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60 wichtige Fabelwesen: Ihre Herkunft & Bedeutung

Ob Faun, Harpyie, Kobold oder Meerjungfrau – wir erklären dir die wichtigsten Fabelwesen. Sie haben meist eine tiefe Verwurzelung in der Folklore und sind auch aus der heutigen Fantasy-Welt nicht mehr wegzudenken. Erfahre alles über die 60 international relevantesten Fabelwesen aus unterschiedlichen Mythologien.

Fabelwesen haben viele Facetten. Sie können Helfer und Glücksbringer sein, verwunschene seelenlose Gestalten ohne Aufgabe, böse und todbringende Geister oder groteske Figuren, auf die der Mensch sich keinen Reim machen kann. Sie haben eine hohe kulturelle Bedeutung, prägen unser Weltbild und kommen sogar in unseren Sprichwörtern und Redewendungen vor.

Zum Beispiel bezieht sich die Redewendung “Wie ein Phönix aus der Asche aufsteigen” direkt auf das Fabelwesen Phönix, das in der Mythologie immer wieder aus seiner eigenen Asche verjüngt hervortritt. Die Bedeutung der Redewendung ist “gestärkt aus einer Niederlage hervorzutreten”. Die nautische Redewendung “Seemannsgarn spinnen” bezieht sich auf fantasievolle Erzählungen der Seemänner von Meerjungfrauen, Klabautermännern und anderen Fabelwesen, die beim langwierigen Spinnen des Seemannsgarns (Drahttauwerk) erzählt wurden.

Tipp:
In unserem Inhaltsverzeichnis findest du lediglich die etwas unbekannteren Fabelwesen mit einer längeren Beschreibung. In jedem Kapitel gibt es zusätzlich noch viele weitere Fabelwesen mit ein paar kurzen Informationen. Wenn du also nach einem bestimmten Fabelwesen suchst, öffne die Suchfunktion mit Strg+F, gib das Fabelwesen in die Suchleiste ein und drücke auf Enter.

Was Fabelwesen sind

Was Fabelwesen sind

Fabelwesen sind Kreaturen, die aus der Fantasie des Menschen entstanden sind und deren Existenz nie belegt werden konnte. Sie sind entweder menschlich (Riesen, Vampire, Geistwesen), tierisch (Einhörner, Phönixe, Drachen) oder Mischwesen, sogenannte Chimären (Greif, Meerjungfrau, Harpyie, Faun). Mischwesen können sich sowohl aus verschiedenen Tieren als auch aus Tier und Mensch zusammensetzen.

Allerdings haben Fabelwesen ihren Ursprung in der Regel in der Realität. Zum Beispiel wird davon ausgegangen, dass Meerjungfrauen oder Nixen, die von Seefahrern gesehen wurden, in Wirklichkeit Seekühe waren. Ebenso liegt es nahe, dass zufällige Funde riesiger Knochen von Mammuts oder Dinosauriern zu Fantasiegebilden wie Riesen und Drachen geführt haben.

Teilweise haben sich angebliche Fabeltiere in der Neuzeit sogar als reale Tiere erwiesen (zum Beispiel das Okapi oder die Moas). Dem Drang nach Kuriositäten und der stetigen Neugierde des Menschen verdanken wir einige Fabelwesen. Dort wo es im Barock Besitzer sogenannter ‘Wunderkammern’ und ‘Kuriositätenkabinette’ gab, gibt es heute ‘Kryptozoologen’, die sich mit Erscheinungen wie Bigfoot oder dem Monster von Loch Ness befassen.

Fabelwesen unterscheiden sich eindeutig von Fabeltieren. Fabeltiere sind die vermenschlichten Akteure innerhalb der literarischen Gattung “Fabel”. Auch wenn sie in der Fabel personifiziert werden, gibt es die Tiere in der realen Welt (Fuchs, Hase, Wolf, Lamm, Storch etc.). Die Existenz von Fabelwesen ist hingegen nicht bewiesen und stützt sich lediglich auf angebliche Beobachtungen, Mythen und kreative Fantasiegebilde.

Vorkommen der Fabelwesen

Vorkommen der Fabelwesen

Fabelwesen finden sich schon seit langer Zeit überall in der Literatur. Sei es in mittelalterlichen Sagen und Epen, in Märchen, Kunstmärchen, Novellen, Gedichten und Romanen. Das wahrscheinlich älteste Fabelwesen ist der “Löwenmensch”. Er wurde vor etwa 40.000 Jahren aus dem Stoßzahn eines Mammuts geschnitzt. Somit ist wohl die Kunst die älteste Plattform zur Darstellung von Fabelwesen. Hinzu kommen mündliche Überlieferungen, Literatur, Fotografie und Film.

