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40 schöne Gedichte für jeden Anlass

Gedichte sind wunderschön und eignen sich für die unterschiedlichsten Anlässe. Wir haben Wissenswertes über die Dichtkunst und 40 Gedichte von bekannten Lyrikern für dich. Verschicke sie zu einem bestimmten Anlass oder mache Freunden und Verwandten mit poetischen Worten einfach so eine Freude.


Wie bei allen literarischen Werken hat auch bei Gedichten jeder einen anderen Geschmack. Aus diesem Grund haben wir die Gedichte nicht nur nach Anlässen, sondern auch nach bekannten Poeten zusammengestellt. Wenn du lustige Gedichte magst, sind die Werke von Joachim Ringelnatz sicherlich interessant für dich. Johann Wolfgang von Goethes Gedichte sind eher romantischer Natur und Rainer Maria Rilkes Werke zeichnen sich durch Melancholie aus.

Wissenswertes über die Dichtkunst

Wissenswertes über die Dichtkunst

Dichtkunst oder auch Lyrik bezeichnet die konkrete Dichtung in Versform, die als literarische Gattung neben Epik und Dramatik besteht. Der Begriff „Dichtung“ bezeichnete früher alles, was verschriftlicht wurde. Mit der Zeit begrenzte sich der Begriff allerdings auf poetische Texte. Ein lyrisches Werk wird als Gedicht bezeichnet. In einem Gedicht drückt der Verfasser Gedanken und Gefühle mittels des lyrischen Ichs aus. Dieses kann die Perspektive des Autors haben, kann aber auch aus der Sicht eines anderen (fiktiven) Subjekts beschreiben, was gedacht und gefühlt wird.

Ein wichtiges Merkmal von Lyrik sind die rhetorischen Stilmittel (Enjambements, Alliteration, Anapher…). Es gibt sehr viele von ihnen und sie alle zeichnen sich durch besondere Sprachkunst aus. Einem bestimmten Versmaß (Jambus, Trochäus, Daktylus, Anapäst) folgend, sind Gedichte in der Regel rhythmisiert oder gereimt. Sie haben etwas Liedhaftes und könnten auch gesungen werden. Dadurch unterscheiden sie sich grundlegend von prosaischen Texten. Hinzu kommt, dass sie auf kleinem Raum viel Ausdruckskraft in sich tragen und somit großen Raum für Interpretationen lassen.

Der Unterschied zwischen Poesie und Lyrik

Der Unterschied zwischen Poesie und Lyrik

Die Lyrik versteht die Kunst, mit Sprache Poesie zu schaffen. Lyriker lassen sich somit als Poeten bezeichnen. Doch nicht jede Form von Poesie ist lyrisch. Oft werden die beiden Begriffe „Poetik“ und „Lyrik“ miteinander verwechselt. Im Englischen ist „poetry“ zum Beispiel gleichbedeutend mit „Lyrik“ und „lyrics“ bezeichnet in der Regel Liedtexte.

Von Poesie wird im Deutschen gesprochen, wenn der Sinn von etwas Bezeichnetem über die Sprache hinausgeht oder sich ihr sogar entzieht. Es entsteht eine höhere Bedeutung oder Stimmung, die sich mit Worten nur schwer oder gar nicht beschreiben lässt. Doch nicht nur Sprache kann poetisch sein. Es wird auch von der „Poesie eines Moments“ oder einem poetischen Film gesprochen. Poesie kann also auch durch Ereignisse oder inszenierte Bildabfolgen entstehen. Merke also: Lyrik ist Poesie, aber Poesie nicht immer Lyrik.

20 schöne Gedichte bekannter Poeten

Im Folgenden findest du drei der bekanntesten Lyriker aller Zeiten. Jeder von ihnen hat eine andere poetische Tendenz. Finde heraus, welcher Schreibstil dir am besten gefällt. Einige der Gedichte tragen einen Titel, andere nicht. Die Gedichte ohne Titel gehören oft zu Gedichtbänden, die sich im Nachlass der Dichter fanden und zu Lebzeiten nicht veröffentlicht wurden.

Melancholische Gedichte von Rainer Maria Rilke

Melancholische Gedichte von Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke (1875–1926) ist ein bekannter Lyriker und einer der wichtigsten Vertreter der literarischen Moderne deutscher Sprache. Seine Werke sind von einer naturwissenschaftlichen und rationalen Weltauffassung geprägt und wurden durch die beiden Philosophen Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche beeinflusst.

