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Flugsaurier: 8 Merkmale & 8 Steckbriefe (+ Bilder)

Verschiedene Flugsaurier (Pterosaurier) lebten vor vielen Millionen Jahren auf unserer Erde. Wir haben Wissenswertes, ihre wichtigsten Merkmale, Steckbriefe zu acht Arten und anschauliche Bilder für dich zusammengestellt.

Bereits vor 228 Millionen Jahren gab es Flugsaurier (Pterosaurier). Sie lebten zusammen mit den Dinosauriern eine sehr lange Zeit auf unserer Erde. Es gab sie in den unterschiedlichsten Formen und Arten, von denen jede faszinierende Merkmale hat.

Wissenswertes über Flugsaurier

Wissenswertes über Pterosaurier

Im Folgenden verraten wir dir, was Flugsaurier sind und wo der Unterschied zu den Dinosauriern liegt. Außerdem informieren wir dich über niedrigere Klassifizierungen. Dazu gehört die Einteilung der Flugsaurier in Gruppen und Familien. Danach erfährst du, wer der größte Flugsaurier aller Zeiten war.

Was Flugsaurier sind

Flugsaurier sind fliegende Reptilien, die zur selben Zeit wie die Dinosaurier lebten. Ihr wissenschaftlicher Name lautet “Pterosaurier” (lat. “Pterosauria”). Sie hatten Flughäute, die wie Tragflächen funktionierten und mit denen sie als erste Wirbeltiere die Lüfte eroberten.

Zu den Pterosauriern gehörten verschiedene Familien, Gattungen und Arten, die vor 66 Millionen Jahren zusammen mit den Dinosauriern ausstarben. Bekannte Gattungen sind der Pteranodon und der Pterodactylus.

Unterschied zwischen Flugsaurier und Dinosaurier

Flugsaurier versus Dinosaurier

Flugsaurier stammen wie die Dinosaurier, Krokodile und Vögel von den sogenannten “Archosauriern” (lat. “Archosauria”) ab. Sie bilden also eine Schwestergruppe zu den Dinosauriern, gehören aber nicht zur selben Gruppe.

“Saurier” bedeutet “Echse”. Der Begriff “Dinosaurier” lässt sich mit “schreckliche Echsen” übersetzen. Mit dieser Bezeichnung sind die Landwirbeltiere der Urzeit wie Ankylosaurus und Tyrannosaurus Rex gemeint.

Flugsaurier sind hingegen “fliegende Echsen” oder "Flügelechsen" und zeichnen sich durch ihre Flughäute und einen bestimmten Körperbau aus. Die Bezeichnungen “Flugdinosaurier” oder “Flugdino” sind also streng genommen nicht richtig, auch wenn jeder weiß, welche Tiere damit gemeint sind.

Der Vorfahre der Flugsaurier war wahrscheinlich eine kleine Echse des Trias namens Scleromochlus taylori.

Sie weist sowohl Merkmale von Dinosauriern als auch von Flugsauriern auf. Ihre Größe lag etwa bei 23 Zentimetern. Sie war sehr grazil, hatte vielleicht bereits kleine Flughäute und war ein guter Springer.

Niedrigere Klassifizierungen

Der Langschwanzflugsaurier Dimorphodon

Die niedrigere Klassifizierung zeigt, welche Gattungen und Familien sich hinter der Gruppe der Flugsaurier verbergen. Sie wurden lange eingeteilt in Langschwanzflugsaurier (Rhamphorhynchoidea) und Kurzschwanzflugsaurier (Pterodactyloidea).

Erstere haben einen längeren Schwanz, kurze Mittelhandknochen und starben im Oberjura aus, Zweitere hatten einen sehr kurzen Schwanz, längere Mittelhandknochen und sind erst zur Mitte des Jura aufgetaucht. Sie starben erst zum Ende der Kreide aus.