Bekannte und beliebte Fabelwesen sind Zwerge, Riesen, Vampire, Werwölfe, Drachen, Meerjungfrauen, Feen, Elfen, Hexen und Zauberer. Sie kommen in zahlreichen Erzählungen und Verfilmungen vor, mal mehr, mal weniger bedrohlich. Weniger bekannt sind beispielsweise Mantikore, Hippokampen, Trickster, Sylphen oder Incuben. Wir haben eine Liste mit Kurzbeschreibungen bekannter Fabelwesen und eine Weiterführung dieser Liste mit ausführlicheren Beschreibungen unbekannter Fabelwesen für dich erstellt.

Regionale Fabelwesen

In unserer Auflistung findest du die meisten der allgemein bekannten Fabelwesen wieder. Sie alle stammen aus unterschiedlichen Regionen und somit auch aus unterschiedlichen Mythologien. Sie haben sich mit der Zeit fest in sämtlichen Medien etabliert.

Aus der nordischen und keltischen Mythologie stammen beispielsweise das Einhorn, die Alraune, der Drache, der Gargoyle, der Werwolf, der Wassermann, das Wechselbalg, die Nixe, die Meerjungfrau und das Kelpie. Aus dem Orient sowie aus Griechenland, Rom und Ägypten bekannt, sind der Basilisk, der Phönix, der Satyr, der Greif, die Harpyie, die Hydra, der Hippokamp, der Pegasus, die Medusa, die Gorgonen, die Sphinx, der Faun, die Nymphe oder Sirene.

Slawische Fabelwesen sind zum Beispiel die Hexe Baba Jaga, der Feuervogel, der Schrat, der Vampir und Väterchen Frost. Aus Asien kennen wir den Yeti und den Ghul. Der Dschinn ist ein islamisches Geistwesen, der Golem eine jüdische Lehmfigur. In Deutschland haben wir zum Beispiel die Rheinnixe Loreley, die Kölner Heinzelmännchen (Hausgeister), die Undine (Wassergeist), den Butzemann (kobold- oder zwergartiger Dämon oder Gespenst), den Klabautermann (Schiffsgeist oder Kobold, der nach seemännischem Aberglauben den Kapitän vor Gefahren warnt) oder den Wolpertinger (Mischwesen aus Teilen verschiedener Tiere).

Herkunft und Bedeutung von 60 Fabelwesen

60 Fabelwesen, ihre Herkunft und Bedeutung

Im Folgenden findest du eine Vielzahl an Fabelwesen in drei Kategorien, alphabetisch geordnet. Zuerst haben wir die menschlichen Fabelwesen für dich erläutert, danach die Fabelwesen mit menschlicher oder tierischer Gestalt und im Anschluss diejenigen, die nur in tierischer Gestalt auftreten.

Manchmal ist es einfach interessant, zu erfahren, was die Fantasie der Menschen im Laufe der Zeit hervorgebracht hat. Zudem sorgt ein großes Wissen über Fabelwesen für eine bessere kulturelle Bildung. Viele Jahrhunderte haben die Menschen wirklich an die Existenz dieser Wesen geglaubt und sie in ihre Bräuche und Sprache integriert. Kryptozoologen befassen sich noch heute mit der Suche nach der Wahrheit hinter den Fabelwesen.

Menschliche Fabelwesen

Im Folgenden findest du wichtige menschlichen Fabelwesen auf einen Blick. Menschlich bedeutet in diesem Sinne, dass sie in ihrer Grundgestalt menschenähnlich sind, aber beispielsweise besondere Ausprägungen haben wie unter- oder überdimensionale Körper, keine materiellen Körper, Zauberkräfte oder andere besondere Eigenschaften.

Wir haben die bekannten Fabelwesen ebenfalls für dich aufgelistet und ein paar kurze Informationen ergänzt, damit dir keine wichtigen Fabelwesen fehlen. Im Anschluss findest du dann etwas seltenere menschliche Fabelwesen ausführlicher erklärt, da sie vielleicht nicht jedem bekannt sind.

