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Friedrich Nietzsche: 123 Zitate & 3 Thesen

Friedrich Nietzsche war ein berühmter Philosoph. Doch zu seinen Lebzeiten kamen seine Theorien und Worte eher weniger gut an. Die wichtigsten Thesen des bekannten Denkers sowie berühmte und zum Nachdenken anregende Zitate findest du bei uns.

Genie und Wahnsinn liegen oft nah beieinander – und auch das Leben von Nietzsche (1844 bis 1900) war von beidem geprägt. Seine Schriften waren revolutionär und beeinflussten die Philosophie maßgeblich. Doch Krankheit und Depression machten ihm immer wieder zu schaffen und sorgten schließlich für seinen Niedergang.

Die besten Zitate von Friedrich Nietzsche

Die besten Friedrich-Nietzsche-Zitate

Viele der bekannten Thesen Nietzsches hat der Anthropologe und Philosoph in unterschiedlichsten Werken veröffentlicht. Zu den bekanntesten gehören “Die fröhliche Wissenschaft” und “Also sprach Zarathustra”. Wir haben dir in diesem Kapitel die besten und populärsten Zitate von Nietzsche zusammengestellt, mit denen bestimmt auch du dich identifizieren kannst.

Lebensweisheiten von Nietzsche

Als einer der einflussreichsten Philosophen der Weltgeschichte hat uns Nietzsche mit vielen schönen Lebensweisheiten bereichert, die nach wie vor aktuell sind. Lass dich von den nachfolgenden Zitaten inspirieren und schreibe sie dir für die Tage auf, an denen es dir an Motivation oder guter Laune mangelt.

  1. Es kommt mir alles tot vor, wo ich nicht Musik höre.
  2. Daß man aber eigentlich nur unter Gleichgesinnten, Gleichgewillten gedeihen kann, ist mein Glaubenssatz.
  3. Wenn man kein Glück hat, soll man sich Glück anschaffen.
  4. Das Leben gern zu leben
    Musst du darüber stehn!
    Drum lerne dich erheben!
    Drum lerne — abwärts sehn!
  5. Viel von sich reden kann auch ein Mittel sein, sich zu verbergen.
  6. Wer sich tief weiß, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.
  7. Ein Politiker teil die Menschheit in zwei Klassen ein: Werkzeug und Feinde.
  8. Toleranz ist ein Beweis des Mißtrauens gegen eigenes Ideal.
  9. Hat man sein Warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem Wie?
  10. Dem wird befohlen, der sich nicht selber gehorchen kann.
  11. Sobald ihr handeln wollt, müsst ihr die Tür zum Zweifel verschliessen.
  12. Die einen werden durch grosses Lob schamhaft, die anderen frech.
  13. Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
  14. Das ist mein Weg, welches ist dein Weg? DEN Weg gibt es nicht.
  15. Für den Mittelmäßigen ist mittelmäßig sein ein Glück.
  16. Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.
  17. Die Mutter der Ausschweifung ist nicht die Freude, sondern die Freudlosigkeit.
  18. Alles Fertige wird angestaunt, alles Werdende unterschätzt.
  19. Wer wir sind ist gerade einmal ein Zwischenschritt dessen, was wir sein können.
  20. Das Halbwissen ist siegreicher, als das Ganzwissen: es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung fasslicher und überzeugender.
  21. Etwas Kurz-Gesagtes kann die Frucht und Ernte von vielem Lang-Gedachten sein.
  22. Tief denkende Menschen kommen sich im Verkehr mit anderen als Komödianten vor, weil sie sich da, um verstanden zu werden, immer erst eine Oberfläche anheucheln müssen.
  23. Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen eine Freude machen könne.
  24. Die Lehre von der Freiheit des Willens ist eine Erfindung herrschender Stände.
  25. Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch – ein Seil über einem Abgrunde.
  26. Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht, und vieles ist in euch noch Wurm.
  27. Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man.
  28. Ist das Leben nicht hundert Mal zu kurz, sich in ihm – zu langweilen?
  29. Man muss es nötig haben, stark zu sein: sonst wird man’s nie.
  30. Das Schlimmste aber sind die kleinen Gedanken.
  31. Der Tod ist nicht der Feind des Lebens überhaupt, sondern das Mittel, durch welches die Bedeutung des Lebens offenbar gemacht wird.

