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Rhetorische Mittel: 30 Stilmittel & ihre Bedeutung (+ Beispiele)

Es gibt unglaublich viele rhetorische Mittel. Da du dir wahrscheinlich nicht alle von ihnen merken kannst, haben wir die 30 häufigsten Stilmittel für dich zusammengestellt und mit Beispielen versehen. So kannst du deiner Textanalyse schnell und einfach mehr Tiefe verleihen.


Rhetorische Mittel zu kennen, ist nicht nur in der Schule und im Studium hilfreich. Auch privat eröffnen dir die sprachlichen Figuren ganz neue Blickwinkel. Wir informieren dich über ihre Vorteile, haben die fünf Wichtigsten ausführlich für dich erklärt und geben dir einen Überblick über weitere wichtige Stilmittel, die du später noch gut gebrauchen kannst.

Vorteile rhetorischer Mittel

Rhetorische Mittel zu erkennen, ist vorteilhaft

Rhetorische Stilmittel gehören im Großen und Ganzen zur Rhetorik (altgriechisch „Redekunst“). Bereits seit der Antike versteht man unter ihnen eine kunstvolle Art der Darstellung. Vor allem in der Dichtung finden sich viele rhetorische Figuren, die den Inhalt nicht nur verdichten sollen, sondern gleichermaßen als Redeschmuck dienen, um Klang und Optik der Texte ansprechender zu gestalten.

Es ist von Vorteil, wenn du rhetorische Mittel erkennen und benennen kannst. Nicht nur in der Schule und im Studium begegnen sie uns, auch im Alltag zum Beispiel durch Werbung und Lieder sind wir permanent von ihnen umgeben. Selbst wenn du privat ein Buch liest, bekommst du ein viel besseres Verständnis dafür, was der Autor intendiert hat, wenn du rhetorische Mittel identifizieren kannst.

Du musst nicht alle rhetorischen Mittel auswendig lernen, es gibt dafür schlichtweg zu viele. Doch die Bekanntesten werden oft schon in der Schule abgefragt, da es wirklich nützlich sein kann, sie zu kennen. Je mehr du kennst, umso besser. So werden nicht nur deine Textanalysen reichhaltiger, du bekommst von deinem gesamten Umfeld ein feineres Verständnis und verbesserst auch deine Sprachkompetenz.

Rhetorik kann erlernt werden und hilft dir dabei, deinen Ausdruck zu verbessern – sowohl schriftlich als auch mündlich. Das kommt auch deinem Selbstbewusstsein und Charisma zugute. Ein reicher Wortschatz und das Jonglieren mit Sprache ist zudem in Bewerbungsgesprächen hilfreich, um einen aufgeweckten Eindruck zu hinterlassen.

Die 5 häufigsten rhetorischen Mittel

Hier findest du rhetorische Mittel im Überblick, die oft und gerne in literarischen Texten verwendet werden. Aus diesem Grund haben wir sie ausführlicher erklärt als die anderen rhetorischen Mittel. Sie zu kennen, kommt dir bei einer Analyse zugute, indem du mehr Potential für deine Interpretationen nutzen kannst. Rhetorische Mittel haben fast immer eine Bedeutung und selbst wenn der Autor mit ihnen nichts Bestimmtes intendiert haben sollte, kannst du sie interpretativ nutzen.

Metapher

Es werden wenige Wörter verwendet, um Informationen zu vermitteln. Dieser verkürzte Vergleich, oft in bildlicher Sprache, geht über seine eigentliche, wörtliche Bedeutung hinaus und beruft sich auf den übertragenen Sinn.

Beispiele:

  • „Tränenmeer“
    (Dieser Begriff deutet darauf hin, dass viele Tränen fließen. So viele, dass der übertriebene Vergleich mit dem Flüssigkeitsumfang des Meeres verglichen werden kann.)
  • „Jemandem das Herz brechen“
    (Hiermit ist selbstverständlich keine reale Aktion gemeint, sondern eine übertragene. Das gebrochene Herz steht symbolisch für die gescheiterte Liebe. Es könnte zum Beispiel sein, dass die Person, der das Herz gebrochen wurde, verlassen oder betrogen wurde.)
  • „Mauer des Schweigens“
    (Die Mauer versinnbildlicht die Undurchdringlichkeit des Schweigens. Das Schweigen an sich verdeutlicht die Ablehnung einer verbalen Äußerung anderen Menschen gegenüber.)