  • Elfe
    Elfen, Alben oder Alfen sind Naturgeister der nordischen Mythologie.
  • Fee
    Feen sind nach romanischer und keltischer Volkssage geisterhafte Wesen mit höheren Kräften.
  • Flaschengeist
    Flaschengeister sind in einem Gefäß gefangene Geistwesen, die ihrem Befreier eine gewisse Anzahl an Wünschen erfüllen müssen.
  • Gespenst
    Gespenster sind Geistwesen mit übernatürlichen Fähigkeiten.
  • Gnom
    Ein Gnom ist ein kleinwüchsiges Wesen, das auf oder unter der Erde lebt.
  • Hexe / Hexer
    Hexen und Hexer sind Menschen mit Zauberkräften, die oft einen Pakt mit Dämonen oder dem Teufel geschlossen haben.
  • Kobold
    Kobolde sind neckische Haus- und Naturgeister, die oft als Helfer auftreten.
  • Kopfloser Reiter
    Der kopflose Reiter ist ein Untoter aus deutschen und irischen Sagen, der in die Welt der Lebenden zurückkehrt.
  • Mittagsdämon
    Ein Mittagsdämon ist ein zur Mittagsstunde erscheinender Geist aus dem antiken und mittelalterlichen Glauben.
  • Mumie
    Als Mumie gelten menschliche oder tierische Überreste, die durch Mumifizierung vor dem Verfall geschützt sind. Im Bereich der Fabelwesen sind sie wandelnde Untote.
  • Oger
    Ein Oger ist ein großer, dem Menschen ähnelnder Unhold mit enormer Stärke.
  • Ork
    Orks sind nicht-menschliche Wesen, die dem Menschen grob in ihrer Statur ähneln. Sie sind groß, böse und stammen aus der Unterwelt.
  • Poltergeist
    Poltergeister machen sich durch das Bewegen von Gegenständen und laute Geräusche (‘poltern’) bemerkbar.
  • Riese
    Riesen sind übergroße und überstarke menschenähnliche Wesen, die manchmal auch magische Kräfte besitzen.
  • Sandmann
    Der Sandmann stammt aus der europäischen Mythologie und streut Kindern seinen Schlafsand in die Augen, damit sie schlafen und träumen können. Den Schlafsand wischen sie sich morgens wieder aus den Augen.
  • Troll
    Trolle stammen aus der nordischen Mythologie und gelten als allgemeine Bezeichnung für plumpe, unheimliche mehr oder weniger menschliche Wesen, die häufig im Wald leben.
  • Todesengel
    Ein Todesengel bringt den Tod, begleitet Verstorbene ins Jenseits oder empfängt sie dort.
  • Vampir
    Ein Vampir ist eine blutsaugende Nachtgestalt, die dämonischen Ursprungs ist, oder ein wiederbelebter Leichnam.
  • Weihnachtsmann
    Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur für weihnachtliches Schenken, der besonders in evangelisch geprägten Regionen bekannt ist.
  • Yeti
    Der Yeti ist ein behaarter, auf zwei Beinen laufender Schneemensch des Himalayas.
  • Zauberer
    Zauberer werden auch Magier genannt. Sie besitzen Fähigkeiten, die vom Menschen vor seinem Wissens- und Beobachtungshorizont nicht nachvollzogen werden können.
  • Zahnfee
    Die Zahnfee hinterlässt Kindern für jeden ausgefallenen Milchzahn unterm Kopfkissen eine Goldmünze.
  • Zombie
    Zombies sind Untote, die ihrer Seele beraubt wurden und als willenlose Wesen umhergehen.
  • Zwerg
    Zwerge sind menschenähnliche, kleinwüchsige Wesen aus nordischen Volkssagen, die unterirdisch in Höhlen oder Gebirgen leben.

Bigfoot

Der Bigfoot (englisch “Großfuß”) entstammt der nordamerikanischen Folklore. In Kanada wird er auch “Sasquatch” genannt. Er ist ein dem menschen ähnelndes Wesen, sehr groß mit überproportional großen Füßen und einer starken fellartigen Behaarung. Er wird angeblich immer wieder gesichtet, doch in der Regel werden diese Sichtungen als Fälschungen entlarvt oder sind zu fraglich, um eine wirkliche Existenz zu bestätigen. Die Untersuchungen zu Bigfoot fallen deshalb nicht in den Bereich der Wissenschaft, sondern der Kryptozoologie.

Den Beleg für die Legende des Bigfoot gibt es mindestens seit den 1850er Jahren als Indianer von einem solchen Wesen berichteten. Ab 1958 erlangte die Legende neue Popularität, 1985 versuchte ein Wissenschaftler den Bigfoot als einen Überlebenden der ausgestorbenen Menschenaffen-Gattung Gigantopithecus zuzuordnen – ohne Erfolg. Bis heute ist Bigfoot ein Mythos und ein Fabelwesen, deren wahre Existenz noch nicht bewiesen wurde.

Faun (Faunus)

Faun als Fabelwesen

Faun, ursprünglich “Faunus” ist ein Gott der Natur und des Waldes. Er beschützt Bauern und Hirten sowie ihr Vieh und ihre Äcker. Seinen Ursprung findet er in den indogermanischen Mythen der Italiker, die im Zeitraum von etwa 1200 bis 1000 v. Chr. nach Italien eingewandert sind. In der griechischen Mythologie entspricht er dem Hirtengott “Pan” oder dem dämonischen “Satyr”.