Im Laufe der Zeit wurde aber deutlich, dass die Kurzschwanzflugsaurier (im Folgenden abgekürzt mit “KS”) von ihren langschwänzigen Verwandten (“LS”) abstammten. Deshalb werden sie mittlerweile als Untergruppe mit eigenen Familien betrachtet:

  • Flugsaurier:
    Dimorphodontidae (LS), Anurognathidae (LS), Campylognathoidida (LS), Rhamphorhynchidae (LS), Pterodactyloidea (KS)
  • Pterodactyloidea (KS):
    Ctenochasmatoidea, Ornithocheiroidea, Dsungaripteroidea, Azhdarchoidea

Zu den genannten Gruppen und Familien gehören jeweils unterschiedliche Gattungen und Arten. Der Pterodactylus gehört zum Beispiel zu den Ctenochasmatoidea und Pteranodon zu den Ornithocheiroidea.

Größter Flugsaurier aller Zeiten

Als größter Flugsaurier der Welt galt lange der Quetzalcoatlus northropi. Er hatte eine Flügelspannweite von 11 bis 13 Metern und wurde zwischen 100 und 200 Kilogramm schwer.

Konkurrenz macht ihm ein neuerer Fund eines Flugsauriers aus dem Jahr 2009 in Transsilvanien (Rumänien), der vorerst “Dracula” genannt wurde. Er hat mindestens 12 Meter Spannweite und wird auf ein Gewicht von 500 Kilogramm geschätzt.

Seine Größe ist vergleichbar mit der einer Giraffe. Forschende sind sich bei diesem Riesen sogar uneinig, ob er durch sein hohes Körpergewicht überhaupt fliegen konnte.

8 Merkmale von Flugsauriern

In den nächsten Kapiteln findest du alle wichtigen Merkmale der Flugsaurier. Dazu gehören ihr Lebensraum und ihre Lebensweise sowie körperliche Eigenschaften und ihre Flugfähigkeiten. Außerdem verraten wir dir, wie alt sie in etwa geworden sind und warum sie ausstarben.

Wann Flugsaurier lebten

Rhamphorhynchus lebte bereits während der Trias

Die fliegenden Echsen lebten in etwa zur selben Zeit wie die Dinosaurier vor 235 bis 66 Millionen Jahren. Die bisher ältesten gefundenen Flugsaurier-Fossilien sind 228 Millionen Jahre alt.

Zur Zeit des Trias hatten die Flugsaurier meist noch lange Schwänze und Zähne. Im Jura kam es dann zu einigen Veränderungen in der Evolution der Tiere. Sie besiedelten die ganze Welt und die Langschwanzflugsaurier verschwanden ab der Mitte dieser Zeitperiode langsam.

Es gab immer mehr neue Gattungen mit kürzeren Schwänzen und Zähnen, die zum Ende des Jura große Artenvielfalt erreichten.

In der Kreidezeit entwickelten sich schließlich die größten Flugsaurier, die wir heute kennen. Gleichzeitig entstanden auch die größten Dinosaurier-Arten. Manche Flugsaurier-Arten hatten zu dieser Zeit bereits keine Zähne mehr.

Lebensräume der Pterosaurier

Pterosaurier gab es auf der ganzen Welt. Beispiele sind Deutschland, England, Brasilien, Marokko, Amerika und Tansania. Sie lebten meist in Küstenregionen oder auf Insellandschaften.

Es wird aber auch nicht ausgeschlossen, dass sie vielleicht in Wäldern, Wüsten und Berglandschaften lebten. Da die Bedingungen zum Erhalten der Knochen und die Knochen ohnehin sehr dünn waren, könnten hier einige Arten verloren gegangen sein.

Lebensweise und Ernährung

Vermutlich waren alle Flugsaurier Raubtiere und Fleischfresser. Die älteren Arten der Langschwanzflugsaurier fraßen wahrscheinlich wirbellose Tiere wie Würmer und Insekten. Später weitete sich die Ernährung auf Fisch und kleinere Wirbeltiere wie Echsen oder Frösche aus.

Manche Arten wie Pterodactylus blieben auch weiterhin bei Wirbellosen. Es gab sogar eine Gattung namens Pterodaustro, die ihre langen spitzen Zähne als Filter für Meerwasser nutzte, um Plankton zu schöpfen.

