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Drama: Aufbau, 11 Merkmale & 3 Beispiele der literarischen Gattung

Das Drama ist eine literarische Gattung mit langer Tradition. Es unterscheidet sich stark von epischen und lyrischen Texten. Wir haben alles Wissenswerte, eine Definition, wichtige Begriffe zur Analyse, den Aufbau des aristotelischen Dramas, elf Merkmale sowie Beispiele von Goethe, Schiller und Bertolt Brecht.

Die literarische Gattung “Drama” zeichnet sich durch seine dramatischen Gefühlsausbrüche aus. Sie dienen als Gestaltungsmittel und sorgen für Unterhaltung. Ob tragisch oder komisch, offenen oder geschlossenen, klassisch oder nicht – wir haben uns das literarische Theaterstück näher angeschaut und erklären dir seine wichtigsten Merkmale.

Das Drama: Eine Gattung der Dramatik

Dramen werden für das Theater geschrieben

Das Drama gehört zur Gattung “Dramatik”. Neben “Epik” und “Lyrik” ist sie eine der drei grundlegenden literarischen Gattungen. Die Epik umfasst fiktive Erzählungen von einem fiktiven Erzähler in Vers- oder Prosaform, die nicht an Raum oder Zeit gebunden ist.

Die Lyrik bezeichnet Texte in Versform, die sich meist reimen, subjektiv sind und rhetorische Mittel aufweisen. Die Dramatik hingegen ist für das Theater geschrieben, hat keinen Erzähler und ist an Raum und Zeit gebunden. Das bedeutet, es gibt keine markanten Ortswechsel oder Zeitsprünge.

Definition

In der Literatur bezeichnet das Drama Texte mit verteilten Rollen. Es kann als weit gefasster Begriff alle Ballett- und Theaterstücke, Operntexte, Drehbücher und Hörspieltexte umfassen. Häufiger wird es aber nur den spannenden und sentimentalen Theaterstücken zugeschrieben. Was das Drama definiert, ist seine Textgrundlage. So unterscheidet es sich vom improvisierten Theater.

Hauptmerkmal des Dramas ist nach Aristoteles die Vermittlung der Handlung durch Dialoge. Dadurch unterscheidet es sich von erzählender Literatur wie dem Epos oder dem Roman. Das aristotelische Drama wird auch als “Regeldrama” oder “klassisches Drama” bezeichnet. Es besteht aus fünf Akten und folgt bestimmten Regeln.

Moderne Dramen sind darauf ausgerichtet, von Schauspielern auf der Bühne aufgeführt zu werden und erhalten Anweisungen. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es auch Anmerkungen für den Regisseur. Im 20. Jahrhundert entstanden weitere Untergattungen wie das Soziale Drama und das Analytische Drama. Neue Formen der Dramatik sind das Hörspiel oder das Filmdrama.

Wichtige Begriffe eines Dramas

"Maria Stuart" (1800) ist ein historisches Drama

In diesem Kapitel haben wir einige Begriffe für dich kurz erklärt. Sie sind wichtig zur Beschreibung und zur Analyse eines Dramas. Im ersten Abschnitt findest du die verschiedenen Arten eines Dramas, um präzisieren zu können, zu welcher Untergattung das vorliegende Drama gehört. Im zweiten Abschnitt haben wir einige Fachbegriffe und Bezeichnungen für die dramatischen Figuren zusammengestellt. Sie treten in Bezug auf Dramen immer wieder auf und es ist nützlich, sie zu kennen.

Arten eines Dramas:

  • Komödie: Lustspiel, Drama mit glücklichem Ausgang
  • Tragödie: Trauerspiel, Drama mit traurigem Ausgang (meist Tod des Helden)
  • Tragikomödie: Drama mit komischen und tragischen Elementen
  • Absurdes Theater: stellt den orientierungslosen Menschen in einer sinnfreien Welt dar und weist groteske, komische und irreale Szenen auf (20. Jahrhundert)
  • Soziales Drama: Handlung ist durch soziale Umstände geprägt
  • Analytisches Drama: Entdeckungs- oder Enthüllungsdrama
  • Dramolett: kurzes Drama, Minidrama, Mikrodrama
  • Historisches Drama: Geschichtsdrama, thematisiert historisches Geschehen, an wahre Begebenheiten angelehnt
  • Versdrama: in Versen geschriebenes Drama
  • Sittenstück: veranschaulicht auf kritische Weise die Sitten einer Epoche
  • Moralität: belehrendes Drama, das abstrakte Begriffe durch Personen darstellt (wie Tugend, Laster, Leben, Tod)
  • Ritterdrama: Drama mit einem Ritter als Protagonist

