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70 beliebte Redewendungen für jeden Anlass + Bedeutung und Herkunft

Redewendungen begleiten uns auf Schritt und Tritt. Sie gestalten unsere Alltagssprache vielfältiger und bunter. Wir haben eine Übersicht der beliebtesten Redewendungen für dich erstellt. So erfährst du nicht nur mehr über ihre Bedeutung und Herkunft, sondern kannst auch neue Ideen für deinen Wortschatz sammeln.


Wissenswertes über Redewendungen

Der wissenschaftliche Begriff für Redewendungen ist Phraseologismus oder Idiom. Redewendungen stehen aufgrund ihrer Gesamtbedeutung in fester Wortverbindung zueinander, sind aber dennoch nicht an eine feste Satzform gebunden. Diese Wortverbindung ist ein besonderer Fall der Kollokation. Kollokation ist ein linguistisches Phänomen und ein Überbegriff dafür, wenn Worte häufig zusammen mit bestimmten anderen Worten auftreten (z.B. ein Ziel erreichen/setzen/verfolgen). Im Fall der Redewendungen sind diese Worte festgelegt (z.B. einen Bären aufbinden).

Unterschied Redewendungen und Sprichwörter

Die Begriffe „Sprichwort“ und „Redewendung“ werden oft gleichbedeutend verwendet. Dabei unterscheiden sie sich maßgeblich im Sprachgebrauch. Redewendungen können nämlich deutlich flexibler genutzt werden als Sprichwörter. Sprichwörter sind auf ihre feste Satzform angewiesen und funktionieren nicht in Teilen oder in einer anderen Wortreihenfolge. Redewendungen können in der Regel unterschiedlich verwendet werden. Zum Beispiel:

  • Kannst du morgen für mich einkaufen gehen? – Das kannst du dir abschminken.
  • Dass ich sie nochmal abschreiben lasse, kann sie sich abschminken.
  • Er kann sich abschminken, dass ich ihm noch einmal verzeihe.

Zudem sind Sprichwörter oft eher Lebensweisheiten oder Pauschalisierungen. Redewendungen sind eher eine bestimmte Art, etwas mit bestimmten Worten auszudrücken, die sich mit der Zeit in ihrem Wortzusammenhang gefestigt haben. Dass die Begriffe oft synonym verwendet werden, liegt daran, dass die Grenzen manchmal verschwimmen und sich einige Redewendungen im Laufe der Zeit durch den Gebrauch in einer bestimmten Satzform zu Sprichwörtern entwickelt haben (z.B. „Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.“)

Redewendungen in anderen Sprachen

Redewendungen in anderen Sprachen

Wie Sprichwörter lassen sich auch Redewendungen in anderen Sprachen oft nicht wörtlich übersetzen. Ihre Bedeutung ist oft gleich oder ähnlich, doch die Wortwahl unterscheidet sich enorm. So bedeutet der Satzteil „der Zug ist abgefahren“ im Englischen „miss the boat“, also wörtlich übersetzt „das Schiff verpassen“. Diese Redewendung hat die Bedeutung, dass eine Möglichkeit nicht ergriffen wurde, die nicht mehr wiederkommt.

Ein Beispiel für eine wörtliche Übereinstimmung ist die englische Redewendung: „the best of both worlds“, also „das Beste aus zwei Welten“. Dadurch, dass diese Übereinstimmungen aber so selten sind, ist es beim Fremdsprachenlernen besonders schwierig, sich die Redewendungen zu merken. Es ist komplizierter als beim klassischen Vokabeln lernen. Zum Beispiel könnte man das deutsche „Schluss für heute“ nicht wörtlich ins Englische mit „end for today“ übersetzen. Die korrekte Übersetzung der Redewendung „call it a day“ muss auswendig gelernt werden.