Noch mehr wertvolle Lebensweisheiten findest du hier.

Zitate von Friedrich Nietzsche über Liebe

Zitate von Friedrich Nietzsche über Liebe

In Nietzsches Werk “Die fröhliche Wissenschaft” stellt der Philosoph die romantischen Vorstellungen erotischer Liebe mit jener Behauptung infrage, dass die Liebe “vielleicht der genialste Ausdruck von Egoismus ist”.

Außerdem behauptet er, dass Liebe der Lust am Besitz und der Gier sehr nahe steht. Was Nietzsche noch über die Liebe dachte, erfährst du in den folgenden Zitaten.

Schicke eine der Weisheiten zum Beispiel an deine oder deinen Liebsten, wenn dir gerade selbst die richtigen Worte fehlen.

  1. Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.
  2. Das Verlangen nach Gegenliebe ist nicht das Verlangen der Liebe, sondern Eitelkeit.
  3. Liebe und Grausamkeit sind nicht Gegensätze: sie finden sich bei den festesten und besten Naturen immer beieinander.
  4. Die Sinnlichkeit übereilt oft das Wachstum der Liebe, so dass die Wurzel schwach bleibt und leicht auszureißen ist.
  5. Der eine geht zum Nächsten, weil er sich sucht, der andre, weil er sich verlieren will.
  6. Die Vergeistigung der Sinnlichkeit heißt Liebe.
  7. Meine ungeduldige Liebe fließt über in Strömen, abwärts, nach Aufgang und Niedergang. Aus schweigsamem Gebirge und Gewittern des Schmerzes rauscht meine Seele in die Täler.
  8. Feuer der Liebe glüht in aller Tugenden Namen und Feuer des Zorns.
  9. Ein Zeugnis der Liebe. Jemand sagte: "Über zwei Personen habe ich nie gründlich nachgedacht: es ist das Zeugnis meiner Liebe zu ihnen."
  10. Nur aus Liebe entstehen die tiefsten Einsichten.
  11. Die Eifersucht ist die geistreichste Leidenschaft und trotzdem noch die größte Torheit.
  12. Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwöre ich dich: Wirf deine Liebe und Hoffnung nicht weg!
  13. Und hüte dich auch vor den Anfällen deiner Liebe! Zu schnell streckt der Einsame dem die Hand entgegen, der ihm begegnet.
  14. Was ist denn Liebe anders als verstehen und sich darüber freuen, daß ein andrer in andrer und entgegengesetzter Weise als wir lebt, wirkt und empfindet? Damit die Liebe die Gegensätze durch Freude überbrücke, darf sie dieselben nicht aufheben, nicht leugnen. – Sogar die Selbstliebe enthält die unvermischbare Zweiheit (oder Vielheit) in einer Person als Voraussetzung.
  15. Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn.
  16. Die Liebe ist der Zustand, wo der Mensch die Dinge am meisten so sieht, wie sie nicht sind.

Berühmte Zitate von Nietzsche

Berühmte Zitate von Nietzsche

Trotz seiner inhaltlich nicht gerade einfachen Lektüre hat uns Nietzsche viele wertvolle und naheliegende Zitate hinterlassen. Lies sie dir durch und lass dich dazu anregen, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen, deine Fehler zu akzeptieren und die Person zu werden, die du eigentlich sein möchtest.

  1. Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.
  2. Dem guten Frager ist schon halb geantwortet.
  3. Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen.
  4. Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens.
  5. Wir sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat.
  6. Selig sind die Vergesslichen, denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig.
  7. Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
  8. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
  9. Hast du eine große Freude an etwas gehabt, so nimm Abschied! Nie kommt es zum zweiten Male.
  10. Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.
  11. Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.
  12. Um allein zu leben, muss man ein Tier oder ein Gott sein – sagt Aristoteles. Fehlt der dritte Fall: Man muss beides sein – Philosoph.
  13. Zu allem Handeln gehört Vergessen.
  14. Werde, der du bist.
  15. Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
  16. Die Tanzenden wurden für verrückt gehalten von denjenigen, die die Musik nicht hören konnten.
  17. Zu jeder Seele gehört eine andere Welt.
  18. Es gibt keine schöne Fläche ohne eine schreckliche Tiefe.
  19. Unsere Mängel sind die Augen, mit denen wir das Ideal sehen.
  20. Letztlich lieben wir die Sehnsucht, nicht das Ersehnte.