Flugsaurier legten Eier. Ihr Nachwuchs war wahrscheinlich bereits kurz nach dem Schlüpfen flugfähig und unabhängig. Oft findet man Darstellungen der Tiere in Kolonien oder Gruppen.

Diese Annahme basiert auf einem Fund in Chile, bei dem man viele Fossilien junger Pterosaurier fand. Dieser Fund zeigt jedoch nicht, ob sich die Tiere nur zur Eiablage versammelten oder wirklich zusammen lebten.

Flugfähigkeiten

Flugfähigkeiten von Pterosauriern

Forschende gehen davon aus, dass insbesondere kleinere Arten sehr gut eigenständig und dynamisch fliegen konnten. Größere und schwerere Arten nutzten wahrscheinlich den Segelflug oder Gleitflug für sich und waren auf günstige Windbedingungen angewiesen.

So konnten sie allerdings lange Strecken zurücklegen. Außerdem wird angenommen, dass die meisten Arten aus eigener Kraft vom Land und dem Wasser starten konnten.

Körpermerkmale und Haltung

Flugsaurier hatten große Flughäute, die als Tragflächen zum Gleiten und zum aktiven Fliegen dienten. Sie waren zwischen ihren Armen und Beinen gespannt. Ihre Knochen waren sehr leicht gebaut, da sie mit weniger Gewicht besser fliegen konnten.

Weil zum Fliegen viel Energie benötigt wurde, waren die Saurier vermutlich teilweise behaart, um Wärme besser zu speichern. Dafür sprechen auch einige Funde mit Haarabdrücken. Was die Behaarung anbelangt, gehen die Meinungen der Forschenden allerdings manchmal auseinander. Zudem wird vermutet, dass die Tiere Warmblüter waren.

Viele Arten besaßen sogenannte Kopfkämme oder Hauptkämme. Sie waren vermutlich dazu da, um zu kommunizieren. Sie könnten Warnungen vermittelt und bei der Balz und der Wahl der Sexualpartner eine Rolle gespielt haben.

Flugsaurier hatten außerdem einen sehr guten Gleichgewichtssinn, der mit einer bestimmten Beschaffenheit des Innenohrs zusammenhängt. Sie mussten Balance halten, um sich dreidimensional im Raum bewegen zu können.

Was die Haltung der Tiere anbelangt, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die meisten Forschenden gehen aber heute davon aus, dass Flugsaurier ihre Arme als Stützen nutzen und sich auf vier Beinen wie heutige Fledermäuse fortbewegten. Dafür spricht auch ihre Beckenhaltung.

Gewicht, Größe und Geschwindigkeit

Gewicht, Größe und Geschwindigkeit

Was das Gewicht anbelangt, unterscheiden sich Flugsaurier stark. Eines der kleinsten Tiere war Nemicolopterus crypticus. Er hatte eine Flügelspannweite von nur 25 Zentimetern, wog nur 20 Gramm und wurde gerade mal so groß wie ein Spatz.

Die größten Exemplare sind der Quetzalcoatlus, der Hatzegopteryx und eine Neuentdeckung namens ‘Dracula’. Sie hatten eine Flügelspannweite von bis zu 13 Metern, konnten 9 Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm auf die Waage bringen.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele Arten, die durchschnittliche Größen erreichten. Die Maximalgeschwindigkeit lag wahrscheinlich bei etwa 60 Kilometern pro Stunde. Dieser Schätzwert entspricht in etwa der Geschwindigkeit eines Flughundes.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung der Flugsaurier war unterschiedlich. Kleinere Exemplare starben sicherlich früher als größere. Da Raubsaurier wie der T-Rex allerdings höchstens 30 Jahre alt werden konnten, kann man davon ausgehen, dass sie nicht unbedingt älter wurden.

Langhalsige Sauropoden wie der Brachiosaurus werden hingegen auf eine Lebenserwartung von 50 bis 120 Jahren geschätzt.

Aussterben der Flugsaurier

Aussterben der Pterosaurier

Die Pterosaurier starben gerade dann aus, als sie ihre größte Artenvielfalt erreichten. Grund dafür war das Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren, bei dem auch die Dinosaurier und 20 Prozent aller Tierfamilien ausstarben.

