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Säbelzahntiger: Steckbrief & 8 Merkmale von Smilodon

Säbelzahntiger waren gefürchtete Räuber der Eiszeit. Es gibt drei bekannte Arten, die unter die Gattung “Smilodon” fallen. Wir haben alles Wissenswerte zu den Säbelzahnkatzen, acht Merkmale und einen Steckbrief.

Säbelzahntiger wurden zwischen 360 und 400 Kilogramm schwer, hatten bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne und scharfe Krallen. Sie waren größer und gefährlicher als jede der heutigen Raubkatzen und lebten noch bis vor 12.000 Jahren gegen Ende der letzten Eiszeit (Kaltzeit)

Wissenswertes über Säbelzahntiger

Wissenswertes über Säbelzahntiger

Im Folgenden verraten wir dir, wo Smilodons Fossilien gefunden worden sind, was sein Name bedeutet und warum er Säbelzahntiger genannt wird. Außerdem verraten wir dir, welche Raubkatzen-Arten es in der Urzeit noch gab.

Im Anschluss daran findest du ein eigenes Kapitel mit allen wichtigen Merkmalen, einen kurzen Steckbrief und Informationen zum Aussterben des Raubtiers.

Fundorte der Säbelzahnkatze

Von Smilodon wurden bereits sehr viele Funde gemacht. Einer der bekanntesten Orte ist Rancho La Brea in Kalifornien. Dort wurden mehr als 160.000 Knochen von Smilodon fatalis entdeckt.

Außerdem fand man Fossilien in weiteren Bereichen in Nord- und Südamerika, zum Beispiel in Florida und Patagonien. Somit konnte die Gattung bisher gut erforscht werden. Die bereits entdeckten Arten sind Smilodon populator, Smilodon gracilis und Smilodon fatalis.

Bedeutung des Namens

Der Name “Smilodon” setzt sich aus den altgriechischen Begriffen für “Meißel” (smílē) und “Zahn” (odū́s) zusammen. Man könnte seinen Namen also mit “Meißelzahn” übersetzen.

Benannt wurde er 1842 von dem dänischen Paläontologen und Zoologen Peter Wilhelm Lund. Grund für den umgangssprachlichen Namen “Säbelzahntiger” sind die prägnanten Eckzähne von Smilodon, die wie Säbel oder Dolche geformt sind.

Neben Säbelzahnkatzen gab es zum Beispiel auch das Säbelzahnnashorn (Uintatherium) und das Säbelzahneichhörnchen (Cronopio dentiacutus). Diese besonderen Zahneigenschaften werden oft mit den Tieren der Eiszeit verbunden.

Weitere Raubkatzen-Arten der Urzeit

Smilodon-Skelett

Die meisten Raubkatzen der Urzeit waren größer als die heutigen Vertreter wie Tiger, Löwen oder Leoparden. Sie waren schwerer, hatten größere Zähne und größere Tatzen. Mit diesen Waffen waren sie ausgestattet, um gegen die riesigen Beutetiere der Eiszeit gewappnet zu sein. Dazu gehörten zum Beispiel das Riesenfaultier oder das Mammut.

Der Vorfahre von Smilodon ist die Gattung Megantereon. Bisher ist noch nicht klar, ob es sich bei seinen fossilen Funden um eine oder mehrere Arten handelt. Klar ist jedoch, dass er mit dem ersten aufrecht gehenden Menschen, dem Homo erectus in einem Gebiet im heutigen China lebte. Weitere Fossilien fand man in Afrika, Europa, Asien und Nordamerika.

Megantereon war insgesamt kleiner als sein Nachfahre Smilodon und starb früher aus. Er wird auf ein durchschnittliches Gewicht von 120 Kilogramm geschätzt und einer Schulterhöhe von 70 Zentimetern, ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Allerdings war er muskulöser und hatte einen kurzen Schwanz.

Ein weiterer Verwandter vom Säbelzahntiger aus der Familie der Säbelzahnkatzen ist Homotherium. Er wurde zwischen 200 und 400 Kilogramm schwer, bis zu 2 Meter lang und 1,1 Meter hoch. Somit wurde er in etwa so groß wie heutige Löwen oder Tiger, aber schwerer. Homotherium lebte in Europa, Nordamerika und Südafrika.