Faun, Pan und Satyr werden meist als gehörnte Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock dargestellt. Fauns weibliches Gegenstück ist “Fauna”, die entweder als seine Tochter oder Schwester betrachtet wird. Auch wenn oft von ‘dem Faun’ gesprochen wird, tritt er nicht nur allein, sondern auch in der Mehrzahl auf (Plural: “Faune”).

Ghul

Der Ghul ist ein leichenfressendes Wesen, das in verschiedenen Mythologien vorkommt. Er hat seine Ursprünge im persisch-arabischen Kulturkreis, doch ist seit der Veröffentlichung von “Tausendundeine Nacht” auch in Europa bekannt. Im ursprünglichen Sinn ist der Ghul ein gefährlicher Dämon, der in verschiedene Gestalten schlüpfen kann und Reisende vom Weg lockt, um sie zu verschlingen. Die weibliche Variante des Ghuls heißt “Ghula”.

In der europäischen Mythologie und Literatur ist der Ghul in erster Linie durch H. P. Lovecraft zu einer hundeähnlichen Gestalt geworden, die unterirdisch in der Nähe von Friedhöfen mit seinen Artgenossen zusammenlebt.

Goblin

Als Goblins werden im englischsprachigen Raum grotesk-hässliche und oft bösartige Plagegeister oder Gespenster bezeichnet. Sie nehmen dabei die unterschiedlichsten Größen und Formen an, meist sind sie jedoch klein wie Kobolde oder Zwerge. Goblins werden oft verrückt, gehässig, aufdringlich und mit Zauberkräften dargestellt.

Homunkulus (Homunculus)

Ein Homunkulus oder Homunculus (lateinisch für “Menschlein”) ist ein künstlich geschaffener Mensch, der oft als dämonischer Helfer von Magiern und Alchemisten auftritt. Die Idee eines solchen Menschen gibt es bereits seit dem 3. Jahrhundert nach Christus und vertiefte sich dann im Mittelalter. Bekannte Beispiele sind der von Wagner im Glaskolben ‘gebraute’ Homunculus in Goethes “Faust II” und das aus verschiedenen Teilen zusammengesetzte Monster in “Frankenstein”.

Incubus / Succubus

Ein Incubus ist ein Elf, Dämon, Waldgeist oder Sylvan, der Albträume verursacht und sich nachts mit einer Frau paart, ohne das diese es merkt. Er ist ein Stellvertreter des Teufels, der sündige Seelen nach ihrem Tod in die Hölle schleppt. Die weibliche Variante dieses Dämons ist der Succubus. Er stiehlt unbemerkt den Samen des Mannes, wenn er schläft.

Die älteste Erwähnung solcher Dämonen stammt aus Mesopotamien, in denen Dämonen den schlafenden Menschen in Form von erotischen Träumen erschienen sein sollen. Das christliche und jüdische Pendant zum Succubus ist Lillith.

Sylphe

Sylphen oder Sylvani sind Luftgeister und gehören zu den Elementar- oder Naturgeistern. Ihr menschlicher Körper ist filigran und in der Lage, sich fortzupflanzen. Ihr Geist ist jedoch nicht menschlich, da Sylphen als seelenlos gelten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch anmutige und zarte Mädchen als Sylphide bezeichnet. Heute ist der Begriff in Vergessenheit geraten.

Trickster

“Trickster” ist der englische Begriff für “Gauner”, “Betrüger” oder “Schwindler” in der Literatur oder Mythologie, da die Figuren mithilfe von Tricks die Ordnung des Universums durcheinanderbringen. Man erkennt sie an ihrem zwiespältigen Charakter, da sie einerseits die Regeln brechen, um Menschen zu helfen, und andererseits, um Konflikte zu provozieren. Diese Konflikte spielen sich meist zwischen den Göttern ab. Trickster können in Tiergestalt, als Halbgötter, Götter oder Geister auftreten.

Trickster können Gestaltwandler oder Meister der Täuschung sein. Wenn sie eine Tiergestalt annehmen sind sie meist Hase, Wolf, Kojote, Spinne oder Krähe. Sie können sogar ihr Geschlecht wandeln. Trickster ändern Situationen, so wie es ihnen gefällt, indem sie Menschen in einer bestimmten Weise motivieren oder ihre Ansichten revolutionieren. Außerdem imitieren sie Gottheiten und sind erfinderisch. Sie können allerdings auch als Betrogene oder vom Pech verfolgte Figuren dargestellt werden.

