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Renaissance: Definition, 4 Merkmale & 20 Vertreter der Epoche

Die Renaissance überwindet das Mittelalter, lässt antike Motive wieder aufleben und besinnt sich auf die Bildung und Optimierung der menschlichen Fähigkeiten (Humanismus). Wie sich diese Tendenzen auf die bildende Kunst, Literatur, Philosophie und Architektur auswirkten und welche wichtigen Merkmale du kennen solltest, erfährst du bei uns.

Die Renaissance brachte einen gewaltigen Umschwung in den Künsten mit sich. Man wandte sich ab von klassisch mittelalterlichen Motiven und betrachtete die griechisch-römische Antike als Vorbild. Noch heute sind die wichtigsten Vertreter dieser Epoche den meisten ein Begriff, so zum Beispiel Leonardo da Vinci (Malerei), Michelangelo (Bildhauerei), William Shakespeare (Literatur) und Dante Alighieri (Literatur). Wir haben alles Wissenswerte für dich zusammengestellt.

Die Epoche der Renaissance

Die Epoche der Renaissance

Ausgangspunkt der Renaissance ist das Italien des späten 14. Jahrhunderts. Als Hauptzeit gelten jedoch das 15. und 16. Jahrhundert. Die Renaissance befand sich zwischen der Epoche der Gotik (etwa 1150 bis 1500) und dem Barock (etwa 1650 bis 1760/70). Auf den Barock folgten des Weiteren die großen Epochen der Aufklärung (etwa 1650–1800) und Romantik (etwa 1795–1835). Die Renaissance bereitete diese Epochen vor und diente als Anstoß für ein breites Umdenken der Menschen.

Als eine der größten Epochen lässt die Renaissance sich in drei Perioden teilen. Die Frührenaissance liegt etwa zwischen 1420 und 1500. Die Hochrenaissance wird auf 1500 bis 1530 datiert und die Spätrenaissance beschreibt die Zeit von etwa 1520 bis 1600. Sie wird auch als Manierismus bezeichnet (von italienisch “maniera” für “Art und Weise”, “Stil”). In diesem Kapitel erfährst du alles über den Renaissance-Begriff, den historischen Hintergrund und wichtige allgemeine Merkmale, die den Zeitgeist dieser Epoche widerspiegeln.

Definition

Die Renaissance ist eine Kunstepoche des 15. und 16. Jahrhunderts. Somit befindet sie sich zeitlich zwischen dem Mittelalter (etwa 6. bis 15. Jahrhundert) und der Frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert). Das Mittelalter wurde als rückständig betrachtet und man wandte sich Vorbildern der griechischen und römischen Antike zu.

Antike Ideale und christliche Motive zeigten sich in den bildenden Künsten (Malerei, Bildhauerei, Architektur) sowie der Philosophie, Musik und Literatur. Zudem spielte der Humanismus in Literatur und Philosophie eine wichtige Rolle: Der Mensch rückte immer mehr in das Zentrum des Seins und des Denkens. Ziele waren nun die menschliche Bildung und die Verbesserung seiner Fähigkeiten.

Der Begriff “Renaissance”

"Renaissance" als Epoche bezeichnet die "Wiedergeburt" der Antike

Renaissance ist aus dem Französischen entlehnt und bedeutet “Wiedergeburt”. Der Begriff “rinascita” oder “Rinascimento” wurde zum ersten Mal von dem italienischen Künstler Giorgio Vasari verwendet, der die griechisch-römische Antike als glanzvolle Zeit betrachtete. Das Mittelalter war für ihn eine Periode des Verfalls und der Begriff "Renaissance" bezeichnete eine Wiedergeburt der antiken Künste.

Etwa um 1830 etablierte sich die französische Bezeichnung Renaissance. Der Begriff bezeichnet allerdings nicht immer genau diese Epoche, sondern kann auch im Allgemeinen für eine Wiederauflebung alter Ideen verwendet werden.

Historischer Hintergrund

Bereits im Mittelalter wandte sich der Blick zunehmend auf antike Motive. Das düstere, unaufgeklärte Zeitalter sollte der Vergangenheit angehören. Im Spätmittelalter wurden dann wichtige Texte aus der Antike von Platon, Cicero und Vitruv wiederentdeckt und es fand eine Art geistiges Erwachen statt. Durch die Eroberung Konstantinopels durch die Türken kamen viele griechische Gelehrte nach Italien. Auch sie trugen ihr Wissen über die griechische Antike weiter.