70 Redewendungen, ihre Bedeutung und Herkunft

70 Redewendungen, ihre Bedeutung und Herkunft

Hier haben wir die bekanntesten und beliebtesten Redewendungen für dich zusammengestellt. Dazu findest du in jedem Punkt eine kleine Bedeutungsübersicht. Bei den meisten Redewendungen haben wir zusätzlich ein paar Informationen zu ihrer Herkunft hinzugefügt. So kannst du mehr über deinen alltäglichen Sprachgebrauch lernen und deine Mitmenschen, die oft und gerne Redewendungen benutzen, besser verstehen. Vielleicht findest du sogar einige neue Redewendungen, die du in dein Repertoire mit aufnehmen und etwas frischen Wind in deinen Sprachgebrauch bringen kannst.

Tipp: Wenn du eine bestimmte Redewendung suchst, halte einfach die Strg-Taste und die F-Taste gleichzeitig gedrückt. Es öffnet sich ein kleines Suchfeld, in das du dann einzelne Worte oder Teile der Redewendung eingeben kannst. Mit dieser Suchfunktion sparst du viel Zeit.
  1. Sich etwas abschminken
    Bedeutung: Eine Tätigkeit wird unterlassen. Oft als Antwort nach einer Aufforderung: „Das kannst du dir abschminken.“
  2. Sich vom Acker machen
    Bedeutung: Sich davonstehlen.
    Herkunft: Im Soldatenjargon wurde das Übungsgelände auch Acker genannt. Wer sich vom Acker machte, der drückte sich.
  3. Etwas durch die Blume sagen
    Bedeutung: Etwas nur andeutungsweise, indirekt oder kryptisch ausdrücken.
    Herkunft: Im Barock war es unschicklich, sich offen der Dame seines Herzens zu nähern. Zu diesem Zweck gab es Sofas mit zwei Sitzflächen (Rücken an Rücken). Wenn man sich nun ungestört ohne Körperkontakt unterhalten wollte, tat man dies tuschelnd hinter dem Fächer. So konnte keine Anstandsdame etwas aussetzen. Auf der Rückenlehne standen oft Blumengestecke, daher sprachen die Tuschelnden „durch die Blume“.
  4. 08/15 (Gesprochen: Null-acht-fünfzehn)
    Bedeutung: Mittelmäßig, einfach, standardisiert, gewöhnlich.
  5. Jemanden mit etwas abspeisen
    Bedeutung: Jemandem eine unbefriedigende Antwort geben.
    Herkunft: Ein Brautwerber wird mit einer minderwertigen Mahlzeit darauf hingewiesen, dass sein Wunsch nach der Braut abgelehnt wird.
  6. Das A und O (Alpha und Omega)
    Bedeutung: das Wesentliche, das Wichtigste, das bleibend Gültige.
  7. Dort steppt/tanzt der Bär
    Bedeutung: Dort ist etwas los, dort sind viele Menschen, dort passiert etwas.
  8. Auf Achse sein
    Bedeutung: Unterwegs sein, nicht da sein. Zum Beispiel: „Sie ist ständig auf Achse.“
    Herkunft: Achse eines rollenden Fahrzeugs.
  9. Etwas abklappern
    Bedeutung: Alles absuchen.
    Herkunft: Bei der Treibjagd wurde das Wild mit Holzklappern aus dem Unterholz gejagt.
  10. Den Affen für jemanden spielen/Sich zum Affen machen
    Bedeutung: Einer anderen Person gehorchen oder sich für diese lächerlich machen.
    Herkunft: Auf Jahrmärkten traten früher Gaukler mit Tieren, unter anderem Affen, auf. Sie führten Kunststücke vor und wurden teilweise schikanös dressiert.
  11. Da fress ich einen Besen.
    Bedeutung: Etwas absurd finden oder für äußerst unwahrscheinlich halten. Zum Beispiel: „Wenn er wirklich im Lotto gewinnen sollte, fress ich einen Besen.“
  12. Den Faden verlieren
    Bedeutung: In einer Erzählung oder während eines Verständnisprozesses nicht mehr weiter wissen.