Wiedergänger

Wiedergänger (auch Widergänger) sind meist Gespenstererscheinungen aus verschiedenen Kulturregionen. Sie sind Untote; Verstorbene, die in die Welt der Lebenden zurückkehren. Oft sind sie böse und wollen sich für etwas rächen, das ihnen entweder zu Lebzeiten widerfahren ist oder ihre Totenruhe gestört hat. Der kopflose Reiter ist beispielsweise ein Wiedergänger.

Menschliche oder tierische Fabelwesen

In dieser Rubrik findest du Fabelwesen, die sowohl in menschlicher als auch in tierischer Gestalt auftreten können. Manche von ihnen sind auch Mischwesen (Chimären). Wie im vorherigen Kapitel findest du zunächst die bekannten Fabelwesen aufgelistet mit einer kurzen Beschreibung und die weniger bekannten im Anschluss mit ausführlicher Beschreibung.

  • Berggeist
    Der Begriff “Berggeist fasst alle geistartigen Fabelwesen zusammen, die in Bergwerken oder in Gebirgen leben.
  • Dämon
    Der Dämon ist ein negativ behafteter Geist, der Menschen erschreckt, bedroht oder ihnen Schaden zufügt. Er wird oft in Verbindung mit dem Teufel gebracht.
  • Hausgeist
    Hausgeister sind meist an ein bestimmtes Gebäude oder Grundstück gebunden, an dem sie ihren Spuk treiben.
  • Meerjungfrau
    Als Mischwesen aus Mensch und Tier, oben Frau unten Fisch, leben Meerjungfrauen im Wasser. Meist sind sie seelenlose Wesen, die nur durch die Liebe eines menschlichen Mannes erlöst werden können. Heute werden sie einerseits männermordend und dämonisch, andererseits lieblich und unschuldig dargestellt.
  • Naturgeist
    Der Begriff “Naturgeist” fasst Geister zusammen, die in Verbindung mit der Natur stehen, zum Beispiel Waldgeister, Wassergeister oder Luftgeister.
  • Sphinx
    Die Sphinx ist ein ägyptisches Mischwesen aus einem Löwenkörper und dem Kopf eines Menschen oder anderen Tiers.
  • Ungeheuer
    Ungeheuer oder Ungetüme sind besonders hässliche oder starke, meist bedrohlich wirkende Geschöpfe, vergleichbar mit Monstern.
  • Untoter
    Untote kehren als Wiedergänger in die Welt der Lebenden zurück.
  • Werwolf
    Werwölfe sind Menschen, die sich bei Vollmond in einen Wolf verwandeln. In diesem Stadium haben sie nichts Menschliches mehr an sich und unterliegen ihren tierischen Instinkten.

Harpyie

Die Harpyien sind geflügelte Frauen aus der griechischen Mythologie. Dort verkörpern sie die Sturmwinde und werden zunächst als schöne Frauen mit gelocktem Haar und Vogelflügeln beschrieben. Später sind sie hässliche Dämonen mit hellem Haar. Harpyien leben in einer Höhle auf Kreta und müssen Tote in die Unterwelt tragen oder Menschen töten, die den Zorn des Zeus auf sich gezogen haben.

Der Dichter Vergil beschreibt sie als Vögel mit bleichen Mädchen-Gesichtern und hakenförmigen Händen. Diese Darstellung von Harpyien findet sich seitdem häufiger. Meist ist ein Vogelkörper abgebildet, der entweder einen Frauenkopf oder nur das Gesicht als menschlichen Teil aufweist. Eine moderne Darstellung ist “Yu”, der Erkundungsvogel der Hexe “Yubaba” aus “Chihiros Reise ins Zauberland”, dessen Gestalt sich aus Yubabas Kopf und einem Krähenkörper zusammensetzt.

Irrlicht

Irrlicht

Ein Irrlicht, Irrwisch oder Sumpflicht ist eine Art Leuchterscheinung, eine unerklärliche und meist flexible Lichtquelle. Es wird in der Regel in dichten und dunklen Wäldern oder Mooren, Sümpfen und Friedhöfen gesichtet. Irrlichter werden entweder als Seelen unglücklich Verstorbener angesehen oder als hinterhältiges Werk übernatürlicher Wesen, die die Menschen in die Irre führen wollen.

Dem Volksglauben nach bringt es Unglück, wenn man Irrlichter einfangen will oder ihnen folgt. Irrlicht-Sichtungen wird auch heute noch nachgegangen, weil es in der Natur Lebewesen und Gase gibt, die Licht erzeugen können. Sie sind nicht nur eine plausible Begründung für den Aberglauben, sondern vor allem wissenschaftlich interessant.

