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Buddhismus: Lehre, 16 Regeln & 6 Götter (+ Bedeutung)

Der Buddhismus ist eine weit verbreitete und friedliche Religion mit hohen Wertvorstellungen. Wir haben alles Wissenswerte zum buddhistischen Glauben für dich zusammengefasst. Außerdem findest du Grundlagen der Lehre, 16 wichtige Regeln und Kernaussagen sowie 6 Götter mit ihrer Bedeutung.

Der Buddhismus wird bereits seit über 2.500 Jahren weitergetragen und praktiziert. Er hat hohe Ideale zum Umgang aller Lebewesen miteinander und mit der Welt. Außerdem steht er für ein friedfertiges und genügsames Leben. Ziel des Buddhismus ist Erleuchtung.

Wir verraten dir alles Wissenswerte über den Buddhismus, haben die wichtigsten Grundlagen zu seiner Lehre und im Anschluss die wichtigsten Regeln und Kernaussagen zusammengefasst. Abschließend erklären wir dir, welche Götter es im buddhistischen Glauben gibt.

Buddhismus – eine friedliche Weltreligion

Die Weltreligion Buddhismus

Der Buddhismus ist eine Religion, bei der innere Ruhe, Frieden und Ausgeglichenheit im Mittelpunkt stehen. Meditation und die Lehren Buddhas spielen hierbei eine wichtige Rolle. In diesem Kapitel erfährst du, was Buddhismus und wer Buddha ist.

Außerdem informieren wir dich darüber, wie sich der Buddhismus im Lauf der Zeit entwickelt hat und wo er heute verbreitet ist. Im Anschluss findest du eine Beschreibung des Buddhismus-Symbols und einige Informationen zur bekannten Strömung des Zen-Buddhismus.

Was Buddhismus ist

Der Buddhismus ist eine der fünf Weltreligionen neben dem Christentum, Islam, Hinduismus und dem Judentum. Er hat etwa 460 Millionen Anhänger weltweit. Seine Lehre stammt aus Indien, doch im Lauf der Zeit hat er sich vor allem in Süd- und Ostasien verbreitet. Die meisten Anhänger finden sich in China.

Im Gegensatz zu anderen Weltreligionen oder mythologischen Glaubensrichtungen liegt der Fokus im Buddhismus nicht auf der Anbetung von Göttern, sondern auf der Ausführung wichtiger Glaubenssätze. Diese Lehren sind oft philosophischer und logischer Natur. Ihnen gemein ist, dass sie sich auf die Lehren des “Siddhartha Gautama” – genannt Buddha – berufen, der etwa um 560 v. Chr. geboren sein soll.

Der buddhistische Glaube wird nicht durch eine feste Instanz oder ein einziges Glaubenswerk zusammengehalten. Er äußert sich in bestimmten Lebensweisheiten und einer Weltsicht, die Erleuchtung und Erfüllung bringen soll. Zudem glauben Buddhisten an Wiedergeburt. Das buddhistische Leben reicht von einfachem Volksglauben über Religionsgemeinschaften bis hin zu unterschiedlichen buddhistischen Ausbildungen in Klöstern.

Insgesamt preist der Buddhismus den mittleren Weg, der Radikalismus meidet. Dieser Weg schließt religiöse Selbstschädigung, aber auch das lustvolle Leben aus. Bescheidenheit, Zufriedenheit und Friedlichkeit sind die Eigenschaften, die beim Buddhismus im Fokus stehen.

Wer Buddha ist

Wer Buddha ist

Buddha war ein Wanderprediger, der lange vor Christus in Nordindien am Himalaya-Gebirge lebte. Es ranken sich viele Legenden und Sagen um ihn, weshalb es nur wenige tatsächlich belegte Fakten gibt. Als sicher angenommen wird allerdings, dass er ein Mann namens “Siddhartha Gautama” war, der bis zu seinem 29. Lebensjahr in Luxus gelebt haben soll. Er besaß viele Reichtümer, mehrere Paläste und Diener, die ihn umsorgten.

Auf einem seiner Ausflüge sah Siddhartha einen armen Mann, einen kranken Mann und einen toten Mann. Er bemerkte plötzlich, wie vergänglich sein Leben ist und dass ihm all seine Reichtümer dabei nicht helfen können. Also wanderte er umher, ernährte sich nur von Almosen und fastete, bis er ganz abgemagert war.