    Herkunft: Vermutlich entspringt diese Redensart der griechischen Mythologie. Mit Hilfe des Fadens, den ihm Ariadne mitgab, fand Theseus wieder aus dem Labyrinth des Daidalos, in dem er gerade den Minotaurus zur Strecke gebracht hatte. Hätte Theseus den Faden verloren, hätte er nicht weiter gewusst.
  13. Sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen
    Bedeutung: Rücksichtslos sein, unklug, ungehalten oder taktlos auftreten.
  14. Alles in Butter
    Bedeutung: Alles in Ordnung.
    Herkunft: Wertvolle Güter, wie zum Beispiel Porzellan, wurden früher in Kisten mit flüssiger Butter eingegossen. Nach dem Erstarren der Butter waren diese beim Transport vor dem Zerbrechen geschützt.
  15. Jemandem einen Denkzettel verpassen
    Bedeutung: Jemandem eine Lektion erteilen.
  16. Dem Affen Zucker geben
    Bedeutung: Im Rausch ausgelassen lustig sein.
    Herkunft: In Theodor Fontanes Werken kommt die Redewendung mehrfach vor.
  17. Etwas abkupfern
    Bedeutung: nachahmen, kopieren, plagiieren.
    Herkunft: Der Kupferstich war in der frühen Neuzeit eine Technik zur Vervielfältigung von Bildern.
  18. Jemandem einen Bären aufbinden
    Bedeutung: Eine Person anlügen oder ihr etwas vormachen.
    Herkunft: Vom altdeutschen Wort „bar“, das wie „Last“ oder „Abgabe“ bedeutete.
  19. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
    Bedeutung: Sich verzetteln, sich vom Wesentlichen durch viele Nebensächlichkeiten ablenken lassen.
  20. Nah am Wasser gebaut sein
    Bedeutung: Sensibel oder gefühlsbetont sein, schnell weinen müssen.
  21. Jetzt haben wir die Bescherung.
    Bedeutung: Meist ein negativer Kommentar zu einer unangenehmen Überraschung. Vergleichbar mit „Jetzt haben wir den Salat.“
    Herkunft: Mit der Bescherung sind die unter dem Christbaum liegenden Geschenke gemeint. Mit dieser Redewendung wird also eine ursprünglich positive Überraschung (Geschenke) sarkastisch für eine negative Überraschung verwendet.
  22. Etwas hinter die Binde kippen
    Bedeutung: Alkohol trinken.
  23. Äpfel mit Birnen vergleichen
    Bedeutung: Unvergleichbares miteinander vergleichen.
  24. Sein Fett weg bekommen
    Bedeutung: Seine gerechte Strafe erhalten.
    Herkunft: Ursprünglich bekam jeder Helfer bei einer Schlachtung als Belohnung (s)ein Stück Fett ab.
  25. Ins Fettnäpfchen treten
    Bedeutung: Sich blamieren, aus Versehen etwas Peinliches tun.
    Herkunft: In Bauernstuben stand früher zwischen Tür und Ofen ein Fettnapf, mit dem nasse Stiefel wieder eingefettet wurden. Man sollte nicht aus Versehen hineintreten.
  26. In den sauren Apfel beißen
    Bedeutung: Etwas Unangenehmes notgedrungen tun.
  27. Etwas für einen Apfel und ein Ei (ver)kaufen
    Bedeutung: Etwas sehr günstig erwerben oder verkaufen.
    Herkunft: Äpfel und Eier kosten relativ wenig.
  28. Ich denke, mich laust der Affe.
    Bedeutung: Ausdruck hochgradiger unangenehmer Überraschung.
    Herkunft: Im 19. Jahrhundert ging die Redewendung von Berlin aus und lautete: „Ik denke, der Affe laust mir“.
  29. Ein Auge auf jemanden/etwas werfen
    Bedeutung: Gefallen an jemandem oder etwas finden.