Vermutlich kam es zu diesem Ereignis, weil ein 14 Kilometer großer Meteorit auf der Erde einschlug, der Meeresspiegel absank und es viele Vulkanausbrüche gab. Dieses große Aussterben ist nur eines von vielen in der Erdgeschichte.

Wir Menschen entwickelten uns erst langsam in der Steinzeit vor 2,6 Millionen Jahren. Die Flugsaurier lebten fast 170 Millionen Jahre auf unserer Erde.

Steckbriefe von 8 Flugsaurier-Arten

Insgesamt gibt es über 100 Flugsaurier-Arten. In diesem Kapitel findest du Steckbriefe zu acht verschiedenen Flugsauriern. Wir haben jeweils die Gattung, die bekannten Arten und wichtige Daten wie Lebensraum, Zeit und Größe genannt.

Darunter befinden sich große Arten wie Quetzalcoatlus, mittelgroße Arten wie Pteranodon und kleinere Arten wie Pterodactylus.

Von manchen Sauriern gibt es noch nicht viele fossile Funde. Deshalb ist es manchmal nicht möglich, alle Körpermerkmale wie Länge und Gewicht einwandfrei zu bestimmen. Du erhältst in jedem Steckbrief so viele Informationen, wie nach heutigem Wissensstand möglich sind.

Pteranodon

Pteranodon

Der Flugsaurier Pteranodon (“zahnloser Flügel”) ist ein sehr großer Flugsaurier aus der Familie der Kurzschwanzflugsaurier (Pterodactyloidea). Von dieser Gattung sind drei Arten bekannt: Pteranodon sternbergi, Pteranodon longiceps und Pteranodon ingens.

Sie lebten zur Zeit der Kreide und es gibt bereits über 1.000 Funde der Fossilien aus Kansas, Alabama, Nebraska, Wyoming und South Dakota. Pteranodon lebte dort in der Nähe eines Flachmeers, wo warmes Klima herrschte und er ernährte sich von Fischen.

Ein Erkennungsmerkmal des Flugsauriers ist, dass sein Schnabel leicht nach oben gebogen war. Außerdem besaß er wie die modernen Vögel keine Zähne. Seine Augen waren sehr klein und lagen seitlich und recht weit oben an seinem Schädel.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist sein Hinterhauptkamm, der unterschiedliche Formen annehmen konnte. Bei manchen Exemplaren lief er eher lang und spitz nach hinten zu und bei anderen nahm er breitere Formen an.

  • Gattung: Pteranodon
  • Bekannte Arten: P. sternbergi, P. longiceps, P. ingens
  • Zeit: Oberkreide (vor 86 bis 72 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Nordamerika
  • Länge: 3 Meter
  • Flügelspannweite: 7–9 Meter
  • Gewicht: Etwa 20 Kilogramm
  • Geschwindigkeit: 47 km/h

Pterodactylus

Eine Gruppe Pterodactylus

Der Saurier Pterodactylus (“Flügelfinger”) ist ein naher Verwandter des Pteranodon. Er lebte allerdings früher, zur Zeit des Jura. Außerdem war er deutlich kleiner und besaß keinen Knochenkamm am Kopf.

Ein weiterer Unterschied ist, dass der Pterodactylus noch Zähne hatte. Sie saßen auf der vorderen Kieferhälfte. Seine versteinerten Knochen fand man bisher in England (Weymouth), Deutschland (Solnhofen, Mörnsheim) und Ostafrika (Tansania).

Im Laufe der Zeit wurden die Funde des kleinen Flugsauriers verschiedenen Arten zugeordnet. Allerdings ist heute nur noch Pterodactylus antiquus anerkannt. Dieser Saurier gehört heute zu den bekanntesten und wird oft als Stellvertreter der Pterosaurier genannt.