Fachbegriffe und Personen:

  • Inszenierung: Vorbereitung, Gestaltung und Umsetzung eines Dramas (wie die Aufführung in Szene gesetzt wird)
  • Dramaturgie: Bearbeitung eines Dramas (Struktur, Aufbau), Lehre des Dramas
  • Dramatis Personae: alle handelnden Figuren in einem Drama
  • Antistrophe: Chorlied im griechischen Drama der Antike
  • Aufzug: in sich geschlossener Abschnitt eines Dramas
  • Epilog: Nachspiel
  • Intermezzo: Zwischenspiel
  • Monolog: Selbstgespräch
  • Protagonist: Hauptfigur und erster Schauspieler im antiken Drama
  • Antagonist: Gegenspieler des Protagonisten
  • Tritagonist: dritter Schauspieler im altgriechischen Drama
  • Held: aktiv handelnde Hauptfigur
  • Antiheld: passive, negative Hauptfigur
  • Koryphäe: Chorführer im antiken Drama

Geschlossenes und offenes Drama

Das geschlossene Drama handelt oft von Adeligen oder Königen

Das geschlossene Drama weist in der Regel nur wenige Figuren auf, meist aus der oberen Gesellschaftsschicht, wie Könige oder Adlige. Es gibt nur einen Ort des Geschehens und manchmal wenige Nebenschauplätze. Die Handlung ist zusammenhängend und in sich geschlossen. Das Ende ist deutlich und es gibt keinen Raum für weitere Interpretation.

Das offene Drama stellt im Prinzip das Gegenteil zum geschlossenen Drama dar. Es besitzt eine eher sprunghafte Handlung mit mehreren Handlungssträngen, es gibt Zeitsprünge und mehrere Handlungsorte. Zudem gibt es viele Figuren, die manchmal sogar ins Unübersichtliche übergehen. Diese Figuren repräsentieren meist unterschiedliche Gesellschaftsschichten mit verschiedenen Sprachstilen.

Subgenres der Dramatik

Wie in der Definition bereits erklärt, kann jegliche Literatur, die zum Genre der Dramatik gehört, als Drama bezeichnet werden. Üblicher ist allerdings die Bezeichnung eines spannenden, dramatischen Theaterstücks als Drama. Dieses Drama besitzt zwei Grundformen. Die eine Form mit traurigem Ausgang wird als Tragödie bezeichnet. Die andere Form mit glücklichem Ausgang, Witzen, Sprachspielen, Ironie oder Satire wird als Komödie bezeichnet. Die Unterscheidung dieser beiden Subgenres hat bereits Aristoteles (384–322 v. Chr.) festgelegt.

"Die Komödie sucht schlechtere, die Tragödie bessere Menschen nachzuahmen, als sie in der Wirklichkeit vorkommen."
(Aristoteles)

Dieses Zitat fasst gut zusammen, was die wesentliche Unterscheidung zwischen der Tragödie und der Komödie ist. Dort, wo sich die Komödie über die schlechten Seiten des Menschen lustig macht und auf ironische Weise Gesellschaftskritik übt, hebt die Tragödie die Tugend des Menschen auf ein Podest. Auch wenn der tragische Held an unverschuldeten Verstrickungen scheitert, so tut er dies mit besten Absichten und Edelmut.

Tragödie

Die Tragödie hat ein tragisches Ende

Die Tragödie gab es bereits im antiken Griechenland. Sie kann auch als Trauerspiel bezeichnet werden und bildet das Gegenstück zur Komödie. Man erkennt sie an einem unlösbaren Konflikt und dem tragischen Schicksal des Helden. Die Handlung entwickelt sich zu einer Katastrophe, die mit dem unverschuldeten Scheitern des tragischen Helden endet. Meist gipfelt dieses Scheitern in seinem Tod.

