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Plesiosaurus: Steckbrief & 6 Merkmale zum Meeressaurier

Der Plesiosaurus ist einer der bekanntesten Meeressaurier und lebte zur Zeit des Jura. Du erkennst ihn an seinem langen Hals, dem kleinen Kopf und seinen Paddeln. Wir haben alles Wissenswerte, spannende Fakten sowie einen Steckbrief und sechs Merkmale.

Plesiosaurus ist ein ausgestorbenes Meeresreptil, das mit den Dinosauriern verwandt war und zur selben Zeit lebte. Er wurde bis zu 3,5 Meter lang und etwa 500 Kilogramm schwer. Bekannt wurde er vor allem durch den Vergleich mit dem ‘Ungeheuer von Loch Ness’.

Wissenswertes über Plesiosaurus

Im Folgenden verraten wir dir die Fundorte des Plesiosaurus, seine Namensbedeutung und den Unterschied zwischen Dinosauriern und Meeressauriern.

Außerdem nennen wir einige Arten von Meeressauriern und unterscheiden zwischen Plesiosauriern und Pliosauriern. So bekommst du einen guten Überblick und verstehst im Anschluss die Merkmale des Plesiosaurus besser.

Entdeckung und Fundorte

Ammoniten-Fund in Lyme Regis (Großbritannien)

Erstmalig entdeckt wurde Plesiosaurus bereits in den 1820er Jahren von einer der ersten Paläontologinnen namens Mary Anning. Der Fund wurde in einer Kleinstadt namens Lyme Regis in Großbritannien gemacht. Dort fand man auch viele andere urzeitliche Überreste von Meeresbewohnern wie Ammoniten oder Muscheln.

Zum ersten Mal beschrieben wurde die Gattung von den britischen Geologen Thomas de la Bèche und William Daniel Conybeare. Die Saurier-Gattung galt seit Mary Annings Fund als Archetyp für Plesiosaurier, weshalb ihm im Laufe der Zeit zahlreiche Arten zugeschrieben wurden. Die heute einzige anerkannte Art ist Plesiosaurus dolichodeirus.

Die meisten Funde wurden bisher in Großbritannien gemacht. Hier entstand auch der Mythos, das ‘Monster von Loch Ness’ (Schottland) sei ein überlebender Plesiosaurus, doch dazu später mehr.

Bedeutung des Namens

Der Begriff “Plesiosaurus” lässt sich aus dem Griechischen übersetzen mit “Fast-Echse”. Benannt wurde die Saurier-Gattung 1821 von den beiden britischen Geologen Henry Thomas de la Bèche und William Daniel Conybeare.

Da Plesiosaurus eine der frühen Saurier-Entdeckungen war, weist sein Name lediglich auf die genetische Verwandtschaft zu Echsen hin. Die Dinosaurier waren zu dieser Zeit ebenfalls wenig untersucht und galten erst ab 1835 als eigene Tiergruppe. Der Artname “Plesiosaurus dolichodeirus” wurde erst im Jahr 1824 bestimmt.

Unterschiede: Dinosaurier und Meeressaurier

Dinosaurier versus Meeressaurier

Die Tiergruppe der "Saurier" bezeichnet ausgestorbene Reptilien aus dem Erdmittelalter (Mesozoikum). Sie lassen sich einteilen in Dinosaurier, Flugsaurier (Pterosaurier) und Meeressaurier (Ichthyosaurier und Sauropterygia).

Dinosaurier lebten auf dem Land und erreichten unglaubliche Größen, weshalb sie heute so bekannt sind. Unter ihnen finden sich Raubsaurier wie Tyrannosaurus oder Velociraptor, mittelgroße Pflanzenfresser wie Triceratops und Stegosaurus sowie langhalsige Sauropoden wie Brachiosaurus und Brontosaus

Zu den Flugsauriern gehören beispielsweise Pteranodon oder Pterodactylus. Sie hatten Flughäute, mit denen sie fliegen konnten. Ichthyosaurier (“Fischechsen”) sind fischartige Meeressaurier, die sich vollständig an ein Leben im Meer angepasst haben.

Sauropterygia (“Flossenechsen”) lebten auch im Wasser und besaßen statt Fischflossen eher Paddel, mit denen sie sich fortbewegten. Zu ihnen gehören unter anderem die Plesiosaurier, zu denen auch Plesiosaurus gehört.

Arten der Meeressaurier

Ichthyosaurus

Meeressaurier lassen sich zudem grob in Fischähnliche, Krokodilähnliche und Schildkrötenähnliche einteilen. Ein Beispiel für fischähnliche Meeressaurier sind Ichthyosaurier. Sie wurden bis zu 3,5 Meter lang und sahen ähnlich aus wie Schwertfische.

