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Limerick: Wirkung & 12 Beispiele für das scherzhafte Gedicht

Der Limerick ist eine Gedichtform, die in vielen lyrischen Texten und Kinderliedern verwendet wird. Es handelt sich um ein kurzes und scherzhaftes Gedicht in fünf Versen. Wir zeigen dir, was ein Limerick ausmacht und wie es wirkt. Außerdem haben wir einige Limericks als Beispiele für dich.

Die kurze Struktur und das Reimschema zeichnen den Limerick aus. Vor allem soll er aber scherzhaft und lustig sein. Eine gute Pointe am Ende bringt den Empfänger zum Lachen und macht einen guten Limerick aus. Einer den bekanntesten Vertreter des Limericks war Edward Lear. Viele Dichter sehen in dem irischen Schriftsteller den Erfinder und Gründer der Gedichtform. In seinem bekannten Werk 'A Book of Nonsense' hat dieser seine Werke zusammengefasst.

Definition: Was der Limerick ist

Der Limerick: Scherzhaft und lustig

Der Limerick ist eine kurze und scherzhafte Gedichtform. Durch eine gute Pointe am Ende des Gedichtes erkennst du einen gut geschriebenen Limerick. In manchen Fällen ist der Witz auch sarkastisch oder sogar schlüpfrig.

Grundsätzlich erkennst du einen Limerick an seinem Aufbau und Reimschema. Mit fünf Versen und dem Reimschema aabba, unterschiedet sich dieser von anderen Gedichtformen.

Viele klassische Dichter haben sich der Form des Limericks in ihren Werken bedient. Aber auch in Kinderliedern wird die Gedichtform häufig eingesetzt.

Hintergrund und Geschichte

Die irische Stadt Limerick

Wie genau der Limerick zu seinem Namen gekommen ist, ist nicht ganz klar. Es gibt unterschiedliche Theorien: Eine mögliche Erklärung ist, dass der Name sich aus dem irischen Soldatenlied 'Will you come up to Limerick?' abgeleitet hat.

Eine andere Theorie besagt, dass der Begriff an die irische Stadt und Grafschaft Limerick angelehnt ist. So wird angenommen, dass zwei Dichter in der Grafschaft Limerick Gedichte in dieser noch unbekannten Form geschrieben haben. So wurde laut der Theorie der Name der Grafschaft für solche Gedichtformen übernommen. Ob eine dieser Theorien stimmt, konnte bisher aber nicht bewiesen werden. Sicher ist, dass der offizielle Name 'Limerick' sich erst im frühen 19. Jahrhundert durchgesetzt hat.

Gedichtformen, die dem Limerick sehr ähnlich sind, gab es aber schon vor dieser Zeit. Im frühen 17. Jahrhundert wurde 'Ophelia’s Song' im Werk Hamlet von William Shakespeare in einer sehr ähnlichen Form geschrieben. Und auch das Trinklied in Othello zeigt bereits Merkmale der Gedichtform.

Für viele Dichter und Begeisterte des Limericks gilt vor allem Edward Lear als Begründer der Gedichtform, der um 1820 wohl seine ersten Limericks geschrieben hat. Ebenso wurde der internationale Tag des Limericks auf den zwölften Mai gesetzt. Dies ist der Geburtstag von Edward Lear. Es wird angenommen, dass der englische Schriftsteller das Soldatenlied 'Will you come up to Limerick' als Inspiration genutzt hat und ableitend daraus der Limerick entstanden ist.

Merkmale des Limericks

Der Limerick unterscheidet sich in bestimmten Punkten von anderen Gedichtformen. Hauptmerkmale sind zum einen der Aufbau des Gedichtes und zum anderen das Reimschema. Aber auch der scherzhafte Inhalt charakterisiert einen klassischen Limerick. So handelt es sich in der Regel um lustige Gedichte, die teilweise sogar unsinnig sind und den Leser zum Schmunzeln bringen sollen.

Limerick: Inhalt und Aufbau

Der Limerick als kurzes und lustiges Gedicht

Thematisch und inhaltlich ist der Limerick breit gefächert. Er kann politische Probleme behandeln, gesellschaftskritisch sein, aber auch zynische Themen sind erlaubt. Geschrieben sollte das Limerick aber immer auf eine scherzhafte Art und Weise sein.

