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Homo Erectus: Steckbrief + 8 Merkmale des Frühmenschen

Homo erectus war unser erster Vorfahre mit aufrechtem Gang und Jagdfähigkeiten. Aus ihm hat sich Homo sapiens, der moderne Mensch, entwickelt. Wir haben alles Wissenswerte, acht Merkmale und einen Steckbrief zum Frühmenschen für dich.

Homo erectus war die erste Menschenart, die dem modernen Menschen (Homo sapiens) ähnelte. Er hatte vermutlich als Erster einen vollständig aufrechten Gang, wurde vom Gejagten zum Jäger und nutzte Feuer. Das macht ihn zu einem unserer spannendsten Vorfahren.

Wissenswertes über Homo erectus

Homo erectus gehört zu den sogenannten Frühmenschen. Er ist einer der Vorfahren des modernen Menschen und sein Gang ähnelte unserem bereits stark.

Im Folgenden findest du alles, was du über den Homo erectus wissen solltest. Dazu gehören die Fundorte seiner Skelette, die Bedeutung seines Namens, seine Vorfahren und Nachfahren sowie die Unterscheidung zum Homo ergaster.

Fundorte des Frühmenschen

Schädel eines Homo erectus

Die ersten Funde des Homo erectus wurden auf der Insel Java in Indonesien von Eugène Dubois gemacht. 1891 entdeckte er ein Schädeldach mit ausgeprägten Überaugenwülsten und einen Backenzahn, 1892 einen vollständigen Oberschenkelknochen.

Viele Funde wurden dem Homo erectus nachträglich zugeordnet, auch wenn sie zunächst einen eigenen Gattungs- und Artnamen erhalten hatten. Nachweise für die jüngsten Frühmenschen dieser Art sind 14 Exemplare aus einem Dorf in Asien.

Weitere Knochen und Knochenteile entdeckte man in Afrika, genauer in Südafrika, Algerien, Kenia, Tansania, Äthiopien und Marokko. Auch die "Fossilien von Dmanisi", die man 1991 fand, wurden dem Homo erectus zugeordnet. Sie sind die ältesten Fossilien der Gattung Homo, die man außerhalb Afrikas fand.

Bedeutung des Namens

Der Name Homo erectus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt der “aufrechte Mensch” oder auch der “aufgerichtete Mensch”.

Als er 1891/92 gefunden wurde, war er noch bekannt als Java-Mensch. Eugène Dubois war der Entdecker und bezeichnete ihn mit dem wissenschaftlichen Namen “Anthropopithecus erectus”, was sinnhaft übersetzt “aufrechter Menschenaffe” bedeutete.

Vorfahren des Homo erectus

Die Evolution des Menschen begann allmählich vor 7 Millionen Jahren in Afrika. Aus einem gemeinsamen Vorfahren namens Alesi entwickelten sich einerseits die Schimpansen und andererseits die Hominiden. Es entstanden die sogenannten Urmenschen.

Einer von ihnen war Australopithecus. Von dieser Gattung lebten verschiedene Arten vor etwa 4 bis 2 Millionen Jahren in der Savanne von Afrika. Sein Gehirn war nur etwas größer als das eines Schimpansen (400 bis 500 cm³).

Australopithecus afarensis

Der bekannteste Fund namens “Lucy” beweist, dass Australopithecus bereits zu einem aufrechten Gang fähig war. Allerdings ist unklar, wie häufig er diesen wirklich nutzte. Aus der Linie des Australopithecus entwickelte sich schließlich die Gattung Homo (“homo” = “Mensch”).

Die frühesten Vertreter der Gattung Mensch sind Homo rudolfensis (vor 2,5 bis 1,8 Millionen Jahren) und Homo habilis (vor 2,1 bis 1,6 Millionen Jahren). Neueren Erkenntnissen zufolge lebten Homo habilis und Homo erectus wahrscheinlich eine Weile zur selben Zeit.

Deshalb wird heute immer häufiger angenommen, dass sich Homo erectus vermutlich aus Homo rudolfensis vor etwa 2 Millionen Jahren zu Beginn der Steinzeit entwickelte. Die beiden Arten weichen körperlich allerdings in vielen Punkten voneinander ab.

Nachfahren des Homo erectus

Homo erectus war der erste Hominide, der vollständig aufrecht ging und sich außerhalb Afrikas ausbreitete. Aus ihm entstand Homo heidelbergensis, der Vorfahre des Homo neanderthalensis, Homo denisova und die kleinwüchsige Menschenart Homo floresiensis.