Korndämon

Der Korndämon ist ein Sammelbegriff für übernatürliche Wesen, die sich in Pflanzen- oder Kornfeldern aufhalten. Die Bezeichnung als Dämon ist in diesem Fall nicht wertend gemeint. “Korngeist” wäre ebenfalls treffend, wenn nicht Wilhelm Mannhardt den Begriff “Korndämon” etabliert hätte.

Früher gab es Korngötter, die zum Schutz der Agrarwirtschaft angebetet wurden. Diese wurden dann später dämonisiert und als Kinderschreck in Erzählungen eingebaut. Der Korndämon kann sowohl gut als auch böse sein, menschlich oder tierisch, weiblich oder männlich.

Minotaurus

Ein Minotaurus besitzt einen menschlichen Körper und einen Stierkopf. Es ist eine Gestalt der griechischen Mythologie und ein beliebtes Motiv der bildenden Kunst. Der Vater des Minotaurus, Minos, war der Sohn des Gottes Zeus und der Göttin Europa. Er wollte der König von Kreta werden und bat den Meeresgott Poseidon um ein Wunder, das andere Anwärter auf den Thron abschrecken würde.

Minos gelobte ihm, das Wesen, das er hervorbringen würde, wieder an ihn zu opfern. Daraufhin brachte Poseidon ihm einen mächtigen Stier. Minos wurde König von Kreta, fand aber Gefallen an dem Tier und opferte stattdessen einen minderwertigen Stier. Aus Zorn weckte er in Minos’ Frau Pasiphaë das Verlangen, sich mit dem Stier zu paaren. Daraufhin gebar sie den Minotaurus mit dem Namen Asterios. Minos ließ ein labyrinthartiges Gefängnis für den Minotaurus bauen.

Rankenfrau

Eine Rankenfrau erwächst aus Blätter- oder Blütenkelchen und ragt mit ihrem (meist nackten) Oberkörper aus ihnen hervor. Manchmal besitzt sie auch Flügel oder trägt einen Polos (zylindrische Kopfbedeckung). Die Figur der Rankenfrau findet sich an Tempeln, anderen Gebäuden, Schmuck- und Gebrauchsgegenständen vor allem im kleinasiatischen Raum (Teil der heutigen Türkei).

Meist ist die Rankenfrau weiblich, doch seit dem 4. Jahrhundert treten auch männliche Abbildungen auf. Sie tritt sowohl allein als auch in Kombination mit anderen Fabeltieren auf, meist mit einem Greif. Es wird davon ausgegangen, dass sie eine lebensspendende Muttergottheit und Herrin über Pflanzen und Tiere ist.

Zentaur

Zentaur

Ein Zentaur (ursprünglich Kentaur) ist ein Mischwesen aus Mensch und Pferd. In der Regel besitzt er den Unterleib eines Pferdes und den Oberleib eines Menschen. Dort wo der Hals des Pferdes ansetzen würde, beginnt der Körper des Menschen oberhalb der Hüfte. Ein Zentaur besitzt demnach vier Beine und zwei Arme. In seltenen Darstellungen gibt es auch andere Verteilungen von Pferde- und Menschen-Anteilen. Die Darstellung ist in der Regel männlich, doch es gibt auch weibliche Zentauren wie “Hylonome”, die Ehefrau des “Kyllaros”.

Zentauren stammen dem Mythos nach von König Ixion und einer Wolke in der Gestalt Heras ab. Zeus hatte diese Wolkengestalt erschaffen, weil der betrunkene Ixion die Götter belästigte. Als Ixion sich dann mit dem Trugbild vereinen wollte, zeugte er damit einen Bastard, den Kentauros, der sich später mit Stuten paarte und somit die Zentauren schuf. In einer anderen Version wurden die Zentauren direkt aus der Vereinigung der Wolke und Ixions geschaffen.

Tierische Fabelwesen

Tierische Fabelwesen setzen sich oft aus verschiedenen Tieren zusammen und gehören somit meist zu den sogenannten Mischwesen (Chimären). Sie sind mal mehr und mal weniger eindeutig trennbar. Der Greif lässt sich zum Beispiel in der Regel klar in Löwenkörper und Adlerkopf und -flügel einordnen.

Bei einem Drachen sind die Übergänge zu anderen Tierwesen jedoch meist verschwommen. Er kann schlangenartig lang sein, wie ein Vogel fliegen und reptilienartig geschuppt sein. Dabei ist allerdings kein explizites Körperteil von einem bestimmten Tier übernommen.

Ein Gegenbeispiel ist der Osterhase, der meist nicht von seiner üblichen Hasenform abweicht. Das einzig fabelartige ist, dass er Eier bemalen kann. Genau genommen könnte er sogar eher in die Kategorie der Fabeltiere mit menschlichen Eigenschaften fallen als in die fantasievoll konstruierte Welt der Fabelwesen.

