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Alliteration: Definition, Wirkung & 16 typische Beispiele für das Stilmittel

Die Alliteration ist ein vielfach verwendetes Stilmittel – sowohl in der Literatur als auch in der Werbung. Es beeinflusst unter anderem den Rhythmus eines Textes. Wie das genau funktioniert und was eine Alliteration überhaupt ist, erfährst du im Folgenden.

Die Alliteration ist ein beliebtes Stilmittel, das nicht nur den Rhythmus eines Textes maßgeblich beeinflusst, sondern auch dafür sorgt, dass bestimmte Formulierungen länger in Erinnerung bleiben. Auch aus diesem Grund kommt das Stilmittel häufig in Werbeslogans zum Einsatz. Wir klären dich über die Alliteration auf.

Definition der Alliteration

Definition der Alliteration

Schon seit jeher wird die Alliteration als Stilmittel verwendet. So nutzten sowohl die alten Griechen als auch die Römer das rhetorische Mittel, um ihren Aussagen mehr Ausdruck zu verleihen. Das Wort “Alliteration“ stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von den Wörter “ad“ für “zu“ und “littera“ für “Buchstabe“ ab. Und eben jene Buchstaben spielen bei der Alliteration eine wesentliche Rolle.

Eine Alliteration liegt genau dann vor, wenn der Anfangsbuchstabe beziehungsweise der Anfangslaut mehrerer Wörter in einem Satz oder benachbarter Wörter gleich ist. Da im Deutschen einige Buchstaben in manchen Fällen gleich ausgesprochen werden, muss der Anfangsbuchstabe eines Wortes nicht zwangsläufig der Gleiche sein. Wichtig ist jedoch, dass der Anfangslaut gleich ist, der erste Laut eines Wortes sich also gleich anhört. Ein aussagekräftiges Beispiel dafür ist das Sprichwort: “Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Obwohl die Anfangslaute hier sowohl mit f als auch mit v geschrieben werden, handelt es sich doch um eine Alliteration, da sie sich in diesem Fall gleich anhören.

Andererseits sind Wörter, die zwar den selben Anfangsbuchstaben haben, aber dennoch einen anderen Anfangslaut besitzen, keine Alliteration. Ein Beispiel dafür ist “Sonne und Sterne“. Zwar beginnen beide Wörter mit einem S, allerdings wird dieses jeweils anders ausgesprochen, da es sich bei einem Wort um ein St handelt, das sich in der Aussprache stark von einem normalen S-Laut unterscheidet.

Sonderformen der Alliteration

Neben der klassischen Alliteration gibt es einige Sonderformen, die sich ein wenig unterscheiden, aber dennoch eindeutig Alliterationen sind. Auch bei ihnen ist der Anfangslaut stets derselbe, jedoch erfüllt die Alliteration hier einen bestimmten Zweck oder hat ein gewisses Ausmaß.

Tautogramm: Beim Tautogramm beginnen alle Wörter eines Satzes oder sogar eines Textes mit demselben Buchstaben. Während solch eine Satzbildung im Deutschen eher schwieriger ist und meist in Zungenbrechern endet, bietet sich beispielsweise das Lateinische besonders für Alliterationen und Tautogramme an. Typische Beispiele sind:

  • Veni, vidi, vici.“
  • Milch macht müde Männer munter.“
  • Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz.“

Stabreim: Beim Stabreim fangen die am stärksten betonten Wörter eines Verses mit den gleichen Lauten an. Es handelt sich dabei um ein altgermanisches Versmaß, das schließlich von dem Endreim abgelöst wurde. Der Stabreim wird nach festen Regeln gebildet. So gibt es einen Anvers, eine Zäsur und einen Abvers. Der Anvers besitzt zwei betonte Silben mit demselben Anfangsbuchstaben, während der Abvers nur eine betonte Silbe mit dem jeweiligen Anfangsbuchstaben hat. Zudem sollte das zweite betonte Wort im Abvers mit einem anderen Anfangsbuchstaben beginnen. Ein typisches Beispiel ist:

  • Hildebrand und Hadubrand, zwischen Heeren zweien“ (Zeile 3 des Hildebrandsliedes aus dem 9. Jahrhundert)

Alliteration innerhalb eines Wortes: Auch innerhalb eines Wortes können Alliterationen auftreten, nämlich wenn beide Silben des Wortes mit demselben Anlaut beginnen. Oft sind die Silben bis auf den Vokal komplett identisch und ahmen den Klang eines bestimmten Sachverhalts nach. Es handelt sich also um Lautmalerei. Typische Beispiele sind:

  • Krimskrams“
  • Singsang“
  • Wirrwarr“

Wirkung von Alliterationen

Wirkung von Alliterationen

Die Alliteration erzeugt eine bestimmte Wirkung im Text und kann unter anderem verwendet werden, um verschiedene Sachverhalte deutlicher auszudrücken. Beispielsweise kann auf diese Weise eine Zusammengehörigkeit mehrerer Begriffe deutlich gemacht werden wie bei den feststehenden Ausdrücken “Haus und Hof“ oder “klipp und klar“.

Des Weiteren kann sich mithilfe von Alliterationen die Einprägsamkeit eines Textes verbessern. Darum kommen sie auch gerne in Werbung und Medien zum Einsatz, damit den Konsumenten das entsprechende Produkt länger in Erinnerung bleibt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Werbeslogan der westdeutschen Milchwirtschaft aus den 1950er Jahren: “Milch macht müde Männer munter“. Das Tautogramm macht den Werbetext zu einem richtigen Ohrwurm, der lange in den Köpfen der Konsumenten verbleibt.

