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Gruselgeschichten: 25 unheimliche Horrorgeschichten für jedes Alter

Gruselgeschichten kommen nicht nur bei Kindern und Jugendlichen gut an. Auch viele Erwachsene lieben es, Horrorgeschichten zu lesen, die für Gänsehaut sorgen. Wir haben 25 kurze und lange Gruselgeschichten für jedes Alter und zusätzlich etwas 3-Zeilen-Horror, der sich zwar schnell liest, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Im Folgenden findest du Wissenswertes über Gruselgeschichten; zu welchem Genre sie gehören, warum wir sie unheimlich finden und wie du sie richtig erzählen kannst. Außerdem haben wir kürzere und längere Horrorgeschichten und Gruselmärchen der Brüder Grimm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Gruselgeschichten: Genre Horrorliteratur

Gruselgeschichten: Genre Horrorliteratur

Gruselgeschichten gehören zum Genre Horrorliteratur. Das Wort “Horror” kommt vom Lateinischen “horrere”, was so viel wie “die Haare hochstehen lassen”, “zittern” oder “(sich) schütteln” bedeutet. Ziel der Geschichte ist es also, den Leser zum Schaudern zu bringen und ihm Angst einzuflößen.

Die Themen sind deshalb häufig makaber oder übernatürlich. Es werden Morde und Selbstmorde geschildert, von ‘Verrückten’, Gespenstern, Vampiren, Werwölfen und Doppelgängern berichtet und teilweise auch dämonische Besessenheit, Hexerei und Voodoo thematisiert.

Durch Horrorgeschichten konfrontiert sich der Mensch mit einer dunklen Seite, die im Alltag meist im Verborgenen bleibt. Er beschäftigt sich bewusst mit seinen Ängsten vor Tod und Trauer, Ungewissheit und Kontrollverlust, vor Gewalt und dem Bösen. Er versucht diese Seite in sich zu erforschen und bewegt sich dabei gern im sicheren Rahmen der Literatur.

Das Unheimliche an Gruselgeschichten

Warum finden wir Gruselgeschichten unheimlich? Schon Sigmund Freud beschäftigte sich mit dieser Frage in seinem Essay über das Unheimliche in der Literatur. Er kam zu dem Schluss, dass erzählte Phänomene gleich doppelt unheimlich auf uns wirken können, wenn sie zwei Bedingungen erfüllen. Zum einen, wenn sie uns nicht “heimlich”, also nicht “heimatlich” erscheinen: Sie sind uns fremd, bieten keinen Schutz und lassen Böses ahnen. Zum anderen, wenn sie uns “geheim” erscheinen und den Eindruck hinterlassen, dass sie eigentlich nicht hätten gesehen werden sollen.

Das können entweder die tiefsten seelischen Abgründe eines Menschen sein oder paranormale Aktivitäten, die lieber im Verborgenen geblieben wären. Was wir als unheimlich empfinden und was nicht, sei laut Freud unter anderem auch in der Kindheit verankert und hänge davon ab, ob ein Mensch abergläubisch ist oder nicht. Sicher ist allerdings, dass wenn wir etwas unheimlich finden, die physischen Reaktionen wie Angst oder Gänsehaut rein psychische Konstrukte sind und mit einer konkreten Bedrohung nichts zu tun haben müssen. Hier findest du Tipps, wie du deine Ängste überwinden kannst.

Gruselgeschichten richtig erzählen

Gruselgeschichten richtig erzählen

Beim Erzählen einer Gruselgeschichte ist die Betonung das A und O. Wer eine Gruselgeschichte gelangweilt vorliest oder falsch betont, kann die Spannung schnell zunichtemachen und der eigentliche Zweck ist verfehlt. Am besten wird eine düstere und angespannte Stimmung erzeugt, indem du für Stille und Dunkelheit sorgst. Die Stimme sollte sicher und tief klingen, damit die Geschichte sich authentisch anhört.

Wenn du zu Halloween oder an einem Kindergeburtstag eine Gruselgeschichte vorliest, kann eine Nachtwanderung die Stimmung untermauern. Eine andere Möglichkeit ist, dass alle sich unter einer Decke versammeln und es nur eine Lichtquelle beim Erzähler gibt, der durch die Strahlung unter seinem Gesicht gruselig erscheint. Onomatopoesie (Lautmalerei) wie ein plötzliches “Bumm” oder das Nachahmen einer knarrenden Tür kann für zusätzliche Schreckmomente und Spannung sorgen.

3-Zeilen-Horror: 10 kurze Horrorgeschichten

Die folgenden Gruselgeschichten sind sehr kurz. Sie bestehen maximal aus drei Zeilen und umfassen nie mehr als zwei Sätze. Doch sie hinterlassen dabei nicht weniger Schrecken als eine längere Gruselgeschichte. Sie eignen sich zum Beispiel, um sie nachts bei WhatsApp als gruselige Nachricht oder Voicemail an einen Freund zu verschicken. In Kombination mit einem gruseligen Foto sorgst du vielleicht für einen noch größeren Schrecken.

