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7 Tipps für angehende Schriftsteller von Bestseller-Autoren

Den Schriftsteller umweht immer noch ein gewisser Mythos von Freiheit, Inspiration und entspanntem Leben. Sechs bekannte Bestseller-Autoren zeigen auf, was einen guten und erfolgreichen Autor tatächlich ausmacht – und das ist nicht zuletzt Struktur und harte Arbeit.

Andreas Eschbach

Andreas Eschbach

Für Andreas Eschbach ist die wichtigste Voraussetzung für einen guten Autor ein sicherer Geschmack und ein entsprechend ausgeprägter Instinkt. So schreibt er:

Gut schreiben zu lernen heißt lernen zu erkennen, wo man Müll geschrieben hat und wo eine richtig gute Textpassage. […] Qualität entzieht sich allen Versuchen, in Regeln gefaßt zu werden.

Geschmack und Instinkt entwickeln sich jedoch nicht von alleine, sondern sind das Ergebnis eigener Leseerfahrung und Übung, Übung und nochmal Übung. So schreibt Stephen King:

Wenn Sie Schriftsteller werden wollen, müssen Sie vor allem zweierlei tun: viel lesen und viel schreiben. […] Ich schlage tausend Wörter pro Tag vor, und weil ich gerade in Spendierlaune bin, würde ich sagen, Sie können sich einen Tag in der Woche freinehmen, am Anfang wenigstens (Stephen King: Das Leben und das Schreiben, Heyne 2002, S. 159-171)

Das ist sicherlich kein geringes Pensum und folgerichtig sieht Haruki Murakami in einem starken Fokus und großer Entschiedenheit eine weitere wichtige Voraussetzung. So fasst er seine eigene Erfahrung wie folgt zusammen:

Ich habe meine höchste Priorität darauf gelegt, ein Leben zu leben, das es mir erlaubt, mich auf das Schreiben zu konzentrieren. [.. Es braucht] Fokus – die Fähigkeit alle deine begrenzten Talente auf die eine Sache zu konzentrieren, die im Moment entscheidend ist. (Haruki Murakami: What I Talk About When I Talk About Running, Vintage 2009, S. 37-77, eigene Übersetzung)

Murakami weist ebenfalls darauf hin, dass Schreiben eine anstrengende Tätigkeit ist. Der Großteil der Arbeit erfolgt zwar sitzend am Schreibtisch, aber eine hohe Ausdauer ist für ihn unabdingbar:

Wenn du dich darauf konzentrierst, jeden Tag drei oder vier Stunden zu schreiben und nach einer Woche müde bist, wirst du nicht in der Lage sein, einen Roman zu schreiben. […] Das Schreiben selbst ist geistige Arbeit, aber ein ganzes Buch abzuschließen ist eher körperliche Arbeit. (Haruki Murakami: What I Talk About When I Talk About Running, Vintage 2009, S. 78-79, eigene Übersetzung)

Neben der individuellen Konzentrations- und Leidensfähigkeit spielt für viele Autoren auch das Beherrschen der zentralen Werkzeuge der Sprache eine wichtige Rolle: Vokabular, Grammatik und Stil. So sagt Neil Gaiman über seinen eigenen Schreibprozess:

Ich versuche meine Prosa zu schreiben, wie ich ein Gedicht schreibe. Ich lese mir meine Texte selbst vor und verändere sie so lange, bis sie richtig klingen.
(Neil Gaiman, Köln, 21. Oktober 2014)

Die Geschichte oder der Roman muss aber auch insgesamt bei den Lesern Anklang finden. Hier hält Tanja Kinkel einen wichtigen Tipp für angehende Autoren bereit:

Schreiben appelliert, idealerweise, an Gefühl und Verstand gleichermaßen. Als Leserin schätze ich diejenigen Romane am meisten, welche ich wieder und wieder lesen kann, die mich jedes Mal wieder gefangen nehmen und neue Details entdecken lassen, auch wenn ich den Handlungsverlauf schon kenne.

Schließlich bleibt aber festzuhalten, dass jeder Autor seinen eigenen Weg finden muss, die zahlreichen Ideen im Kopf zu einer zusammenhängenden interessanten und spannenden Geschichte zusammen zu flechten. Nicholas Sparks hält entsprechend fest:

Wenn ich eines gelernt habe beim Schreiben, dann, dass es keinen Königsweg gibt. Stephen King schwört, dass er das Ende seiner Romane nicht kennt, wenn er mit dem Schreiben beginnt. Das kann ich mir für mich gar nicht vorstellen. John Grisham entwirft ein fünfzigseitiges Konzept. Ich dagegen schreibe nicht eine einzige Seite Exposé.

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