Der Neandertaler lebte in Europa und war ein muskulöser und kompakter Vertreter der Gattung Homo. Parallel entstand aus Homo erectus in Afrika aber auch der Homo sapiens, der moderne Mensch. Er war größer und schlanker als der Neandertaler. Als der Homo sapiens nach Europa zog, lebten beide für etwa 10.000 Jahre im selben Gebiet.

Homo neanderthalensis und Homo sapiens sind eigentlich keine verschiedenen Arten, sondern Unterarten. Sie lassen sich eher als unterschiedliche Ethnien betrachten. Deshalb müsste man genau genommen von “Homo sapiens neanderthalensis” und “Homo sapiens sapiens” sprechen.

Die beiden Unterarten haben sich teilweise sogar miteinander gepaart, weshalb wir heutigen Menschen sogar noch einen geringen Prozentsatz der Neandertaler-Gene in uns tragen. Der Anteil schwankt zwischen einem und vier Prozent.

Evolution des Menschen

Während der gesamten menschlichen Entwicklung vergrößerte sich das Gehirn, es entwickelte sich der aufrechte Gang und die Behaarung verringerte sich mit der Zeit. Es entstanden Werkzeuge, Sprache und Kultur.

Der Homo sapiens sapiens ist der einzige Vertreter, der alle anderen überlebt hat. Somit kann er als Vorfahre aller heutigen Menschen betrachtet werden. Die Entwicklung des ‘kultivierten’ Menschen seit der Antike macht nur einen Bruchteil der gesamten menschlichen Evolution aus.

Vorteile des aufrechten Gangs

Der aufrechte Gang ist eines der prägnantesten Merkmale von Homo erectus und hat die weitere Entwicklung des Menschen stark beeinflusst. Wir haben alle Vorteile kurz für dich zusammengefasst:

  • Höhere Position
    = Beute und Feinde von Weitem erkennen
  • Freie Hände
    = Nahrung und Werkzeuge tragen, leichteres Jagen
  • Weniger Angriffsfläche der Sonne
    = weniger Überhitzung

Abgrenzung zum Homo ergaster

Schädel eines Homo ergaster

Die Abgrenzung anderer Arten zum Homo erectus sorgt in der Forschung immer wieder für Diskussionen. Beispielsweise ordnen US-amerikanische Paläoanthropologen die ältesten Funde Homo ergaster zu. Immer wieder kam es früher zu fehlenden Abgrenzungen und Verwechslungen, da sich die beiden Arten sehr ähneln und beide aufrecht gehen konnten.

Der Name Homo ergaster bedeutet “Arbeitender Mensch” und wurde aufgrund der Arbeit mit Steinwerkzeugen ausgewählt. Diese Eigenschaft trifft jedoch auch auf frühere Arten wie Homo rudolfensis und Homo habilis zu.

Zwischen Homo erectus und Homo ergaster gibt es allerdings einige feine Unterschiede. Homo ergaster soll unter anderem ein etwas zierlicheres Skelett haben und seine Backenzähne sollen länger und schmaler gewesen sein. Außerdem sei sein Schädel höher gewölbt und der Überaugenwulst schwächer ausgeprägt.

8 Merkmale des Homo erectus

In diesem Kapitel findest du alle wichtigen Merkmale des Homo erectus. Dazu gehören die Klassifizierung seiner Gattung und Art, wann er lebte und wie sein Lebensraum aussah.

Außerdem erfährst du alles über seine Körpermerkmale wie xcKörperbau, Gewicht, Größe und Geschwindigkeit. Seine Lebensweise und Ernährung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wir haben ein Kapitel zu seinen Fähigkeiten und Werkzeugen erstellt und klären dich kurz über die Gehirnentwicklung der Gattung Homo auf. Weiterhin verraten wir dir, wie alt er in etwa werden konnte.

Klassifizierung der Gattung und Art

Klassifizierung der Gattung und Art

Die Menschenart Homo erectus (“Aufrechter Mensch”) gehört zur Gattung Homo (“Mensch”). Menschen gehören wiederum zur Gruppe der Homini, zur Unterfamilie der Homininae und schließlich zur Familie der Menschenaffen.

Menschenaffen werden umgangssprachlich auch “Hominiden” genannt. Die korrekte wissenschaftliche Bezeichnung ist “Hominidae”. Diese Familie gehört zur Überfamilie der Menschenartigen und zur Ordnung der Primaten.