Ein Beispiel: Schicke diesen Text “Auf meinem Smartphone habe ich ein Foto von mir entdeckt, auf dem ich friedlich schlafe. Ich lebe allein.” in Kombination mit einem Foto von dir, auf dem du friedlich schläfst.

Die Pointe dieser Geschichten eröffnet sich zum Schluss und ist nicht immer auf Anhieb verständlich. Manchmal muss man kurz darüber nachdenken oder die Zeilen zweimal lesen, um sich zu vergewissern. Aus diesem Grund sind die 3-Zeilen-Geschichten auch eher etwas für Jugendliche und Erwachsene als für Kinder.

1) Ich bring ihn ins Bett, decke ihn zu, und er bittet mich: „Papa, schau doch mal unter dem Bett nach, ob da Monster sind“. Zu seiner Beruhigung tu ich es – und unter dem Bett liegt er, ein anderer er, zitternd und mit flehendem Blick: „Papa, da ist jemand auf meinem Bett!“

2) Auf meinem Smartphone habe ich ein Foto von mir entdeckt, auf dem ich friedlich schlafe. Ich lebe allein.

3) Ich erwachte vom lauten Klopfen auf hartem Glas. Zuerst dachte ich, es sei jemand am Fenster – bis ich merkte, dass es vom Spiegel kam.

4) Ein Mädchen hörte seine Mutter unten nach ihr rufen und ging zur Treppe. Doch bevor sie den Fuß auf die erste Stufe setzen konnte, packte die Mutter sie am Arm und zog sie ins Schlafzimmer: „Ich hab’ das auch gehört.“

5) Das Babyphon weckte mich, als es rauschend eine tröstende Stimme übertrug, die unser Erstgeborenes in den Schlaf sang. Ich drehte mich müde um und mein Arm strich dabei über den Rücken meiner Frau, die ruhig neben mir schlief.

6) Ich bin mit Katzen und Hunden aufgewachsen, da ist man das kratzende Geräusch an der Zimmertür gewohnt. Seit ich alleine lebe, finde ich es allerdings höchst beunruhigend.

7) Ich war überzeugt gewesen, dass meine Katze einen Sehfehler hat – sie starrte mich immerzu an. Eines Tages wurde mir klar, dass sie in Wirklichkeit etwas direkt hinter mir ansah.

8) Nichts ist schöner als das Lachen eines Kindes – es sei denn, es ist 1 Uhr morgens und man lebt allein.

9) In all meinen Jahren in diesem Haus, das kann ich schwören, habe ich mehr Türen geschlossen als geöffnet.

10) Meine Tochter schreit und weint die ganze Nacht. Ich besuche ihr Grab und bitte Sie, damit aufzuhören – erfolglos.

5 bekannte Gruselgeschichten für Kinder und Jugendliche

Gruselgeschichten für Kinder und Jugendliche

Die folgenden Geschichten sind für etwas ältere Kinder und Jugendliche geeignet. Sie eignen sich, um sie nachts vor dem Schlafengehen zu erzählen oder auch um in gruselige Halloween-Stimmung zu kommen. Teilweise gibt es diese Geschichten schon mehrere Jahrzehnte und sie werden in unterschiedlichen Fassungen immer wieder erzählt. Ähnlich wie bei Märchen lässt sich ihr wahrer Ursprung nicht festlegen, da sie in die Kategorie der Volkssagen fallen.

Die schwarze Rose

Es war einmal eine Frau mit drei kranken Töchtern. Die Älteste hatte nur noch eine Woche zu Leben, die Zweitälteste zwei Wochen und die Jüngste drei. Nach sechs Tagen bat die älteste Tochter die Mutter, eine rote Rose an ihr Bett zu stellen, an der sie sich vor ihrem Tod erfreuen konnte.

Die Mutter lief zum einzigen Blumenladen in der Nähe und bat um eine rote Rose. Die Verkäuferin sagte, dass sie nur noch schwarze Rosen hätten und in ihrer Verzweiflung kaufte die Mutter die schwarze Rose und stellte sie ans Bett der Tochter. Die Tochter sah die Rose und sagte “Ich wollte doch eine rote Rose. Ich spüre, diese Rose wird Unglück über mich bringen.”

Am nächsten Morgen fand die Mutter ihre Tochter tot im Bett vor. Sie sagte den anderen beiden Schwestern nichts von ihrem Tod, um ihnen ihre letzten Tage auf Erden nicht noch beschwerlicher zu machen. Als eine Woche vergangen war, verlangte auch die zweite Tochter nach einer roten Rose, doch wieder gab es nur schwarze im Blumenladen. Auch diese Tochter spürte, dass mit der Rose etwas nicht stimmte. Wie ihre Schwester fand die Mutter auch sie tot im Bett vor.