8 Merkmale von Smilodon

In diesem Kapitel haben wir die acht wichtigsten Merkmale von Smilodon für dich zusammengefasst. Du findest die Klassifizierung der Gattung und drei Säbelzahntiger-Arten sowie den Zeitraum und den Lebensraum, in dem die Raubkatze lebte.

Außerdem erhältst du Informationen zum Klima, wichtige Körpermerkmale und Schätzungen über die Lebensweise und das Jagdverhalten des Säbelzahntigers. Im Anschluss haben wir das Wichtigste in einem kurzen Steckbrief für dich zusammengefasst.

Klassifizierung der Gattung und Art

Der Säbelzahntiger ist nicht direkt mit dem heutigen Tiger verwandt

Die Arten der Gattung Smilodon gehören der Klasse der Säugetiere (Mammalia) an. Sie sind fleischfressende Raubtiere (Carnivora) und gehören zur Familie der Katzen (Felidae). Außerdem lassen sie sich in die Unterfamilie der Säbelzahnkatzen einordnen.

Die drei bisher anerkannten Arten sind Smilodon gracilis (gracilis = schmal/schmächtig), Smilodon fatalis (fatalis = schicksalhaft) und Smilodon populator (populator = Plünderer/Zerstörer). Der Säbelzahntiger war trotz seines Namens nicht nah mit dem heutigen Tiger verwandt.

Zeitraum: Wann der Säbelzahntiger lebte

Säbelzahntiger entwickelten sich vor etwa 2,6 Millionen Jahren und lebten noch bis vor 12.000 Jahren. Somit gab es sie bereits im Oberpliozän. Der Hauptzeitraum, in dem sie lebten, ist allerdings das Pleistozän.

Dieser Zeitabschnitt wird auch als Altsteinzeit (Paläolithikum) bezeichnet und stellt den ältesten Teil der Steinzeit dar, in der die frühen Menschen bereits Steinwerkzeuge verwendeten.

Diese Zeit fällt auch in das sogenannte Eiszeitalter, in dem die Pole vereisten und das Klima auf der Erde abkühlte. Zuvor gab es das sogenannte Warmklima, in dem die Dinosaurier lebten. Innerhalb des Eiszeitalters gab es mehrere Kaltzeiten. Umgangssprachlich sind sie auch als Eiszeiten bekannt.

Die letzte Eiszeit begann vor etwa 115.000 Jahren und endete etwa vor 11.700 Jahren. Etwa 300 Jahre vor ihrem Ende war der Säbelzahntiger bereits ausgestorben. Anschließend begann das Holozän, das noch bis in die heutige Gegenwart reicht.

Lebensraum Megafauna

Lebensraum Megafauna

Smilodon lebte in der Steppe Nord- und Südamerikas. Funde wurden in Kalifornien, Florida und Patagonien gemacht. Er drang im Gegensatz zu seinem Verwandten Homotherium nie nach Europa oder Asien (damals noch ein Kontinent “Eurasien”) vor.

Neben Wollhaarmammuts und Höhlenlöwen gab es beispielsweise auch den Urzeit-Wolf und das Riesenfaultier. Die Tierwelt der Eiszeit wird auch als Megafauna bezeichnet, da es einen hohen Anteil großer Tiere gab, die den heutigen bereits stark ähnelten.

Riesenfaultiere wurden zum Beispiel so groß wie Elefanten und erreichten ein Gewicht von mehreren Tonnen. Das Gürteltier namens Glyptodon wurde in etwa so groß wie ein VW-Käfer. Höhlenbären wurden bis zu 1,5 Tonnen schwer und waren ebenfalls größer als die heutigen Bären.

Klima

Während des Pleistozäns änderte sich das Klima stark und oft. Etwa alle 100.000 Jahre folgte auf eine Eiszeit (Kaltzeit) eine Warmzeit, die mindestens 10.000 Jahre andauerte. Die weiten Eisflächen und Tundren, die das Land bedeckten, verschwanden größtenteils.

Es gab mehr Grünflächen und Wälder. Die Temperaturen wurden höher, es regnete viel und der Meeresspiegel stieg an. Der Lebensraum bestehender Arten wurde kleiner und ihre Population sank, doch sie haben sich immer wieder erholt und überlebt.