Hier findest du noch mehr berühmte Zitate bekannter Personen.

Zitate von Nietzsche über den Menschen

Zitate von Nietzsche über den Menschen

Friedrich Nietzsches Gedanken über die menschliche Natur sind bis heute ein großes Diskussionsthema unter Philosophinnen und Philosophen. So glaubte Nietzsche – anders als die meisten Weltreligionen und Gelehrten seiner Zeit – dass der Mensch nicht an der Spitze der Schöpfung steht. Vielmehr betrachtete er den Menschen als ein Tier, das sich von seinen Instinkten losgelöst hat und bezeichnet ihn als die kränkste Spezies, die jemals auf der Welt gelebt hat.

  1. Menschen, die nach Größe streben, sind gewöhnlich böse Menschen: es ist ihre einzige Art, sich zu ertragen.
  2. Jedermann hat gerade so viel Eitelkeit, als es ihm an Verstand fehlt.
  3. Die Einsamkeit macht uns härter gegen uns und sehnsüchtiger gegen die Menschen: in beidem verbessert sie den Charakter.
  4. In dem großen Strudel von Kräften steht der Mensch und bildet sich ein, jener Strudel sei vernünftig und habe einen vernünftigen Zweck: Irrtum!
  5. Der Mensch ist ein mittelmäßiger Egoist: Auch der Klügste nimmt seine Gewohnheit wichtiger als seinen Vorteil.
  6. Viele Menschen sind Pausen in der Symphonie des Lebens.
  7. Bei unseren größten Männern muss man immer noch sagen: möchten sie etwas mehr Genie haben und etwas weniger Schauspieler sein!
  8. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll.
  9. Misstraue allen Menschen mit einem starken Trieb zur Bestrafung.
  10. Der Mensch leidet so tief, dass er das Lachen erfinden musste.
  11. Der Unterleib ist der Grund dafür, dass der Mensch sich nicht so leicht für einen Gott hält.
  12. Die Schwachen und Missratnen sollen zu Grunde gehen: erster Satz unserer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.
  13. Wer viel Freude hat, muss ein guter Mensch sein: aber vielleicht ist er nicht der Klügste, obwohl er gerade das erreicht, was der Klügste mit all seiner Klugheit erstrebt.
  14. Auch dem Frömmsten ist sein tägliches Mittagessen wichtiger als das Abendmahl.
  15. Sehr klugen Personen fängt man an zu misstrauen, wenn sie verlegen werden.
  16. Wer davon lebt, einen Feind zu bekämpfen, hat ein Interesse daran, dass er am Leben bleibt.
  17. Der eine Mensch ist für den andern sein Gewissen: und dies ist namentlich wichtig, wenn der andere sonst keines hat.
  18. Wer sucht, der geht leicht selber verloren.
  19. Die meisten Menschen sind viel zu sehr mit sich beschäftigt, um boshaft zu sein.
  20. Im Zustand des Hasses sind Frauen gefährlicher als Männer.
  21. Wer unter Menschen rein bleiben will, muss verstehn, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen.
  22. Aber der schlimmste Feind, dem du begegnen kannst, wirst du immer dir selber sein; du selber lauerst dir auf in Höhlen und Wäldern.

Zitate von Friedrich Nietzsche über Religion

Zitate von Friedrich Nietzsche über Religion

Als Anthropologe hat sich Nietzsche umfassend mit der Religion, insbesondere dem Christentum beschäftigt. So glaubte Nietzsche nie an die Existenz Gottes und warf dem Christentum vor, dass Begriffe wie "Jenseits", "Sünde" und "Seelenheil" nur erfunden wurden, um das Hier und Jetzt infrage zu stellen und zu entwerten.

Die nachfolgenden Zitate machen Nietzsches Meinung über die Religion noch einmal deutlich und regen vielleicht auch dich zum Nachdenken an.