  • Drache
    Drachen sind feuerspeiende, schlangenähnliche Mischwesen, die in unterschiedlich gewichteten Teilen Reptilien, Vögel und Raubtiere vereinen. Asiatische Drachen sind beispielsweise eher schlangen- und vogelartig und gelten als Glücksbringer. Europäische Drachen sind hingegen reptilienartige, unheilbringende Ungeheuer.
  • Einhorn
    Einhörner sind Pferde oder Ziegen mit einem Horn auf der Mitte ihrer Stirn. Sie wurden im Mittelalter durch die christliche Naturlehre “Physiologus” populär, gelten als eines der edelsten Fabelwesen und symbolisieren das Gute.
  • Osterhase
    Der Osterhase bemalt zu Ostern die Eier, damit die Kinder sie am Ostersonntag suchen können. Erwähnt wird er zum ersten Mal im 17. Jahrhundert als klar definiertes Fabeltier, von dem man den Kindern erzählt, damit die Erwachsenen ihr Vergnügen haben, während die Kinder mit der Eiersuche beschäftigt sind.

Basilisk

Basilisk

Ein Basilisk ist ein schlangenartiges Fabelwesen und Namensgeber einer Leguangattung in Lateinamerika. Der sogenannte “König der Schlangen” wurde im Mittelalter oft als Mischwesen aus Hahn (Oberkörper) und Schlange (Unterkörper) mit einer Krone auf dem Kopf dargestellt. Im Laufe der Zeit wurde seine Darstellung allerdings verändert, es wurden Vogelbeine und Flügel ergänzt und manchmal sogar ein Menschenkopf hinzugefügt.

Der Blick des Basilisken kann Lebewesen versteinern oder töten und auch sein Atem ist so giftig, dass er tödlich wirkt. Das schlangenartige Wesen mit versteinerndem Blick wurde auch in “Harry Potter und die Kammer des Schreckens” von J. K. Rowling aufgegriffen. Hier stellt der Basilisk eine übergroße, drachenähnliche Schlange dar und weist kaum noch Ähnlichkeit zu seiner ursprünglichen Darstellung auf.

Greif

Der Greif ist ein mythisches Mischwesen, das aus mehreren Tierkörpern besteht. In der Regel sind es Adler und Löwe: Der Körper entspricht dem eines Löwen, Kopf und Flügel denen eines Adlers. Doch es gibt auch abweichende Varianten mit einem Schlangenkopf, Vogelfüßen oder einem Skorpionschwanz. Die Eigenschaften des Greifs sind Stärke und Wachsamkeit.

Als Ursprung des Greif-Mythos vermuten Forscher Knochenfunde des Protoceratops (ähnelt dem Triceratops) in der Antike. Sein Körperbau und sein Schnabel bieten eine entsprechende Vorlage. In altorientalischen Kulturen ist er ein bekanntes Fabelwesen, das die Goldgruben beschützt und als Hüter oft künstlerisch dargestellt wird.

Hippogryph (Hippogreif)

Der Hippogryph (seit “Seidenschnabel” in den “Harry Potter”-Büchern auch “Hippogreif”) ist ein schnelles Reit- und Flugtier. Sein Kopf, seine Flügel und die Vorderbeine gleichen denen eines Adlers, sein Hinterleib dem eines Pferdes. Als Mischwesen aus Adler und Pferd unterscheidet der Hippogryph sich vom “Greif”, der meist ein Mischwesen aus Adler und Löwe ist.

Hippokamp

Ein Hippokamp (auch Hippokampos) besitzt den Vorderleib eines Pferdes und den Hinterleib eines Fisches. In der griechischen Mythologie wird er vor allem als Zug- oder Reittier von Meeresgöttern abgebildet. Manchmal hat der Hippokamp Flügel am vorderen Teil seines Körpers, der hintere Teil mit Schwanzflosse ist meist eingerollt und besitzt manchmal auch eine Rückenflosse.

Der Hippokamp ist außerdem Namensgeber der Seepferdchen, die im Lateinischen “Hippocampus” heißen und dem Fabelwesen in ihren Grundzügen sehr ähnlich sehen. Nach den Seepferdchen wurde wiederum ein Teil des Gehirns benannt, das ihm in seiner Form ähnelt.

Hydra

Die Hydra ist in der griechischen Mythologie ein schlangenähnliches Monster mit vielen Köpfen. Wer ihr einen Kopf abschlägt, bewirkt dass ihr an selber Stelle zwei Köpfe nachwachsen. Zudem ist der Kopf in der Mitte unsterblich. Der Name der Hydra leitet sich von der Wasserschlange ab. Der Kampf gegen die Hydra war eine der zwölf Aufgaben des Herakles (lateinisch: “Hercules”). Dieser Kampf wurde abgewandelt auch in Disney’s “Hercules” (1997) mit aufgenommen.