Solche Wechsel erlebten die Tiere des Pleistozäns häufig. Sie waren sehr anpassungsfähig. Die Klimaveränderungen allein können also nicht der Grund für das Aussterben der Megafauna gewesen sein.

Körpermerkmale, Gewicht und Größe

Körpermerkmale von Smilodon

Säbelzahntiger hatten kürzere Hinterbeine als Vorderbeine, weshalb ihr Oberkörper und Schulterbereich höher lag als ihr Hinterteil. Die Haltung ist ähnlich wie bei einer Hyäne.

Sie hatten große Tatzen, lange Krallen und wie Dolche oder Säbel geformte, bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Zum Vergleich: Die Fangzähne eines Löwen sind gerade einmal 6 Zentimeter lang. Der Kiefer war flexibel und konnte sehr weit geöffnet werden.

Das Erscheinungsbild der Säbelzahnkatze erinnert an heutige Großkatzen wie Löwen oder Tiger. Allerdings hatten Säbelzahntiger im Vergleich einen sehr kurzen Schwanz und waren im Nacken- und Schulterbereich muskulöser gebaut. Smilodon konnte bis zu 2,10 Meter lang, 1,2 Meter hoch und bis zu 400 Kilogramm schwer werden.

Der größte bisher gefundene Schädel war 39 Zentimeter lang. Ein heutiger Löwe kann ähnlich lang, aber nur etwa 190 Kilogramm schwer werden, Tiger werden selten schwerer als 240 Kilogramm. Im Folgenden haben wir eine Übersicht der Gewichtsklassen des Säbelzahntigers für dich:

  • Smilodon gracilis:
    55 bis 100 Kilogramm
  • Smilodon fatalis:
    160 bis 280 Kilogramm
  • Smilodon populator:
    220 bis 400 Kilogramm

Lebensweise und Sozialverhalten

Von Smilodon gibt es viele Knochenfunde, die Aufschluss über seine Lebensweise geben. Man fand heraus, dass es viele Verletzungen, Krankheiten, Fehlstellungen, Deformationen und gebrochene Knochen gab.

Säbelzahntiger waren bei der Jagd und im Konkurrenzkampf also vermutlich starken Belastungen ausgesetzt. Tiere, die starke Verletzungen erlitten hatten, lebten aber noch Jahre danach weiter und ihre Knochen heilten.

Das lässt darauf schließen, dass sich die Riesenkatzen gegenüber einander sozial verhielten und sich umeinander kümmerten. Außerdem haben sie wahrscheinlich feste soziale Gruppen gebildet.

Ein weiterer Fund eines ausgewachsenen Smilondons und zweier Jungtiere in Ecuador lässt darauf schließen, dass die Tiere noch mit etwa zwei Jahren bei ihrer Mutter lebten. Somit wurden sie ähnlich spät erwachsen wie die heutigen Löwen.

Ernährung, Geschwindigkeit und Jagdverhalten

Säbelzahtiger auf der Jagd

Säbelzahntiger waren Fleischfresser. Sie ernährten sich wahrscheinlich von schwerfälligen Tieren, da ihr Körperbau zur schnellen Jagd nicht geeignet war. Riesenfaultiere und Rüsseltiere wie Mammute oder Urzeit-Elefanten kamen als Beute infrage, Pferde oder Hirsche eher nicht.

Vermutlich sprangen sie auf ihre Opfer, um sie dann mit ihren Eckzähnen zu verletzen. Hierbei waren Jungtiere die leichtere Beute und schonender für die Zähne von Smilodon. Vermutlich stifteten sie Unruhe in den Herden der Beutetiere und schlugen dann schnell und gezielt mit ihren dolchartigen Zähnen im Halsbereich zu.

Lebenserwartung von Smilodon

Zu der Lebenserwartung von Smilodon gibt es noch keine genauen Angaben. Allerdings lässt sich vermuten, dass sie ähnlich alt wie heutige Großkatzen geworden sind. Vermutlich starben sie durch die harten Lebensbedingungen sogar noch früher.