Ein krokodilähnlicher Meeressaurier ist Metriorhynchus. Er wurde bis zu 3 Meter lang und sah den heutigen Krokodilen bereits ähnlich. Allerdings hatte er eine Schwanzflosse und Flossen anstatt kurzer Beine. Zu den Schildkrötenähnlichen gehört der Plesiosaurus.

Eine weitere Gruppe der Meeressaurier sind diejenigen, die mit den heutigen Schlangen und Echsen verwandt sind. Dazu gehören beispielsweise die Mosasaurier. Sie wurden bis zu 18 Meter lang und waren schlangenähnlich geformt mit kleineren Seitenflossen und einer großen Schwanzflosse. Weitere Arten von Meeressauriern sind:

  • Ichthyosaurus (fischartig)
  • Shastasaurus (fischartig)
  • Quastenflosser (fischartig, lebt noch heute)
  • Pliosaurus (schildkrötenartig)
  • Elasmosaurus (schildkrötenartig)
  • Liopleurodon (krokodilartig)
  • Nothosaurus (krokodilartig, lebte an Land und im Wasser)
  • Mosasaurus (schlangenartig)

Gruppe der Plesiosaurier

Die Gruppe der Plesiosaurier

Plesiosaurier lassen sich in “Pliosaurier” und “Plesiosaurier im engeren Sinn” einteilen. Es gibt sie bereits gegen Ende der Trias vor 208,5 Millionen Jahren. Zu ihnen gehören viele verschiedene Gattungen und Arten von Meeressauriern.

Sie wurden zwischen 3 und 15 Meter lang. Manche werden sogar auf eine Länge von 20 Metern geschätzt (“Monster von Aramberri”). Sie erreichten eine Beißkraft von unglaublichen 147 Kilonewton.

Zum Vergleich: Heutige Krokodilarten erreichen höchstens 40 Kilonewton. Selbst der größte Urzeit-Hai Megalodon mit seinen 108 Kilonewton Beißkraft erreichte solche Werte nicht.

Plesiosaurus gehört zu den Plesiosauriern im engeren Sinn und repräsentiert den Archetypen mit kleinem Schädel, langem Hals, einem schildkrötenartig geformten Körper (ohne Schale) und paddelartigen Flossen.

Gruppe der Pliosaurier

Kronosaurus gehört zu den Pliosauriern

Pliosaurier sind massiger und meist größer als Plesiosaurier im engeren Sinn. Außerdem hatten sie einen kürzeren Hals, einen größeren Schädel und kräftige Zähne.

Zu ihnen gehören zum Beispiel der Kronosaurus, der Liopleurodon oder der Pliosaurus. Sie lebten vom Ende der Trias bis zum Ende der Kreidezeit.

6 Merkmale des Plesiosaurus

In diesem Kapitel findest du die wichtigsten Merkmale des Plesiosaurus. Dazu gehören die Klassifizierung seiner Gattung und Art, wann und wo er lebte sowie sein Körperbau und seine Fortbewegung.

Zudem haben wir wichtige Angaben zu Gewicht, Größe, Lebensweise und Ernährung. Im Anschluss findest du das Wesentliche noch einmal in einem Steckbrief zusammengefasst.

Klassifizierung der Gattung und Art

Plesiosaurus dolichodeirus ist die bisher einzig anerkannte Art der Gattung Plesiosaurus. Sie gehört zur Familie der Plesiosauridae und zur Gruppe der Plesiosaurier.

Plesiosaurier gehören zu den sogenannten “Flossenechsen” (Sauropterygia). Ihnen lassen sich die unterschiedlichsten ausgestorbenen Meeresreptilien der Urzeit zuordnen.

Sie stammen von den Landwirbeltieren ab und sind mit den Dinosauriern verwandt (Schwestergruppe). Allerdings haben sich die Beine langsam zu Paddeln und Beinflossen entwickelt, um sich an ein Leben im Meer anzupassen.

Wann Plesiosaurus lebte

Plesiosaurus-Skelett im American Museum of Natural History (New York)

Plesiosaurus lebte zur Zeit des frühen Jura (Unterjura) vor 201,3 bis 190,8 Millionen Jahren. Die genauen Zeiträume reichen vom Hettangium (vor 201,3 bis 199,3 Millionen Jahren) bis zum Sinemurium (vor 199,3 bis 190,8 Millionen Jahren). Insgesamt streifte die Gattung also wahrscheinlich 10,5 Millionen Jahre durch die Meere.

Zum Vergleich: Die ersten Menschen gab es erst vor etwa 2,6 Millionen Jahren in der Steinzeit. Die Saurier beherrschten unsere Erde 169 Millionen Jahre lang.