Italien war zu dieser Zeit keine politische Einheit, sondern in Stadtstaaten aufgeteilt. Diese waren stark urbanisiert und erhielten die Erinnerung an die römische Antike lebendig. Ein weiterer Grund für die neue Denkweise der Renaissance wird dem Schwarzen Tod (Pest) zugeschrieben. Er soll dazu geführt haben, dass die Menschen sich nicht mehr auf das Jenseits und ihre Spiritualität konzentriert haben, sondern auf die irdischen Ereignisse.

Aufgrund dieser Veränderungen kam es zur Geistesbewegung des Humanismus. Vorreiter war hier unter anderem Petrarca (1304–1374). Er beschäftigte sich mit antiken Autoren und Individualismus und förderte eine bessere Bildung in Bezug auf Sprachen, Literatur, Geschichte und Philosophie. Aus Theozentrismus (religiöse Weltanschauung) wurde allmählich Anthropozentrismus (der Mensch selbst ist Mittelpunkt seiner Realität). Das beste Beispiel ist Leonardo da Vincis Proportionsstudie, in der der menschliche Körper ins Zentrum gerückt wird und zum Maßstab für ein neues Ordnungssystem wird.

4 Merkmale der Renaissance

Da Vincis "Der vitruvianische Mensch" (etwa 1490)

Hier findest du die wichtigsten Eckdaten und Merkmale der Renaissance zusammengefasst. Weitere Details zu den einzelnen Punkten haben wir in den folgenden Kapiteln ausgeführt. Sie gliedern sich in Philosophie, Literatur, Kunst und Architektur. Vor allem der Humanismus als philosophisches Phänomen ist wichtig, wenn du den Zeitgeist der Renaissance nachvollziehen möchtest.

Da die Epoche fast zwei Jahrhunderte lang andauerte, gab es nicht nur viele technische und wirtschaftliche Neuerungen, die einen Einfluss auf das damalige Leben hatten. Auch in den Künsten gab es zahlreiche thematische Veränderungen sowie unterschiedliche Vertreter und Motive. Für den Fall, dass du lediglich einige kurze Hauptmerkmale suchst, haben wir die wichtigsten Begriffe und Aspekte der Renaissance für dich hervorgehoben.

1. Zeitraum: 15. und 16. Jahrhundert

2. Hauptvertreter:

  • Philosophie: Erasmus von Rotterdam, Niccolò Machiavelli, Francis Bacon, Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei
  • Literatur: Dante Alighieri, Francesco Petrarca, Giovanni Boccaccio, William Shakespeare, François Rabelais
  • Kunst: Leonardo da Vinci, Michelangelo, Albrecht Dürer, Raffael, Botticelli
  • Architektur: Filippo Brunelleschi, Bramante, Michelangelo, Leon Battista Alberti, Palladio

3. Eigenschaften und Motive:

  • Die Antike soll in allen Künsten wiederbelebt werden
  • Philosophie: Der Mensch rückt ins Zentrum seiner Weltsicht, die Macht von Glaube und Kirche flachen ab, der Humanismus entsteht
  • Literatur: Erfindung des Buchdrucks (1450) durch Johannes Gutenberg sorgte für erheblichen Aufschwung, Literatur soll Rhetorik und Bildung des Menschen verbessern
  • Malerei: Zentralperspektive sorgt für revolutionäre Dreidimensionalität, christliche und antike Motive, Selbstbildnisse, Landschaften, Stillleben, Portraits und Alltagsszenen
  • Bildhauerei: einzelne Skulptur emanzipiert sich vom Bauwerk; besteht für sich als Kunstwerk im Raum
  • Architektur: profitiert von technischen Innovationen; Bauwerke der Antike werden nachgeahmt, sind symmetrisch, geometrischer Grundriss, geometrische Formen (Kugeln, Halbkugeln, Zylinder), verputzt, Marmor oder Naturstein