Die Zuschauer sollen durch das tragische Ende emotional wachgerüttelt werden und den edlen Helden mit bester Tugend als belehrendes Vorbild betrachten. Es soll durch Mitgefühl eine moralische Besserung erfolgen, denn nach Aristoteles bewirken Jammern (éleos) und Schaudern (phóbos) eine Reinigung der Seele (kátharsis).

Komödie

Die Komödie ist die zweite Form des Dramas. Sie kann auch als Lustspiel bezeichnet werden und ist von Komik, Ironie und Heiterkeit geprägt. Der dramatische Konflikt ist lösbar und es gibt ein glückliches Ende. Der Zweck der Komödie ist die Erheiterung des Publikums.

Menschliche Fehler werden überspitzt dargestellt, die Figuren lächerlich gemacht. Im Gegensatz zur Tragödie kommt den komischen Helden auch mal der Zufall zur Hilfe. Es wird mit Schein und Sein sowie unerfüllten Erwartungen gespielt, es gibt Verwicklungen und Täuschungen.

Das Regeldrama (klassisches Drama)

Das Regeldrama oder auch klassische Drama ist ein normierter Aufbau von Theaterstücken. Er entstand in der Zeit der Renaissance, genauer der französischen Klassik, im 17. Jahrhundert, und wirkte von dort an nach. Der griechische Philosoph Aristoteles nennt die sechs Hauptelemente des Dramas und stellt fest, dass zusätzlich das Verzichten auf Nebenhandlungen und die zeitliche Begrenzung eines Tages prägend sind.

Die Hauptelemente sind: Handlung (mythos), Charaktere (ethos), Rede (lexis), Gedanke/Absicht (diánoia), Schau/Szenerie (opsis) und Gesang/Musik (melopoiía). Der römische Dichter Horaz (65 bis 8 v. Chr.) forderte zudem eine Einteilung in fünf Akte. Da die antiken Philosophien und Lehren in der französischen Klassik wiederauflebten, entstanden die folgenden Regeln für ein klassisches Drama:

  • Einheit von Handlung, Ort und Zeit (keine Zeitsprünge oder Ortswechsel in der Handlung)
  • Imitation (meist antike Vorbilder)
  • Sittlichkeit (es durfte nichts Anstößiges auf der Bühne gezeigt werden)
  • Ständeklausel (Adlige und Könige als Protagonisten)
  • Einheitlichkeit des Redestils (meist Hochsprache, keine Dialekte)
  • Dreipersonenregel, Verbot einer neuen Person nach dem ersten Akt

Aristotelisches Drama (Dreieck nach Gustav Freytag)

Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.)

Aus den antiken Lehren und den Bestimmungen der französischen Klassik entstand im 19. Jahrhundert ein pyramidenartiger Aufbau des klassischen Dramas nach Aristoteles. Die Form eines Dreiecks bietet die Anhaltspunkte für die fünf Akte. Das Dreieck wurde von Gustav Freytag in seinem Lehrbuch “Technik des Dramas” (1863) erstellt. Er orientierte sich an Aristoteles Dramentheorie zum geschlossenen Drama und nutzte Friedrich Schillers ‘pyramidalen Aufbau’. Das Aristotelische Drama wird auch Regeldrama oder klassisches Drama genannt und besteht aus fünf Akten.

Ein Hauptmerkmal dieses Dramas ist die Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Außerdem gibt es eine klare gesellschaftliche Hierarchie und nur wenig handelnde Personen (meist Adelige). Wir erklären dir, was du unter den einzelnen Punkten des Dreiecks verstehen kannst und welche Auswirkungen sie auf das Drama haben. Anschließend findest du ein Bild zur Veranschaulichung.

1. Akt: Exposition

Das Aristotelische Drama beginnt mit der Exposition. Sie ist eine Einführung des Zuschauers in die Ausgangssituation. Dazu gehören Stimmung, wichtige Figuren, Ort und Zeit des Geschehens sowie gesellschaftliche Zustände. Diese Einführung ist wichtig für das Verständnis und die weitere Handlung. Häufig deutet sich hier der tragende Konflikt des Dramas bereits an.