Unter einem Feigenbaum erlebte er mit 35 Jahren schließlich eine Erleuchtung (“Bodhi”), die ihm den Weg zu seiner Erlösung zeigte. Von nun an wurde er “Buddha” genannt, das übersetzt “der Erleuchtete” oder “der Erwachte” heißt.

Er predigte den Menschen seine Erleuchtung und lehrte sie die Überwindung des Leidens im menschlichen Leben, das von Krankheit, Unglück und Schmerz geprägt sei. Außerdem gründete er eine buddhistische Gemeinde, hatte Schüler und lehrte den Menschen seine Erkenntnisse bis zu seinem Tod im Alter von 80 Jahren.

Siddhartha Gautama wird auch der “historische” Buddha genannt, damit er von den mythischen, gottähnlichen Buddha-Figuren unterschieden werden kann. Seine Existenz ist historisch belegt, allerdings vermischen sich häufig mythische Erzählungen mit dem historisch Belegten.

Geschichte des Buddhismus

Die Lehre des Buddhismus ist bereits über 2.500 Jahre alt. Die Schüler des Buddha hielten drei Monate nach seinem Tod seine Lehren und Mönchsregeln fest. Auch mündliche Überlieferungen fanden statt. So kam es bereits damals zu unterschiedlichen Auslegungen und Gruppierungen.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. gab es unter der Leitung des Königs Ashoka und einem vorsitzenden Mönch eine Versammlung (Konzil), um die Überzeugungen des Buddhismus wieder zu vereinheitlichen. Es entstand das Buch “Tipitaka”, bestehend aus philosophischen Schriften, den Lehrreden von Buddha und einer Sammlung von Ordensregeln.

Es ist die älteste Zusammenfassung buddhistischer Schriften und wurde vom Konzil als einzig authentische Grundlage des Buddhismus anerkannt. Während die einen Mönchsgemeinschaften sich auf diese Bestimmung einigten, nahmen andere diesen festgelegten Kanon nicht an. Mit der Zeit entstanden die drei buddhistischen Traditionen: Theravada, Mahayana und Vajrayana.

Verbreitung des Buddhismus

Der Buddhismus ist vor allem in asiatischen Ländern verbreitet

Weltweit gibt es über 360 Millionen Anhänger des Buddhismus. Damit ist er die viertgrößte Religion der Welt. Die meisten Buddhisten (etwa die Hälfte aller Anhänger) leben in China. Außerdem vertreten sind sie unter anderem in Japan, der Mongolei, Sri Lanka, Taiwan, Thailand, Vietnam und Indien. Seit dem 19. Jahrhundert beeinflusste die Religion aber auch immer mehr die westliche Welt.

Es gibt drei Hauptströmungen des Buddhismus mit eigenen Traditionen: Theravada, Mahayana und Vajrayana. Der Theravada ist die älteste Schultradition des Buddhismus. Sie basiert auf den, im vorherigen Kapitel genannten, Übereinkünften der Ordensregeln und Lehren des Buchs “Tipitaka” und ist heute vor allem in Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, teilweise in Vietnam und auch in China verbreitet.

Das Mahayana ist auf die Glückerlangung aller Wesen ausgerichtet und ist somit durch ein großes Ziel motiviert. Der Theravada wird von dem Mahayana leicht abwertend als Hinayana bezeichnet und stellt die Vorstufe oder schwächere Form des Buddhismus dar, da er nur dem Ziel des eigenen Glücks folgt und nicht dem Glück aller.

Mahayana herrscht vornehmlich in Vietnam, Japan, Tibet, Bhutan, Taiwan, China und Korea vor, findet sich teilweise aber auch in der Mongolei und dem ostasiatischen Russland. Vajrayana ist eine Unterströmung des Mahayana-Buddhismus, die insbesondere Tibet und sein Hochland sowie die Mongolei beeinflusste. In geringen Anteilen findet sich diese Tradition auch in China und Japan.

Das Buddhismus-Symbol

Das Buddhismus-Symbol “Dharmachakra”

Die Lehren des Buddha werden in Form eines Rades dargestellt. Es heißt “Dharmachakra” und wird meist mit acht Speichen dargestellt. Sie repräsentieren den edlen achtfachen Pfad, der zur Erleuchtung führen soll. Mehr dazu findest du im entsprechenden Kapitel. “Dharma” bezeichnet in diesem Fall die “Lehre”. Der Begriff findet sich aber auch in anderen Religionen wie dem Hinduismus. “Chakra” bedeutet “Rad” oder “Kreis”.