Die Mutter fürchtete sich vor der kommenden Woche und jeder Tag wurde zur Qual. Mit den schwarzen Rosen konnte etwas nicht stimmen. Als wieder sechs Tage vergangen waren, bat nun die jüngste Tochter um eine rote Rose und wieder gab es nur schwarze. Auch dieses Mädchen sagte, sie spüre nichts Gutes, wenn sie die Rose anschaue. Daraufhin blieb die Mutter diese Nacht am Bett des Mädchens sitzen und bewachte sie mit einem Küchenmesser in der Hand.

Als sie den Glockenschlag um Mitternacht hörte, sah sie, wie eine schwarze Hand aus der Rose kam und sich um den Hals ihrer Tochter legte. Erschrocken nahm die Mutter das Küchenmesser und hackte sie ab. Daraufhin zog sich der Arm zurück in die Rose, die abgehackte Hand löste sich in Rauch auf. Zu ihrer Freude lebte das Mädchen am nächsten Morgen noch.

Außer sich vor Wut und Trauer um ihre anderen beiden Töchter begab sich die Mutter zum Blumenladen, um die Verkäuferin zur Rede zu stellen. Als sie gerade in den Laden stürmte, bemerkte sie, dass die Verkäuferin einen Verband um den Arm trug und eine ihrer Hände fehlte. Es lief ihr ein eiskalter Schauder den Rücken herunter, sie rannte heraus und hat den Blumenladen nie wieder betreten.

Der Geisteskranke im Wald

Ein älteres Ehepaar wollte seine Tochter besuchen. Auf dem Weg zu ihr fuhren sie über eine Landstraße durch einen dichten Wald. Plötzlich blieb das Auto stehen und die beiden stellten fest, dass ihnen das Benzin ausgegangen war. Der Mann machte sich mit einem Kanister auf den Weg, um eine Tankstelle zu suchen. Die Frau blieb allein zurück, weil sie nicht mehr so weit laufen konnte.

Nach ein paar Minuten begann sie sich zu langweilen und schaltete das Radio ein. Sie hörte eine Eilmeldung, die davon berichtete, dass ein entflohener Geisteskranker in der Gegend sein Unwesen trieb und ihn bisher niemand aufhalten konnte. Als die Frau das hörte, bekam sie Angst und verschloss die Autotüren.

Plötzlich hörte sie laute, aber dumpfe Schläge auf dem Autodach “Bumm, Bumm, Bumm, Bumm!” Sie schaltete alle Lichter aus und machte sich so klein wie möglich. Die Angst um ihren Mann stieg ins Unermessliche. Abrupt hörte das Schlagen auf und sie hörte nur noch Stille. Aus Angst blieb sie bis zum nächsten Morgen im Wagen.

Ein Polizeiwagen hielt neben dem Auto an und ein Polizist bat die Frau auszusteigen, sich aber nicht umzudrehen. Die Frau konnte sich nicht zusammenreißen und musste einfach wissen, was da hinter ihr war. Als sie sich umdrehte, erblickte sie auf dem Autodach den Kopf ihres Mannes.

Die Puppe, die zwei zeigte…

Eine Mutter und ihre Tochter gingen wöchentlich zusammen in den Supermarkt. Nebenan war ein Gebrauchtwarenladen, der in seinem Schaufenster einige Puppen ausgestellt hatte. Die Tochter hatte eine besonders heruntergekommene Puppe ausgewählt, die sie unbedingt haben wollte, weil sie etwas Besonderes sei. Die Mutter fand sie genau aus dem Grund gruselig, denn die Puppe hatte ihre Hand auf der Brust und zeigte “zwei” mit ihren Fingern.

Sie beugte sich schließlich dem Willen ihrer bettelnden Tochter, zumal die Puppe auch günstiger als alle anderen verkauft wurde. Die beiden wollten geradewegs nach Hause als der Händler die Mutter fest an der Schulter packte und sagte: “Lassen Sie das Mädchen niemals mit der Puppe allein, hören Sie, niemals! Man sagt die Puppe sei verflucht. Sie wurde schon oft wieder hergebracht.” Die Mutter hielt den alten Mann für verwirrt und dachte sich nichts Weiteres dabei.

Jahre vergingen, das Mädchen wurde älter und ging zur Schule. Eines Tages kam sie früher als die Mutter nach Hause und ihr fiel plötzlich ihre alte Puppe wieder ein, mit der sie so gern gespielt hatte. Sie suchte sie überall und fand sie schließlich auf dem Dachboden. Als die Mutter nach Hause kam, rief sie ihre Tochter und sah ihre Schultasche unter der Dachbodentür liegen. Sie rief weiter und stieg die Treppen zum Dachboden hinauf.

Als sie den Kopf durch die Öffnung steckte, sah sie direkt vor sich die blutverschmierte Puppe, die sie lächelnd anstarrte und nun “drei” mit ihren Fingern zeigte. Die Mutter schrie vor Angst und wollte Hilfe holen, doch die Puppe regte sich plötzlich, richtete sich auf und gab ihr einen Stoß, sodass sie die Dachbodentreppe herunterfiel. Sie machte keinen Mucks mehr und die Puppe zeigte “vier”.