4. Technische und wirtschaftliche Neuerungen:

  • Buchdruck (1450)
  • Mechanisierte Uhren (14. Jahrhundert)
  • Gewinnung von Gold und Silber wurde verbessert (16. Jahrhundert)
  • Neuerungen in der Feinmechanik und wissenschaftlichen Messung (bessere Messgeräte, Proportionalzirkel, Luftpumpe, Erfindung von Lichtmikroskop und Teleskop)
  • Die Welt wird globaler (Entdeckungsreisen, Handel mit Amerika und Asien, Kutschen als neues Transportmittel der Adligen)

Philosophie der Renaissance

Petrarca (1304 –1374) gilt als Wegbereiter des Humanismus

Der Mensch sieht sich in der Renaissance nun selbst als ein Individuum mit einer einzigartigen Persönlichkeit. Erasmus von Rotterdam betrachtete sich beispielsweise als ein Vermittler von Bildung. Er veröffentlichte viele Werke, unter anderem auch theologische Schriften.

Galileo Galilei und Nikolaus Kopernikus sind eher bekannt für ihre naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die allerdings häufig auch philosophischer Natur sind und Einfluss auf das gesamte Weltbild der Menschen hatten. Aus diesem Grund haben wir sie in die Liste der wichtigsten philosophischen Vertreter mit aufgenommen. Während Kopernikus sein heliozentrisches Weltbild (Sonne als planetares Zentrum) vermittelte, schuf Galilei mit einigen Experimenten die Grundlagen der Mechanik.

Definition: Humanismus

Der Humanismus ist ein wichtiger Abschnitt in der Philosophiegeschichte der Renaissance. Francesco Petrarca (1304–1374) gilt als einer der Wegbereiter dieser Strömung. Ihm liegt der Petrarkismus zugrunde, eine lyrische Stilform, die später unter anderem Shakespeare beeinflusste.

Die philosophische Strömung folgte dem Ideal, eine neue Bildungsreform ins Leben zu rufen. Der Mensch solle Wissen und Tugend vereinen, indem er durch die Bildung zu beiden erzogen wird. Er solle seine wahre Bestimmung erkennen und so eine optimale Version von sich selbst werden. Die Humanisten legten hohen Wert auf die Einheit von Wahrheit, Inhalt und Form. So wurden Sprach- und Literaturwissenschaft, aber vor allem Rhetorik und Dichtkunst zentrale Instrumente dieser philosophischen Bewegung.

Erstmals entwickelten die Menschen ein Bewusstsein dafür, dass sie einer neuen Epoche angehören. Sie grenzten sich von der vorherigen dunklen und barbarischen Epoche ab, die seitdem als Mittelalter bezeichnet wurde. Die prunkvolle und geistreiche Antike wurde idealisiert und erforscht. Es gab einen starken Drang nach Authentizität und Volkstümlichkeit; so festigte sich auch der Leitspruch des Humanismus: “ad fontes” (deutsch: “Zu den Quellen”).

Definition: Reformation

Martin Luther (1483-1546) war der Initiator des christlichen Umdenkens in der Renaissance

Ebenfalls großen Einfluss auf die Denkweise der Menschen zur Renaissance hatte die kirchliche Reformation nach Martin Luther. Die Bewegung begann 1517 und hielt bis 1648 an. Sie führte zur Spaltung des Christentums in die Konfessionen römisch-katholisch, evangelisch-lutherisch und evangelisch-reformiert.

Sie symbolisierte die Neuerung des Denkens: Nicht mehr die Gebote des Papstes wurden befolgt, sondern der eigene Glaube wurde zum Maßstab des Handelns. Trotz der klaren Abgrenzungen zur Naturwissenschaft und Philosophie hatten die beiden Bereiche mit der christlichen Reformation doch eines gemein: Sie trugen allesamt zum Umdenken bei und trieben den Machtverfall der Kirche voran.