Lebensraum

Die Fossilien des Plesiosaurus wurden in Großbritannien gefunden. Im Mesozoikum gab es dort ein Flachmeer, in dem auch die Meeressaurier Archaeonectrus, Ichthyosaurus, Leotonectes und Temnodontosaurus lebten.

Außerdem fand man an der Fundstelle Muscheln und Ammoniten, Pflanzen und Insekten. Auch der Flugsaurier Dimorphodon lebte in der Nähe des Flachmeers. Man fand auch seine Überreste in Lyme Regis.

Körperbau und Fortbewegung

Körperbau und Fortbewegung

Der Körper des Wassersauriers war gut an seinen Lebensraum angepasst. Seine Beine waren vier Paddel, wobei die vorderen zwei etwas länger waren als die hinteren zwei.

Er hatte einen langen, schlanken Hals und einen kleinen, flachen Schädel. Der Hals war nicht sonderlich beweglich. Bewegungen nach oben und zur Seite dürften ihm eher schwer gefallen sein. Nach unten hin war der Hals flexibler.

In seinem Gebiss befanden sich spitze Zähne. Ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Plesiosauriern ist sein kurzer Schädel mit einer breiten Schnauze, die dennoch spitz zuläuft.

Lange ging man davon aus, dass der Plesiosaurus sich ähnlich wie eine Meeresschildkröte fliegend im Wasser fortbewegte. Forschende fanden aber nun heraus, dass er wahrscheinlich eine besondere Flossentechnik verwendete, die es heute nicht mehr gibt.

Sie fanden heraus, dass er den Schwung des vorderen Flossenpaars effektiv genutzt haben könnte. Dadurch habe das hintere Flossenpaar von der freigesetzten Energie profitiert, den Schwung aufgenommen und für einen besseren Antrieb gesorgt. Die Bewegungen der Flossen wären demnach wellenartig gewesen.

Gewicht und Größe

Mit einer Länge von 3,5 Metern gehört Plesiosaurus zu den eher kleineren Meeressauriern. Sein Gewicht wird auf etwa 500 Kilogramm geschätzt. Zu seiner Geschwindigkeit ist bisher noch nichts bekannt.

Andere Plesiosaurier und insbesondere Pliosaurier wurden deutlich größer. Beispiele sind der Kronosaurus mit über 10 Metern Länge und einem Gewicht von 11 Tonnen oder der Mosasaurus mit einer Länge von 17 Metern und einem Gewicht von etwa 14 Tonnen.

Lebensweise und Ernährung

Lebensweise und Ernährung

Die Meeressaurier mussten regelmäßig an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen. Die meisten von ihnen brachten ihren Nachwuchs lebend zur Welt und legten keine Eier. Man geht davon aus, dass sie einzelne, große Jungen bekamen, die sie dann wie die heutigen Wale länger umsorgten.

Plesiosaurier waren alle Fleisch- beziehungsweise Fischfresser. Sie ernährten sich von Ammoniten, Tintenfischen, Haien und kleineren Ichthyosauriern. Da sie ihren Hals gut nach unten beugen konnten, haben sie wahrscheinlich auch Nahrung vom Meeresboden gesammelt. Hier kommen zum Beispiel Krebse oder Muscheln infrage.

Da der Plesiosaurus ein eher kleineres Exemplar war, ist die Ernährung durch kleinere Meereslebewesen wahrscheinlicher. Allerdings wurde er vermutlich auch selbst von größeren Wassersauriern gejagt.

Im Videospiel "ARK: Survival Evolved" (2017) kannst du einen Plesiosaurus finden und zähmen.

Steckbrief: Der Plesiosaurus

Steckbrief: Der Plesiosaurus

In diesem Steckbrief findest du noch einmal die wichtigsten Informationen zum Plesiosaurus zusammengefasst. Dazu gehören zum Beispiel die Klassifizierung seiner Art, sein Lebensraum und wichtige Körperdaten wie Größe und Gewicht.

Im Anschluss findest du Wissenswertes zum Aussterben der Meeressaurier und Informationen um den Mythos von 'Nessie, dem Monster von Loch Ness' von dem man dachte, es sei ein Plesiosaurus.