Homo erectus entstand aus der Urmenschen-Gattung Australopithecus (vor 4 bis 2 Millionen Jahren). Aus ihm selbst sind so einige Menschenarten der Gattung Homo entstanden, unter anderem der Peking-Mensch (vor 780.000 bis 400.000 Jahren) und der Denisova-Mensch (vor 160.000 bis 52.000 Jahren).

Auch Homo floresiensis (vor 100.000 bis 60.000 Jahren), ein kleinwüchsiger Vertreter, wird auf ihn zurückgeführt. Ebenso aus ihm entstanden sind Homo heidelbergensis (vor 600.000 bis 200.000 Jahren), der Neandertaler (vor 400.000 bis 40.000 Jahren) und unser Vorfahre, der archaische Homo sapiens.

Wann Homo erectus lebte

Der Frühmensch entstand vor etwa 1,9 bis 2 Millionen Jahren. Die ältesten bisher bekannten Funde werden auf ein Alter zwischen 2,04 und 1,95 Millionen Jahren geschätzt. Die neuesten Funde sollen 117.000 bis 108.000 Jahre alt sein.

Somit würde Homo erectus vollständig in das “Pleistozän”, also die Altsteinzeit, fallen. Der Beginn des Pleistozäns war vor 2,5 Millionen Jahren. Sein Ende fällt in den Übergang zum Holozän vor 12.000 Jahren. Allerdings ist bis heute noch nicht genau erforscht worden, wann der Homo erectus exakt ausstarb.

Lebensraum und Behausung

Lebensraum und Behausung des Homo erectus

Der Homo erectus entstand in Afrika und breitete sich von dort aus auch auf andere Gebiete aus. Dazu gehörten Asien, Südostasien und Europa. Bekannte Vertreter sind der Java-Mensch aus Indonesien, der Peking-Mensch aus China, der Zielmensch aus Südafrika und der Atlas-Mensch aus Algerien.

Auch die in Georgien gefundenen "Fossilien von Dmanisi" werden Homo erectus zugeordnet. Manche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass er Flöße bauen und mit ihnen nach Australien reisen konnte.

Während des Pleistozäns gab es einige Wechsel zwischen Kaltzeit und Warmzeit. Homo erectus erlebte also wahrscheinlich nicht nur die letzte Eiszeit, sondern auch Eiszeiten davor.

Die Behausung des Homo erectus war meist ein Zelt, beziehungsweise eine Hütte. Sie wurde aus einem Gerüst von Ästen und Knochen errichtet und war mit Fellen überzogen. Meist passten mehrere Artgenossen oder Familienmitglieder in eine der Behausungen. Außerdem wurden Feuerstellen in einer Höhle in Afrika gefunden.

Körperbau und Haltung des Homo erectus

Homo erectus war die erste Art der Gattung Mensch, die mit längeren Beinen ausgestattet war. Seine Vorfahren hatten im Verhältnis deutlich kürzere Beine und längere Arme. Ebenfalls hervorzuheben ist sein aufrechter Gang, der ihn vermutlich weite Stecken zurücklegen ließ.

Sein Gehirnvolumen lag durchschnittlich bei 1.000 Kubikzentimetern. Es erhöhte sich mit der Zeit von etwa 650 auf 1.250 Kubikzentimeter. Zum Vergleich: Homo sapiens hat ein Gehirnvolumen von etwa 1.100 bis 1.800 Kubikzentimetern.

Der Schädel des Homo erectus war insgesamt eher flach und nach hinten länglich geformt. Er hatte ausgeprägte Augenbrauenwülste und einen hervorstehenden Kiefer. Ansonsten war er dem heutigen Menschen bereits sehr ähnlich.

Lebensweise und Ernährung

Lebensweise und Ernährung

Homo erectus war wahrscheinlich die erste Menschenart, die Feuer für sich nutzen konnte. Außerdem vermuten Forschende, dass er nicht wie seine Vorfahren gejagt wurde, sondern bereits selbst auf die Jagd ging. Der Frühmensch ernährte sich von

  • Wurzeln
  • Beeren
  • Fleisch (je nach Region von Elefanten, Nashörnern, Damwild oder Pferden)
  • Fisch

Er hatte einen höheren Fleischkonsum als seine Vorfahren. Dieser Anstieg könnte daran liegen, dass er bessere Werkzeuge fertigte, die ihm bei der Jagd und dem Zerlegen des Fleisches behilflich waren.

Neben selbst gejagtem Fleisch könnte sich der Frühmensch teilweise aber auch von Aas ernährt haben. Zudem wurde nachgewiesen, dass Homo erectus vor 500.000 Jahren einer der ersten Fischer war.