  1. Man soll nicht in Kirchen gehn, wenn man reine Luft atmen will.
  2. Das Wort schon "Christentum" ist ein Missverständnis -, im Grunde gab es nur einen Christen, und der starb am Kreuz.
  3. Es steht niemandem frei, Christ zu werden: man wird nicht zum Christentum "bekehrt", – man muss krank genug dazu sein.
  4. "Glaube" heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist.
  5. Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt.
  6. In jeder Religion ist der religiöse Mensch eine Ausnahme.
  7. Sobald eine Religion herrscht, hat sie alle die zu ihren Gegnern, welche ihre ersten Jünger gewesen wären.
  8. Ein religiöser Mensch denkt nur an sich.
  9. Wir haben also als Missverständnis … eine kirchliche Ordnung, mit Priesterschaft, Theologie, Kultus, Sakramenten; kurz, alles das, was Jesus von Nazareth bekämpft hatte.
  10. Ich kann nicht an einen Gott glauben, der die ganze Zeit gelobt werden will.

Weitere Zitate von Nietzsche

Weitere Zitate von Nietzsche

Nietzsche hat im Laufe seines Lebens mindestens ein Dutzend Werke veröffentlicht. Sie handeln unter anderem vom Kampf gegen die Moral, vom Wert der Wahrheit und der generellen Betrachtung des Menschen. Seine inhaltliche und stilistische Brillanz wird dir mit Sicherheit bei den nachfolgenden Zitaten zu verschiedenen Themen auffallen.

  1. Das Gute ist leicht. Alles Göttliche läuft auf zarten Füßen.
  2. Es scheint mir, daß ein Mensch, bei dem allerbesten Willen, unsäglich viel Unheil anstiften kann, wenn er unbescheiden genug ist, denen nützen zu wollen, deren Geist und Wille ihm verborgen ist.
  3. Und überhaupt – auch das geringste Schaffen steht höher als das Reden über Geschaffnes.
  4. Wer nicht lügen kann, weiß nicht, was Wahrheit ist.
  5. Welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen?
  6. Die Philosophie ist eine Art Rache an der Wirklichkeit.
  7. Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.
  8. Doch es gehört mehr Mut dazu, ein Ende zu machen, als einen neuen Vers; das wissen alle Ärzte und Dichter.
  9. Der Beruf ist das Rückgrat des Lebens.
  10. Wünschen ist ein Anzeichen von Genesung oder Besserung.
  11. Das logische Denken ist das Muster einer vollständigen Fiktion
  12. Doch alle Lust will Ewigkeit – will tiefe, tiefe Ewigkeit.
  13. Eitelkeit ist die Haut der Seele.
  14. Die Frauen sind sinnlicher als die Männer, aber sie wissen weniger um ihre Sinnlichkeit.
  15. Der Verstand ist wesentlich ein Hemmungsapparat gegen das Sofort-Reagieren auf das Instinkt-Urteil.
  16. Der Witz ist das Epigramm auf den Tod seines Gefühls.
  17. Lachen heißt: schadenfroh sein mit gutem Gewissen.
  18. Das Gift, an dem die schwächere Natur zugrundegeht, ist für den Starken Stärkung, und er nennt es auch nicht Gift.
  19. Ich und Mich sind immer zwei verschiedene Personen.
  20. Charakter nennt man die Gebundenheit der Ansichten, durch Gewöhnung zum Instinkt geworden.
  21. Ein Nihilist ist ein Mensch, welcher von der Welt, wie sie ist, urteilt, sie sollte nicht sein, und von der Welt, wie sie sein sollte, urteilt, sie existiere nicht.
  22. Es gibt keine moralischen Phänomene, sondern nur eine moralische Ausdeutung von Phänomenen.
  23. Wenn einer sehr lange und hartnäckig etwas scheinen will, so wird es ihm zuletzt schwer, etwas anderes zu sein.
  24. Wer sich nicht schrecklich ist, macht niemand Schrecken.

Friedrich Nietzsche: Sein Leben

Friedrich Nietzsche: Sein Leben

Geboren wurde Friedrich Nietzsche am 15. Oktober 1844 in der Nähe von Leipzig. Am 25. August 1900 starb er in Weimar im Alter von nur 55 Jahren. Er war als Professor für Philologie, freier Autor und freier Philosoph tätig.