Vertreter und Werke

  1. Erasmus von Rotterdam
    Laus stultitiae (1509, deutsch: Lob der Torheit)
    Novum Instrumentum omne (1516, kritische Edition des griechischen Neuen Testaments)
    Die Klage des Friedens (1517)
  2. Niccolò Machiavelli
    Il Principe (um 1513, deutsch: Der Fürst)
    Discorsi (1513–1519, vollständiger Titel: Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio)
    Dell’Arte della Guerra (1521, deutsch: Die Kunst des Krieges)
  3. Francis Bacon
    Essays (1597)
    Novum organon scientiarum (1620, Prinzipien einer wissenschaftlichen Methodenlehre)
  4. Galileo Galilei
    Sidereus Nuncius (1610, deutsch: Nachrichten von neuen Sternen)
    Il Saggiatore (1623, deutsch: Der Prüfer mit der Goldwaage)
    Dialogo sopra i due massimi sistemi (1632, deutsch: Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme)
  5. Nikolaus Kopernikus
    De revolutionibus orbium coelestium (1543, deutsch: Über die Umschwünge der himmlischen Kreise)

Literatur der Renaissance

Dante und die "Göttliche Komödie" in einer Kathedrale in Florenz, gemalt von Domenico di Michelino (1465)

Petrarca ist einer der Mitbegründer des Renaissance-Humanismus. Er begann damit, die Antike wiederzubeleben und hatte somit einen großen Einfluss auf die Lyrik der Renaissance. Insbesondere Shakespeare ließ sich von seinem lyrischen Stil beeinflussen. Seine Werke sind bis heute Teil des Schulunterrichts und geisteswissenschaftlicher Studiengänge.

Auch Dante Alighieri, Giovanni Boccaccio und François Rabelais sind namhafte Literaten der Renaissance. Dantes “Göttliche Komödie” (1307–1320) inspirierte auch weit nach seiner Zeit noch viele Literaten und Künstler. Wie in der Philosophie orientierte man sich auch in der Literatur an antiken Vorbildern, forcierte den fehlerfreien sprachlichen Ausdruck und die Bildung des Menschen. Hierbei ist die Erfindung des Buchdrucks (1450) ein unterstützender Faktor für die Verbreitung von bildender Literatur gewesen.

Adel und Klerus haben hauptsächlich antike Werke übersetzt und neu herausgegeben. Gelehrte verfassten Schriften und Lehren mit humanistischen Ideen. Im Folgenden haben wir einige besondere Merkmale der verschiedenen Gattungen Epik, Lyrik und Dramatik für dich zusammengestellt. Im Anschluss findest du die wichtigsten Vertreter und Werke der literarischen Renaissance.

Epik, Lyrik und Dramatik

In der Epik wird besonders deutlich, dass der Mensch nun in das Zentrum des Seins rückt. Volkstümliche Sagen, Legenden, Märchen, Schwänke und Fabeln treten mehr und mehr als literarische Gattung hervor. Auch Narrengeschichten wie “Till Eulenspiegel”, dessen Verfasser immer unbekannt blieb, waren vor allem im 16. Jahrhundert sehr beliebt. Zudem gab es viele Ritter- und Heldenromane, die motivisch noch an das Mittelalter angelehnt waren. Auch die steigende Kritik an der Kirche war eine wesensverändernde Eigenschaft der Epik.

Die Lyrik gab es in der Renaissance in Form von Volksliedern, lutherischen Kirchenliedern und Gedichten. Als neue lyrische Form trat der Meistergesang auf. Hans Sachs war hier ein wichtiger Vertreter. Ihm werden über 4000 Meisterlieder nachgesagt. Auch William Shakespeares Sonette sind bis heute populär. In Frankreich wurde der Alexandriner (sechshebiger Jambus) entwickelt, der sich im Barock voll entfaltete und zum beliebtesten Versmaß wurde.

In der Dramatik wird der Mensch und sein Schicksal thematisiert. Die Antike bestimmte die Form des Dramas, das neue Denken seine Inhalte. Es gibt psychologische Ansätze und vernünftiges Handeln als deutliche Abgrenzung zum Tierreich. Das Fastnachtspiel war eine Gattung, die den Menschen auf eine komödiantische Art und Weise belehren wollte. Auch hier ist Hans Sachs ein wichtiger deutscher Vertreter.