    Herkunft: Diese Redewendung stammt aus einem Anhang zum biblischen Buch Daniel: „Und als die beiden Ältesten sie täglich darin umhergehen sahen, entbrannten sie in Begierde nach ihr und wurden darüber zu Narren und warfen die Augen so sehr auf sie, dass sie nicht mehr zum Himmel aufsehen konnten und nicht mehr an gerechte Urteile dachten.“
  30. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Bedeutung: Darauf kannst du dich verlassen.
    Herkunft: Mit „Amen“ (übersetzt aus dem Hebräischen: so soll es sein) enden liturgische Gebete. Dieses Wort kommt also mit Sicherheit in jedem Gottesdienst vor.
  31. Einen Fehler ausmerzen
    Bedeutung: Etwas gut machen, ausbügeln.
    Herkunft: Im Monat März wurden früher Schafe aussortiert, die zur weiteren Zucht nicht taugten.
  32. Jemanden ausstechen
    Bedeutung: Jemanden übertreffen oder verdrängen.
    Herkunft: Bei den Ritterturnieren hat gewonnen, wer beim Lanzenstechen mit der Lanze den Gegner vom Pferd bzw. vom Sattel gestochen hat.
  33. Süßholz raspeln
    Bedeutung: Auf offensichtliche Art schmeicheln.
    Herkunft: Süßholz ist eine Staude, deren Wurzel Zuckersaft enthält. Das Süßholz symbolisiert die süßen Worte.
  34. Sich wie ein Backfisch benehmen
    Bedeutung: Albern oder noch unreif sein.
  35. Drei Affen
    Bedeutung: Versinnbildlichung, nichts (Böses) sehen, hören oder sagen.
  36. Das ist ein Armutszeugnis.
    Bedeutung: Unfähigkeit, unangemessenes Verhalten.
  37. Sich etwas aus dem Ärmel schütteln
    Bedeutung: Etwas erfinden, sich schnell etwas ausdenken, um sich aus einer schwierigen Situation zu befreien.
    Herkunft: Nach einem möglichen Betrug beim Kartenspiel. Bei einem schlechten Blatt bediente man sich an im Ärmel versteckten guten Karten. Eine ältere Deutung besagt sogar, dass früher, als die Gewänder noch weite Ärmel hatten, darin nicht nur die Hände gewärmt, sondern auch kleinere Gegenstände darin verstaut werden konnten, welche man dann wieder aus dem Ärmel schüttelte.
  38. Tomaten auf den Augen haben
    Bedeutung: Etwas nicht sehen/erkennen.
  39. Eine treulose Tomate sein
    Bedeutung: Unzuverlässig sein, Verabredungen oder Versprechungen nicht einhalten.
  40. Man sollte etwas/jemanden mit Argusaugen bewachen.
    Bedeutung: Man sollte etwas/jemanden gut beobachten.
    Herkunft: Argos wurde in der griechischen Mythologie von Hera beauftragt, Io zu überwachen, damit es nicht zu einem Schäferstündchen mit ihrem Gatten Zeus kommt. Einige seiner 100 Augen blieben immer wach, während die anderen schliefen.
  41. Mit dem Arsch auf Grundeis gehen
    Bedeutung: In einer unangenehmen Situation sein.
  42. Nur Bahnhof verstehen
    Bedeutung: Nichts verstehen oder verstehen wollen.
    Herkunft: Erster Weltkrieg. Die vom jahrelangen Krieg ermüdeten Soldaten wollten nur noch das Wort „Bahnhof“ hören, das für sie gleichbedeutend mit einer Heimfahrt war.
  43. Trick 17
    Bedeutung: Eine sofort wirkende Lösungsmöglichkeit für ein ungewöhnliches Problem.
    Herkunft: Abgeleitet von einem englischen Kartenspiel, bei dem 17 die höchste Punktzahl war.
  44. Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben
    Bedeutung: Von nichts eine Ahnung haben.
    Herkunft: Die Redewendung hat ihren Ursprung von der im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Dort galt die Tätigkeit des Nachtwächters, dessen Arbeit – zu voller Stunde in ein Horn zu blasen – als anspruchslos und war schlecht bezahlt.