  • Name der Gattung: Plesiosaurus (“Fast-Echse”)
  • Bekannte Arten: P. dolichodeirus
  • Familie: Plesiosauridae
  • Untergruppe: Plesiosaurier (Plesiosauria)
  • Gruppe: Flossenechsen (Sauropterygia)
  • Zeit: Jura (Unterjura vor 201,3–190,8 Millionen Jahren)
  • Lebensraum: Großbritannien (Europa)
  • Ernährungsform: Fleisch- und Fischfresser
  • Körpermerkmale: Kleiner Kopf, langer Hals, vier Paddel, mittellanger Schwanz
  • Länge: 3,5 Meter
  • Gewicht: 500 Kilogramm

Aussterben der Meeressaurier

Die Ichthyosaurier starben vor den anderen Meeressauriern aus

Die Meeressaurier, die zur Gruppe der Sauropterygia gehörten, starben gemeinsam mit den Dinosauriern vor etwa 66 Millionen Jahren aus. Gründe hierfür waren Änderungen der Umweltbedingungen.

Dazu gehörten das Absinken des Meeresspiegels, mehrere Vulkanausbrüche und ein riesiger Meteorit, der auf der Erde einschlug. Durch diese Ereignisse starben etwa 20 Prozent der Tierfamilien und 50 Prozent der Gattungen aus.

Die Gruppe der Ichthyosaurier starb vor 93 Millionen Jahren zur Zeit der Oberkreide plötzlich aus. Die Gründe hierfür wurden bisher noch nicht geklärt.

Es gibt Vermutungen, dass größere Wassersaurier sie vertrieben haben könnten, die in der Oberkreide vermehrt vorkamen. Ichthyosaurier bekamen nur wenig große, weit entwickelte Jungtiere, die infolgedessen gefährdeter waren als zuvor.

Eine andere Theorie geht davon aus, dass die Weltmeere an der Oberfläche weniger Sauerstoff aufwiesen (Ozeanisches anoxisches Ereignis). Das hätte zu einem Massensterben führen können, wodurch die Ichthyosaurier keine Nahrung mehr fanden.

Der Plesiosaurus starb wahrscheinlich bereits vor 190,8 Millionen Jahren aus. Ob er vielleicht doch länger lebte, könnte man nur durch neue Funde herausfinden.

Wahrscheinlich ist aber, dass er durch wechselnde Umweltbedingungen auf natürlichem Wege ausstarb. Die Umgebung, das Klima, die Konkurrenz oder die Futterquellen könnten sich verändert und ihm damit das Überleben schwer gemacht haben.

Plesiosaurus als Monster von Loch Ness

Plesosaurus als Monster von Loch Ness (Nessie)

Die meisten Menschen kennen den Mythos von 'Nessie', dem 'Monster von Loch Ness', aus Schottland. Die Geschichten um das Ungeheuer locken seit langer Zeit viele Touristen an, denn die angeblichen Sichtungen begannen bereits im Jahr 565 und halten bis heute an. Wir haben einige dieser Ereignisse für dich zusammengestellt.

  • 565: Ungeheuer aus dem Fluss Ness soll einen Schotten angegriffen haben, der Heilige Columban rettete ihn (Erwähnung in Biografie des Iren Columban von Iona, geschrieben von Abt Adamnan)
  • 16. Jahrhundert: Sichtung eines Ungeheuers am Ufer von Loch Ness und Angriff auf drei Männer
  • 17. Jahrhundert: Bericht von “schwimmenden Inseln”, für die Loch Ness bekannt sei
  • 1933: Erste Berichte in regionalen Zeitungen über Sichtungen des “Monsters”
  • 1934: Erstes Foto von Nessie tauchte auf (ist mittlerweile als gefälscht entlarvt)
  • 1977: Japanischer Fischer entdeckt Kadaver, der aussieht wie ein Plesiosaurus (nach biologischen Untersuchungen als Riesenhai identifiziert)
  • 2007: Video einer aalähnlichen Kreatur tauchte auf
  • 2009: Angebliche Sichtung in Google Earth (stellte sich als Boot heraus)

Den Beschreibungen nach ähnelte das Monster von Loch Ness mit langem Hals, kleinem Kopf und Flossen dem Plesiosaurus. Einige der Berichte beinhalten aber, dass das gesichtete Tier aus dem Wasser gestiegen sei. Der Plesiosaurus war hingegen an ein Leben im Wasser angepasst und hätte an Land wahrscheinlich nicht überlebt.

Ohnehin müsste es viel mehr glaubwürdige Sichtungen gegeben haben, wenn Plesiosaurus irgendwie in Loch Ness überlebt hätte. Es müsste nämlich eine ganze Kolonie geben, um das Überleben des Tieres zu sichern und diese müsste regelmäßig zum Luft holen an die Oberfläche kommen. Selbst Kryptozoologen glauben nicht mehr an die Plesiosaurus-Theorie.

Erklären lassen sich die Sichtungen mit Verwechslungen, zum Beispiel mit großen Aalen, Stören, Robben, Strömungen oder ‘stehenden Wellen’ (Seiches).

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