Über das Sozialverhalten des Frühmenschen ist bekannt, dass er die recht aufwändige Bearbeitung der Faustkeile weitergegeben haben muss. Außerdem gab es einen Fund, der nahelegt, dass Homo erectus schwache oder kranke Mitglieder seiner Art mit Wasser und Nahrung versorgte. Ob er Kleidung trug oder herstellte, ist bis heute nicht bekannt.

Fähigkeiten und Werkzeuge

Faustkeil

Faustkeile wurden bereits vor 1,75 Millionen Jahren von Homo erectus genutzt. Sie waren Steingeräte mit einer runden Seite zum Greifen und einer spitzen Seite zum Schlagen oder Reißen und sind eines der ältesten Werkzeuge, die es gibt. Zudem fand man etwa 500.000 Jahre alte Speerspitzen zum Jagen von Großwild.

Durch das Beherrschen des Feuers war der Frühmensch theoretisch in der Lage, sein Fleisch zu garen. Ob Homo erectus dies tatsächlich tat, ist allerdings nicht belegt.

Es wurden allerdings eine Million Jahre alte Feuerstellen in der Wonderwerk-Höhle in Südafrika gefunden. Mit ihnen hätte sich Homo erectus während der Kaltzeiten warm halten, im Dunkeln sehen und bei Bedarf wilde Tiere verscheuchen können.

Gehirnentwicklung des Menschen

Manche Forschende gehen davon aus, dass sich das Gehirn des Menschen nur so weit entwickeln konnte, weil er gegartes Fleisch aß und seinen Körper so mit viel Energie versorgte.

Durch das Garen verbrannte der Magen nicht mehr so viele Kalorien bei der Verdauung und konnte stattdessen die Gehirnzellen besser versorgen. Allerdings musste sich das Gehirn des Menschen zuvor schon so weit entwickelt haben, dass er in der Lage war, Feuer für sich zu nutzen.

Auch das wird von manchen Forschenden auf den hohen Fleischkonsum zurückgeführt. Andere vermuten, dass das Garen von Pflanzen und Fleisch bereits vor dem Feuer möglich war, da in Tansania Steinwerkzeuge bei einer vermutlich ehemaligen heißen Quelle gefunden wurden.

Menschenaffen wie Gorillas müssten zum Beispiel zwei Stunden länger am Tag fressen, um ein verhältnismäßig so großes Gehirn wie das des Menschen zu versorgen. Da sie aber bereits jetzt bis zu 80 Prozent ihres Tages damit verbringen, wäre eine solche Gehirnentwicklung unmöglich.

Gewicht, Größe und Geschwindigkeit

Gewicht, Größe und Geschwindigkeit

Früher gingen Forschende von einer Körpergröße von maximal 1,60 Metern aus. Heute weiß man, dass Homo erectus wahrscheinlich zwischen 1,45 und 1,80 Metern groß wurde. Sein Gewicht schätzt man auf 50 bis 70 Kilogramm. Manchmal wird auch ein Durchschnittswert von 65 Kilogramm angegeben.

Seine Geschwindigkeit war der Unseren durch den aufrechten Gang und die langen Beine wahrscheinlich bereits sehr ähnlich. So hätte Homo erectus im Dauerlauf wahrscheinlich mit einigen Beutetieren mithalten können.

Zum Vergleich: Der Weltrekord von Usain Bolt liegt bei 44,72 Kilometern pro Stunde. Der Marathon-Rekord liegt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,59 Kilometer pro Stunde und wurde von Dennis Kipruto Kimetto erreicht.

Pferde rennen im Galopp durchschnittlich zwischen 21 und 35 Kilometer pro Stunde. Man kann davon ausgehen, dass Homo erectus beim Jagen einen Vorteil durch seine guten Lauffähigkeiten hatte.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Homo neanderthalensis und Homo sapiens lag wahrscheinlich bei etwa 40 Jahren. Das durchschnittliche Alter lag hingegen bei 20 bis 30 Jahren. Dafür sorgten die harten Lebensbedingungen der Steinzeit.

Homo erectus wurde also mit ziemlicher Sicherheit nicht über 40 Jahre alt und starb sehr wahrscheinlich deutlich früher, da er noch weniger Werkzeuge und Waffen zur Verteidigung hatte. Zum Vergleich: Auch Schimpansen können in freier Wildbahn 30 bis 40 Jahre alt werden.