Das Buddhismus-Symbol wird offiziell verwendet, zum Beispiel auf der Flagge von Indien, dem Wappen von Sri Lanka, der Mongolei und Tibet. Ab und an findet es sich auch auf oder in Kombination mit der buddhistischen Flagge, die durch blaue, gelbe, rote, weiße und orangene Streifen geprägt ist.

Zen-Buddhismus

Die Anfänge des Zen-Buddhismus sind etwa im 5. Jahrhundert n. Chr. in China entstanden. Er ist eine Unterströmung des Mahayana-Buddhismus, der häufigsten Form des Buddhismus. Im Fokus des Zen steht die Meditation oder der “Zustand meditativer Versenkung”.

Seine Ursprünge, damals noch “Chan-Buddhismus” genannt, verbreiteten sich über Mönche und wurden neben der chinesischen auch in die japanische und vietnamesische Tradition etabliert. Im Japan des 12. Jahrhunderts wurde diese Art des Buddhismus schließlich in “Zen” umbenannt. Mittlerweile findet der Zen-Buddhismus auch in Europa und den USA großen Anklang als Methode, um bewusster, ruhiger und zufriedener zu leben.

Über Zen wird gesagt, dass es kein Ziel habe und aus dem Nichts ein ganzes Universum schöpfen könne. Das Erfahren und Handeln im Augenblick stehen im Fokus des Zen. Es sei schwierig, es in Worte zu fassen, da sein Kern durch Worte immer beschränkt werde und es stets in der Praxis ausgeführt werde.

Zen-Meister lehren ihre Schüler die Kanalisierung ihrer Aufmerksamkeit und der unbewussten Selbstbeobachtung. Das von der Umwelt abhängige Denken soll zu einem Endpunkt gebracht werden, sodass intuitive Einsichten verbessert werden können.

Die Lehre des Buddhismus

Die Lehre des Buddhismus

Anhänger des Buddhismus suchen Zuflucht in Buddha, Dharma (Lehre) und Sangha (spirituelle Gemeinschaft), genannt “die drei Juwelen”. Sie lassen sich von den Lehren des Buddha leiten, die zu wahrem Glück und Erleuchtung führen sollen.

Im Folgenden findest du wichtige Grundlagen der buddhistischen Lehre. Dazu gehören die vier edlen Wahrheiten, der edle achtfache Pfad, der oft als Rad (Dharmachakra) dargestellt wird, und die Bedeutung von Samsara und Nirwana.

Die vier edlen Wahrheiten

Die Grundlagen des Buddhismus bestehen in den vier edlen Wahrheiten. Die erste besagt, dass das Leben des Menschen durch Leiden (“dukkha”) geprägt ist, wie die Geburt, das Alter, die Krankheit, der Tod oder auch das Festhalten an einer Vorstellung von Glück, die vergänglich ist und nicht erlangt werden kann.

Die zweite edle Wahrheit ist die Abhängigkeit des Leids von drei Ursachen, genauer von den drei Geistesgiften: Gier, Hass und Verblendung. Die dritte Wahrheit besagt, dass das Leiden in der Zukunft aufgehoben werden und der Mensch im Nirwana vollständig frei von Leid sein kann. Die vierte edle Wahrheit ist, dass die Mittel, um diese Freiheit und vollständiges Glück zu erlangen, in dem edlen achtfachen Pfad liegen.

Der edle achtfache Pfad

Der edle achtfache Pfad

Der Weg, dem die Buddhisten folgen, ist der edle achtfache Pfad. Er ist ein Teil der vier edlen Wahrheiten und wird von buddhistischen Schulen gelehrt. Er wurde in der 22. überlieferten Lehrrede Buddhas ausgeführt und basiert vor allem auf den Grundlagen der Achtsamkeit.