Vertreter und Werke

William Shakespeare (1564–1616)

  1. Dante Alighieri
    De vulgari eloquentia (etwa 1304, deutsch: Zwei Bücher über die Ausdruckskraft der Volkssprache)
    La divina commedia (1307–1320, deutsch: Göttliche Komödie)
  2. Francesco Petrarca
    Canzoniere (etwa 1336–1369, Gedichtzyklus von 366 Gedichten)
    Secretum meum (Traktat, Dialog)
  3. Giovanni Boccaccio
    Il Decamerone (1348–1353, Novellensammlung)
    Trattatello in laude di Dante (1351–1373, Biographie Dante Alighieris)
  4. William Shakespeare
    Romeo and Juliet (1595, deutsch: Romeo und Julia)
    A Midsummer Night’s Dream (1595/96, deutsch: Ein Sommernachtstraum)
    Much Ado about Nothing (1598/99, deutsch: Viel Lärm um nichts)
    Hamlet (1603)
    King Lear (um 1605, deutsch: König Lear)
    Macbeth (um 1608)
  5. François Rabelais
    Les horribles et épouvantables faits et prouesses du très renommé Pantagruel, Roi des Dipsodes, fils du grand géant Gargantua. Composés nouvellement par maître Alcofrybas Nasier (1532, deutsch: Gargantua und Pantagruel)

Wenn du ein literarisches Werk aus der Epoche der Renaissance in der Schule oder Universität behandelst, können dir die folgenden Links bei der Analyse helfen:

Tipps zur Interpretation und Textanalyse

Die wichtigsten rhetorischen Mittel

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Gedichtanalyse

Kunst der Renaissance (Malerei, Bildhauerei)

Die künstlerische Malerei findet zur Zeit der Renaissance vor allem in Kirchen in Form von Altarbildern und Wandmalereien statt. Aber auch Landschaften und Portraits, Stillleben und Alltagsszenen finden Eingang in die bildende Kunst. Im Gegensatz zum Mittelalter traten nun die Künstler selbst mehr in den Vordergrund. Zudem änderte sich das Menschenbild durch Galileo Galileis Entdeckung, dass nicht die Erde im Zentrum des Universums stehe.

Obwohl sich die Kunst nach wie vor in vielerlei christlichen Motiven ausdrückte, gab es erstmals Zweifel am bestehenden System. Christliche Motive wurden greifbarer und alltäglicher dargestellt als zuvor. Auch Motive der antiken Mythologie wurden immer beliebter. Die Kunst beschäftigte sich mit den Fragen, was schön sei und wie man Schönes noch schöner darstellen könne. Die Anatomie des Menschen, richtige Proportionen und Selbstbildnisse gehörten ebenfalls zu wichtigen Themen der Kunst.

Ein prägendes Merkmal ist die Zentralperspektive (auch Frontperspektive). Sie rückt den Blick des Zeichners in das Zentrum des Bildes und schafft durch eine neue Flächenaufteilung den Eindruck von Dreidimensionalität. Sämtliche Linien verlaufen auf einen Fluchtpunkt zu und schaffen so den Eindruck von Tiefe.

Leonardo da Vinci: ein Steckbrief

Das Universalgenie Leonardo Da Vinci (1452-1519)

Leonardo da Vinci ist einer der Hauptvertreter der Renaissance. Er galt bereits zu seiner Zeit als Universalgenie und arbeitete in den verschiedensten Bereichen. Seine Haupttätigkeit galt der Malerei, aus der beispielsweise seine berühmten Werke “Mona Lisa” und "Das Abendmahl" entstanden sind. Wir haben einen kurzen Steckbrief für dich erstellt, der alle wichtigen Informationen über Leonardo da Vinci enthält. Er ist hilfreich für Referate oder die mündliche Mitarbeit in der Schule oder Universität.

Name:

  • Leonardo da Vinci

Geboren:

  • 15. April 1452 in einem Bauernhaus in Anchiano bei Vinci (etwa 30 km von Florenz)

Gestorben:

  • 2. Mai 1519 in Cloux (in der Nähe der französischen Stadt Amboise)

Leben:

  • Er war das Kind einer Affäre zwischen dem Notar Piero da Vinci und der Magd Caterina
  • Er lebte zunächst bei seinem Vater in Florenz, der insgesamt viermal verheiratet war und über zehn Kinder hatte
  • Mit fünf Jahren zog er auf den Landsitz des Vaters in Vinci
  • Er erhielt eine gute Bildung, sein Vater erkannte und förderte sein künstlerisches Talent

Karriere:

  • Latein, Geometrie und Mathematik bis zum 14. Lebensjahr
  • 1466 bis 1476 Lehrling in Verrocchios Werkstatt (Malerei und Bildhauerei)
  • 1482 bis 1499 arbeitete er für den Herzog von Mailand (Ludovico Sforza), er hatte sein eigenes Atelier und lehrte Schülern sein Handwerk
  • 1500 Militärarchitekt und Baumeister im Dienst von Cesare Borgias in Florenz
  • 1513 bis 1516 im Dienst von König Francois I in Rom