Der Clown

Vor etwa zwei Jahren wollte Familie Keller ins Theater gehen. Herr und Frau Keller hatten den Termin lange Zeit vergessen und sie mussten sich sehr kurzfristig eine Babysitterin suchen. Leicht skeptisch, das Kind mit einer Fremden zuhause zu lassen, beschlossen sie schließlich doch, dem Mädchen zu vertrauen.

Frau Keller gab ihr Anweisungen: “Um neun soll das Kind ins Bettchen. Lesen Sie ihm bitte noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor, dann kann es besser schlafen. Und lassen sie alles im Haus so wie es ist. Es mag keine Veränderungen.” Die Babysitterin war einverstanden und Familie Keller fuhr los ins Theater. Sie las dem Kind wie vereinbart etwas vor und brachte es pünktlich ins Bett. Doch es schien einfach nicht schlafen zu wollen.

Um halb zehn klingelte Frau Kellers Handy. Sie verließ wütend die Vorstellung und fragte in energischem Ton: “Was ist denn? Das Kind sollte doch schon längst im Bett sein.” Die Babysitterin war eingeschüchtert, aber fragte dennoch, weshalb sie angerufen hatte: “Bitte entschuldigen Sie die Störung, aber dürfte ich vielleicht die Clownsfigur hinter der Tür abdecken oder heraustragen? Das Kind schaut immer wieder dort hin und weint und brüllt.”

Frau Keller stockte der Atem, sie wurde bleich und sprach flüsternd: “Nehmen Sie das Kind. Steigen Sie so schnell es geht in Ihr Auto und fahren Sie zur Polizei.” … Familie Keller besaß keine Clownsfigur.

Der Mann mit dem blutigen Daumen

Samstagabend war Sally allein zuhause als plötzlich das Telefon klingelte: “Hier ist der Mann mit dem blutigen Daumen. Ich bin noch 10 Meter von deinem Haus entfernt …” Sally erschrak und legte schnell auf. Da klingelte das Telefon erneut: “Hier ist der Mann mit dem blutigen Daumen. Ich bin noch 5 Meter von deinem Haus entfernt…” Sally legte wieder schnell auf.

Das Telefon klingelte noch einmal: “Hier ist der Mann mit dem blutigen Daumen. Ich stehe jetzt vor deiner Haustür.” Es klingelte. Sally machte aus Angst, dass der Mann sonst einbrechen würde, die Tür einen Spalt auf und wollte wissen, was er von ihr möchte.

Er sagte: “Hast du ein Pflaster?”

5 Gruselmärchen von den Brüdern Grimm

Gruselmärchen von den Brüdern Grimm

Bevor die Brüder Grimm ihre bekannten und beliebten Kinder- und Hausmärchen 1812 und 1815 zum ersten Mal veröffentlichten, sammelten sie die Märchen aus vielen verschiedenen mündlichen Quellen. Bevor sie sie aufschrieben, waren sie noch viel brutaler und schauriger als sie es jetzt sind. Dennoch gibt es einige Schauer-, Schreck- und Gruselmärchen, die es auch noch in der ‘kinderfreundlichen’ Fassung in sich haben. Einige haben wir für dich ausgewählt und zusammengestellt. Die Märchen lassen sich beim Erzählen auch beliebig erweitern und durch entsprechende Betonung noch gruseliger gestalten.

Im Gegensatz zu den heutigen Gruselgeschichten für Kinder, die viel der Fantasie überlassen und in ihrer Brutalität weniger direkt sind, thematisieren die Gruselmärchen der Grimms die Ereignisse oft deutlicher und brutaler. Sie sind zwar theoretisch für Kinder ab sechs Jahren geeignet, dennoch sollten die Eltern individuell für ihr Kind entscheiden, ob die Geschichte vorgelesen werden sollte oder nicht.

Die Märchen sind von einer Sprache geprägt, die wir heute nicht mehr verwenden. Doch genau aus diesem Grund strahlen sie etwas Altes und Weises aus. Ihr mythischer Kern, der von Generation zu Generation weitergetragen wurde, verleiht ihnen eine gewisse Ausstrahlung, die der gruseligen Stimmung zugutekommen kann.

Das Totenhemdchen

Es hatte eine Mutter ein Büblein von sieben Jahren, das war so schön und lieblich, daß es niemand ansehen konnte, ohne mit ihm gut zu sein, und sie hatte es auch lieber als alles auf der Welt. Nun geschah es, daß es plötzlich krank ward, und der liebe Gott es zu sich nahm; darüber konnte sich die Mutter nicht trösten und weinte Tag und Nacht. Bald darauf aber, nachdem es begraben war, zeigte sich das Kind nachts an den Plätzen, wo es sonst im Leben gesessen und gespielt hatte; weinte die Mutter, so weinte es auch, und wenn der Morgen kam, war es verschwunden.