Der achtfache Pfad gliedert sich in drei Teilbereiche: Die Weisheit, die Sittlichkeit und die Vertiefung. Sie beziehen sich jeweils auf das ‘rechte’ Verhalten im Kontrast zum ‘unrechten’. Wir haben diese Bereiche kurz für dich ausgeführt:

Weisheit:

  • Rechte Einsicht/ Anschauung (1)
    Führt zur Anerkennung der vier Wahrheiten, dem Glauben an den Kreislauf der Wiedergeburt, an Karma und die drei Daseinsmerkmale (Vergänglichkeit, Leiden und ein veränderlicher Wesenskern/ eine veränderliche Seele)
  • Rechte Gesinnung/ Absicht (2)
    Führt zum rechten Entschluss und beinhaltet Entsagung/ Verzicht, Nichtschädigung der Umwelt, Enthaltung von Groll, Hasslosigkeit und Großzügigkeit; wird ergänzt durch das ‘Rechte Denken’, das die eigenen Gedanken auf seine Positivität und Nützlichkeit hinterfragt

Sittlichkeit:

  • Rechte Rede (3)
    Keine Lügen, Verleugnung, Beleidigung oder Geschwätz; Rede kann heilsam oder unheilsam, wahr oder falsch, nützlich oder unnützlich sein (die ideale Rede wird wahr und höflich und zur rechten Zeit gesprochen, ist zweckmäßig und aus liebevoller Gesinnung)
  • Rechtes Handeln (4)
    Vermeidung von Töten, Stehlen, Lügen, Rausch und sexuellem Fehlverhalten (Tugendregeln: die fünf Silas)
  • Rechter Lebenswandel/ -unterhalt (5)
    Kein Handel mit Waffen, Lebewesen, Fleisch, Rauschmitteln oder Giften, keine Tierzucht

Vertiefung:

  • Rechte(s) Streben/ Einstellung/ Willen (6)
    Affektive Handlungen wie Hass, Zorn oder Ablehnung werden kontrolliert und gezügelt, der Gedankenprüfung unterzogen
  • Rechte Achtsamkeit (7)
    Bewusstwerdung der körperlichen Funktionen wie Atmen, Gehen, Stehen etc. sowie der Sinnesreize, Affekte und Denkinhalte (Achtsamkeit des Inneren, des permanenten Bewusstseins und der Gefühle); das Leben in der Gegenwart, kein Grübeln über die Vergangenheit, kein Schwelgen in der Zukunft, im Augenblick leben (Achtsamkeit des Äußeren)
  • Rechte Sammlung/ Konzentration (8)
    Führt zur eigenen Versenkung, Kontrolle des abschweifenden Geistes (Meditation und innere Ruhefindung)

Samsara und Nirwana

Die Lehre von Samsara und Nirwana

Das Samsara bezeichnet den Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburt, das durch das Erwachen (“Bodhi”) verlassen werden kann. Dieser Austritt aus dem Samsara bedeutet gleichzeitig einen Eintritt in das Nirwana, einen Ort völliger Ruhe.

Nirwana bedeutet übersetzt “Erlöschen” und meint das Ende aller falschen menschlichen Vorstellungen wie Ich-Bezogenheit, Gier und das Festhalten an Vergänglichem. Im Nirwana endet das menschliche Dasein und der Mensch geht in einen permanenten Zustand der Erlösung über.

Buddhistische Mönche tragen orangefarbene Gewänder, da im Buddhismus Orange die Farbe der höchsten Erleuchtung ist.

16 Regeln und Kernaussagen

Die folgenden Kernaussagen des Buddhismus bestehen unter anderem aus den fünf Silas, den vier edlen Wahrheiten und dem edlen achtfachen Pfad, die von den Buddhisten befolgt werden. Sie vereinen die wichtigsten Kernaussagen und Regeln, die zum Glück führen sollen. Hinzugefügt wurden allgemeine Aussagen, die sich auf das buddhistische Weltverständnis beziehen.