2. Akt: Erregendes Moment (Katastase)

Auf die Exposition folgt das erregende Moment, auch Katastase genannt. Es baut den dramatischen Konflikt auf, steigert ihn und erzeugt Spannung. In der Regel sind es Aktionen des Protagonisten oder des Antagonisten, die den Konflikt vorantreiben. Es folgt der Höhepunkt (Peripetie).

3. Akt: Peripetie (Klimax, Höhepunkt)

Die Peripetie stellt den Höhepunkt des Dramas dar. Sie ist der entscheidende Wendepunkt des Stücks und wendet das Schicksal des Helden zum Guten oder Schlechten. In der Regel entsteht dieser Wendepunkt in der Handlung selbst und wird nicht von außen oder durch übernatürliches Eingreifen ausgelöst.

4. Akt: Retardierendes Moment

Nach der Peripetie folgt das retardierende Moment. Der Begriff stammt aus dem Französischen (“retarder” für “verzögern”). Es sorgt für Spannung, indem es den Schluss hinauszögert und somit auch die Gewissheit, ob der dramatische Konflikt sich auflösen oder in einer Katastrophe enden wird. In der Tragödie wird hier die Hoffnung noch aufrecht erhalten, dass der Held doch noch gerettet werden kann. In der Komödie wird das nahe glückliche Ende noch etwas hinausgezögert.

5. Akt: Lösung / Katastrophe

Zum Schluss wird der dramatische Konflikt entweder aufgelöst oder er endet in einer Katastrophe. Der Oberbegriff für das Ende im fünften Akt ist “Dénouement”. Das Dénouement führt im Fall einer Tragödie zur Kátharsis, also zur Reinigung der Seele nach der Auslebung von Emotionen durch das Theaterstück. Im Fall einer Komödie wird der Konflikt aufgelöst und es gibt ein Happy End. Häufig wird am Ende geheiratet oder Figuren erkennen sich wieder.

 

Unterscheidung zum sozialen Modell “Dramadreieck”

Das pyramidenartige Dreieck von Gustav Freytag zur Einteilung eines Theaterstücks in fünf Akte ist rein begrifflich leicht zu verwechseln mit dem “Dramadreieck”. Dieses lässt sich zwar auch auf Theaterstücke anwenden, doch es hat seinen Ursprung in der Psychologie und nur wenig mit dem aristotelischen Drama gemein. Das Dramadreieck ist ein soziales Modell aus der Transaktionsanalyse, das Regeln und Struktur in der Persönlichkeit und den Verhaltensmustern des Menschen ausmacht.

Die Verhaltensmuster werden hierbei als “Spiel” bezeichnet und können als Szenarien durchgespielt werden. Mindestens zwei Personen (meistens aber drei) nehmen drei Rollen ein: Opfer, Täter (Verfolger) und Retter. Diese Rollen schüren Rollenerwartungen, denen die Personen meist folgen und legen vorbestimmte Beziehungen unter ihnen fest. Diese Beziehungen können sich allerdings genauso schnell wieder lösen wie sie entstanden sind.

11 Merkmale eines Dramas

Merkmale eines Dramas

In diesem Kapitel haben wir die wichtigsten Merkmale eines Dramas kurz für dich zusammengefasst. Da es für die Bühne geschrieben ist und eindeutige Eigenschaften hat, erkennst du Texte dieser Gattung schnell. Die Merkmale helfen dir dabei, treffende Aussagen in einer Analyse zu machen. Im Anschluss haben wir zusätzlich einige Links, die dir helfen können und drei Beispiele, mit denen du üben kannst.

  1. Gehört zur Gattung der Dramatik
  2. Kein Erzähler, nur direkter Dialog, manchmal Regieanweisungen
  3. Leser muss Ort, Zeit und Handlung durch Hinweise aus dem Dialog erschließen
  4. Figurenrede gibt Informationen über soziale Milieus und persönliche Hintergründe durch Sprache (zum Beispiel Dialekt, Akzent, Regiolekt, Sprachfehler)
  5. Gefühlsausdrücke durch inneren Monolog
  6. Vorantreiben der Handlung durch direkte Rede
  7. Auf Bühnenaufführung ausgerichtet (Schauspieler sorgen für individuelle Mimik, Gestik und Sprechweise)
  8. Textinterne Hinweise vom Autoren, etwa zur gedachten Stimmlage und Haltung
  9. Aus Fiktion (dem reinen Lesen des Stücks) wird Simulation (es wird auf der Bühne Realität simuliert)
  10. Akustische (hörbare) Signale: Sprache, Akzent, Redeweise, Stil, Sprechtempo, Tonhöhe, Stimmführung und Lautstärke (Bühne: Geräusche, Musik oder Stimme aus dem Off)
  11. Optische (sichtbare) Signale:
    Statur, Physiognomie, Mimik, Gestik, Bewegung, Maske und Kostüm (Bühne: Bühnenbild, Dekoration, Requisiten, Beleuchtung, Spruchbänder, Projektionen)