Alliteration

Alliteration als rhetorisches Mittel

Die Anfangslaute werden wiederholt, um einen Effekt zu erzeugen. Entweder sollen bestimmte Wortzusammenhänge deutlich gemacht, Melodie erzeugt oder lediglich die Wichtigkeit betont werden.

Beispiele:

  • Milch macht müde Männer munter.“
    (Bei diesem Beispiel handelt es sich sogar um ein Tautogramm, da alle Wörter des Satzes mit demselben Anfangsbuchstaben beginnen. Der Satz ist ein Werbeslogan aus den 1950er Jahren und die Alliterationen bewirken, dass sich jeder das Tautogramm gut merken kann.)
  • „Ihre wallenden Wellen wirkten wunderbar im Sonnenlicht.“
    (Hier handelt es sich um eine klassische Alliteration, die die imposante Wellenbewegung des Haares durch Lautlichkeit betonen soll. Die Wellenbewegung des Buchstaben w trägt ebenfalls dazu bei.)
  • „Die Kinder sangen im Chor katholische Kirchenlieder.“
    (Dieses Beispiel zeigt, dass nicht immer derselbe Buchstabe am Anfang des Wortes stehen muss, sondern der Laut /k/ ausreicht, um denselben Effekt wie im vorherigen Beispiel zu erzeugen.)

Anapher

Worte oder Wortgruppen werden wiederholt, um ihre Wirkung zu verstärken und Melodie zu erzeugen. So wird sichergestellt, dass die Bedeutung des Satzes oder der Sätze auch wirklich verstanden wird. Oft werden Anaphern auch dazu verwendet, um zu steigern oder zusammenzufassen.

Beispiele:

  • Wegen ihm kann ich nie wieder ohne Todesangst einen Jahrmarkt besuchen. Wegen ihm kann ich nie wieder Karussell fahren. Ja, nur wegen ihm werde ich niemals wieder den Geruch von Zuckerwatte genießen können.“
    (Diese Alliteration hat eine steigernde Funktion, indem sie weiter ins Detail geht. Ausgegangen von einem großen Problem, fallen dem Sprecher immer mehr Probleme ein, die damit verbunden sind und sein Problem noch größer machen. Betont wird die Wut und extreme Schuldzusprache auf den Verursacher seiner Probleme.)
  • „Ich will dich sehen, will dich umarmen, will dich küssen, will dich lieben.“
    (Diese Alliteration betont das Verlangen des Sprechers. Von ‘sehen’ zu ‘lieben’ findet eine Steigerung statt.)

Parallelismus

Der Parallelismus bezeichnet Sätze, die einen parallelen Satzbau aufweisen. Das können mindestens zwei gleiche Hauptsätze, Nebensätze, Fragesätze, Ausrufe oder Ähnliches sein. Parallelismen können eine antithetische oder eine tautologische Funktion haben: Sie betonten also eine Gegenbehauptung oder bleiben auf der gleichen Wortbedeutungsebene, indem sie immer präziser umschreiben, was gemeint ist.

Beispiele:

  • „Du singst laut, du redest leise.“
    (Hier sollen singen und reden gegenübergestellt werden. Dieser Parallelismus kann so interpretiert werden, dass das „Du“ sich durch seinen Gesang stärker und besser ausdrücken kann als durch gewöhnliche Gespräche.)
  • „Ich weiß es. Ich begreife es. Ich verstehe es.“
    (Der Sprecher macht besonders deutlich, dass er verstanden hat, worum es geht. Die dreifache Wiederholung auf derselben Bedeutungsebene soll betonen, wie sehr.)

Rhetorische Frage

Eine rhetorische Frage ist eine Frage, auf die keine Antwort erwartet wird. Sie wird nicht gestellt, um Informationen zu erhalten, sondern um etwas zu betonen oder die Gedanken überbrückend zu verbalisieren. In der Regel macht die rhetorische Frage deutlich, dass es sich um ein Selbstgespräch handelt. Sie können in ihrer Funktion einer Behauptung ähneln oder sollen einfach eine Aussage betonen.