Zum Vergleich: Die Lebenserwartung von Tigern beträgt in der Wildnis durchschnittlich 8 bis 10 Jahre. In Gefangenschaft können sie ein Alter von 16 bis 18 Jahren erreichen, in seltenen Fällen sogar über 20 Jahre.

Löwen-Männchen werden in freier Wildbahn 11 bis 13 Jahre alt, Weibchen 17 bis 18 Jahre. Der älteste Löwe in Gefangenschaft wurde 27 Jahre alt. Leoparden werden 12 bis 17 Jahre alt.

Steckbrief: Säbelzahntiger

Steckbrief: Säbelzahntiger

In diesem Steckbrief findest du die wichtigsten Eckdaten über den Säbelzahntiger noch einmal zusammengefasst. Dazu gehören Angaben zu Gewicht und Größe, die Ernährung, wichtige Körpermerkmale und die biologische Einordnung.

Danach verraten wir dir, warum Smilodon ausgestorben ist und wie der Säbelzahntiger in den Medien dargestellt wird.

  • Gattung:
    Smilodon (“Meißelzahn”), ugs.: Säbelzahntiger
  • Bekannte Arten:
    S. gracilis, S. populator, S. fatalis
  • Unterfamilie:
    Säbelzahnkatzen
  • Familie:
    Katzen (Felidae)
  • Ordnung:
    Katzenartige (Feliformia)
  • Überordnung:
    Raubtiere (Carnivora)
  • Klasse:
    Säugetiere (Mammalia)
  • Zeit:
    Pliozän und Pleistozän (vor etwa 2,6 Millionen – 12.000 Jahren)
  • Lebensraum:
    Nord- und Südamerika
  • Ernährungsform:
    Fleischfresser
  • Körpermerkmale:
    Lange säbelartige Eckzähne, längere Vorder- als Hinterbeine, kurzer Schwanz
  • Länge:
    2,10 Meter (Kopf bis Rumpf)
  • Schulterhöhe:
    Etwa 0,7–1,2 Meter
  • Gewicht:
    55–400 Tonnen

Aussterben von Smilodon

Aussterben von Smilodon

Der Säbelzahntiger Smilodon lebte fast 2,6 Millionen Jahre lang auf der Erde. Er teilte sich den Lebensraum mit den Urmenschen wie Homo erectus und den Frühmenschen wie dem archaischen Homo sapiens.

Die Gattung “Homo” machte Jagd auf die großen Tiere der Megafauna. Dabei machten sie weder vor Mammuts noch vor Höhlenbären halt. Das beweisen Funde von Sammelstellen, an denen viele Knochen zusammengetragen wurden.

Außerdem wurden Knochen gefunden, die Bruchstücke von Speerspitzen in sich tragen. Sie müssen mit Wucht auf die Knochen getroffen sein. Somit gab es weniger Beute für Smilodon und es ist nicht auszuschließen, dass die Menschen auch auf ihn Jagd machten.

Säbelzahntiger waren auf große Beute spezialisiert. Sie waren nicht außerordentlich schnell und mussten ihre langen Zähne schützen. Dadurch war ihr Beutespektrum wesentlich kleiner als das der heutigen Löwen.

Hinzu kamen die Klimaveränderungen, die den Tieren ohnehin das Leben schwer machten. Die heutige Warmzeit brach an und es gab weniger geeigneten Lebensraum für die Megafauna. Eine Kombination aus den Faktoren Klima und Mensch sorgten also wahrscheinlich für das Aussterben von Smilodon.

Der Säbelzahntiger in den Medien

Die wohl bekannteste Rolle eines Säbelzahntigers ist die von “Diego” in der Ice Age Filmreihe (ab 2002). Die animierten Kinderfilme zeigen viele weitere Tiere der Eiszeit wie das Mammut, das Riesenfaultier (Megatherium) das Säbelzahn-Eichhörnchen (Cronopio dentiacutus) oder das urzeitliche Warzenschwein (Metridiochoerus).

Außerdem gibt es Dokumentationen über die Eiszeit, in denen der Säbelzahntiger vorkommt. Ein Beispiel ist die US-amerikanische Doku “Im Reich der Säbelzahntiger – Die Welt nach den Dinosauriern” (2001). Smilodon kommt auch in Sachbüchern vor und es gibt ihn als Spielfigur.

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