Als aber die Mutter gar nicht aufhören wollte zu weinen, kam es in einer Nacht mit seinem weißen Totenhemdchen, in welchem es in den Sarg gelegt war, und mit dem Kränzchen auf dem Kopf, setzte sich zu ihren Füßen auf das Bett und sprach 'ach Mutter, höre doch auf zu weinen, sonst kann ich in meinem Sarge nicht einschlafen, denn mein Totenhemdchen wird nicht trocken von deinen Tränen, die alle darauf fallen.' Da erschrak die Mutter, als sie das hörte, und weinte nicht mehr. Und in der andern Nacht kam das Kindchen wieder, hielt in der Hand ein Lichtchen und sagte ’siehst du, nun ist mein Hemdchen bald trocken, und ich habe Ruhe in meinem Grab.' Da befahl die Mutter dem lieben Gott ihr Leid und ertrug es still und geduldig, und das Kind kam nicht wieder, sondern schlief in seinem unterirdischen Bettchen.

Die Boten des Todes

Vor alten Zeiten wanderte einmal ein Riese auf der großen Landstraße, da sprang ihm pIötzlich ein unbekannter Mann entgegen und rief 'halt! keinen Schritt weiter!' 'Was,' sprach der Riese, 'du Wicht, den ich zwischen den Fingern zerdrücken kann, du willst mir den Weg vertreten? Wer bist du, daß du so keck reden darfst?' 'Ich bin der Tod,' erwiderte der andere, 'mir widersteht niemand, und auch du mußt meinen Befehlen gehorchen.' Der Riese aber weigerte sich und fing an mit dem Tode zu ringen.

Es war ein langer heftiger Kampf, zuletzt behielt der Riese die Oberhand und schlug den Tod mit seiner Faust nieder, daß er neben einen Stein zusammensank. Der Riese ging seiner Wege, und der Tod lag da besiegt und war so kraftlos, daß er sich nicht wieder erheben konnte. 'Was soll daraus werden,' sprach er, 'wenn ich da in der Ecke liegen bleibe? es stirbt niemand mehr auf der Welt, und sie wird so mit Menschen angefüllt werden, daß sie nicht mehr Platz haben, nebeneinander zu stehen.'

Indem kam ein junger Mensch des Wegs, frisch und gesund, sang ein Lied und warf seine Augen hin und her. Als er den halb Ohnmächtigen erblickte, ging er mitleidig heran, richtete ihn auf, flößte ihm aus seiner Flasche einen stärkenden Trank ein und wartete, bis er wieder zu Kräften kam. 'Weißt du auch,' fragte der Fremde, indem er sich aufrichtete, 'wer ich bin, und wem du wieder auf die Beine geholfen hast?' 'Nein,' antwortete der Jüngling, 'ich kenne dich nicht.' 'Ich bin der Tod,' sprach er, 'ich verschone niemand und kann auch mit dir keine Ausnahme machen. Damit du aber siehst, daß ich dankbar bin, so verspreche ich dir, daß ich dich nicht unversehens überfallen, sondern dir erst meine Boten senden will, bevor ich komme und dich abhole.' 'Wohlan,' sprach der Jüngling, 'immer ein Gewinn, daß ich weiß, wann du kommst, und so lange wenigstens sicher vor dir bin.'

Dann zog er weiter, war lustig und guter Dinge und lebte in den Tag hinein. Allein Jugend und Gesundheit hielten nicht lange aus, bald kamen Krankheiten und Schmerzen, die ihn bei Tag plagten und ihm nachts die Ruhe wegnahmen. 'Sterben werde ich nicht,' sprach er zu sich selbst, 'denn der Tod sendet erst seine Boten, ich wollte nur, die bösen Tage der Krankheit wären erst vorüber.' Sobald er sich gesund fühlte, fing er wieder an in Freuden zu leben. Da klopfte ihn eines Tages jemand auf die Schulter: er blickte sich um, und der Tod stand hinter ihm und sprach 'folge mir, die Stunde deines Abschieds von der Welt ist gekommen.'

'Wie,' antwortete der Mensch, 'willst du dein Wort brechen? hast du mir nicht versprochen, daß du mir, bevor du selbst kämest, deine Boten senden wolltest? ich habe keinen gesehen.' 'Schweig,' erwiderte der Tod, 'habe ich dir nicht einen Boten über den andern geschickt? kam nicht das Fieber, stieß dich an, rüttelte dich und warf dich nieder? hat der Schwindel dir nicht den Kopf betäubt? zwickte dich nicht die Gicht in allen Gliedern? brauste dirs nicht in den Ohren? nagte nicht der Zahnschmerz in deinen Backen? wird dirs nicht dunkel vor den Augen? Über das alles, hat nicht mein leiblicher Bruder, der Schlaf, dich jeden Abend an mich erinnert? lagst du nicht in der Nacht, als wärst du schon gestorben?' Der Mensch wußte nichts zu erwidern, ergab sich in sein Geschick und ging mit dem Tode fort.