Beispiele:

  • „Was wollte ich nochmal machen? Achja, den Staubsauger holen.“
  • „Seh ich wirklich so schlimm aus? Vielleicht kann ich ja doch ohne Hut mit der Frisur herumlaufen.“
  • „Was soll das denn jetzt?“
  • „Sag mal, wo sind wir denn hier?“

25 weitere hilfreiche rhetorische Mittel

Diese rhetorischen Mittel gibt es

Zwischen den verschiedenen Stilmitteln kann es Überlappungen geben. Zum Beispiel können manche Sätze gleichzeitig mit einer Anapher als auch mit einem Parallelismus gedeutet werden. Entscheide bei jeder rhetorischen Figur, was du für deine Interpretation benötigst und lege den Fokus entsprechend. Beginnt ein Satz immer wieder mit „Ich gehe….“ kannst du entscheiden, ob das Ich und die Laufbewegung im Vordergrund stehen sollen oder eigentlich das wichtig ist, was nach dem „Ich gehe…“ folgt. Versuche immer Beziehungen und Zusammenhänge zu erkennen und klar herauszustellen. Die folgenden rhetorischen Mittel bieten viele Interpretationsmöglichkeiten für deine Textanalyse.

Neologismus

Ein Neologismus ist eine sprachliche Neuschöpfung. Oft werden bisher bestehende Wörter zusammengefügt, seltener werden völlig neue Wörter kreiert. Neologismen können mit dem Auftreten neuer Phänomene entstehen, aber auch durch subjektive Wahrnehmung, die sich mit bisher bestehenden Begriffen nicht beschreiben lässt.

Beispiele:

  • „Vlog“ („Video“ + „Blog“)
  • „Knabenmorgenblütenträume“ (J. W. Goethe)
  • „knorke“ (bedeutet so viel wie gut, ausgezeichnet, zufrieden)

Akkumulation (Accumulatio)

Eine Akkumulation ist eine Aufzählung oder Aneinanderreihung zusammengehörender Wörter zu einem Oberthema, das entweder genannt oder im Raum stehen gelassen werden kann. Das Themenfeld wird meist schnell deutlich. Die Begriffe können simple Assoziationsketten zu einem Thema sein, um es besser zu beschreiben, oder in ihrer Reihenfolge speziell so zusammengestellt sein.

Beispiele:

  • „Sonne, Mond und Sterne“
  • „Nun schlafen alle Tiere auf dem Bauernhof, die Kühe, die Schweine, die Hühner, die Hunde und Katzen.“
  • „Bäume, Blätter, Seen, Pfützen, Tiere, Rehe, Himmel, Luft, Rauschen, Rascheln“

Ellipse

Die Ellipse bezeichnet eine Auslassung im Satz, sodass er grammatikalisch nicht vollständig ist. Ellipsen werden häufig zur Verkürzung von Sätzen verwendet. Das Lesen wird durch diese Verkürzung meist nicht beeinträchtigt. Oft werden Ellipsen auch für Umgangssprache oder angedeutete Floskeln und Sprichwörter verwendet.

Beispiele:

  • „Je schneller der Abschied, umso weniger Tränen.“ für: „Je schneller der Abschied ist, umso weniger Tränen gibt es.“
  • „Wer im Glashaus sitzt…“ für: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“
  • „Was nun?“ für: „Was machen wir nun?“

Allegorie

Eine Allegorie ist eine ausgeführte Metapher, eine Art allgemeiner Vergleich. Oft wird etwas Abstraktes durch etwas Greifbares ergänzt. Die Metapher soll so zugänglicher für den Leser gemacht werden.

Beispiele:

  • „Wir sind alle nur Marionetten, werden von den großen Spielern kontrolliert und können nichts dagegen tun.“
  • „Die Welt ist wie eine Blumenwiese. Manchmal schnupperst du den süßen Duft des Lebens und die Sonne scheint auf dich herab, manchmal wirst du gestochen und stehst im Schatten.“
  • „Ich habe mich gefühlt wie die Sonne selbst: warm, strahlend, groß und als würde ich alle Menschen auf dieser Welt erreichen können.“

Paradoxon

Ein Paradoxon ist ein scheinbarer Widerspruch und muss vom Alogismus unterschieden werden. Ein Alogismus zeichnet sich durch völlige Zusammenhangslosigkeit aus („Die Steine haben Hunger.“, „Tagsüber ist es heller als Drinnen.“). Ein Paradoxon widerspricht sich hingegen nur in seinen Äußerungen, es muss nicht unlogisch beziehungsweise alogisch sein.