Daher kommt es in erster Linie nicht auf das gewählte Thema an, sondern wie der Dichter das Thema umsetzt. Der Humor spielt beim Limerick nämlich eine entscheidende Rolle. Es handelt sich um ein lustiges Gedicht, sodass ernste Themen in einer lockeren und scherzhaften Art geschrieben werden sollten. Zusätzlich wird eine gute Pointe eingebaut, um dem Thema die Ernsthaftigkeit zu nehmen. Die Art des Humors ist dabei unterschiedlich. Viele Limericks bedienen sich  dem schwarzen Humor und können sarkastisch oder sehr bissig sein.

In der Regel erkennst du einen Limerick an seinem Aufbau: In den ersten beiden Versen wird in den meisten Fällen ein geografischer Ort oder eine Person beschrieben. Der dritte und vierte Vers fassen die Geschichte zusammen oder erweitern sie. Im letzten Vers kommt es zum Höhepunkt des Limericks, der meistens mit einer Pointe endet.

Reim und Reimschema

Das Reimschema ist ein klassisches Merkmal des Limericks. In der Form aabba reimen sich die ersten beiden und der letzte Vers. Ebenso bilden der dritte und der vierte Vers einen Reim.

Im Limerick des bekannten irischen Schriftstellers James Joyce findest du das Reimschema wieder:

There once was a lounger named Stephen (a)
Whose youth was most odd and uneven. (a)
He throve on the smell (b)
Of a horrible hell (b)
That a Hottentot wouldn’t belive in. (a)

-James Joyce (1882-1941)-

In vielen Limericks findest du viele Wort- und Reimwiederholungen. Besonders das letzte Wort des ersten und des letzten Verses sind in dieser Gedichtform häufig gleich. In diesen Fällen handelt es sich um einen identischen Reim, der in manchen Ländern als verpönt und fehlerhaft gilt.

Rhythmik vom Limerick

In der Regel besteht ein Limerick aus fünf Versen im Anapäst: Nach zwei unbetonten Silben folgt eine betonte Silbe. In manchen Fällen gibt es aber auch Gedichtformen im Daktylus. Hier folgen nach einer betonten zwei unbetonte Silben.

Der Anapäst wurde in der Antike häufig für Marschlieder verwendet und hat daher einen dynamischen, heiteren und vorwärtsdrängenden Charakter. Dies passt auch zum Witz, der im Limerick vermittelt werden soll.

Beim Limerick steht weniger die Rhythmik im Vordergrund. So gibt es auch einige Gedichte, die sich nicht an ein Versmaß halten. Grundsätzlich erkennst du einen Limerick an dem typischen Reimschema und dem Witz oder der Pointe am Ende des Gedichts.

Pointe als Höhepunkt des Limericks

Die Pointe als Höhepunkt des lustigen Gedichts

Das Ziel eines Limericks ist es, die Leser zum Lachen zu bringen. Hierfür nutzen viele Dichter eine Pointe am Ende des Gedichts. Humor ist subjektiv und abhängig vom Empfänger, weshalb nicht jede Pointe und nicht jeder Witz eines Limericks zum Humor des Empfängers passt.

In den besten Fällen bringt dich die Pointe aber durch einen Überraschungseffekt und ein unerwartetes Ende zum Lachen. Durch die Pointe werden Zusammenhänge deutlich oder verändern sich. Ein Überraschungseffekt entsteht und der Empfänger bewertet den Inhalt des Gedichts neu. So entsteht der Höhepunkt des Limericks, der für den scherzhaften Charakter des Gedichts sorgt.

Wirkung von Limericks

Grundsätzlich ist der Limerick ein lustiges Gedicht, das scherzhaft wirkt. Das Ziel der Pointe ist es, den Empfänger zum Schmunzeln oder zum Lachen zu bringen. Je nach Humor bringt ein Limerick nicht jede Person zum Lachen. Dennoch ist das entscheidende Merkmal der Gedichtform der Witz.

In der Regel ist ein Limerick im Anapäst geschrieben. In manchen Fällen ist das Metrum aber auch ein Daktylus. Beide Metren haben einen eher positiven Charakter. Während der Anapäst heiter und freudig wirkt, hat der Daktylus eine feierliche und bedeutsame Wirkung. Diese Wirkung verstärkt den Witz und die Pointe am Ende des Gedichts.

Beispiele für das lustige Gedicht

Limericks finden in vielen Textformen Anwendung. Besonders in der Lyrik findest du einige Beispiele. Aber auch Kinderlieder und Kindergedichte werden häufig in der Form eines Limericks verfasst.
Damit du dir ein Bild von der Gedichtform machen kannst, haben wir einige Beispiele für dich.