Dabei eckte er mit seinen Theorien immer wieder an und konnte zu seinen Lebzeiten nur wenige Anhänger gewinnen. Vor allem sein Spätwerk sorgte in der Vergangenheit für einige Kontroversen.

Nietzsches Theorie des Übermenschen deuteten unter anderem die Nationalsozialisten für ihre Zwecke um. Dabei distanzierte sich Nietzsche zu Lebzeiten klar vom Antisemitismus und Nationalismus. Was Nietzsche wirklich mit seiner Theorie vom Übermenschen meinte, haben wir später noch einmal näher ausgeführt.

Wichtige Einflüsse auf Friedrich Nietzsche waren der Komponist Richard Wagner und der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer. Für Wagner hegte Nietzsche tiefe Bewunderung und war mit ihm auch einige Jahre freundschaftlich verbunden.

Von Arthur Schopenhauers Philosophie distanzierte er sich später. Noch heute sind Nietzsches Werke in der Philosophie relevant und dienen modernen Denkern als Inspiration.

Kurzer Steckbrief

Mit den folgenden Eckdaten bekommst du einen ersten Eindruck von Nietzsches Leben und kannst dir einen groben Überblick verschaffen:

  • Name: Friedrich Wilhelm Nietzsche
  • Lebzeiten: geboren am 15. Oktober 1844 in der Nähe von Leipzig (heutiges Sachsen-Anhalt); gestorben am 25. August 1900 in Weimar
  • Berufe: Professor für Philologie, freier Autor, freier Philosoph
  • Familie: Vater: Carl Ludwig Nietzsche (1813–1849); Mutter: Franziska Nietzsche (1826-1897); Geschwister: Elisabeth Nietzsche (1846–1935), Karl Ludwig Joseph Nietzsche (1848–1850)

Lebenslauf

Nietzsche-Haus in der Schweiz

Nietzsche hatte im Laufe seines Lebens mit einigen Turbulenzen zu kämpfen. Gerade sein Gesundheitszustand sorgte immer wieder für Schwierigkeiten und bedeutete auch das Ende seiner wissenschaftlichen Karriere.

Dabei wurde Nietzsche anfangs eine steile Karriere vorhergesagt. Seine Werke fanden jedoch keinen großen Anklang, auch weil er sich mit ihnen von der klassischen Philologie entfernte. Und die lehrte er schließlich an der Universität.

Heute ist Friedrich Nietzsche hauptsächlich als deutscher Philosoph bekannt. Er hatte zwar auf eigenen Wunsch keine Staatsbürgerschaft, schrieb aber in deutscher Sprache. Wir haben die wichtigsten Zwischenstationen Nietzsches stichpunktartig zusammengefasst.

1844

  • Nietzsche wurde am 15. Oktober in Röcken in der Nähe von Leipzig geboren
  • Sein Vater war lutherischer Pfarrer

1850–1856

  • 1850 Tod des Vaters, Umzug nach Naumburg
    Leben in einem Frauenhaushalt mit Mutter, Schwester, Großmutter, zwei unverheirateten Tanten und dem Dienstmädchen
    1856 Umzug in eigene Wohnung mit Mutter und Schwester

1864–1869

  • 1864 Studium der klassischen Philologie und evangelischen Theologie an der Universität Bonn, nach einem Semester Abbruch des Theologiestudiums
  • 1865 Wechsel an die Universität Leipzig
  • 1869 Beförderung zum außerordentlichen Professor für klassische Philologie an der Universität Basel (ohne Promotion)

1872–1879

  • 1972 Veröffentlichung seines ersten größeren Werks "Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik"
  • 1879 vorzeitige Pensionierung von Lehrtätigkeit aufgrund von gesundheitlichen Problemen

1888–1889

  • 1888 Verbesserung seines Gesundheitszustandes und Hochstimmung, Veröffentlichung mehrerer Bücher, begann seine Autobiographie "Ecce Homo" zu schreiben
  • 3. Januar 1889 Nervenzusammenbruch
  • Aufenthalt Nietzsches in mehreren Psychiatrischen Kliniken

Ab 1890

  • Pflege durch die Mutter beziehungsweise Schwester in Naumburg und später Weimar, Wahnvorstellungen, Apathie und Schlaganfälle
  • 25. August 1900 Tod durch Pneumonie und weiteren Schlaganfall

Biografie von Friedrich Nietzsche

Biografie von Friedrich Nietzsche

Im Folgenden haben wir die einzelnen Lebensabschnitte Nietzsches noch näher ausformuliert. Sie sind untergliedert in Herkunft und Jugend, Universitätsjahre, den Übergang zur Philosophie, seine Tätigkeiten als Autor sowie seine letzten Jahre in Krankheit.