Frau Trude

Es war einmal ein kleines Mädchen, das war eigensinnig und vorwitzig, und wenn ihm seine Eltern etwas sagten, so gehorchte es nicht: wie konnte es dem gut gehen? Eines Tages sagte es zu seinen Eltern: "Ich habe so viel von der Frau Trude gehört, ich will einmal zu ihr hingehen, die Leute sagen, es sehe so wunderlich bei ihr aus, und erzählen, es seien so seltsame Dinge in ihrem Hause, da bin ich ganz neugierig geworden." Die Eltern verboten es ihr streng und sagten: "Die Frau Trude ist eine böse Frau, die gottlose Dinge treibt, und wenn du zu ihr hingehst, so bist du unser Kind nicht mehr."

Aber das Mädchen kehrte sich nicht an das Verbot seiner Eltern und ging doch zu der Frau Trude. Und als es zu ihr kam, fragte die Frau Trude: "Warum bist du so bleich?" – "Ach," antwortete es und zitterte am Leibe, "ich habe mich so erschrocken über das, was ich gesehen habe." – "Was hast du gesehen?" – "Ich sah auf Eurer Stiege einen schwarzen Mann." – "Das war ein Köhler." – "Dann sah ich einen grünen Mann." – "Das war ein Jäger." – "Danach sah ich einen blutroten Mann." – "Das war ein Metzger." – "Ach, Frau Trude, mir grauste, ich sah durchs Fenster und sah Euch nicht, wohl aber den Teufel mit feurigem Kopf." – "Oho," sagte sie, "so hast du die Hexe in ihrem rechten Schmuck gesehen: ich habe schon lange auf dich gewartet und nach dir verlangt, du sollst mir leuchten." Da verwandelte sie das Mädchen in einen Holzblock und warf ihn ins Feuer. Und als er in voller Glut war, setzte sie sich daneben, wärmte sich daran und sprach: "Das leuchtet einmal hell!"

Die alte Bettelfrau

Es war einmal eine alte Frau, du hast wohl ehe eine alte Frau sehn betteln gehn? diese Frau bettelte auch, und wann sie etwas bekam, dann sagte sie 'Gott lohn Euch.' Die Bettelfrau kam an die Tür, da stand ein freundlicher Schelm von Jungen am Feuer und wärmte sich. Der Junge sagte freundlich zu der armen alten Frau, wie sie so an der Tür stand und zitterte 'kommt, Altmutter, und erwärmt Euch.'

Sie kam herzu, ging aber zu nahe ans Feuer stehn, daß ihre alten Lumpen anfingen zu brennen, und sie wards nicht gewahr. Der Junge stand und sah das, er hätts doch löschen sollen? Nicht wahr, er hätte löschen sollen? Und wenn er kein Wasser gehabt hätte, dann hätte er alles Wasser in seinem Leibe zu den Augen herausweinen sollen, das hätte so zwei hübsche Bächlein gegeben zu löschen.

Die wunderliche Gasterei

Auf eine Zeit lebte eine Blutwurst und eine Leberwurst in Freundschaft, und die Blutwurst bat die Leberwurst zu Gast. Wie es Essenszeit war, ging die Leberwurst auch ganz vergnügt zu der Blutwurst, als sie aber in die Hausthüre trat, sah sie allerlei wunderliche Dinge, auf jeder Stiege der Treppe, deren viele waren, immer etwas anderes, da war etwa ein Besen und eine Schippe, die sich miteinander schlugen, dann ein Affe mit einer großen Wunde am Kopf und dergleichen mehr.

Die Leberwurst war ganz erschrocken und bestürzt darüber, doch nahm sie sich ein Herz, trat in die Stube und wurde von der Blutwurst freundschaftlich empfangen. Die Leberwurst hub an, sich nach den seltsamen Dingen zu erkundigen, die draußen auf der Treppe wären, die Blutwurst that aber, als hörte sie es nicht, oder als sei es nicht der Mühe werth davon zu sprechen, oder sie sagte etwa von der Schippe und dem Besen: "Es wird meine Magd gewesen seyn, die auf der Treppe mit jemand geschwätzt hat," und brachte die Rede auf etwas anderes.

Die Blutwurst ging darauf hinaus und sagte, sie müsse in der Küche nach dem Essen sehen, ob alles ordentlich angerichtet werde, und nichts in die Asche geworfen. Wie die Leberwurst derweil in der Stube auf und abging und immer die wunderlichen Dinge im Kopf hatte, kam jemand, ich weiß nicht, wers gewesen ist, herein und sagte: "Ich warne dich, Leberwurst, du bist in einer Blut- und Mörderhöhle, mach dich eilig fort, wenn dir dein Leben lieb ist." Die Leberwurst besann sich nicht lang, schlich zur Thür hinaus und lief, was sie konnte; sie stand auch nicht eher still, bis sie aus dem Haus mitten auf der Straße war. Da blickte sie sich um, und sah die Blutwurst oben im Bodenloch stehen mit einem langen, langen Messer, das blinkte, als wärs frisch gewetzt, und damit drohte sie, und rief herab: "Hätt ich dich, so wollt ich dich!"