Dramen: 3 bekannte Beispiele

In diesem Kapitel haben wir drei bekannte Beispiele für Dramen zusammengestellt. Goethes Drama “Iphigenie auf Tauris” und Schillers Tragödie “Maria Stuart” folgen beide dem klassischen Dramenaufbau nach Aristoteles. Bertolt Brechts “Die Dreigroschenoper” ist ein weniger klassischer Dreiakter, der sich anderen Protagonisten widmet als der Adelsgesellschaft.

Du findest sowohl wichtige Informationen als auch jeweils eine Zusammenfassung des Dramas. Nutze die Beispiele zum Üben für Interpretationen und Analysen, für Referate oder für wissenschaftliche Arbeiten. Außerdem haben wir einige Links für dich, die dir dabei helfen können:

Tipps zur Interpretation und Textanalyse
Die wichtigsten rhetorischen Mittel
Tipps zu formellen Texten aller Art
Verbessere deinen Schreibstil
Richtig Korrekturlesen
Hausarbeit schreiben
Referat vorbereiten
Gedichtanalyse
Romananalyse

 

Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris (1787)

Goethe verfasste das klassische Drama "Iphigenie auf Tauris"

Das Bühnenstück “Iphigenie auf Tauris” wurde 1787 von Goethe veröffentlicht und basiert auf Euripides “Iphigenie bei den Taurern” (ca. 414–412 v. Chr.). Es weist Merkmale des klassischen geschlossenen Dramas nach Aristoteles auf und spiegelt das ideale Menschenbild der Weimarer Klassik wider. Es besteht aus fünf Akten, Ort, Zeit und Handlung sind eine Einheit und die Handlung ist gut nachvollziehbar.

Weitere Merkmale des Regeldramas sind die Vorbilder der griechisch-römischen Mythologie und die Typisierung der Figuren (keine Individuen, repräsentieren bestimmte Ideen). Es fehlt die Darstellung emotionaler Ausbrüche und individueller Gefühle, um allgemeine menschliche Gesetze und ein zeitloses humanes Ideal zu schaffen.

Zusammenfassung des Inhalts

Die Griechin Iphigenie ist die Tochter des Königs Agamemnon und der Klytämnestra. Als Agamemnon auf dem Weg in den Trojanischen Krieg nicht mehr voran kam, opferte er Iphigenie der Göttin Diana (Göttin der Jagd). Diese rettete Iphigenie und brachte sie auf die Insel Tauris, wo sie seither in Dianas Schuld steht und als Priesterin für sie arbeitet. Ihr Pflichtbewusstsein und ihre Dankbarkeit stehen dabei häufig ihrem inneren Wunsch gegenüber, in die Heimat zurückzukehren und ihre Familie wiederzusehen.

Bevor Iphigenie die Menschenopferung auf der Insel abschaffte, opferten die Taurier damals jeden Fremden der Göttin Diana. Als jedoch Thoas, der König der Taurier, von Iphigenie abgewiesen wird, führt er diesen Ritus wieder ein, da sie als Priesterin für die Opferungen verantwortlich ist.

Es werden zwei Fremde herbeigeführt, die sich später als ihr Bruder Orest und sein Vetter Pylades herausstellen. Die beiden haben die Insel aufgesucht, um laut eines Orakels vom Gott Apoll die Statue seiner Schwester Diana wieder nach Griechenland zu bringen und den Fluch der Familie zu lösen. Diese ist seit Iphigenies Verschwinden von Gewalt und Familienmorden geplagt.

