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Analogie: 3 Funktionen + 3 Beispiele der rhetorischen Figur

Die rhetorische Figur der Analogie vergleicht zwei verschiedene Dinge miteinander, die die gleichen oder einige ähnliche Merkmale haben. Wie du eine Analogie erkennst und welche Funktionen sie hat, erfährst du hier.

Definition von Analogie

Definition von Analogie

Der Begriff Analogie wird in vielen verschiedenen Zusammenhängen genutzt. Es handelt sich dabei also nicht nur um eine rhetorische Figur, sondern auch um andere Dinge. Das kann ganz schön verwirrend sein. Beim Stilmittel Analogie werden ähnliche Strukturen oder Sachverhalte in einen Zusammenhang gebracht. Zwei Dinge sind also dann analog, wenn sie auf Grund eines bestimmten Merkmals Ähnlichkeiten aufweisen. Die Ähnlichkeit muss dabei nicht auf alle Merkmale übertragbar sein. Es reicht, wenn es eine Übereinstimmung in einem Bereich gibt.

Auch in der Biologie kommt der Begriff immer wieder vor. Hier bedeutet Analogie eine Ähnlichkeit der Struktur von Organen, Verhaltensweisen oder anderen wichtigen Aspekten, die unterschiedliche Lebewesen ausmachen, auch wenn diese nicht einem Stamm angehören. In der Philosophie steht der Begriff ebenfalls für eine Form der Übereinstimmung von Gegenständen in Hinblick auf gewisse Merkmale. Die Analogielehre in der Philosophie des Mittelalters setzte sich vor allem mit semantischen Problemen in Bezug auf Begriffe und ihrer Bedeutungsübertragungen im Gespräch über Gott auseinander. Im juristischen Sinne findet der Begriff Analogie ebenfalls Verwendung.

Egal in welchem Kontext du den Begriff verwendest, er bezieht sich zu gewissen Teilen immer auf zusammenhängende, irgendwie passende Dinge. Das Wort Analogie stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie Entsprechung oder Ähnlichkeit.

Analogie als Stilmittel

Analogien in einer Rede

Wenn du mit deinen Freunden Kaffee trinken gehst oder dich zu einem gemütlichen Kochabend triffst, verwendest du im Gespräch wahrscheinlich eher selten Analogien. Dennoch kommt die rhetorische Figur auch in der gesprochenen Sprache immer wieder zum Einsatz. Das ist zum Beispiel in Reden der Fall, die einen bestimmten Zweck haben.

Macht sich ein Redenschreiber oder der Autor eines Textes viele Gedanken darüber, wie er einen bestimmten Standpunkt vermitteln möchte, bedient er sich nicht selten unterschiedlichster Stilmittel. Sowohl bei Hochzeitsreden als auch bei Ansprachen von Politikern kommen zum Beispiel an einzelnen Stellen immer wieder rhetorische Figuren zum Einsatz, zum Beispiel Euphemismen, Pleonasmen oder eben auch Analogien. Damit stellt der Autor oder Redner bestimmte Punkte heraus oder macht sie dem Publikum leichter zugänglich. Weitere allgemeine Informationen zu rhetorischen Mitteln findest du hier.

Funktionen von Analogien

Fußballspiele werden gerne als Vergleich herangezogen

Die Analogie ist ein Stilmittel der Rhetorik, das in der Regel mit einem bestimmten Ziel verwendet wird. Die rhetorische Figur findest du in Texten aller Art, sowohl in lyrischen als auch in epischen und dramatischen. Je nachdem, in welchem Zusammenhang und wie du die rhetorische Figur einsetzt, hat eine Analogie unterschiedliche Funktionen.

Genau wie bei allen anderen Stilmitteln auch, ist es gar nicht so einfach die Funktionen genau zu definieren. Das liegt unter anderem daran, dass jedes Stilmittel anders wirkt, je nachdem, wer einen Text liest oder eine Rede hört. Dennoch gibt es immer bestimmte Funktions- und Wirkungstendenzen, auf die wir uns im Folgenden beziehen.

Direkte Vergleiche ziehen

Analogien kannst du einsetzen, um direkte Vergleiche zu ziehen. Machst du davon Gebrauch, fällt es deinem Gegenüber womöglich leichter, sich in bestimmte Situationen hineinzuversetzen. Gerade wenn du versuchst etwas zu erklären, von dem deine Freunde keine Ahnung haben, können Analogien dir dabei helfen.

Am einfachsten lässt sich das an einem Beispiel nachvollziehen. Nehmen wir einmal an, du möchtest dich zum Thema freie Marktwirtschaft äußern beziehungsweise deine Mitmenschen mit diesem Thema vertraut machen. Nicht jeder kann sich dazu gleichermaßen äußern. Eventuell fehlt Hintergrundwissen oder bestimmte Begriffe sind nicht klar.