Herkunft und Jugend

Friedrich Nietzsche war das älteste Kind des lutherischen Pfarrers Carl Ludwig Nietzsche und seiner Ehefrau Franziska Nietzsche. Schon früh war Nietzsche einem Schicksalsschlag ausgesetzt, denn mit nur fünf Jahren verlor er seinen Vater.

Fortan lebte die kleine Familie bei der Großmutter zusammen mit zwei unverheirateten Tanten und einem Dienstmädchen. Nietzsche wuchs also in einem reinen Frauenhaushalt auf, was ihn Zeit seines Lebens prägte.

Erst mit dem Tod der Großmutter im Jahr 1856 und dem daraus resultierenden Erbe zog Nietzsche mit seiner Mutter und Schwester in eine eigene Wohnung. Schon in seiner Jugend fiel Nietzsche durch besondere schulische Leistungen auf.

Besonders sein musisches und sprachliches Talent war außerordentlich. Auch in seiner Freizeit beschäftigte er sich mit den Künsten und gründete mit zwei Schulfreunden die literarisch-künstlerische Vereinigung "Germania", in der sie regelmäßig selbstverfasste Kompositionen, Gedichte und Schriften diskutierten.

Universitätsjahre

Richard Wagner spielte eine Rolle in Nietzsches Leben

Im Jahr 1864 begann Nietzsche ein Studium der klassischen Philologie (Sprach- und Literaturwissenschaft) und evangelischen Theologie an der Universität Bonn. Nach einem Semester brach er sein Studium allerdings bereits ab. Ein Jahr später wechselte er an die Universität Leipzig und fiel hier aufgrund seines besonderen Sprachtalents auf.

Parallel zu seinem Studium beschäftigte sich Nietzsche auch intensiv mit den Werken Schopenhauers, in denen er Entlastung und Begründung für seinen eigenen Pessimismus fand. Schopenhauer begründete Nietzsches Liebe zur Philosophie, die sein Leben lang anhalten sollte.

Während seines Studiums lernte Nietzsche außerdem den berühmten Komponisten Richard Wagner kennen und entwickelte in den nächsten Jahren eine Freundschaft zu ihm. Nietzsche war von Wagners Kompositionen tief beeindruckt und auch sein Frühwerk ist maßgeblich von der Musik Wagners beeinflusst.

Schon 1869 erhielt Nietzsche das Angebot, als außerordentlicher Professor für klassische Philologie an die Universität Basel zu gehen, dabei hatte er noch nicht einmal promoviert. Sein besonderes altsprachliches Talent war bereits über die Universitätsmauern hinaus bekannt und vielversprechend.

Übergang zur Philosophie

Sein erstes größeres Werk "Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" kam bei Kritikern nicht besonders gut an und wurde größtenteils abgelehnt. Grund dafür ist, dass Nietzsche sich in diesem Werk von der traditionellen philologischen Methode abwendet und vermehrt mit philosophischer Spekulation arbeitet.

Allgemein wurde Nietzsches Interesse an Philosophie immer größer, sodass er sich sogar auf einen philosophischen Lehrstuhl bewarb, jedoch ohne Erfolg. Seine Zeit in Basel nutzte er auch, um seine Freundschaft mit Richard Wagner zu pflegen, der in Basel lebte.

Im Jahr 1876 brach Nietzsche jedoch mit Wagner. Es entwickelte sich sogar eine Gegnerschaft zwischen den beiden Intellektuellen, die Nietzsche in seinem Spätwerk "Nietzsche contra Wagner" thematisiert. Etwa um dieselbe Zeit distanzierte er sich auch von der Philosophie Schopenhauers.