Orest findet heraus, dass Iphigenie seine Schwester ist und sich Apollos Orakel auf seine Schwester Iphigenie und nicht auf Apollos Schwester Diana bezog. Iphigenie muss demnach zurück nach Griechenland gebracht werden, um den Fluch zu lösen. Auch wenn Thoas sie nur widerwillig gehen lässt, verlassen Orest, Iphigenie und Pylades die Insel Tauris und kehren zurück nach Griechenland.

Friedrich Schiller: Maria Stuart (1800)

Hier die echte Maria Stuart, Königin von Schottland

“Maria Stuart” ist ein historisches Drama und Trauerspiel in fünf Akten, das an wahre Begebenheiten angelehnt ist. Maria Stuart war von 1542 bis 1567 die Königin von Schottland. Neben einigen historischen Fakten geht Schiller allerdings frei mit seiner Figur und ihrer Geschichte um. Das Werk ist der Weimarer Klassik zuzuordnen und folgt dem Aufbau des aristotelischen Dramas. Wie für eine klassische Tragödie üblich, stirbt die tugendhafte Heldin am Ende des Stücks.

Zusammenfassung des Inhalts

Maria Stuart ist die Königin von Schottland, die der Beihilfe an der Ermordung ihres Ehemanns angeklagt wird. Sie soll hingerichtet werden, doch ihre Verbündeten versuchen ihr zu helfen und die Hinrichtung hinauszuzögern.

Leicester, der in Maria verliebt ist, organisiert ein Treffen mit ihrer Konkurrentin, der englischen Königin Elisabeth. Das Treffen ist der Höhepunkt des Stücks (3. Akt). Im Gespräch präsentiert sich Maria sittlich und moralisch, woraufhin Elisabeth versteht, dass Macht allein im Leben nicht ausreicht.

Trotz des Treffens gibt es für Maria keine Chance mehr, begnadigt zu werden. Sie akzeptiert ihr Schicksal und wird zur gewissenhaften Heldin, die Gottes Wille in ihrer Hinrichtung erkennt. Sie glaubt, sie müsse dafür büßen, dass sie Mitschuld am Tod ihres Mannes hatte. Aus einer Königin, die vorher Neigungen und sinnlichen Genüssen folgte, wird zum Schluss eine tugendhafte, idealisierte Heldin, die Freiheit und Frieden in einer ausweglosen Situation findet.

Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper (1928)

“Die Dreigroschenoper” von Bertolt Brecht wurde zum ersten Mal 1928 in Berlin aufgeführt und war von dort an sehr erfolgreich. 1933 wurde sie von den Nationalsozialisten verboten und erst 1945 wieder aufgeführt. Sie ist eine Bearbeitung der “Beggar’s Opera” (übersetzt: Bettler-Oper) von John Gray und Johann Christoph Pepusch aus dem Jahr 1728. Im Gegensatz dazu, was ihr Titel vermuten lässt, ist sie keine durchkomponierte Oper, sondern ein Theaterstück mit 22 Gesangsnummern, gesungen von Schauspielern.

Das Stück ist kein klassisches Drama. Es besteht aus drei Akten und thematisiert im Gegensatz zum Regeldrama nicht den Adelsstand. Es geht um Leute, die in ihrem Leben kein Mitleid erfahren haben und deshalb auch selbst keines kennen. Die Dreigroschenoper soll nicht direkt belehren, aber die Zuschauer zum selbstständigen Nachdenken anregen. Sie kann der Epoche "Neue Sachlichkeit" zugeordnet werden.

Zusammenfassung des Inhalts

Im Drama geht es um eine Konkurrenzsituation zwischen Mackie Messer (Macheath) und Peachum. Beide sind Geschäftsmänner in Soho, die immer ihren eigenen Vorteil suchen. Peachum ist das Oberhaupt der Bettelmafia, Mackie ein verbrecherischer Einzelkämpfer mit guten Kontakten. Mackie verliebt sich in Peachums Tochter Polly und die beiden heiraten gegen seinen Willen. Deshalb will Peachum Mackie ins Gefängnis bringen. Dieser kann sich jedoch durch seine gute Beziehung zum Polizeichef Brown retten, der ihn im Namen der Königin begnadigt und in den englischen Adelsstand erhebt.

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