Kelpie

Ein Kelpie ist ein Wassergeist aus dem britischen Volksglauben, der sich vor allem in schottischen Mythen findet. Es bewohnt tiefe Flüsse des Hochlandes und ist nicht zu verwechseln mit “Each Uisge” (Wasserpferd), das im Unterschied zum Kelpie an Meeresküsten und in Lochs leben soll.

Das Kelpie hat meist eine große Pferdegestalt, die ähnlich zum Hippokamp manchmal einen Fischschwanz als Hinterleib besitzt. Wenn ein Wanderer seinen Fluss überqueren will, verspricht es, ihn hinüberzutragen. Doch sobald er auf seinem Rücken sitzt, zieht es ihn hinunter in die Tiefe und frisst ihn. Gelingt es einem Menschen einen Schleier über den Kopf des Kelpies zu werfen oder ihn zu zügeln, so muss er sein Diener sein.

Seine Darstellung ist meist mit starkem Körper und ursprünglich schwarzem Fell. In manchen Geschichten ist es auch weiß und erscheint als verirrtes, unschuldiges Pony. Man erkennt es an seiner triefenden Mähne oder dem blauen Schimmer auf seinem Fell. Seine Haut ist ähnlich wie die einer Robbe; weich und kalt. In manchen Erzählungen wird berichtet, dass das Kelpies sich auch in schöne Frauen verwandeln können, um Männer anzulocken.

Mantikor

Mantikore sind griechisch-persische Fabelwesen. Sie haben den Körper eines Löwen und den Schwanz eines Drachen oder eines Skorpions. Manchmal werden sie zudem mit Flügeln dargestellt. Der Mantikor gehört somit zu den sogenannten Chimären (Mischwesen). Sein Gesicht wirkt entstellt durch drei aufeinander folgende Zahnreihen (wie bei einem Hai). Seine Ohren sind menschenähnlich.

Der Mantikor kann Pfeile oder Stacheln abfeuern, die das Gift des Upasbaumes enthalten. In der Regel kommen diese Pfeile aus dem hinteren Drachen- oder Skorpionteil, in manchen Erzählungen kann der Mantikor sie aber auch aus seiner Löwenmähne schießen. Er tötet außerdem mit seinen Krallen, hat eine laute und eindrucksvolle Stimme und kann kräftige Sprünge machen. Er erreicht die Intelligenz eines Menschen und lebt den Erzählungen nach im indischen Dschungel, wo er sich unter anderem von Menschen ernährt.

Nessie (Ungeheuer von Loch Ness)

Das Ungeheuer von Loch Ness

Nessie ist ein tierisches Wesen, das im Loch Ness, einem See in Schottland, leben soll. Optisch wird sie meist als Plesiosaurier beschrieben mit einem länglichen Oberkörper, einem kleinen Kopf, paddelförmigen Flossen und bis zu 20 Metern Länge.

Die älteste Erwähnung eines Seeungeheuers im Fluss Ness ist aus dem Jahr 565 bekannt. Im 16. Jahrhundert findet ein Ungeheuer, das in Loch Ness lebt, gleich zwei Erwähnungen. Im 17. Jahrhundert wird von einer “schwimmenden Insel” und einem 3,50 Meter langen Stör in Loch Ness berichtet.

Im 19. Jahrhundert gab es weitere Sichtungen, doch populär wurde Nessie, “das Monster von Loch Ness”, erst als 1933 nach einer angeblichen Sichtung Zeitungen über sie berichteten. 1934 wurde ein Foto geschossen, das das Monster angeblich zeigt. Insgesamt wurden allerdings viele Sichtungen als Missverständnisse oder Fälschungen aufgedeckt. Unbestritten ist jedoch Nessies Bekanntheit als beliebter Touristenmagnet Schottlands.

Phönix

Der Phönix ist ein Vogel aus der ägyptischen Mythologie. Am Ende seines Lebens verbrennt oder stirbt er, um dann aus seiner Asche oder seinem verwesenden Körper wieder aufzuerstehen und einen neuen Lebenszyklus zu beginnen. Nach religiöser Vorstellung entwickelte sich die Idee, dass das göttliche Licht der Sonne den Lebenszyklus bestimmen könne. Somit ist der Phönix unter anderem zu einem Symbol der Wiedergeburt geworden.

Eine der heute bekanntesten Phönix-Darstellungen ist die in den “Harry Potter”-Büchern und Filmen. Doch auch in anderen medialen Darstellungen erfreut sich der Phönix als symbolträchtiger Hoffnungsträger und optisch wenig ausgefallenes Fabelwesen großer Beliebtheit.

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