Einige der Gedichte eignen sich für ein Kondolenzschreiben. Du kannst sie auf die linke Seite deiner Karte schreiben, um die Stimmung einzufangen, in der du dich in deiner Anteilnahme befindest. Auch andere ernste oder traurige Anlässe eignen sich, zum Beispiel wenn du von jemandem wegen einer Auslandsreise Abschied nehmen musst.

 

Manchmal geschieht es in tiefer Nacht,
Daß der Wind wie ein Kind erwacht,
Und er kommt die Allee allein
Leise, leise ins Dorf herein.

Und er tastet bis an den Teich,
Und dann horcht er herum:
Und die Häuser sind alle bleich,
Und die Eichen sind stumm …
(Rainer Maria Rilke)

 

Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
zurückblieb, so als wärens alle Frauen
und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
ein leise Weiterwinkendes –, schon kaum
erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.
(Rainer Maria Rilke)

 

Der Tod der Geliebten

Er wußte nur vom Tod, was alle wissen:
daß er uns nimmt und in das Stumme stößt.
Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,
nein, leis aus seinen Augen ausgelöst,
hinüberglitt zu unbekannten Schatten,
und als er fühlte, daß sie drüben nun
wie einen Mond ihr Mädchenlächeln hatten
und ihre Weise wohlzutun:
Da wurde ihm die Toten so bekannt,
als wäre er durch sie mit einem jeden
ganz nah verwandt; er ließ die andern reden
und glaube nicht und nannte jenes Land
das gutgelegene, das immersüße –
und tastete es ab für ihre Füße.
(Rainer Maria Rilke)

 

Irgendwo blüht die Blume des Abschieds
und streut immerfort Blütenstaub den wir
atmen herüber, und auch noch im
kommendsten Wind atmen wir Abschied.
(Rainer Maria Rilke)

 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge zieh’n.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang,
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
(Rainer Maria Rilke)

 

Lustige Gedichte von Joachim Ringelnatz

Lustige Gedichte von Joachim Ringelnatz

Joachim Ringelnatz (1883–1934) war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Maler und Kabarettist in der Zeit der Weimarer Republik. Neben der Lyrik und Kinderbüchern widmete er sich auch Prosa und Dramatik. Seine Gedichte zeichnen sich durch Groteske und Unsinn aus und bedienen sich der Alltagssprache. Parodieren und Karikieren gehörte zu seinen Leidenschaften. Er nutzte die Sprache, wie es ihm gefiel, war offen für Neologismen und abgewandelte grammatische Regeln.

Die folgenden Gedichte sind expressionistisch und witzig und deshalb sehr interessant zu lesen. Sie eignen sich also wunderbar, um sie an Freunde oder Verwandte zu verschicken und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Entweder ohne Anlass oder zum Geburtstag. Ein Gedicht wie „Die Ameisen“ eignet sich auch wunderbar für eine Karte zum Kindergeburtstag.

 

Morgensonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich „Euer Gnaden“.

Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.
(Joachim Ringelnatz)

 

Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
(Joachim Ringelnatz)

 

An meinen Lehrer

Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
Und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.

Doch hast du, alter Meister, nicht vergebens
An meinem Bau geformt und dich gemüht.
Du hast die besten Werte meines Lebens
Mit heißen Worten mir ins Herz geglüht.

Verzeih, wenn ich das Alte nicht bereue.
Ich will mich heut wie einst vor dir nicht bücken.
Doch möcht ich dir für deine Lehrertreue
nur einmal dankbar, stumm die Hände drücken.
(Joachim Ringelnatz)

 

An M.

Der du meine Wege mit mir gehst,
Jede Laune meiner Wimper spürst,
Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst –
Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst?

Wenn ich tot bin darfst du gar nicht trauern.
Meine Liebe wird mich überdauern

Und in fremden Kleidern dir begegnen
Und dich segnen.

Lebe, lache gut!
Mache deine Sache gut!
(Joachim Ringelnatz)

 

Kindergebetchen

Erstes

Lieber Gott, ich liege
Im Bett. Ich weiß, ich wiege
Seit gestern fünfunddreißig Pfund.
Halte Pa und Ma gesund.

Ich bin ein armes Zwiebelchen,
Nimm mir das nicht übelchen.

Zweites

Lieber Gott, recht gute Nacht,
Ich hab noch schnell Pipi gemacht,
Damit ich von dir träume.
Ich stelle mir den Himmel vor
Wie hinterm Brandenburger Tor
Die Lindenbäume.

Nimm meine Worte freundlich hin,
Weil ich schon so erwachsen bin.