  • Gattung: Pterodactylus
  • Bekannte Arten: P. antiquus
  • Zeit: Oberjura (vor 152,1 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Europa (England, Deutschland), Afrika (Tansania)
  • Länge: etwa 50–75 Zentimeter
  • Flügelspannweite: 50–104 Zentimeter
  • Gewicht: etwa 2 Kilogramm
  • Geschwindigkeit: 18 km/h

Quetzalcoatlus

Quetzalcoatlus

Der Flugsaurier Quetzalcoatlus gehört zu den größten der Welt. Er lebte in der Kreidezeit und wurde nach der mesoamerikanischen Windgottheit “Quetzalcoatl” benannt. Sie war bereits den Azteken und Maya bekannt und lässt sich in etwa mit “gefiederte Schlange” übersetzen.

Erstmals gefunden wurde der Pterosaurier an der Grenze zu Mexiko im texanischen Big-Bend-Nationalpark in Nordamerika im Jahr 1975. Weitere Funde gab es in Mittelamerika. Zur Zeit der Kreide herrschte dort tropisches Klima und Quetzalcoatlus lebte an Meeresufern, Küsten, Lagunen und Überschwemmungsgebieten.

Bis heute sind die Paläontologinnen und Paläontologen sich nicht sicher, ob der Flugsaurier sich auf zwei Beinen (biped) oder auf vier Beinen (quadruped) fortbewegte. Seine Flüge startete er vermutlich aus eigener Kraft, legte längere Strecken aber eher im Segelflug zurück.

Quetzalcoatlus hatte einen langen Hals und einen langen, dünnen Schnabel. Er könnte damit wie ein Reiher Fische gefangen oder wie ein Marabu Aas oder kleinere Beutetiere verspeist haben. Die einzige bisher bekannte Art ist Quetzalcoatlus northropi. Sie ist vermutlich eine der schnellsten Flugsaurier-Arten.

  • Gattung: Quetzalcoatlus
  • Bekannte Arten: Q. northropi
  • Zeit: Oberkreide (vor 72–66 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Nordamerika, Mittelamerika
  • Länge: etwa 6–9 Meter
  • Flügelspannweite: 11–13 Meter
  • Gewicht: 100–200 Kilogramm
  • Geschwindigkeit: 57 km/h

Hatzegopteryx

Quetzalcoatlus (links) vs. Hatzegopteryx (rechts)

Der Hatzegopteryx ist einer der größten Flugsaurier. Er gehört zu den Kurzschwanzflugsauriern (Pterodactyloidea) und lebte in der Kreidezeit. Bisher ist nur eine Art beschrieben worden: Der Hatzegopteryx thambema.

Benannt wurde der Hatzegopteryx nach seinem Fundort “Hațeg” (deutsch: “Hötzing”) in der rumänischen Region Transsilvanien. Das altgriechische “pteryx”, das in seinem Namen vorkommt, bedeutet “Flügel”. Der Artname “thambema” bedeutet “der Schrecken” auf Altgriechisch.

In aufrechter Haltung war der Hatzegopteryx wahrscheinlich so hoch wie eine Giraffe. Sein Schädel ist mit drei Metern Länge der größte Schädel eines Landwirbeltieres der Welt. Wie fast alle Flugsaurier hatte er einen leichten Knochenbau und wog für seine Verhältnisse recht wenig.

Sein Lebensraum bestand aus einer urzeitlichen Insellandschaft mit mehreren Inseln, auf denen er Beute bis zur Größe eines Ponys jagen und verschlingen konnte.

  • Gattung: Hatzegopteryx
  • Bekannte Arten: H. thambema
  • Zeit: Oberkreide (vor 72–66 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Rumänien (Europa)
  • Höhe: 5–6 Meter
  • Flügelspannweite: bis 12 Meter
  • Schädellänge: 3 Meter
  • Gewicht: 100–200 Kilogramm

Thalassodromeus

Thalassodromeus

Von Thalassodromeus (“Meeresläufer”) ist bisher eine Art bekannt: Thalassodromeus sethi. Der Artname “sethi” bezieht sich hierbei auf den ägyptischen Gott des Meeres “Seth”. Erstmals beschrieben wurde die Art im Jahr 2002.

Der Flugsaurier lebte zur Zeit der Kreide fast 20 Millionen Jahre lang in Brasilien. Seine Fossilien wurden in der Santana-Formation gefunden. Er ist ein Kurzschwanzflugsaurier und besitzt einen auffälligen Knochenkamm.