  1. Töte oder verletze keine Lebewesen.
  2. Nimm nur, was dir gegeben wird.
  3. Führe keine unheilsamen sexuellen Beziehungen und übe dich im rechten Umgang mit deinen Sinnen.
  4. Lüge nicht und verbreite kein Geschwätz.
  5. Trübe dein Bewusstsein nicht durch Rausch.
  6. Das Leben ist Leiden (Leid des Leidens, der Veränderung, der Bedingtheit).
  7. Das Leiden entsteht durch Egoismus, Unwissenheit, Abhängigkeit, Abneigung und Furcht.
  8. Dieses Leiden kann nur durch die Trennung vom existierenden Ich erfolgen. Der Mensch wird dann im Nirwana erlöst, unabhängig von Leid oder Karma.
  9. Der Weg der vernünftigen Mitte, der achtfache Pfad, ist der richtige Weg dorthin. Es soll sich weder dem reinen Genuss hingegeben noch Selbstzüchtigung geübt werden.
  10. Der achtfache Pfad besteht aus Erkenntnis, Gesinnung, rechter Rede, rechtem Handeln, einer rechten Lebensweise, rechter Anstrengung, Achtsamkeit und Sammlung (Konzentration).
  11. Der Mensch befindet sich in einem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt, der nur durch eine rechte Lebensweise durchbrochen und zum Nirwana führen kann.
  12. Die Seele des Menschen ist veränderbar und ihm nicht zu eigen. Der Geist ist offen, zeitlos und kontinuierlich existent.
  13. Eine Seele kann als jedes empfindendes Wesen wiedergeboren werden. Der Geist durchläuft hierbei mehrere Leben.
  14. Es gibt drei Formen der Handlung: des Körpers, der Rede und des Geistes. Hierbei entscheidet die Motivation der Handlung über gutes, schlechtes oder neutrales Karma.
  15. Gutes Karma führt zu einer Wiedergeburt in positiven Bedingungen, schlechtes Karma zu einer Wiedergeburt in schlechten Umständen (auch als Tier oder Dämon).
  16. Die sechs Paramitas verhelfen zur Erleuchtung: Großzügigkeit, sinnvolles Verhalten, freudige Anstrengung, Meditation und Weisheit.

6 Götter des Buddhismus

Buddha-Statue eines Klosters in Hongkong

Der Buddhismus hat, obwohl er schon sehr alt ist, im Prinzip keinen Götterglauben wie beispielsweise die nordische, griechische, römische oder ägyptische Mythologie. Ebenso wenig gibt es den einen Gott wie im Christentum oder Islam. Allerdings werden sterbliche Wesen verehrt, zum einen Buddha, zum anderen die Bodhisattvas.

Sie sind Wesen der Erleuchtung, die aus Mitgefühl den Menschen gegenüber nicht ins Nirwana übergehen, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Wie Götter repräsentieren sie meist bestimmte Eigenschaften, zum Beispiel Weisheit oder Macht.

Buddha und die Erleuchtungswesen werden in den Tempeln und an buddhistischen Schulen abgebildet und haben sich mit der Zeit zu gotthaften Persönlichkeiten entwickelt. Sie fungieren als anbetungswürdiges Vorbild und werden als Götter dargestellt. Im Folgenden findest du eine Auswahl der vielen verschiedenen Götter mit Informationen zu ihrer Bedeutung und Darstellung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Darstellungen des Buddhas und der Bodhisattvas wird der Buddha in China oft mit einem dicken Bauch dargestellt. Er soll die Freude und das Glück, das sich im Buddhismus finden lässt, symbolisieren.

Buddha Shakyamuni

Der Buddha Shakyamuni ist der historische Buddha, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt hat. Er ist der Begründer des Buddhismus und hat die Erkenntnisse seiner Erleuchtung unter den Menschen verbreitet.

Dieser Buddha wird in der Regel mit wenig Schmuck und wenig Kleidung dargestellt. Seine Haare sind meist blau und er sitzt in meditierender Haltung auf einer Erhöhung. Um seine Erleuchtung darzustellen, befindet sich auch häufig ein strahlender Kreis hinter ihm oder hinter seinem Kopf.

In seiner linken Hand hält er eine Schale für Almosen. Mit der rechten Hand berührt er die Erde. In manchen Darstellungen befinden sich zwei seiner Schüler neben ihm. Es gibt viele bunte Gemälde und Drucke sowie goldene, bronzene und steinerne Statuen dieses Buddhas.

Manjushri (Weisheit)

Die buddhistische Flagge

Manjushri ist als Buddha und als Bodhisattva überliefert. Er steht für Weisheit und Belesenheit, ist somit also vor allem für die Gelehrten und Studenten von großer Bedeutung. Er wird um die Kraft zur Erkenntnis und um ein gutes Gedächtnis gebeten. Mit Avalokiteshvara und Vajrapani stellt er die drei großen Bodhisattvas dar.

In seinen Darstellungen findet man ihn meist mit einem Schwert in der rechten Hand als Symbol der Weisheit. Es soll das Band der Ignoranz und Unwissenheit durchtrennen und wird häufig brennend dargestellt, um ‘Licht ins Dunkel’ zu bringen. Ein weiteres Merkmal ist manchmal ein Buch, das auf einer Lotusblüte liegend abgebildet wird.