Seine bekanntesten Werke:

  • Taufe Christi (1472–1475)
  • Madonna mit der Nelke (1475)
  • Dame mit dem Hermelin (1483–1490)
  • Das Abendmahl (1495–1498), zu sehen in der Kirche “Santa Maria delle Grazie” in Mailand, Italien
  • Mona Lisa (1503–1505/06), zu sehen im “Louvre” in Paris, Frankreich
  • Der vitruvianische Mensch (um 1490), zu sehen in der “Galleria dell’ Accademia” in Venedig, Italien

Wissenschaftliche Tätigkeiten:

  • Anatomie
  • Botanik
  • Mathematik
  • Physik und Mechanik
  • Militärarchitektur
  • Astronomie
  • Bau
  • Hydraulik
  • Musik

Erfindungen:

  • Fluggerät
  • Helikopter
  • Fallschirm
  • Maschinengewehr
  • Zeitmessgerät

Interessante Fakten:

  • Er war sein Leben lang Vegetarier
  • viele seiner Werke blieben Ideen oder wurden nie fertiggestellt, Liefertermine wurden nicht eingehalten und ihm wurde Leichtsinnigkeit nachgesagt
  • Er sezierte nach eigenen Angaben mehr als 30 menschliche Körper
  • Er war nie verheiratet, hatte keine Beziehungen zu Frauen und keine Kinder
  • Er wurde 1476 der Sodomie mit einem 17-jährigen Jungen bezichtigt, der für ihn Modell stand und wurde für einen Tag inhaftiert
  • Einer seiner letzten Wünsche war, dass 60 arme Männer als Fackelträger an seiner Beerdigungszeremonie teilnehmen sollten

Vertreter und Werke

Ausschnitt aus "Die Erschaffung Adams" von Michelangelo

  1. Leonardo da Vinci
    Der vitruvianische Mensch (Proportionsstudie nach Vitruv, 1492)
    Mona Lisa (1503–1506)
    Das Abendmahl (1495–1498)
  2. Michelangelo
    David (Skulptur, 1501–1504)
    Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle (u.a. Die Erschaffung Adams)
  3. Albrecht Dürer
    Das Rosenkranzfest (1506)
    Adam und Eva (1507)
    Maria mit der Birnenschnitte (1512)
  4. Raffael
    Madonna im Grünen (1505/06)
    Die Schule von Athen (1510/1511)
    Verklärung Christi / Transfiguration (1520)
  5. Botticelli
    Die Geburt der Venus (1485/86)
    Der Frühling (um 1478–1482)
    Venus und Mars (um 1483)

Architektur der Renaissance

Wie in der Philosophie, der Literatur und der bildenden Kunst idealisiert auch die Architektur die Antike. Sie nimmt die römische Architektur als Vorbild und versucht, sie zu verfeinern. Säulen, Pilaster (Teilpfeiler in der Mauerwand) und Kapitellen (verziertes Kopfstück einer Säule) sind sehr beliebt. Die griechische Antike gerät eher in den Hintergrund.

Die Bauwerke sind symmetrisch und weisen geometrische Formen wie Kugeln, Halbkugeln, Würfel und Zylinder auf. Der Grundriss ist zur besseren Verteidigung von allen Seiten ebenfalls geometrisch gestaltet. Die Bauwerke sind verputzt oder aus Marmor und Naturstein. Die Renaissance-Architektur ist vor allem ein italienisches Phänomen. In Deutschland und anderen Teilen Europas wird die Architektur dieser Zeit weitgehend von der Gotik beeinflusst.

Vertreter und Bauwerke

Die Basilica di San Lorenzo von Filippo Brunelleschi

  1. Filippo Brunelleschi
    Basilika di San Lorenzo in Florenz (1393)
  2. Bramante
    Tempietto (1503) in Rom
  3. Michelangelo
    Pilaster für das Kapitol in Rom
  4. Leon Battista Alberti
    Sant Andrea in Mantua
  5. Palladio
    Villa La Rotonda in Vicenza (1567–1571)
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