Beispiele:

  • „Ich friere, aber gleichzeitig ist mir auch warm.“
  • „Du kannst dich auf eine bunte Hochzeit freuen. Das Motto ist übrigens schwarz-weiß.“
  • „Nein, nein, ich brauche wirklich nichts. Aber mach mir doch bitte schnell einen Latte-Macchiato mit Sojamilch.“

Inversion

Bei einer Inversion wird die gewohnte grammatische Reihenfolge vertauscht oder bewusst umgekehrt. Dies ist oft in der Lyrik der Fall, um Melodie zu bestimmten Inhalten zu schaffen, die in gewöhnlicher grammatischer Abfolge nicht möglich wären. Fragen und Aussagen können auf diese Art ebenfalls stilistisch umgestellt werden.

Beispiele:

  • „des Knaben froher Sinn“ anstelle von „der frohe Sinn des Knaben“
  • „Den Käse isst die Maus.“ anstelle von „Die Maus isst den Käse.“
  • „Ich gehe schlafen. Gehe ich schlafen?“

Klimax

Eine Klimax ist die stufenweise Steigerung von Wörtern, die Übertreibung beinhalten kann oder einfach die Aussage eines Satzes verstärken soll. Die Klimax ist Gegenteil zur Antiklimax („Aus einer Flut wird eine Pfütze, wird ein Tropfen.“).

Beispiele:

  • „Er hat sein Leben lang geschuftet. Vierzig, nein einundvierzig, nein sogar zweiundvierzig Jahre.“
  • „Du bist schön, bezaubernd, strahlend, blendend schön.“
  • „Ich möchte nicht nur ein paar Monate mit dir verbringen, auch nicht ein paar Jahre, ich will mein ganzes Leben mit dir verbringen.“

Anthropomorphismus (Personifikation)

Die Übertragung von menschlichen Attributen auf Dinge wird Anthropomorphismus oder auch Personifikation genannt. Dieses rhetorische Mittel bildet das Gegenteil zur Verdinglichung, bei der Eigenschaften von Gegenständen auf den Menschen übertragen werden.

Beispiele:

  • „Die Lokomotive schrie so laut als sie einfuhr, dass ich mir die Ohren zuhalten musste.“
  • „Der Himmel lacht.“
  • „Die Blätter tanzten im Wind.“

Verdinglichung

Verdinglichung als Stilmittel

Bei der Verdinglichung werden nichtmenschliche Eigenschaften auf Menschen übertragen. Dieses rhetorische Mittel kann besonders dramatisch wirken oder Gefühle besser beschreiben und greifbar machen.

Beispiele:

  • „Mein Herz bricht entzwei.“
  • „Sein Blick war eisern.“
  • „Er verdunkelte den Raum mit seiner Anwesenheit

Enjambement

Enjambements finden sich in der Regel in Gedichten, können aber auch in Prosatexten als stilistische Mittel verwendet werden. Sie beschreiben die Fortführung eines Satzes über einen Vers oder eine Zeile hinaus. Der Satz endet also in einem Vers oder einer Zeile abrupt und geht im nächsten Vers oder der nächsten Zeile weiter. Enjambements können das Geschehen auseinanderziehen, Pausen setzen oder den Lesefluss bewusst stören. Dies kann vom Verfasser sowohl inhaltlich als auch klanglich motiviert sein. Besonders auffällig ist ein Enjambement, wenn es mitten im Satz abbricht.

Beispiele:

  • „Ich spazierte durch den
    Wald, der mir so fremd vorkam.“
  • „Er erschrak vor dem Gewitter, vor
    den Blitzen, dem
    Donner, und rannte fort vor dem
    lauten Knall, dem
    Knall,
    Knall,
    Knall.“
    (In diesem Fall sollen die Enjambements das Gewitter imitieren. So unberechenbar wie ein Gewitter ist, bricht der Satz immer wieder plötzlich ab. Die Satzlänge repräsentiert die Dauer des Geschehens.)