Drittes

Lieber Gott mit Christussohn,
Ach schenk mir doch ein Grammophon.
Ich bin ein ungezognes Kind,
Weil meine Eltern Säufer sind.
Verzeih mir, daß ich gähne.
Beschütze mich in der Not,

Mach meine Eltern noch nicht tot
Und schenk der Oma Zähne.
(Joachim Ringelnatz)

 

Kurze Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe

Kurze Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) ist einer der größten deutschen Dichter aller Zeiten. Neben zahlreichen Gedichten gehören zu seinen bekanntesten Werken „Faust“ (1808), „Die Leiden des jungen Werther“ (1774) und „Iphigenie auf Tauris“ (1787). Neben seiner Berufung als Autor ging er eine Zeit lang dem Anwaltsberuf nach und war auch als Naturforscher tätig.

Seine Lebenseinstellung entsprach dem lyrischen Geist seiner Zeit. Er gehört zu den wichtigsten Vertretern der Epoche Sturm und Drang (1765–1785). Diese Epoche zeichnet sich dadurch aus, dass die Lyrik Emotionen anstelle von Rationalität in den Blick nahm. Es wurde sich nicht mehr so streng an die lyrische Form gehalten und das Individuum stand im Fokus. Goethe kann mit seiner ehrfürchtigen Haltung der Natur gegenüber ebenfalls als ein Vorreiter und Vertreter der Romantik (1795–1848) betrachtet werden.

Manche Gedichte handeln von Leid, Sehnsucht und Liebeskummer, manche von Liebe, Freude und der Schönheit des Lebens. Damit du für jeden Anlass ein passendes Gedicht findest, haben wir kurz in Klammern für dich zusammengefasst, worum es in dem jeweiligen Gedicht geht.

 

Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Langen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt;
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
(Johann Wolfgang von Goethe, über die Liebe)

 

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend –
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.
(Johann Wolfgang von Goethe, über die Bewunderung Natur)

 

Genieße mäßig Füll und Segen,
Vernunft sei überall zugegen,
Wo Leben sich des Lebens freut.
Dann ist Vergangenheit beständig,
Das Künftige voraus lebendig,
Der Augenblick ist Ewigkeit.
(Johann Wolfgang von Goethe, über das Nutzen der Gegenwart)

 

Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!
(Johann Wolfgang von Goethe, über die Tiefe der Seele und die Willkür des Schicksals)

 

Ungeduld

Immer wieder in die Weite,
Über Länder an das Meer,
Phantasien, in der Breite
Schwebt am Ufer hin und her!
Neu ist immer die Erfahrung:
Immer ist dem Herzen bang,
Schmerzen sind der Jugend Nahrung,
Tränen seliger Lobgesang.
(Johann Wolfgang von Goethe, über das Erwachsenwerden)

 

Was verkürzt mir die Zeit? – Tätigkeit!
Was macht sie unerträglich lang? – Müßiggang!
Was bringt in Schulden? – Harren und Dulden!
Was macht gewinnen? – Nicht lange besinnen!
Was bringt zu Ehren? – Sich wehren!
(Johann Wolfgang von Goethe, über Probleme und Lösungen)

 

Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh‘ ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! Der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
(Johann Wolfgang von Goethe, über die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen)

 

Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
Und Sorgenbrecher sind die Reben.
(Johann Wolfgang von Goethe, über die Jugend und das Trinken)

 

Da sind sie nun! Da habt ihr sie,
Die Lieder, ohne Kunst und Müh‘
Am Rand des Bachs entsprungen!
Verliebt und jung und voll Gefühl
Trieb ich der Jugend altes Spiel
Und hab‘ sie so gesungen.
(Johann Wolfgang von Goethe, über Liebeslieder)

 

Aufgezogen durch die Sonne
Schwimmt im Hauch äther’scher Wonne
So das leicht’ste Wölkchen nie
Wie mein Herz in Ruh‘ und Freude.
Frei von Furcht, zu groß zum Neide,
Lieb‘ ich, ewig lieb‘ ich sie!
(Johann Wolfgang von Goethe, über die Ehrfurcht vor der Natur)

 

20 schöne Gedichte für jeden Anlass

Du suchst ein Gedicht zu einem ganz bestimmten Anlass? Dann bist du hier richtig. Im Gegensatz zu vorher wurden hier die Gedichte nach Anlässen, nicht nach Autoren geordnet. Falls noch nicht dabei ist, was du suchst: Hier findest du romantische Liebesgedichte, hier besinnliche Weihnachtsgedichte und hier sogar lustige Halloween-Gedichte. Im Folgenden haben wir lustige Gedichte zum Geburtstag, Liebesgedichte zur Hochzeit und schöne Gedichte zur Geburt für dich.