5 Gruselgeschichten für Erwachsene

Gruselgeschichten für Erwachsene

Nicht jede Gruselgeschichte ist für jeden gleich angsteinflößend. Die einen bekommen schnell Gänsehaut und Tränen in den Augen, wenn sie eine Geistergeschichte hören. Andere sind nicht so leicht aus der Fassung zu bringen. Sie sind abgehärtet oder haben schlichtweg einen anderen Geschmack, was Horror angeht.

Manche Menschen gruseln sich am meisten vor dem, was sie nicht sehen. Ihre Vorstellungskraft ist das angsteinflößendste Medium für sie. Anderen Menschen hingegen graut es eher vor visuellen Beschreibungen und Splatter-Szenen wie man sie aus dem Film “Saw” kennt. Aus diesem Grund kann auch niemals garantiert werden, dass eine Geschichte für jeden Menschen gruselig ist. Dennoch haben wir hier versucht, ein paar unheimliche Geschichten für Erwachsene zusammenzustellen.

Das Nachtlicht

Marie hatte schon als kleines Kind Probleme mit dem Einschlafen. Sie war sich sicher, dass sie nicht allein in ihrem Kinderzimmer war. Aus diesem Grund ließ sie, auch als sie älter wurde, immer ein Nachtlicht an. An ihrem 16. Geburtstag übernachteten ein paar Freundinnen bei ihr. Lange genug hatte sie versucht, niemanden in ihrem Zimmer übernachten zu lassen, damit sie ihr Licht anlassen konnte. Doch ihre Freundinnen bestanden darauf und Marie fiel keine Ausrede mehr ein. Also versteckte sie ihr Nachtlicht, um nicht ausgelacht zu werden.

Ihr Gefühl, dass sie nicht allein im Zimmer schlief, war zum ersten mal Realität geworden. Die Mädchen schliefen gemeinsam leise atmend ein und wachten am nächsten Morgen ausgeschlafen und gut gelaunt wieder auf. Marie war von nun an der Meinung, dass sie sich als Kind vermutlich nur davor gefürchtet hatte, allein im Dunkeln zu sein. Regelmäßig bildete sie sich Schattengestalten ein, die meist nur ein paar Kleider auf einem Stuhl oder Spielsachen waren. Sie fand es war an der Zeit, erwachsen zu werden und die kindlichen Hirngespinste hinter sich zu lassen.

Also ließ sie ihr Nachtlicht zum ersten Mal seit sie denken konnte in ihrer Nachttischschublade. Sie war gerade dabei einzuschlafen, als sie plötzlich ein leises Atmen vernahm. “Mama?” schreckte sie auf und sah eine schwarze Gestalt in ihrem Zimmer stehen, die sie starr anzublicken schien. “Mama, bist du das?” fragte sie erneut. Doch es kam keine Antwort. Sie zückte ihr Handy und leuchtete schnell ins Dunkel, doch niemand war da.

Sie glaubte sich wie früher als Kind diese Figur vielleicht nur eingebildet zu haben. Trotzdem holte sie beunruhigt ihr Nachtlicht wieder aus der Schublade hervor und konnte nur so wieder einschlafen. Am nächsten Morgen fragte sie ihre Mutter, ob sie in der letzten Nacht nach ihr gesehen hätte. Doch die Mutter sagte nur: “Ich lag die ganze Nacht neben deinem Vater und habe geschlafen. Es fällt dir sicherlich nur schwer, dich von deinem Nachtlicht zu trennen und du fängst wie früher an, Dinge zu sehen, die nicht da sind. Es ist ja nicht immer leicht erwachsen zu werden. Viele Jugendliche klammern sich an Überbleibsel ihrer Kindheit.”

Das wollte Marie nicht auf sich sitzen lassen. Sie war es leid, sich immer rechtfertigen zu müssen und wollte ihre Mutter davon überzeugen, dass sie es auch schaffen kann, ohne Nachtlicht zu schlafen. Gesagt, getan – Marie legte das Nachtlicht in den Nachttisch ihrer Mutter und war fest entschlossen, diese Nacht allein und ganz ohne Licht zu überstehen. Wenn da nicht dieses Atmen wäre…

Das Atmen kehrte wieder in dieser Nacht. Marie hielt ihre Augen fest geschlossen und verkroch sich unter ihrer Bettdecke. Sie spürte wie es lauter wurde und näher kam und hörte eine Stimme sagen: “Das ist mein Zimmer.” Sie kniff ihre Augen zusammen und hielt sich die Ohren zu als die Gestalt ihr die Bettdecke wegriss und immer lauter wurde: “Das ist mein Zimmer. Das ist mein Zimmer. Das ist mein Zimmer!” Danach wurde es still. Marie lag bis zum Morgen zusammengekauert auf ihrem Bett.