Möchtest du dennoch einen komplexen Zusammenhang darstellen, eignet sich ein direkter Vergleich. Dazu beziehst du dich auf etwas, mit dem sich alle Beteiligten auskennen. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, solange sie allen bekannt sind. Du überträgst also ein System auf ein anderes, um komplizierte Sachverhalte zu erklären.

Im Falle des Beispiels der sozialen Marktwirtschaft eignet sich zum Beispiel ein Fußballspiel für einen direkten Vergleich. Selbst wenn nicht alle deine Zuhörer fußballbegeistert sind, wissen sie wie das Spiel funktioniert und können etwas mit dem Vergleich anfangen. In deiner Erläuterung überträgst du die Gegebenheiten der sozialen Marktwirtschaft auf den Ablauf und die Bedingungen eines Fußballspiels.

Du erklärst also, dass in der sozialen Marktwirtschaft ein freies Spiel der Kräfte herrscht, das durch bestimmte Regeln in eine Richtung geleitet wird. Das funktioniert genau wie beim Fußball. Es gibt bestimmte Regeln, an die sich alle halten müssen. Innerhalb dieser Regeln können alle Beteiligten ihrer Fantasie freien Lauf lassen und das Spiel so gestalten, wie sie möchten. Den Schiedsrichter kannst du mit dem Bundeskartellamt vergleichen. Genau wie ein Schiedsrichter achtet die Wettbewerbsbehörde nämlich darauf, dass bestehende Regeln eingehalten werden.

Mit Hilfe einer simplen Analogie hast du so einen Zusammenhang erklärt, den deine Zuhörer ansonsten womöglich nicht verstanden hätten. Eine Analogie als direkter Vergleich dient dazu, Dinge greifbarer und verständlicher zu machen.

Verstärkung eines Arguments

Eine Analogie zur Verstärkung eines Arguments

Eine weitere Funktion von Analogien ist die mögliche Verstärkung eines bestimmten Arguments. Tipps für eine bessere Argumentation gibt es hier. Hast du dir ein Argument überlegt, dass du in einer Diskussion vertreten möchtest, kann dir das Stilmittel der Analogie dabei helfen, das Argument zu verstärken. Überlege dir also im Voraus welche Analogie zu deinem Standpunkt passt und ihn bestmöglich untermauert. Setzt du die Analogie im Gespräch passend ein, überzeugst du deine Zuhörer mit Sicherheit schnell von deinem Blickwinkel.

Veranschaulichung eines anderen Zusammenhangs

Analogien dienen auch dazu, bestimmte Punkte und Argumente in einen anderen Gesamtzusammenhang zu bringen. Mit dem Stilmittel zeigst du also, inwiefern dein Argument auch in einem anderen Umfeld tragbar ist. Dazu gebrauchst du Informationen aus einem bestimmten Sachzusammenhang in einer neuen Weise.

In diesem Kontext sollte auch das sogenannte analogisierende Argument nicht unerwähnt bleiben. Dabei handelt es sich um einen bestimmten Argumenttyp, bei dem du eine Aussage von einem Lebensbereich auf einen anderen überträgst und damit gleichsetzt. Besonders gut funktioniert das, wenn sich die beiden Bereiche nahe sind. Nur in einem solchen Fall bleibt die Analogie nachvollziehbar.

Analogieschluss

Wortanalogien in Einstellungstests

Von einem Analogieschluss ist die Rede, wenn du von der Ähnlichkeit zweier Dinge auf die Ähnlichkeit zweier anderer Dinge schließt. Ein Synonym für dieses Phänomen ist der Analogismus. Diesen Begriff solltest du kennen, wenn du bald einen Einstellungstest absolvieren musst. Hier gibt es Tipps zum Einstellungstest der Bundeswehr, zum Test für den öffentlichen Dienst, zum Test bei der Polizei und zum Test beim Zoll.

In vielen Tests musst du Aufgaben mit sogenannten Wortanalogien lösen. Dabei handelt es sich um Wortpaare, die in einem Verhältnis zueinander stehen. Du musst dann für ein weiteres Wort die ebenso passende Antwort finden. Beispiel: Katze – Fell = Vogel – ? Die richtige Antwort hier ist Federn oder Gefieder.

Beispiele für Analogien

Mit Analogien kannst du eine Kernbotschaft besser vermitteln, ein Argument stärken und direkte Vergleiche ziehen, um bestimmte Aussagen zu verdeutlichen. Du findest das rhetorische Mittel sowohl in der gesprochenen Sprache als auch in geschriebenen Texten. Im Folgenden nennen wir dir drei Beispiele verschiedener Analogien:

  1. Im Fußballspiel deines Lebens solltest du ein Stürmer sein: In dieser Analogie wird das menschliche Leben mit einem Fußballspiel verglichen, um die Aufgabe darin klarzustellen. Genau wie ein Stürmer, der seine Aufmerksamkeit nach vorne in Richtung Tor richtet, sollte auch die angesprochene Person zielstrebig vorangehen und ein Ziel vor Augen haben.
  2. Haut wie Samt und Seide: Dieser Werbeslogan soll etwas über die Beschaffenheit der Haut aussagen, nachdem ein bestimmtes Produkt benutzt wurde. Die Haut ist danach sehr weich. Um das Argument zu stärken wird hier zur Beschreibung nicht das passende Adjektiv gewählt, sondern eine Analogie.
  3. Augen so tief wie der Ozean: Diese Analogie zielt auf die Augenfarbe blau ab, die mit den Weiten des Ozeans gleichgesetzt wird.