Enumeration

Eine Enumeration ist lediglich der fachliche Begriff für eine Aufzählung jeder Art. Aufzählungen können kurz und knapp viele Eindrücke verschaffen und können je nach Kontext unterschiedlich interpretiert werden. Wenn du dich fragst, warum hier eine Aufzählung verwendet wurde, stell dir den Text ohne diese Aufzählung vor. Würde es einen Unterschied für den Leser machen? Wenn ja, welchen?

Beispiele:

  • „Nie sah ich so viele Farben in einer Iris: ein goldener Ring, grüne Flecken und ein blauer Schimmer auf hellbraunem Grund.“
  • „Ich ging einkaufen. Kaufte Birnen, Äpfel, Spinat, Salat, Tomaten, Möhren, Tiefkühlpizza, Sellerie, Gurke, Zucchini, Blumenkohl, Pfirsiche und Trauben.“
  • „Dieser Raum war prall gefüllt mit Souvenirs: Schneekugeln auf den Regalen, Magnete am Kühlschrank, T-Shirts an den Wänden, Kissen auf der Couch, kleine Figuren in den Schränken und ein Eimer voll Muscheln.“

Repetition (Repetitio)

Die Repetition ist eine intendierte Wiederholung. Was sie hervorheben soll, unterscheidet sich stark vom Kontext. Wiederholungen werden oft in emotionalen Situationen verwendet, um den Gefühlen Nachdruck zu verleihen.

Beispiele:

  • „Oh nein, oh nein, oh nein, jetzt hab’ ich alles verschüttet!“
  • „Ja, ja, ja, endlich, endlich, endlich habe ich es geschafft, geschafft, geschafft!“
  • „Niemals. Das glaube ich nicht. Niemals, niemals, nie.“

Synästhesie

Eine Synästhesie beschreibt eine rhetorische Figur, die verschiedene Sinneseindrücke vereint, zum Beispiel Riechen mit Sehen oder Hören mit Schmecken. Synästhesien haben die Wirkung, dass sie sehr individuelle Eindrücke vermitteln können, wie du in unseren Beispielen sehen wirst.

Beispiele:

  • „Die blauen Klänge des Meeres riefen sich mir in Erinnerung.“
  • „Der saftige Apfel schmeckte gülden wie die Morgensonne.“
  • „Nie sah ich ein süßeres Rot, so süß wie der Honig, so rot wie die Rosen.“

Parenthese (Einschub)

Eine Parenthese ist ein kurzer Einschub oder Kommentar vom Sprecher. Das können einzelne Wörter sein, ein Satzteil oder sogar ein ganzer Satz. Einschübe sind in der Regel durch Gedankenstriche gekennzeichnet. Stelle dir bei der Interpretation einer Parenthese immer diese Fragen: Wie würde der Satz ohne den Einschub aussehen? Warum hat der Autor ihn in den Satz hineingenommen? Was möchte er dem Leser damit sagen?

Beispiele:

  • „Solche Dinge sind – wie ich schon drei mal erwähnt habe – einfach nicht wichtig für mich.“
  • „Was ich dir noch erzählen wollte – es ist mir letztens beim Putzen aufgefallen – ich hab noch deinen Handfeger.“
  • „Er war einfach unfreundlich – so richtig unverschämt, du kannst es dir nicht vorstellen – sodass ich schnell wieder nach Hause gefahren bin.“

Antiphrase (Antiphrasis)

Die Antiphrase ist eine der häufigsten Formen der Ironie. Sie soll im Prinzip nur das Gegenteil von dem ausdrücken, was sie sagt. Antiphrasen können aus einem einzigen Wort bestehen, aus Teilen (Phrasen) oder auch aus ganzen Sätzen. Sie sind eine Sonderform der Ironie, doch nicht immer ironisch zu lesen. Ein Euphemismus kann auch als Antiphrase bezeichnet werden.

Beispiele:

  • „Mensch, hast du heute wieder gute Laune!“
  • „Machst du die Extra-Aufgabe für Mathe? – Ja genau.“
  • „Ich hab das Konzert verpasst. Toll.“
  • „Wenn Sie in dieses Produkt investieren, bekommen Sie…“
    (Dies ist ein klarer Fall des Euphemismus als Sonderform der Antiphrase. Die eigentliche Bedeutung des Satzes könnte auch lauten: „Wenn Sie uns Ihr Geld geben, bekommen wir….“.)