Vermutlich ernährte er sich nicht von Fischen und anderen Meerestieren, wie zuvor vermutet wurde. Forschende fanden heraus, dass der gebogene Schnabel eher auf Kraftakte und Gegenwehr ausgerichtet war, was vermuten lässt, dass er sich von kleineren Landtieren ernährte.

  • Gattung: Thalassodromeus
  • Bekannte Arten: T. sethi
  • Zeit: Unter- bis Oberkreide (vor 112–93,5 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Brasilien
  • Flügelspannweite: 5,30 Meter
  • Länge: etwa 1,80 Meter
  • Schädellänge: 1,42 Meter (inkl. Knochenkamm)
  • Gewicht: 10 Kilogramm

Dimorphodon

Dimorphodon

Diese Flugsaurier-Gattung stammt aus den Anfängen des Jura. Sie lebte 24 Millionen Jahre lang auf unserer Erde. Zugeorndet wird sie den Langschwanzflugsauriern und ihre Familie sind die Dimorphodontidae. Bis heute sind zwei Arten bekannt: Dimorphodon macronyx und Dimorphodon weintraubi.

“Dimorphodon” bedeutet aus dem Griechischen übersetzt “zwei Arten von Zähnen”. Er wurde ausgewählt, da die Zähne des Sauriers vorn am Schnabel größer und länger waren als die hinteren Zähne. Eine solche Anordnung findet man bei Reptilien nicht oft.

Sie sind sein stärkstes Erkennungsmerkmal neben einem langen, dünnen Schwanz und einem Schädel, der mit dem des Papageientauchers vergleichbar ist. Dimorphodon war wahrscheinlich Fleischfresser und ernährte sich von kleinen Echsen, Insekten, Würmern und anderen kleinen Lebewesen.

  • Gattung: Dimorphodon
  • Bekannte Arten: D. macronyx, D. weintraubi
  • Zeit: Unterjura (vor 199,6–175,6 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: England (Europa)
  • Länge: 1 Meter
  • Flügelspannweite: 1,2 Meter
  • Kopflänge: 20 Zentimeter
  • Gewicht: 2 Kilogramm

Anhanguera

Anhanguera

Der Flugsaurier Anhanguera lebte zur Kreidezeit in Brasilien, Australien, Russland, England und Marokko. Benannt wurde er in der Tupi-Sprache, einer indigenen brasilianischen Sprache. Sein Name bedeutet übersetzt “alter Teufel”. Bisher wurden vier Arten von ihm entdeckt.

Sein auffälligstes Merkmal ist der schlanke Schädel und der schmale Schnabel, aus dem spitze Zähne hervor ragen. Der vordere Teil des Oberkiefers weist einen Höcker durch einen Knochenkamm auf. Zudem bewegte er sich auf vier Beinen fort.

  • Gattung: Anhanguera
  • Bekannte Arten: Anhanguera blittersdorffi, A. ligabuei, A. piscator, A. santanae (Synonym: Araripesaurus santanae)
  • Zeit: Unter- bis Oberkreide (vor 112,9–93,9 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Brasilien, Australien, Russland, Kent (England), Erfoud (Marokko)
  • Länge: 1,2 Meter
  • Flügelspannweite: 4–5 Meter
  • Kopflänge: 50 Zentimeter
  • Gewicht: 5–8 Kilogramm
  • Geschwindigkeit: 42 km/h

Tapejara

Tapejara

Die Gattung Tapejara lebte im Brasilien der Kreidezeit. Ihr Name bedeutet “das alte Wesen” auf der Tupi-Sprache. Sie wurde von vielen Ethnien und Völkern in Brasilien gesprochen, als die Portugiesen in der Kolonialzeit das Land eroberten.

Dieser Gattung zugeordnet wurden früher drei Arten, die sich alle durch einen ausgeprägten Knochenkamm auf dem Kopf auszeichnen. Zudem hatten sie einen kurzen Schnabel, der an heutige Vögel erinnert.

Die Größte der Arten mit bis zu 6 Metern Flügelspannweite wurde mittlerweile einer eigenen Gattung zugeordnet: dem Tupandactylus. Die heute einzig anerkannte Art ist Tapejara wellnhoferi, benannt nach dem deutschen Paläontologen Peter Wellnhofer.