Analogie versus Metapher

Metapher aus der englischen Sprache: Ein Elefant im Raum

Metaphern sind Analogien sehr ähnlich. Dabei handelt es sich um eines der wichtigsten Stilmittel überhaupt. Allgemein ist die Metapher ein sprachlicher Ausdruck mit bildhaftem Inhalt. Ein bestimmtes Wort wird dabei aus seinem eigentlichen Bedeutungszusammenhang gerissen und in einen anderen eingefügt. Ein direkter Zusammenhang besteht dabei nicht. Die Metapher erzeugt ein Bild, das auf einen bestimmten Aspekt hin interpretiert werden kann und somit eine Bedeutung erhält.

Im Unterschied zur Analogie handelt es sich bei einer Metapher eher um das Konstrukt, mit dem etwas benannt wird, um etwas anderes auszudrücken. Die Analogie kannst du dagegen als Vorgang sehen, in dem eine Beziehung zwischen zwei Dingen hergestellt und die Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden.

Besonders gut veranschaulichen lässt sich das Phänomen der Metapher am Beispiel des Ausdrucks "Oberhaupt der Familie". Das Wort "Haupt" bezieht sich in diesem Fall nicht wie sonst auf ein Körperteil. Dennoch behält es seine eigentliche Bedeutungsfunktion im Sinne eines Kopfes bei. So übernimmt ein Familienoberhaupt die denkende und steuernde Position innerhalb einer Familie, also eine ähnliche Funktion wie der menschliche Kopf im Vergleich Zum Rest des Körpers.

Ein weiterer Unterschied zur Analogie besteht darin, dass eine Metapher immer ohne sprachliche Hilfsmittel auskommt. Der Vergleich entsteht also nicht mithilfe eines "wie" oder "genauso", das die sonst zusammenhanglosen Wörter in Verbindung stellt. Stattdessen arbeitet die Metapher mit einer Übertragung. Dabei werden im Grunde zusammenhanglose Wörter auf eine Gemeinsamkeit hin gedeutet.

An der Metapher "Schneckentempo" lässt sich dieses Phänomen besonders deutlich beobachten. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern "Schnecke" und "Tempo" zusammen, die unabhängig voneinander nichts miteinander zu tun haben. Sind beide Wörter zusammengesetzt, kannst du daraus aber schließen, was gemeint ist. Schnecken bewegen sich normalerweise sehr langsam fort. Der Begriff "Schneckentempo" bedeutet also einfach "langsames Tempo". Im Folgenden findest du weitere Metaphern:

  • Elefant im Raum: Diese Metapher stammt aus dem englischen Sprachraum und bezeichnet ein offensichtliches Problem, das niemand anspricht.
  • Mauer des Schweigens: Diese Metapher kannst du benutzen, wenn du beschreiben willst, dass jemand allumfassend schweigt. Die Metapher ist negativ konnotiert.
  • Rosarote Brille: Diese Metapher wird oftmals in Zusammenhang mit dem Verliebt sein verwendet. Sie drückt aus, dass eine Person in Hinblick auf eine Sache oder eine andere Person eine selektive und ausschließlich positive Wahrnehmung hat.
  • Die Nadel im Heuhaufen suchen: Diese Metapher beschreibt ein Vorhaben, das aussichtslos erscheint.
  • Wink mit dem Zaunpfahl: Diese Metapher beschreibt einen eindeutigen Hinweis.
  • Aus allen Wolken fallen: Diese Metapher verwendest du, wenn du besonders erstaunt oder überrascht bist.

Analogie versus Vergleich

Sowohl der Vergleich als auch die Analogie gehen von einer Ähnlichkeit oder Entsprechung zwischen zwei verschiedenen Dingen aus. Dabei ist der Vergleich eher ein allgemeiner Begriff und die Analogie eine Art Beweisführung, beziehungsweise ein Vorgang.

Bei einem Vergleich stellst du zwei oder mehrere Sachverhalte gegenüber, die zumindest eine Gemeinsamkeit haben. In der Regel erkennst du einen Vergleich daran, dass er mit den Wörtern "als" oder "wie" eingeleitet wird. Vergleichen kannst du Objekte, die aus einem Umfeld stammen oder auch nicht. Ein Beispiel für die erste Variante eines Vergleichs ist: "Äpfel schmecken besser als Birnen." Ein Beispiel für die zweite Variante ist: "Herkules war so stark wie ein Stier."

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