Lotte ist bereits Albert versprochen. Aus Respekt vor ihrem zukünftigen Mann verweilt die Beziehung zwischen Lotte und Werther zunächst auf platonischer Ebene. Als Werther jedoch bemerkt, dass seine Gefühle stärker werden, verlässt er fluchtartig das Dorf.

Werther arbeitet für eine gewisse Zeit an einem Hofe. Dort wird er als Bürgerlicher von den Adeligen ausgegrenzt und wiederholt auf seinen niederen Stand hingewiesen. Er erfährt außerdem, dass Lotte und Albert geheiratet haben, was ihn zur Rückkehr in das Dorf motiviert.

Er trifft sich wieder regelmäßig mit Lotte, deutet angebliche Zeichen bezüglich ihrer Gefühle für ihn und küsst sie plötzlich leidenschaftlich. Lotte reißt sich daraufhin los und flüchtet in ein anderes Zimmer. Aus Angst ihre Ehre und Ehe zu gefährden, aus Enttäuschung und Verzweiflung begeht er schließlich Selbstmord.

Friedrich Schiller

Ein weiterer Vertreter des Sturm und Drang war Friedrich Schiller

Auch Friedrich Schiller (1759–1805) ist ein typischer Autor des Sturm und Drang. Seine bekanntesten Werke sind die Dramen “Kabale und Liebe” (1784) und “Die Räuber” (1781). Letzteres wird häufig in der Schule zur Analyse herangezogen. Darum ist es hilfreich, seinen Inhalt zu kennen. Im folgenden Kapitel haben wir es kurz für dich zusammengefasst. Die Hauptthematik dreht sich um den Kampf zwischen Gefühl und Verstand sowie Gesetz und Freiheit.

Zusammenfassung: "Die Räuber" (1781)

In dem Drama geht es um die beiden Söhne eines Grafen, die miteinander rivalisieren. Karl wird von seinem Vater geliebt, ist intelligent und freiheitsliebend. Franz ist der jüngere, hässlichere, ungeliebte, kalte, berechnende Bruder, der eifersüchtig auf Karl ist und das Erbe für sich haben will.

Er fälscht einen Brief, der seinen unschuldigen Bruder als Frauenschänder, Mörder und Banditen bezichtigt, woraufhin der Vater Karl enterbt und verbannt. Karl wird daraufhin Anführer einer Räuberbande, weil sie sich angeblich für Schwächere einsetzt. Letztendlich gerät er aber immer tiefer in einen Kreis aus Unrecht und Gewalt, kann ihm aber nicht entfliehen, da er einen Eid geleistet und ihnen die Treue geschworen hat.

Als auch Unschuldige zu Schaden kommen und er an seine Verlobte Amalia erinnert wird, kehrt er zurück in die Heimat. In der Zwischenzeit hat sein Bruder es durch Intrigen geschafft, Herr des Schlosses zu werden. Karl schickt seine Räuber los, um seinen Bruder festzunehmen. Dieser erhält seine gerechte Strafe jedoch nicht, da er vorher Selbstmord begeht.

Entsetzt darüber, dass sein geliebter Sohn ein Räuberanführer ist, stirbt Karls Vater. Seine Braut Amalia hält aus Liebe weiterhin zu ihm, doch er muss aufgrund seines Versprechens bei den Räubern bleiben. Ohne ihn will Amalia aber nicht leben und bittet Karl, sie zu töten. Nach ihrem Tod werden ihm seine Fehler bewusst und er liefert sich selbst der Justiz aus.

Friedrich Maximilian Klinger

Das wohl wichtigste Werk des Sturm und Drang ist das namensgebende Werk “Sturm und Drang” (Komödie, 1776) des deutschen Dichters und Dramatikers Friedrich Maximilian Klinger (1752–1831). Er hatte zwar auch andere typische Werke für diese Epoche wie zum Beispiel “Die Zwillinge” (Trauerspiel, 1776) oder “Orpheus” (Roman in 5 Teilen, 1778–1780), doch “Sturm und Drang” ist das Bedeutendste. Im Gegensatz zu vielen anderen Dramen dieser Zeit gibt es jedoch ein glückliches Ende. Wir haben das Werk im Folgenden kurz für dich zusammengefasst.