Von diesem Flugsaurier gab es erst wenige Funde, weshalb Forschende noch nicht viel über sein Verhalten und seinen Körperbau sagen können. Ein ähnliches Exemplar aus Brasilien ist der Tupuxuara. Er lebte zur selben Zeit wie der Tapejara und erreichte eine Flügelspannweite von etwa 5,5 Metern.

  • Gattung: Tapejara
  • Bekannte Arten: T. wellnhoferi (ungültig: T. navigans, T. imperator)
  • Zeit: Unterkreide (vor 110 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Brasilien (Südamerika)
  • Länge: 0,5–0,7 Meter
  • Flügelspannweite: etwa 1,4 Meter
  • Gewicht: etwa 0,5 Kilogramm
  • Geschwindigkeit: 29 km/h

Unterschied zum Archaeopteryx

Unterschied zwischen Flugsauriern und Archaeopteryx

Der Archaeopteryx gilt als Urvogel und entfernter Vorfahre der heutigen Vögel. Er ist ein sogenanntes “Brückentier” zwischen Dinosaurier und Vogel. Im Unterschied zu den Flugsauriern hatte er Federn und eine schnabelartige Schnauze mit Zähnen.

Er fraß Eidechsen und Insekten und war ein Nachfahre der Raubsaurier. Außerdem war der Archaeopteryx noch kein Meister des Fliegens und befand sich in einer Übergangsform. Die meisten Flugsaurier-Arten waren hingegen auf das Fliegen ausgerichtet.

Sie lebten in Küstenregionen, wo sie Fisch fangen konnten und besaßen Flughäute, die man heute beispielsweise bei Fledermäusen findet. Hier findest du alles Wissenswerte über den Archaeopteryx.

Vögel und Fledertiere (etwa Fledermäuse und Flughunde) haben ihre Flugfähigkeiten anders und später entwickelt als die Flugsaurier.

Pterosaurier in den Medien

Der wohl bekannteste Flugsaurier in den Medien ist der Pteranodon “Petrie” aus der Filmreihe “In einem Land vor unserer Zeit” (ab 1988).

In den Filmen wird er als “Flieger” bezeichnet und erlebt Abenteuer zusammen mit dem Protagonisten “Littlefoot” (Brontosaurus) und seinen Freunden Cera (Triceratops), Ducky (Saurolophus) und Spike (Stegosaurus).

Neben Dokumentationen, Ausstellungen und Sachbüchern kommen Flugsaurier auch in Videospielen wie "ARK: Survival Evolved" (2017) vor. Dort findest du mehrere Flugsaurier-Arten, die du zähmen und auf ihnen reiten kannst.

Sichtungen von Flugsauriern

Berichte von Flugsaurier-Sichtungen

Immer wieder gab es Sichtungen von Wesen, die als Flugsaurier beschrieben wurden. Angeblich sah man sie in Afrika, den USA (Kalifornien, Texas, Wyoming), Brasilien, Vietnam, Madagaskar, Neuseeland und auf Kreta.

Der “Ropen” soll sein Unwesen auf Papua-Neuguinea treiben und erregt heute die meiste Aufmerksamkeit. Der “Kongamato” oder “Olitiau” wurde vor allem in Afrika beschrieben.

In den 1920er Jahren wurde das Volk der Kaonde von Frank Hulme Melland befragt und erzählte von Sichtungen eines Tiers mit Flügeln aus Haut und Zähnen im Schnabel. Sie identifizierten ihn als Pterodactylus.

Deshalb glauben manche Kryptozoologen, dass einige der Tiere aus der Urzeit bis heute überlebt haben könnten. Beweise hierfür gibt es nicht. Allerdings kann man ihr Überleben auch nicht zu 100 Prozent ausschließen.

Denn auch den Quastenflosser hielt man für ausgestorben bis er 1938 wiederentdeckt wurde. Ähnliche Vermutungen und angebliche Sichtungen gibt es von dem riesigen Urzeit-Hai Megalodon

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