Lustige Gedichte zum Geburtstag

Lustige Gedichte zum Geburtstag

Versuch es bei deiner nächsten Glückwunschkarte zum Geburtstag doch mal mit einem netten Geburtstagsgedicht. Sie sind angenehm melodisch zu lesen und sorgen direkt für gute Stimmung. Schreibe das Gedicht einfach auf die linke Seite deiner Geburtstagskarte und widme dem Geburtstagskind auf der rechten Seite noch ein paar eigene Worte und Wünsche. Hier findest du Geburtstagssprüche aller Art und hier spezifische Sprüche zum 18., 30., 40., 50., 60., 70. und 80. Geburtstag. Eine andere lustige Idee ist es, wenn du ein Geburtstagsgedicht vor versammelten Gästen vorträgst. Hier eignet sich auch ein lustiger Trinkspruch zum Anstoßen.

 

Sag selbst, was ich dir wünschen soll,
ich weiß nichts zu erdenken.
Du hast ja Küch‘ und Keller voll,
nichts fehlt in deinen Schränken.
(Friedrich von Schiller, Auszug aus „Zum Geburtstag der Frau Griesbach“)

 

Immer reicher, Jahr um Jahr,
grüßt es mit Geschenken…
immer froher um dich her
blüht es auf – und um so mehr
lerne dich beschränken…

Lerne dich an dem zu freu’n,
was du dir errungen
und wirf es ab, zu bereu’n,
was dir nicht gelungen!
(Cäsar Flaischlen)

 

Redet mir nicht von siebzig Jahren,
Redet mir nicht von Kräftesparen,
Der eine vertut’s und hat’s doch immer,
Der andre spart’s und gebraucht’s doch nimmer.
Hab ich die Siebzig nun erklommen,
Und Gott erhält mir in allen Gnaden
Die Lust an seiner Wälder Pfaden,
Den fröhlichen Blick zwischen Licht und Wahn,
Und liebe Menschen zugetan,
Wohlan, so mögen auch achtzig kommen!
(Johann Georg Fischer)

 

Wer die Körner wollte zählen,
Die dem Stundenglas entrinnen,
Würde Zeit und Ziel verfehlen,
Solchem Strome nachzusinnen.

Auch vergehn uns die Gedanken,
Wenn wir in dein Leben schauen,
Freien Geist in Erdeschranken,
Festes Handeln und Vertrauen.

So entrinnen jeder Stunde
Fügsam glückliche Geschäfte.
Segen dir von Mund zu Munde!
Neuen Mut und frische Kräfte!
(Johann Wolfgang von Goethe)

 

Ist kein schönerer Tag doch
In der Welt so wie heut!
Und es hat unser Herze
Sich noch nie so gefreut.

Ja, wir freuen uns Alle
Heissa heissassa sa!
Denn es ist dein Geburtstag,
Lieber, guter Papa!

Und wir wanden dir Kränze,
Und wir flochten hinein
Unsre innigsten Wünsche
Für dein Wohl und Gedeih’n.

Sei so froh wie die Blumen,
Wie die Blätter so grün!
Mag für uns, deine Lieben,
Stets dein Leben so blüh’n!
(Hoffmann von Fallersleben, Auszug aus „Papa’s Geburtstag“)

 

Zauberhafte Gedichte zur Hochzeit

Zauberhafte Gedichte zur Hochzeit

In den folgenden Gedichten dreht sich alles um das Thema Liebe, Partnerschaft und gemeinsame Zukunft. Eine Hochzeit ist ein freudiger Anlass, zu dem mit einem Gedicht gebührlich gratuliert werden kann. Das verliebte Paar ist zu dieser Zeit sicherlich besonders empfänglich für Poesie und schöne Formulierungen. Schreibe auch von dir persönlich noch ein paar Glückwünsche dazu. Hier findest du tolle Hochzeitswünsche für eine glückliche Ehe. Wenn du bei unseren Gedichten noch nicht fündig geworden bist, kannst du es auch mit Hochzeitssprüchen versuchen. Hier findest du Sprüche für eine Silberhochzeit und für eine Goldene Hochzeit.

 

Lieben

I.
Und wie mag die Liebe dir kommen sein?
Kam sie wie ein Sonnen-, ein Blütenschein,
kam sie wie ein Beten? – Erzähle:

Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln sich los
und hing mit gefalteten Schwingen groß
an meiner blühenden Seele….

II.
Das war der Tag der weißen Chrysanthemen, –
mir bangte fast vor seiner schweren Pracht…
Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen
tief in der Nacht.