Tätigkeit als freier Autor

Tätigkeit als freier Autor

Im Jahre 1879 verließ Nietzsche die Universität aus gesundheitlichen Gründen und begab sich in vorzeitige Pensionierung. Seit mehreren Jahren hatte er bereits mit Migräne, Magen- sowie Sehstörungen zu kämpfen, die ihn schließlich dazu zwangen, seine Tätigkeit an der Universität aufzugeben.

Fortan war Nietzsche als freier Autor und Philosoph tätig. Er unternahm viele ausgiebige Reisen, immer auf der Suche nach geeigneten Klimabedingungen. Etwa um das Jahr 1882 zerwarf er sich mit seiner Familie und vielen seiner Freunde und war daraus folgend von Suizidgedanken geplagt.

Diese Gedanken wurden noch durch seinen immer schlechter werdenden Gesundheitszustand bestärkt. Auch seine Karriere als freier Autor und Philosoph lief nur schleppend. So wurden seine Werke teilweise nur noch im Privatdruck mit wenigen Exemplaren veröffentlicht.

1888 gelangte er in eine Hochstimmung, veröffentlichte mehrere Bücher und begann seine Autobiographie "Ecce Homo" zu schreiben. Dabei schwankte er immer wieder zwischen Größenwahn und Depression.

'Und Nietzsche weinte'

Nietzsches Einfluss auf die Nachwelt ist so groß, dass sich auch andere Autorinnen und Autoren von ihm inspirieren lassen.

Die Inspiration geht teilweise so weit, dass Nietzsche in dem Roman "Und Nietzsche weinte" (Irvin D. Yalom, 1992) zusammen mit dem österreichischen Arzt Josef Breuer und einer weiteren Figur den Protagonisten der fiktiven Handlung verkörpert.

Der Roman handelt von einer jungen Russin namens Salomé, die zusammen mit dem Arzt Breuer versucht, den suizidgefährdeten Nietzsche zu helfen.

Krankheit und Tod

Im Jahr 1889 schrieb Nietzsche im Wahn Briefe an seine Freunde und hatte schließlich einen Nervenzusammenbruch. Darauf folgte der Aufenthalt in mehreren Psychiatrischen Kliniken, in denen er seine letzten Lebensjahre verbrachte.

Diese Zeit war geprägt von Wahnvorstellungen, Apathie (Gleichgültigkeit) und Schlaganfällen. Ab 1897 war er teilweise gelähmt. Seine Mutter starb im selben Jahr. 1900 starb er schließlich im Alter von 55 Jahren durch einen weiteren Schlaganfall und eine Lungenentzündung.

Die wichtigsten Werke

Die wichtigsten Werke

In diesem Kapitel findest du einige der wichtigsten Werke von Friedrich Nietzsche. Als Hauptwerke gelten "Menschliches, Allzumenschliches”, "Also sprach Zarathustra” und "Jenseits von Gut und Böse”.

Neben diesen Werken schrieb Nietzsche auch Aphorismen, philosophische Abhandlungen und lyrische Werke. Eines seiner bekanntesten Zitate "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker” stammt aus "Götzen-Dämmerung”.

Seine Gedanken haben einen aufklärerischen Charakter und fallen zeitlich in die Literaturepochen Realismus und Naturalismus. Sie lassen sich aber nicht mit typischen Werken dieser Zeit vergleichen, da Nietzsche stets kontrovers dachte und seiner Zeit voraus war.

Seine Bücher faszinieren die Menschen bis heute und sind noch oft Thema im Schulunterricht, dem Philosophie- oder Germanistik-Studium.

  • Menschliches, Allzumenschliches (1878–1879)
  • Die fröhliche Wissenschaft (erstmals 1882, ergänzt 1887)
  • Also sprach Zarathustra – Ein Buch für Alle und Keinen (1883–1885)
  • Jenseits von Gut und Böse – Vorspiel einer Philosophie der Zukunft (1886)
  • Der Fall Wagner – Ein Musikanten-Problem (1888)
  • Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert (1889)
  • Der Antichrist – Fluch auf das Christentum (1895)
  • Nietzsche contra Wagner (1895)
  • Ecce homo – Wie man wird, was man ist (verfasst 1888, posthum veröffentlicht 1908)

Berühmte Thesen von Nietzsche

Berühmte Thesen von Nietzsche

In diesem Kapitel erklären wir dir drei Thesen von Nietzsche, die aus seinen vielen Gedanken über das Leben, die Menschen und die Welt hervorgingen.