  45. Über den Berg sein
    Bedeutung: Die schlimmste Phase von etwas (z.B. einer Krankheit oder Verletzung) überwunden haben.
    Herkunft: Vom Prinzip abgeleitet, dass das Besteigen eines Hügels bis zum Erreichen des Gipfels schwieriger ist als der Abstieg.
  46. Kämpfen wie ein Berserker
    Bedeutung: Sich ungestüm oder unvernünftig verhalten.
    Herkunft: Aus den nordischen Sagen abgeleitet, in denen die „Bärenhäuter“ ohne Schild und Vernunft drauf los schlugen.
  47. Am Ball bleiben
    Bedeutung: An einer Sache dranbleiben.
  48. Dann ist Zapfenstreich!
    Bedeutung: Dann ist Nachtruhe/Ende der Veranstaltung.
    Herkunft: Aus der Militärsprache, wo zu einer bestimmten Uhrzeit der Ausschank an die Soldaten eingestellt werden musste – das Zapfen war somit ab diesem Zeitpunkt gestrichen.
  49. Den Ball flach halten
    Bedeutung: Sich zurückhalten, kein Risiko eingehen, keine Aufmerksamkeit erregen.
  50. Auf keinen grünen Zweig kommen
    Bedeutung: Nichts erreicht haben/keinen Erfolg haben. Oder auch: Sich mit jemandem nicht einig werden können (Ähnlich zu: „Nicht auf einen Nenner kommen“).
    Herkunft: Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Jemand, der Grund erworben hatte, bekam dazu einen, in einen Klumpen Erde des Grundstückes gepflanzten, grünen Zweig. Im Umkehrschluss ist also jemand, dem es nicht gelungen war, einen grünen Zweig zu bekommen, jemand, dem es nicht gelungen war, eigenen Grund und Boden zu besitzen.
  51. Jemandem auf die Sprünge helfen
    Bedeutung: Jemandem Hinweise geben, die ihm beim Verständnis helfen.
  52. Einen Zahn zulegen
    Bedeutung: Schneller fahren oder schneller werden.
    Herkunft: Manche führen die Redensart auf die Funktionsweise mechanischer Getriebe in der Frühzeit des Automobils zurück. Andere sehen den Ursprung in den Haushalten des Mittelalters, wo große Kochkessel über offenen Feuerstellen in eine Zahnstange eingehängt waren. Um die Temperatur im Topf zu erhöhen, wurde dieser einen Zahn tiefer gehängt – es wurde „ein Zahn zugelegt“.
  53. Mit harten Bandagen kämpfen
    Bedeutung: Unerbittlich und hart kämpfen.
    Herkunft: Vor der Zeit der Boxhandschuhe kämpften die Boxer mit Bandagen, die um die Fäuste gewickelt waren. Dabei galten sie nicht hauptsächlich dem Schutz der Hände. Je fester sie gewickelt waren, umso härter war der Fausthieb.
  54. Etwas wurde auf die lange Bank geschoben
    Bedeutung: Eine Erledigung wurde stark verzögert.
  55. Kein Blatt vor den Mund nehmen
    Bedeutung: Eine Meinung deutlich vertreten und direkt sagen, was man denkt ohne es zu beschönigen.
    Herkunft: Theatersprache. In der Antike zu den Zeiten vor der Theatermaske verbarg ein Feigenblatt das Gesicht des Schauspielers, so dass er für seine gespielten Worte nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte.
  56. Blaumachen
    Bedeutung: Schwänzen, ohne triftigen Grund nicht zur Arbeit oder zur Schule erscheinen.
    Herkunft: Wahrscheinlich abgeleitet vom Blauen Montag. Dieser bezeichnete früher die arbeitsfreien Montage der Handwerker.
  57. Das sind böhmische Dörfer für mich
    Bedeutung: Etwas ist mir unbekannt oder unverständlich.
    Herkunft: Als Böhmen noch zur Donaumonarchie gehörte, verstanden viele Landeskinder das dort gesprochene Tschechisch bzw. die tschechischen Ortsnamen nicht.