Zusammenfassung: "Sturm und Drang" (1776)

Auf der Suche nach Abenteuern hat Wild (Karl Bushy) seine Freunde gegen ihren Willen nach Amerika gebracht, wo er am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilnehmen möchte. Er lernt Lord Berkley und seine Tochter Jenny Caroline kennen und verliebt sich in das Mädchen. Was die beiden geheim halten: Wild ist der Sohn von Lord Bushy, mit dem Lord Berkley seit Langem verfeindet ist.

Als Lord Berkleys verschollener Sohn Harry Berkley (nun der Schiffskapitän Boyet) plötzlich wieder auftaucht, entsteht eine Duell-Situation: Ohne Wilds Identität zu kennen, erzählt er davon, Lord Bushy dem Tod auf hoher See überlassen zu haben. Als dieser jedoch lebend wieder auftaucht und beteuert, nie gegen Lord Berkley vorgegangen zu sein und keinen Grund für die Verfeindung zu sehen, versöhnen sich die Familien.

Jakob Michael Reinhold Lenz

Das Drama war eine beliebte Gattung zur Zeit des Sturm und Drang

J. M. R. Lenz (1751–1792) war ein deutsch-baltischer Schriftsteller, der vornehmlich Dramen und theoretische Schriften verfasste. Einige seiner bekannteren Werke sind “Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung” (Komödie, 1774), “Der Landprediger” (Erzählung, 1777) und “Die Soldaten” (Komödie, 1776). Letzteres haben wir im Folgenden für dich zusammengefasst und erläutert.

Zusammenfassung: "Die Soldaten" (1776)

In “Die Soldaten” geht es um die Kaufmannstochter Marie Wesener, die eine Beziehung mit einem Offizier eingeht, obwohl sie mit einem Tuchhändler verlobt ist. Aufgrund des besseren sozialen Standes versucht Marie, seine Gunst zu gewinnen. Der Offizier ist allerdings nur an einer kurzen Liebschaft interessiert. Schnell wirbt schon ein anderer Soldat um sie. So geht es weiter und Marie versucht stets, ihre gesellschaftliche Position zu verbessern, bis sie letztendlich auf der Straße landet und ihre Verehrer verliert.

Die Komödie übt nicht nur Kritik an gewissenlosen Soldaten, die leichtsinnig Liebschaften eingehen, sondern auch an der Ständegesellschaft und den mit ihr verbundenen Einschränkungen und Möglichkeiten. Marie erliegt dem System und versucht, ihre gesellschaftliche Lage zu verbessern. Doch als Strafe wird sie durch diejenigen ausgenutzt, die ihre gesellschaftliche Position und das System zu ihrem eigenen Vorteil und Vergnügen nutzen.

Johann Gottfried von Herder

Johann Gottfried von Herder (1744–1803) war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Philosoph und Theologe. Bekannte Werke Herders sind “Fragmente über die neuere deutsche Literatur” (1767/68), “Volkslieder nebst untermischten anderen Stücken” (1778/79) und “Abhandlung über den Ursprung der Sprache” (1769 bei einer Preisfrage der Berliner Akademie der Wissenschaften eingereicht, 1772 veröffentlicht).

In dieser Abhandlung beschäftigt er sich im ersten Teil mit der Frage, ob der Mensch die Sprache selbst habe erfinden können und was überhaupt als Sprache gilt. Der zweite Teil erfragt, auf welchem Weg das Erfinden der Sprache möglich gewesen sei und mit welcher Notwendigkeit.

Gottfried August Bürger

Von dem deutschen Dichter Gottfried August Bürger (1747–1794) sind vor allem “Lenore” (Ballade, 1773/74) und “Der Bauer an seinen durchlauchtigen Tyrannen” (Gedicht, 1774) bekannt. In “Lenore” geht es um die Protagonistin Lenore, die vergeblich auf ihren Verlobten wartet und deshalb an Gott zweifelt. Ihr Verlobter taucht schließlich als Geist auf und nimmt sie mit in das Totenreich. Die Ballade erreichte Bekanntheit durch ihre unheimliche Thematik und die Tendenzen zur Blasphemie (Gotteslästerung).

 

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