Lustige Gedichte in der Lyrik

Limericks in der Lyrik

Limericks werden häufig in lyrischer Form geschrieben. Dichter und Schriftsteller halten sich dabei an die formalen Mittel der Gedichtform, wie Reimschema, Rhythmus oder dem Inhalt. Neben Edward Lear, einem der wichtigsten Vertreter der Limericks, haben auch viele andere Dichter Limericks verfasst.

There was a small boy of Quebec,
Who was buried in snow to his neck;
When they said. "Are you friz?"
He replied, "Yes, I is-
But we don’t call this cold in Quebec."

-Rudyard Kipling (1865-1935)-

There was a young lady of Niger
Who smiled as she rode on a tiger;
They returned from the ride
With the lady inside,
And the smile on the face of the tiger.

-William Cosmo Monkhouse (1840-1901)-

A man hired by John Smith and Co.
Loudly declared that he’d tho.
Men that he saw
Dumbing dirt near his door
The drivers, therefore, didn’t do.

-Mark Twain (1835-1910)-

There was a young lady of station
'I love man' was her sole exclamation.
But when men cried, "You flatter"
She replied, 'Oh! No matter!
Isle of Man is the true explanation'

-Lewis Carroll (1832-1898)-

Langford Reed saved the limerick verse,
From being taken away in a hearse.
He made it so clean
Now it’s fit for a queen,
Re-established for better or worse.

-George Bernhard Shaw (1856-1950)-

Limericks in Kinderliedern und -gedichten

Limericks in Kinderliedern und -gedichten

Durch die amüsante und scherzhafte Art finden Limericks häufig in Kinderliedern und Kindergedichten Anwendung. In sogenannten Nursery Rhyhms, in traditionellen Liedern und Gedichten für Kinder in der englischen Sprache, findest du viele Limericks wieder.

Je nach Version werden die Gedichte und Lieder passend zum Reimschema und der Versform umgeändert. Der Inhalt dieser bleibt aber gleich. Viele dieser Kinderlieder stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, können aber auch älter sein. Da der Ursprung vieler Kinderlieder nicht bekannt ist, sind die Autoren und Dichter der Originalversionen häufig unbekannt.

Hickory, dickory, dock,
The mouse ran up the clock.
The clock struck one,
The mouse ran down
Hickory, dickory, dock

-Kinderlied Hickory Dickory Dock-

Diddley, Diddley, Dumpty;
The cat ran up the plum tree.
I’ll wager a crown
I’ll fetch you down;
Sing, Diddledy, Diddledy, Dumpty.

-Kinderlied Diddley, Diddley, Dumpty-

Limericks von Edward Lear

Lustige Gedichte von Edward Lear

Einer der bekanntesten Dichter des Limericks ist Edward Lear. Für viele gilt der englische Schriftsteller sogar als Begründer des Begriffs und soll die Gedichtform erfunden haben.

In seinem Buch 'A Book of Nonsense' hat er zahlreiche Limericks aus der sogenannten Nonsense-Literatur veröffentlicht. Nonsense wird mit dem deutschen Wort Unsinn übersetzt und beschreibt Gedichtformen, die sich der Wirklichkeit widersetzen und wirkliche Zusammenhänge anders darstellen als in der Realität.

Auch die Limericks von Edward Lear sollen seine Vorliebe zum Unsinn zeigen. Zu Beginn hat Lear seine Limericks für die Kinder seiner Familie geschrieben. Um die Kinder zu amüsieren, mussten die Gedichte lustig sein. Neben deutschen Übersetzungen haben wir originale Limericks von Edward Lear als Beispiele.

Stest trug nur ein Tuch statt des Wamses
auch bei Regen der selige Ramses.
Er erkältet sich sehr
und verlor sein Gehör.
Da sagte sein Arzt: „Na, da hamses!“

-Edward Lear (1812-1888)-

Dem Freiherren von Hohenstaufen
war ein Stück Rindvieh entlaufen.
„Es sitzt in den Ästen!
Man hält mich zum Besten!“
rief der Freiherr von Hohenstaufen.

-Edward Lear (1812-1888)-

There was an Old Man, on whose nose,
most birds of the ait could repose;
But they all flew away,
at the closing of day,
Which relieved that Old Man and his Nose.

-Edward Lear (1812-1888)-

There was an Old Man with a beard,
who said, ″It is just as I feared! –
Two Owls and a Hen,
four Larks and a Wren,
Have all built their nests in my beard!“

-Edward Lear (1812-1888)-

There was a Young Lady of Ryde,
whose shoe-strings were seldom untied;
She purchased some clogs,
and some small spotty dogs,
And frequently walked about Ryde.

-Edward Lear (1812-1888)-

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