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Fanfiction schreiben: 6 Tipps von einem Top-Autoren

Fanfiction begeistert Millionen und bietet ein ungeheures finanzielles Potenzial. Beim Schreiben und Vermarkten eigener Geschichten in fremden Welten gibt es aber einiges zu beachten. 6 Tipps von einem erfolgreichen unabhängigen Fan-Fiction-Autor.

Spätestens mit dem Mega-Erfolg von Shades of Grey, das ursprünglich im Twilight-Universum angesiedelt war, ist das kommerzielle Potenzial von Fanfiction offensichtlich geworden. Erfolgreiche Welten haben Millionen Fans, die empfänglich für Erzählungen mit Bezug auf „ihr“ Universum sind.

Auf Platz 2 der Amazon.de Print-Charts mit Minecraft

Autor Karl Olsberg

Fanfiction-Autor Karl Olsberg

Bei diesen Welten kann es sich um Fernsehserien (Stichwort: Star Trek) oder Buchwelten wie das Harry-Potter-Universum, neuerdings aber auch um Spiele handeln. Der Autor Karl Olsberg hat seine Würfelwelt-Romane im Universum von Minecraft angesiedelt und es damit bis auf Platz 2 der Print(!)-Bestsellerliste von Amazon.de geschafft. Auf der von Self-Publishing-Dienstleister epubli organisierten Konferenz „rewrite the web“ in Berlin gab Olsberg einige Einblicke in seine Arbeit.

Insgesamt verkaufte Olsberg bislang rund 50.000 Exemplare seiner zwei im Minecraft-Universum angesiedelten Bücher (Würfelwelt, Zurück in die Würfelwelt), eine dritte Veröffentlichung steht vor der Tür. 30.000 Bücher verkaufte er in Deutschland, 20.000 Exemplare in den USA. Trotz deutlichem Preisunterschied wurden vier Fünftel der Bücher als Print-Version gekauft, der eBook-Anteil ist gerade angesichts der Zielgruppe bemerkenswert gering.

6 Tipps fürs Schreiben von Fanfiction

Was macht den Erfolg der Bücher aus? Olsberg gab 6 Tipps für angehende Fanfiction-Autoren

1. Nimm Fanfiction ernst. Nur wer Fanfiction versteht und sich auf die Fantasiewelt einlässt, kann Content entwickeln, der auch wirklich nachgefragt wird.

2. Nutze die Kraft der Fangemeinde. Beim ersten Würfelwelt-Roman profitierte Olsberg extrem von einem bekannten Lets-Play-Spieler, der den Roman in einem seiner Spielvideos begeistert weiterempfahl. Das Video wurde etwa 50.000 mal gesehen und sorgte allein für beeindruckende 800 Verkäufe. Olsberg bedankte sich für diese völlig unerwartete Promotion, indem er den Spieler als Charakter in seinen zweiten Roman einbaute.

3. Sei schnell. Wer Trends frühzeitig erkennt, ist ganz vorne dabei. Als Olsberg, der in der Vergangenheit bei „klassischen“ Verlagen bereits durchaus erfolgreich war, seinen Fanfiction-Stoff erstmalig anbot, war Minecraft im „Mainstream“ noch völlig unbekannt. Langsam geriet die einstige Garagen-Entwicklung ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit, vor wenigen Wochen wurde das Entwicklungsstudio dann von Microsoft geschluckt – für 2,5 Milliarden US-Dollar. Olsberg hatte sich mit seinen Romanen frühzeitig einen Namen in der Community gemacht, war hervorragend vernetzt und schwamm oben auf der Welle mit.

Experimentiere und lerne. Patentrezepte gibt es bei Fanfiction nicht. Probiere aus, was in deiner Welt funktioniert.

Sei professionell. Allein auf fanfiction.net gibt es unglaubliche 3 Millionen Fanfiction-Geschichten, erklärte Olsberg. Dabei handele es sich aber in aller Regel um kurze und qualitativ mäßige Short Storys. Wer das Schreibhandwerk beherrsche und eine Fan-Fiction-Geschichte sorgfältig ausarbeite, könne hier wirklich herausstechen und eine Zahlungsbereitschaft erzeugen.

Sei ein Fan. Nur wer sich auf das Universium einlässt und Teil der Community ist, kann sie auch mit wirklich interessanten Geschichten bereichern.

Das juristische Damokles-Schwert

Eine große Schattenseite hat Fanfiction, inbesondere wenn sie sich im kommerziellen Raum bewegt: Der Lizenzinhaber kann ungenehmigten literarischen Projekten jederzeit einen Riegel vorschieben. Im Hinblick auf Minecraft ist Olsberg guter Dinge, das ihn die Rechteinhaber auch künftig gewähren lassen werden.

Grundsätzlich sollten sich interessierte Autoren im Vorfeld aber gründlich über etwaige „Brand Guidlines“ und die praktische Politik des Lizenzinhabers informieren. Auf der sicheren Seite ist man nur, wenn man mit Erlaubnis oder sogar direkt beim Lizenzinhaber publiziert. Amazon bietet in den USA seit einem Jahr mit Kindle Worlds eine eigene Self-Publishing-Plattform mit bislang einigen Dutzend lizensierten Welten. Der ganz große Durchbruch des Projektes steht allerdings noch aus.

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Kommentare


Spubbles Quickies #62 | spubbles 2.0 16. September 2017 um 16:33

[…] In wie weit man hier noch von „klassischer Fanfiction“ sprechen kann, kann diskutiert werden. Wie man hingegen mit Fanfiction erfolgreich werden kann und worauf man achten sollte, fasst Olsberg in sechs Tipps […]


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