Allgemein gibt die Alliteration einem Text oder Gedicht einen bestimmten Rhythmus. So wurde sie beispielsweise schon im Fall des Stabreims zur Strukturierung der Verse verwendet. Alliterationen beeinflussen die Betonung im Text oder Gedicht und können so nicht nur als Stilfiguren, sondern auch als Klangfiguren auf den Text wirken.

Wie andere rhetorische Mittel auch können dir Alliterationen bei der Textanalyse behilflich sein. Egal ob Gedichtanalyse, Romananalyse oder die Analyse einer Kurzgeschichte – Alliterationen treten in zahlreichen Textformen auf und sorgen dort für Strukturierung und Rhythmus. Weitere rhetorische Stilmittel und ihre Funktionen findest du hier.

Beispiele für Alliterationen

Beispiele für Alliterationen

Alliterationen kommen sowohl in der Literatur und vorzugsweise in Gedichten als auch charakteristisch in Zungenbrechern und sogar in der Alltagssprache vor. Es gibt unzählige Beispiele, die die typischen Eigenschaften der Alliteration deutlich machen. Wir stellen einige vor.

Beispiele aus der Alltagssprache

In der Alltagssprache gibt es zahlreiche Alliterationen als feststehende Ausdrücke. Oft werden sie verwendet, ohne sich ihrer besonderen Wirkung bewusst zu sein. Gerade weil sie durch die Alliteration so einprägsam sind, finden sie in der Alltagssprache kontinuierlich Anwendung.

1. “Dichter und Denker“

2. “gang und gäbe“

3. “Hand aufs Herz“

4. “Land und Leute“

5. “durch dick und dünn“

6. “bei Nacht und Nebel“

7. “Aller Anfang ist schwer. “

8. “Wind und Wetter“

Beispiele in Zungenbrechern

Auch viele Zungenbrecher beinhalten charakteristisch Alliterationen, denn die Wörter eines Zungenbrechers unterscheiden sich oft nur in wenigen Silben und fügen ähnlich klingende Wörter bewusst aneinander, um die Aussprache zu erschweren. Das soll nicht nur zur Belustigung dienen, sondern kann ein hilfreiches Mittel beim Sprechtraining sein und zu einer deutlicheren Aussprache führen.

1. “Blaukraut bleibt Blaukraut, und Brautkleid bleibt Brautkleid.“

2. “Zehn zahme Ziegen ziehen zehn Zentner Zucker zum Zoo.“

3. “Kleine Kinder können keine Kirschkerne knacken.“

4. “In Ulm, um Ulm und um Ulm herum.“

Beispiele aus der Literatur

In der Literatur und vor allem in Gedichten ist die Alliteration ein beliebtes stilistisches Mittel, beispielsweise um dem Gedicht einen bestimmten Rhythmus zu geben und einen angenehmen Klang zu verleihen. Auch zur Hervorhebung gewisser Wörter kann die Alliteration genutzt werden.

1. “Doch frisch und fröhlich war mein Mut“
(Zeile 14 aus Goethes Gedicht “Willkommen und Abschied“ aus dem Jahr 1785)

2. “geht durch der Glieder angespannte Stille –
Und hört im Herzen auf zu sein.“
(Zeile 11-12 aus Rilkes Gedicht “Der Panther“ aus dem Jahr 1903)

3. “Und ruhig fließt der Rhein“
(Zeile 6 aus Heines Gedicht “Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ aus dem Jahr 1824)

4. “Wer weiß, im Walde,“
(Zeile 2 aus Mörikes Gedicht “Denk es, o Seele!“ aus dem Jahr 1851)

Verwandte Klangfiguren

Verwandte Klangfiguren

Neben der Alliteration gibt es einige andere Klangfiguren, die den Rhythmus eines Textes maßgeblich beeinflussen. Auch sie sind auf den Klang eines Wortes zurückzuführen. Allerdings liegt der Fokus bei ihnen nicht auf dem Wortanfang, sondern auf dem Wortende oder den vokalischen Lauten verschiedener Wörter.

Homoioteleuten

Bei einem Homoioteleuten handelt es sich ebenso wie bei der Alliteration um eine rhetorische Klangfigur. Doch während der Fokus bei einer Alliteration auf dem Wortanfang liegt, ist bei einem Homoioteleuten die Wortendung ausschlaggebend. Denn nicht der Klang des Wortanfangs ist bei dieser Klangfigur derselbe, sondern der Laut des Wortendes. Beispiele sind unter anderem:

  • “klein, aber fein
  • “Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe“ (aus Rilkes Gedicht “Der Panther“)
  • “mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen

Assonanz

Bei einer Assonanz handelt es sich um einen vokalischen Halbreim, der dadurch gekennzeichnet ist, das eine oder mehrere aneinandergereihte Silben denselben Vokal besitzen. Dabei muss es sich nicht um zwei Wörter handeln, die Assonanz kann auch über mehrere Worte verteilt sein. Besonders in der Lyrik findet die Assonanz vielfach Anwendung, so beispielsweise in althochdeutschen Gedichten oder der Epoche der Romantik. Die Verse eines Gedichts können mithilfe der Assonanz verbunden werden, ohne dass ein Reim besteht. Sie ersetzt diesen sozusagen. Ein Beispiel ist:

“In des ernsten Tales Büschen
Ist die Nachtigall entschlafen,
Mondenschein muß auch verblühen,
Wehet schon der Frühe Atem.“
(Assonanz im Stil des Kreuzreims aus Brentanos Gedicht “Rosablankens Traum“ aus dem Versepos “Romanzen vom Rosenkranz“ von 1852)

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