Darunter befindet sich die Annahme, dass Schönes nicht ohne Schreckliches existieren könne, dass Gott tot ist und die Menschen ihn getötet haben und die Idealvorstellung des Übermenschen.

Schönes existiert nicht ohne Schreckliches

Nietzsche vertrat die These, dass es nichts Schönes ohne Schreckliches gebe.

Deutlich werden diese Gedanken in seinen Zitaten:

  • "Es gibt keine schöne Fläche ohne eine schreckliche Tiefe.” (1870/71)
  • "Unsere Mängel sind die Augen, mit denen wir das Ideal sehen.” (1878)

Er verweist darauf, dass der Mensch das Schöne im Leben daran misst, wie stark der Kontrast zum Schrecklichen ist. Ohne den Vergleich könne nichts schön sein. Je kritischer wir unsere Fehler betrachten und je stärker unsere Mängel sind, umso schöner scheint das weit entfernte Ideal.

Als metaphorischen Vergleich kannst du dir eine Blume in der Wüste vorstellen. Einzeln im verdorrten Land scheint sie vermutlich schöner und besonderer als wenn du eine einzelne Blume auf einer grünen Blumenwiese betrachtest.

Gott ist tot

Friedrich Nietzsche: "Gott ist tot"

Das berühmte Nietzsche-Zitat "Gott ist tot” stammt aus "Die fröhliche Wissenschaft” (1882/87). Mit dieser Aussage meint Friedrich Nietzsche, dass die nach außen getragenen christlichen Werte nur scheinheilig sind.

Das volle Zitat lautet:

"Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet."

Der Mensch hat den Glauben an Gott durch sein Verhalten gebrochen, auch wenn er weiterhin so tut, als würde er nach christlichen Werten leben. In diesem Zitat Nietzsches wird noch einmal seine nihilistische Weltsicht deutlich, die Vergänglichkeit und Zerstörung betont.

Aus diesem Gedanken entsteht auch die Theorie des Übermenschen. Nach ihr solle der Mensch nicht mehr von seinem Glauben und von Mitleid geleitet werden. Er solle sich davon lösen und seinem eigenen Willen folgen.

War Nietzsche Atheist?

Friedrich Nietzsche war weder Atheist noch richtig gläubig.

Er beschäftigte sich allerdings viel mit Religion und ihrer Wirkung, zum Beispiel mit:

Der Übermensch

Nietzsches Theorie des Übermenschen

Der Übermensch nach Nietzsche ist seine Idealvorstellung eines Menschen. Er sieht den Menschen in der Pflicht, sich weiterzuentwickeln und über sich selbst hinauszuwachsen.

Nietzsches Ideal zufolge müsse der Mensch sich von gesellschaftlichen Zwängen, Moral und Religion befreien, um sich unabhängig von ihnen zu entfalten. Somit würde er die "menschlichen Fehler" ablegen und seine Schwächen überwinden, um ‘besser’ zu werden.

Die Theorie vom Übermenschen nutzten die Nationalsozialisten später für ihr Idealbild des "Herrenmenschen" und einer übermenschlichen Rasse. Nietzsche selbst nahm zu Lebzeiten aber deutlich Abstand von Nationalismus und Antisemitismus.

Er war ab 1869 nach seinem Umzug von Preußen nach Basel sogar auf eigenen Wunsch staatenlos und besaß keine Staatsbürgerschaft.

Nietzsche und Nihilismus

Friedrich Nietzsche ist auch einer der stärksten Vertreter des Nihilismus. Er zeichnet sich durch eine negative und pessimistische Weltsicht aus und spiegelt sich in vielen von Nietzsches Zitaten und Werken wider.

Der Philosoph betrachtete das Leben und die menschliche Existenz als ein ewiges und sinnloses Wiederkehren der Dinge ohne wahren Wert.

Beispielhaft für diese Sichtweise dient ihm dabei oft die Religion und der Glaube an Gott, der im antiken Griechenland begann und in seiner Gegenwart, dem 19. Jahrhundert, an Bedeutung verlor.

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