Mir war so bang, und du kamst lieb und leise, –
ich hatte grad im Traum an dich gedacht.
Du kamst, und leis wie eine Märchenweise
erklang die Nacht….
(Rainer Maria Rilke)

 

Woher sind wir geboren?
Aus Lieb‘.
Wie wären wir verloren?
Ohn‘ Lieb‘.
Was hilft uns überwinden?
Die Lieb‘.
Kann man auch Liebe finden?
Durch Lieb‘.
Was läßt nicht lange weinen?
Die Lieb‘.
Was soll uns stets vereinen?
Die Lieb‘.
(Johann Wolfgang von Goethe)

 

Ich hab das „Ich“ verlernt und weiß nur: wir.
Mit der Geliebten wurde ich zu zwein;
und aus uns beiden in die Welt hinein
und über alles Wesen wuchs das Wir.
Und weil wir Alles sind, sind wir allein.
(Rainer Maria Rilke)

 

Oft führt‘ ich sie zum Haine
Und war mit ihr alleine;
O, wie war ich erfreut!
Ist je ein Paar alleine,
Ist Amor niemals weit.
(Johann Wolfgang von Goethe)

 

O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
Der ersten Liebe goldne Zeit,
Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit,
O! daß sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe!
(Friedrich von Schiller)

 

Ich möchte dir ein Liebes schenken,
das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.

Mir ist, daß wir uns selig fänden
und daß du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.
(Rainer Maria Rilke)

 

Die Nacht holt heimlich durch des Vorhangs Falten
Aus deinem Haar vergeßnen Sonnenschein.
Schau, ich will nichts, als deine Hände halten
und still und gut und voller Frieden sein.

Da wächst die Seele mir, bis sie in Scherben
den Alltag sprengt; sie wird so wunderweit:
An ihren morgenroten Molen sterben
die ersten Wellen der Unendlichkeit.
(Rainer Maria Rilke)

 

Segelfahrt

Nun sänftigt sich die Seele wieder
und atmet mit dem blauen Tag,
und durch die auferstandnen Glieder
pocht frischen Bluts erstarkter Schlag.

Wir sitzen plaudernd Seit an Seite
und fühlen unser Herz vereint;
gewaltig strebt das Boot ins Weite,
und wir, wir ahnen, was es meint.
(Christian Morgenstern)

Wenn es nur einmal so ganz still wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –:

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.
(Rainer Maria Rilke)

 

Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.
(Rainer Maria Rilke)

 

Wunderschöne Gedichte zur Geburt

Gedichte zur Geburt

Die Geburt eines Kindes ist ein wundervolles Ereignis. Glückwünsche zur Geburt sollten also etwas ganz Besonderes sein. Je besser du die frisch gebackenen Eltern kennst, umso persönlicher und emotionaler dürfen deine Glückwünsche sein. Wenn du den Namen des Kindes kennst, solltest du ihn auf jeden Fall in deiner Karte erwähnen. Individuelle und selbst geschriebene Texte sind für enge Kontakte besonders schön. Ein Gedicht zur Geburt kann dich entweder für deinen eigenen Text inspirieren oder einfach Platz in deiner Karte füllen. Wenn noch nicht das Richtige für dich dabei war, findest du hier Sprüche zur Geburt und wichtige Tipps zum gebührlichen Gratulieren.

 

Was eine Kinderseele
aus jedem Blick verspricht,
so reich ist doch an Hoffnung
ein ganzer Frühling nicht!
(Hoffmann von Fallersleben)

 

Drei Dinge sind uns
aus dem Paradies geblieben:
Die Sterne der Nacht,
Die Blumen des Tages
Und die Augen der Kinder.
(Dante Alighieri)

 

Denn wir können die Kinder nach unserem Sinn nicht formen.
So wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben.
Sie erziehen auf’s Beste und jeglichen lassen gewähren,
denn der eine hat die, der andere andere Gaben.
Jeder braucht sie und jeder ist doch nur auf eigene Weise gut und glücklich.
(Johann Wolfgang von Goethe)

 

Vor allen Kindern, die uns begegnen,
sollten wir uns tief und ehrfurchtsvoll verneigen;
sie sind unsere Herren, für sie arbeiten wir.
Ein Kind in der Hütte ist mehr als ein Greis auf dem Throne.
Schon darum muss man suchen, Vater zu werden,
um Kinder ohne Neid betrachten zu können.
(Ludwig Börne)

 

Mir scheint, ich sehe etwas Tieferes,
Unendlicheres, Ewigeres als den Ozean
im Ausdruck eines kleinen Kindes,
wenn es am Morgen erwacht oder kräht oder lacht,
weil es die Sonne auf seine Wiege scheinen sieht.
(Vincent van Gogh)

 

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