  58. Das kommt mir spanisch vor.
    Bedeutung: Etwas ist seltsam, unvertraut oder erregt Misstrauen.
    Herkunft: Manche unter Kaiser Karl V. aus Spanien nach Deutschland eingeführte Sitten sorgten für Aufsehen und Verwirrung.
  59. Sich auf die Socken machen
    Bedeutung: Schnell oder eilig verschwinden.
    Herkunft: Man hat keine Zeit mehr, sich in Ruhe die Schuhe anzuziehen.
  60. Dumm wie Bohnenstroh sein
    Bedeutung: Sehr unintelligent sein.
    Herkunft: Bezieht sich auf billiges Bohnenstroh zur Einrichtung der Bettstätten der armen Bevölkerung im Mittelalter.
  61. Den Braten riechen
    Bedeutung: Rechtzeitig stutzig oder aufmerksam werden. Etwas Schlechtes vorhersehen.
    Herkunft: Die Redewendung geht zurück auf eine Fabel, in der ein Bauer ein Tier zum Essen einlädt. Das Tier macht an der Türschwelle kehrt, weil es aus der Küche den Duft eines gebratenen Artgenossen riecht.
  62. In jemanden verschossen sein
    Bedeutung: In jemanden verliebt/verknallt sein.
    Herkunft: In der Studentensprache wurde damit auf die Pfeile des Liebesgottes Amor angespielt.
  63. Verstrahlt sein
    Bedeutung: Durcheinander, unorganisiert und weltfremd, neben der Spur oder spleenig sein
  64. Da herrscht Vetternwirtschaft!
    Bedeutung: Eine seit Urzeiten beklagte Untugend, Verwandte und Freunde zu bevorzugen.
  65. Mit allen Wassern gewaschen sein
    Bedeutung: Schlau, unerschrocken oder durchtrieben sein.
    Herkunft: Wahrscheinlich aus der Seemannssprache. Einer, der schon auf allen Weltmeeren gekreuzt hat, verfügte über sehr viel Mut, Kaltblütigkeit und Erfahrung.
  66. Etwas auf Vordermann bringen
    Bedeutung: Etwas verbessern, in Ordnung bringen.
    Herkunft: Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Militär, wo man sich beim Antreten und Ausrichten in Reih und Glied nach dem Vordermann richten muss. Wenn die Reihe also schief war, wurde sie „auf Vordermann gebracht“.
  67. Den Spieß umdrehen
    Bedeutung: Rollen tauschen.
    Herkunft: Wer seinem Gegner den todbringenden Spieß entreißen konnte, gelangte aus der Rolle des Angegriffenen in die des Angreifers.
  68. Spießrutenlauf(en)
    Bedeutung: Kritischen oder höhnischen Reaktionen anderer Menschen ausgesetzt sein.
    Herkunft: Noch bis zum Zweiten Weltkrieg wurden Vergehen gegen die Kameradschaft durch einen Lauf durch zwei Reihen von Soldaten bestraft. Die Soldaten schlugen dabei mit spitzen Ruten auf denjenigen ein, der das Vergehen beging.
  69. Es gilt, die Spreu vom Weizen zu trennen
    Bedeutung: Wichtiges von Unwichtigem trennen oder unterscheiden.
    Herkunft: Mit einem Gebläse wurde die wesentlich leichtere Spreu weiter weg geblasen als das von ihm zuvor umgebene Korn.
  70. Jemandem nicht das Wasser reichen können
    Bedeutung: Ihm weit unterlegen sein.
    Herkunft: Diese Redewendung gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Im Mittelalter, als noch mit den Fingern gegessen wurde, reichten Diener nach dem Essen tief verneigt den Gästen Wasser zum Händewaschen. Wer nicht einmal diese erniedrigende Aufgabe übernehmen durfte, war allen bezüglich des Gesellschaftsstandes weit unterlegen.
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