Hyperbel

Hyperbel als sprachliches Mittel

Eine Hyperbel ist eine starke Übertreibung und somit das Gegenteil von einer Untertreibung. Wenn etwas übertrieben dargestellt wird, lässt es sich als „hyperbolisch“ bezeichnen. Meist treten Hyperbeln in Form von Vergleichen oder Metaphern auf.

Beispiele:

  • „Schneckentempo“
  • „todmüde“
  • „Er war so dünn wie ein Zahnstocher.“
  • „Eher fliege ich auf den Mond, als dass du lernst, zu steppen.“

Litotes

Eine Litotes meint die Hervorhebung eines Begriffs durch Untertreibung, Abschwächung, Zurückhaltung oder doppelte Verneinung. So kann ein Sachverhalt besonders vorsichtig ausgedrückt werden, Introvertiertheit, Bescheidenheit oder Unsicherheit einer Figur dargestellt werden oder eine Behauptung abgeschwächt werden. Nicht selten erscheint die Litotes aber auch Hand in Hand mit der Ironie.

Beispiele:

  • „meine Wenigkeit“
  • „nicht wenig verdienen“ (Negation)
  • „Das ist für mich nicht unbedeutend.“
  • „Man könnte annehmen, dass so mancher das nicht allzu gut finden dürfte.“

Antithese

Eine Antithese ist im Prinzip eine Gegenbehauptung. Das bedeutet, dass es vorher eine Ausgangsbedeutung gibt, die zu dieser rhetorischen Figur gehört. Es besteht ein gedanklicher Gegensatz in zwei Äußerungen. Dies kann ein Zeichen von Zerstreutheit oder Unschlüssigkeit sein. Es kann auch die Gegenbehauptung besonders hervorheben, zum Beispiel wenn etwas nicht der Regel oder der Norm entspricht.

Beispiele:

  • „Der Einsatz war groß, doch klein der Gewinn.“
  • „Er konnte alles, aber er konnte dies nicht.“
  • „Sein Lachen war laut, sein Lachen war leise.“

Asyndeton

Der Begriff Asyndeton bezeichnet eine Reihung von Wörtern ohne Konjunktion (Verbindungselement). Die Wörter oder Phrasen entsprechen grammatikalisch meist nicht der Regel, wie du an den Beispielen erkennen wirst. Ein Asyndeton fällt durch seine irrationale Anordnung im Fließtext auf und kann seinen Inhalt somit stark hervorheben. Zudem gibt es oft eine steigernde Funktion in der Reihung der Wörter oder es soll Gleichwertigkeit betont werden. Asyndeta können auch Spannung oder Dynamik in der Gedankenwelt ausdrücken.

Beispiele:

  • „Wasser, Feuer, Erde, Luft.“
  • „Sattere Farben habe ich nie gesehen: ein Grün, ein Rot, ein Blau, ein Regenbogenfarbenspiel.“
  • „Ach wie froh ich bin – gut gelaunt, freundlich, glücklich, strahlend, sonnenklar.“

Chiasmus

Ein Chiasmus stellt Satzglieder meist gespiegelt, beziehungsweise kreuzweise entgegengesetzt um. Zum Beispiel Subjekt, Prädikat, Objekt – Objekt, Prädikat, Subjekt. Der Chiasmus hat den Effekt, Antithesen herauszustellen oder einen Satz besonders einprägsam zu machen.

Beispiele:

  • „Ich bin groß, klein bist du.“
  • „Er liebt Hunde, Katzen mag er nicht.“
  • „Ich sah ihn kommen, kommen sah er mich nicht.“
  • „Achja, die Leiden der Liebe und der Liebe Leiden.“

Correctio

Die Correctio ist eine Verbesserung oder Korrektur, die vom Sprecher selbst vorgenommen wird. Oft wird ein Ausdruck durch einen aussagekräftigeren Ausdruck ersetzt. Es findet also eine Steigerung statt. Theoretisch ist aber auch eine Abschwächung möglich.