Steckbrief: Der Homo erectus

Steckbrief: Der Homo erectus

In dem folgenden Steckbrief haben wir alle wichtigen Merkmale des Homo erectus noch einmal für dich zusammengefasst. Dazu gehört zum Beispiel die Einordnung seiner Art in die Familie der Menschenaffen (Hominiden).

Du findest außerdem Eckdaten wie Größe, Gewicht und Ernährung sowie wichtige Körpermerkmale. Im Anschluss haben wir einen Vergleich zum Homo sapiens für dich erstellt, damit du besser beurteilen kannst, wie sich der Mensch seit dem Homo erectus entwickelt hat.

  • Name der Art:
    Homo erectus (“Aufrechter Mensch”)
  • Name der Gattung:
    Homo (“Mensch”)
  • Gruppe:
    Homini
  • Unterfamilie:
    Homininae
  • Familie:
    Menschenaffen (ugs.: Hominiden; wiss.: Hominidae)
  • Überfamilie:
    Menschenartige (Hominoidea)
  • Ordnung:
    Primaten
  • Zeit:
    Pleistozän (etwa vor 2 Millionen bis 108.000 Jahren)
  • Lebensraum:
    Asien, Afrika, Europa
  • Größe:
    1,45–1,80 Meter
  • Gewicht:
    50–70 Kilogramm
  • Körpermerkmale:
    Aufrechter Gang, flacher Schädel, vorstehender Kiefer
  • Ernährung:
    Früchte, Fleisch, Wurzeln, Fisch
  • Werkzeuge und Waffen:
    Steinwerkzeuge, Speere

Homo erectus vs. Homo sapiens

Vergleich: Homo erectus vs. Homo sapiens

In diesem Kapitel stellen wir Homo erectus dem archaischen Homo sapiens gegenüber. Es ist also die Frühform des modernen Menschen gemeint und nicht der Mensch in seinem gegenwärtigen Zustand.

Die durchschnittliche Größe des Homo erectus ähnelt der des modernen Menschen. Allerdings war sein Gehirnvolumen im Durchschnitt deutlich kleiner und seine Schädelknochen waren dicker als die heutiger Menschen.

Außerdem war sein Kopf eher flach und länglich nach hinten geformt. Der moderne Mensch weist hingegen einen fast kugelförmigen Hinterkopf auf.

Homo sapiens verbreitete sich von Afrika aus nach Europa und schließlich auf der ganzen Welt. Homo erectus verbreitete sich ebenfalls von Afrika ausgehend nach Asien und Europa. Die beiden Arten sind sich allerdings nie begegnet.

ArtHomo erectusHomo sapiens
Zeitraumvor 2 Mio bis 108 Tsd. Jahrenvor 300 Tsd Jahren bis heute
LebensraumAfrika, Asien, Europaweltweit
Größe1,45–1,80 m1,50–1,85 m
Gewicht50–70 kg50–90 kg
Gehirnvolumen650–1.250 cm³1.100–1.800cm³
HerstellungFaustkeile, SpeereFaustkeile, Keilmesser, Speere,
Farben für Höhlenmalerei, Nadeln

Aussterben des Frühmenschen

Die frühesten Funde des Homo erectus sind 108.000 Jahre alt. Manche Forschende gehen davon aus, dass er vor etwa 50.000 ausstarb. Eindeutige Beweise für diese Schätzungen gibt es jedoch nicht.

Zu diesem Zeitraum wandelte sich der Lebensraum des Homo erectus allerdings langsam zu einer Wüste. Mehrere Forschende gehen davon aus, dass sich der Frühmensch vermutlich nicht schnell genug an die neuen Umweltbedingungen anpassen konnte und deshalb nicht überlebte.

Außerdem entschied er sich Funden zufolge für den Weg des geringsten Widerstands und war wenig fortschrittlich. Er suchte sich seine Rohstoffe ausschließlich in unmittelbarer Nähe und legte bei der Herstellung seiner Werkzeuge keinen Wert auf Qualität.

Auch an alten Rastplätzen hielt der Frühmensch fest, auch wenn sich die Umweltbedingungen änderten. Spätere Arten wie Neandertaler und Homo sapiens haben hingegen keine Mühen gescheut, um an gutes Gestein zu gelangen und haben ihre Standorte an die Lebensbedingungen angepasst.

Im Vergleich zu den Dinosauriern leben wir Menschen erst sehr kurz auf der Erde. Die Urzeit-Riesen beherrschten den Planeten für etwa 169 Millionen Jahre. Einzelne Gattungen wie der Spinosaurus oder der Brachiosaurus überlebten allein mehre Millionen Jahre.
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