Vajrapani (Macht)

Der Bodhisattva der Macht ist Vajrapani. Er findet sich häufig in Darstellungen zusammen mit Avalokiteshvara (Mitgefühl) und Manjushri (Weisheit). Hierbei ist er oft in zorniger Gestalt eines Dharmapalas, also eines Schützers der buddhistischen Lehre.

In seiner linken Hand trägt er manchmal Tigerfell und eine Fangschlinge, mit der er diejenigen, die sich dem Buddhismus entgegenstellen, einfangen und fesseln kann. In seiner rechten Hand trägt er den Dorje oder Vajra, sein eigenes buddhistisches Symbol.

Maitreya (Zukunft)

Der Bodhisattva Maitreya (Zukunft)

Maitreya ist der Bodhisattva der Zukunft. Er ist einer der fünf irdischen Buddhas, der dem vierten der fünf Zeitalter (“Kala”) zugeordnet wird. Das vierte Zeitalter ist das jetzige Zeitalter. Der Buddha Maitreya hat die Aufgabe als Weltenlehrer, die Menschen zurück zum Buddhismus zu bewegen und sie somit ins fünfte Zeitalter zu führen.

Dieser Buddha sitzt nicht in meditierender Position, sondern in westlicher Sitzhaltung mit den Füßen auf dem Boden auf einem Podest oder einer Art Stuhl. Diese Sitzposition ermöglicht ein schnelles Aufstehen, was auf seine Funktion hinweist, sich bald für die Menschen zu erheben und sie auf den richtigen Weg zu führen. Es gibt auch Darstellungen in stehender Position.

Maitreya trägt eine Krone, um die sich Blumen ranken und zeigt oft eine Geste, die für das Dharmachakra steht. Sie formt sich aus Daumen und Zeigefinger, die zusammengeführt einen Kreis bilden und den übrigen drei locker abstehenden Fingern.

Avalokiteshvara (Mitgefühl)

Der Bodhisattva des Mitgefühls ist Avalokiteshvara. Er ist der Schutzpatron von Tibet und der Dalai Lama wird als seine Manifestation betrachtet. Avalokiteshvara tritt dem Glauben nach in 108 verschiedenen Erscheinungsformen auf.

Meist wird er jedoch mit elf Köpfen und 1.000 Armen dargestellt, auf deren Handflächen sich die Augen des Mitgefühls befinden. Ein wichtiges Merkmal ist zudem das Gesicht des Buddhas Amithaba (transzendenter Licht-Buddha, der vor allem in Japan verehrt wird) auf der Spitze seines Kopfes oder der Krone.

Tara (Schutz)

Die Schutzgöttin Tara

Tara ist ein weiblicher Bodhisattva, also eine “Bodhisattvi”. Sie tritt in den Farben Grün, Weiß, Rot und Gelb auf oder als goldene, bronzene oder steinerne Statue. Tara ist eine weise, friedliche Schutzgöttin und bewahrt die Menschen vor den Gefahren, die ein Abkommen vom rechten Weg bedeuten würden. Ursprünglich war sie eine indische Sternengöttin, wurde dann aber in den Mahayana-Buddhismus aufgenommen.

Sie schützt die Menschen vor Stolz, Verblendung, Eifersucht, Zorn, falschen Ansichten, Geiz, Zweifel und Begierde. Zudem wird Tara manchmal als Ausstrahlung des Avalokiteshvara (Mitgefühl) betrachtet, die aus seiner Träne entstanden ist, als Essenz des Mitgefühls.

Die weiße Tara wird häufig in Meditationshaltung dargestellt, also im Schneidersitz mit beiden Füßen auf den Oberschenkeln. Sie besitzt auf ihren Hand- und Fußinnenflächen sowie auf ihrer Stirn das Auge des Mitgefühls. Meist wird sie umgeben von dem blühenden weißen Lotus (Symbol für den Tag) oder dem blauen geschlossenen Lotus (Symbol für die Nacht).

Die grüne Tara lässt ihren rechten Fuß auf einer Lotusblüte ruhen; nur der linke ist in Meditationspose. Die rechte Hand führt nach unten gerichtet eine Geste aus, die auf Wunschgewährung hinweist. Die linke Hand zeigt nach oben und macht die Geste der Schutzgewährung.

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