Beispiele:

  • „Ich hab heute nichts zu tun, na gut, eigentlich müsste ich Hausaufgaben machen.“
  • „Es war ein Erfolg – was sage ich – ein Triumph.“
  • „Der Elefant im Zoo war größer als unser Haus! Okay.. vielleicht größer als unser Auto, er war ja noch nicht ausgewachsen. Aber dafür war er schon groß!“

Diminutiv

Das Diminutiv ist eine Verniedlichungs- oder Verkleinerungsform, häufig mit Endung auf -chen oder -lein. Es wird auch oft für Kosenamen verwendet, hier ist die Endung auf -i am häufigsten. Verniedlichungen gehen oft mit Verkleinerungen einher. Zum Beispiel werden Kinder von Erwachsenen oft mit einer solchen Form angesprochen sowie Dinge und Tiere verniedlicht, wenn sie kleiner als gewöhnlich sind.

Beispiele:

  • „Häuschen“ (Verkleinerung/Verniedlichung für Haus)
  • „Zicklein“ (Verkleinerung/Verniedlichung für Ziege)
  • „Äffchen“ (Verkleinerung/Verniedlichung für Affe oder Kosename)
  • „Lieschen“ (als Koseform für Lisa)
  • „Klausi“ (als Koseform für Klaus)

Pars pro toto

Pars pro toto ist lateinisch und bedeutet „Ein Teil (steht) für das Ganze.“ Diese rhetorische Figur ist eine spezielle Form der Metonymie, also der Namensvertauschung und kann unter anderem für Spitznamen verwendet werden.

Beispiele:

  • „pro Kopf“ für: „pro Person“
  • „Ein Dach über dem Kopf haben“ – „Dach“ für „Haus“ und „Kopf“ für „Mensch“
  • „Guck mal, der gelbe Hut tippt ja schneller als du auf deinem Handy.“ – „Der gelbe Hut“ für „Die Frau mit dem gelben Hut“

Dreierfigur (Trikolon)

Ein dreigliedriger Satz, der in seinen Teilen ähnlich oder gleich aufgebaut ist. Oft findet eine Steigerung, wie bei einem Klimax, statt. Dreierfiguren haben den Vorteil, dass man sie sich leicht merken kann. Sie tragen eine Melodie in sich, die sie aus dem Fließtext hervorstechen lässt.

Beispiele:

  • „Ich kam, ich sah, ich siegte.“ (Caesar)
  • „Du verzweifelst, du weinst, du gehst.“
  • „quadratisch, praktisch, gut“ (Werbeslogan von Ritter Sport seit 1970)

Dysphemismus (Gegenteil von Euphemismus)

Abwertende, wertverschlechternde Umschreibung oder Wortschöpfung. Wird oft mit dem Schimpfwort gleichgestellt. Wörter wie „Weib“ oder „Pfaffe“ wurden früher neutral verwendet und gehören in die Kategorie Pejoration. Sie haben erst mit der Zeit eine abwertende Bedeutung bekommen. Der Dysphemismus wurde hingegen nur eingeführt, um eine konkrete Personengruppe abzuwerten.

Beispiele:

  • „Saftschubse“ für: „Flugbegleiter(in)“
  • „Penner“ für: „Obdachlose(r)“,
  • „Bulle“ für: „Polizist(in)“

Wichtig für die Textanalyse: Synonyme für „darstellen“ und „bewirken“

Eine gute Textanalyse verfassen

Sei es ein Gedicht, eine Kurzgeschichte, ein Textausschnitt aus einem Roman oder eine andere Textform – all die rhetorischen Mittel darin sollen etwas Bestimmtes „darstellen“ oder „bewirken“. Immer wieder suchen Schüler und Studenten nach Synonymen für diese Verben. Wir haben einige Synonyme für dich ausgewählt, die sich für deine Textanalyse eignen. So kommst du beim nächsten Mal mit Sicherheit schneller voran. Es lohnt sich auch, diese Synonyme für Prüfungen auswendig zu lernen. Wenn es sich um eine Gedichtanalyse handelt, findest du hier weitere wichtige Tipps.

  • ausdrücken
  • betonen
  • darlegen
  • schildern
  • beleuchten
  • behandeln
  • ausführen
  • beschreiben
  • verdeutlichen
  • charakterisieren
  • veranschaulichen
  • zeigen
  • skizzieren
  • abbilden
  • bedeuten
  • den Effekt haben
  • erreichen
  • den Eindruck erwecken
  • erzeugen
  • hervorrufen
  • ein Gefühl entstehen lassen
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