Als die Mutter morgens hereinkam, fand sie Marie in dieser Position und fragte, was passiert sei. Als Marie ihr erzählte, was sie in dieser Nacht glaubt gesehen zu haben, wurde die Mutter plötzlich blass und still. Ihre Augen sahen traurig aus und gleichzeitig so, als ob sie sich schämte. Sie erzählte Marie, dass sie schon vor ihr eine Tochter gehabt habe, die mit 16 Jahren plötzlich verschwunden ist und nie gefunden wurde. Sie hatte Marie nie von ihr erzählt, obwohl es das Zimmer der verschwundenen Tochter war, in dem Marie jede Nacht schlief. Sie schien dort also wirklich nie allein gewesen zu sein.

(Malin Poggemann)

Die Leiche im Hotel

Ein frisch vermähltes Ehepaar war für die Flitterwochen nach Las Vegas geflogen um sich im Hotel eine Suite zu buchen. Als sie in ihrer Suite angekommen sind, haben beide einen üblen Geruch festgestellt. Der Ehemann hat sofort an der Rezeption angerufen um sich bei dem Manager zu beschweren. Er sagte ihm, dass die Suite sehr unangenehm rieche und er und seine Frau eine neue möchten.

Der Manager hat sich natürlich entschuldigt, aber den beiden auch mitgeteilt, dass keine anderen Suiten mehr frei sind. Weil der Manger Angst um seinen guten Ruf hatte, hat er den beiden ein Mittagessen in einem 5-Sterne-Restaurant Ihrer Wahl angeboten. In der Zwischenzeit würden sich Dienstmädchen um das Problem mit dem üblen Geruch kümmern.

Nach einem schönen Mittagessen, ist das Ehepaar wieder zurück in das Hotel gegangen. Aber als die beiden die Tür von Ihrer Suite aufmachten, ist ihnen sofort wieder dieser übler Geruch entgegen gekommen. Der Ehemann war außer sich vor Wut und beschwerte sich ein weiteres Mal bei dem Manager.

Dieser ging daraufhin selber mit drei weiteren Dienstmädchen in die Suite, um endlich herauszufinden woher dieser üble Geruch kommt. Es wurden Handtücher gewechselt, die Bettwäsche wurde erneuert. Des Weiteren wurde der Teppich mit den stärksten zu Verfügung stehenden Reinigungsmittel geschrubbt.

Nach weiteren zwei Stunden, durften die beiden ihre Suite wieder betreten. ABER, dieser üble Geruch war immer noch da ! Der Ehemann war so dermaßen wütend, dass er selber herausfinden wollte, woher dieser üble Gestank kam. Er hat sofort damit begonnen, die gesamte Suite auseinander zu nehmen. Als er die Matratze von dem Boxspringbett weg zog, lag dort eine Kinderleiche.

Der Geist im Brunnen

Als die kleine Lilly sieben Jahre alt war, hat sie sich über einen Brunnen gebeugt, um zu sehen, was in ihm war. Sie ist hineingefallen, hat sich verletzt und weinte nun bitterlich im Dunkeln. Plötzlich hörte sie die Stimme eines kleinen Mädchens über sich, das in den Brunnen rief: “Links neben dir ragen Steine aus dem Brunnen, an denen kannst du hochklettern.”

Sie tat das, was das Mädchen ihr sagte und schaffte es mit großer Mühe aus dem Brunnen zu klettern. Als sie oben angekommen war, war das Mädchen verschwunden. Lilly lief schnell nach Hause und erzählte alles ihrer Mutter. Diese erzählte ihr, dass schon einmal ein kleines Mädchen in den Brunnen gefallen ist, nur dass sie in ihm ertrunken ist.

Ein Zeichen?

Sam war auf Geschäftsreise. Er hatte einen langen und harten Tag. Unterwegs rief er seine Frau und seine Tochter an, um sich wieder besser zu fühlen. Er war sehr gut darin, Dinge zu verdrängen. Sie sprachen kurz über ihren Tag und legten auf, als Sam in sein Hotelzimmer kam.

Er wusste nicht, was ihn mehr in Panik versetzte: Der Anblick seiner toten Ex-Frau mit ihrem totgeborenen Kind im Arm oder die Tatsache, dass jemand unbemerkt ins Hotel kommen konnte, um sie in seinem Bett zu platzieren. Er hatte einen Tag zuvor das letzte Bild von ihr, das er besaß, weggeworfen.

12:07

Mein letzter Blick fiel auf den Radiowecker, der 12:07 anzeigte, als sie ihre langen verrotteten Fingernägel in meinen Brustkorb stieß, während sie mit der anderen Hand meine Schreie erstickte. Ich fuhr aus dem Schlaf hoch und war froh, dass es nur ein Traum gewesen war – dann sah ich den Radiowecker auf 12:06 stehen und hörte, wie sich die Schranktür leise knarzend öffnete.

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