Skip to main content

Textgebundene Erörterung: In 4 Schritten zum perfekten Text

Es gibt viele verschiedene Arten von Erörterungen, besonders oft begegnest du ihnen in der Oberstufe und im Studium. Am häufigsten wird dort die textgebundene Erörterung geschrieben. Wie die genau aussieht, und wie du einen guten Text hinbekommst verraten wird dir im Folgenden.

Die textgebundene Erörterung ist, wie der Name schon sagt, auf einen bestimmten Text wie einen Zeitungsartikel oder einen Sachtext bezogen. In Abgrenzung zu anderen Erörterungen wie der linearen oder dialektischen Erörterung ist die textgebundene Erörterung sehr eng auf ein bestimmtes Thema ausgerichtet. Das verschafft dir im Endeffekt viele Vorteile, weil du dich Stück für Stück an dem Text entlang hangeln kannst und eine gute Orientierung hast, um deine Erörterung zu schreiben.

Textgebundene Erörterung schreiben: Aufbau & Tipps

Wie die meisten Textarten besteht auch die textgebundene Erörterung aus drei Teilen, die aufeinander aufbauen: Die Einleitung, der Hauptteil und der Schlussteil. Es ist ratsam, immer eine detaillierte Vorbereitung für den Text zu machen, damit du beim Schreibprozess später besser zurecht kommst. Im Folgenden findest du die vier wichtigsten Schritte für deine perfekte Erörterung.

Im Gegensatz zu einer Sachtextanalyse geht es hier um die Argumente des Autors des Textes und in erster Linie nicht um deine eigene Meinung. Während du bei einer Sachtextanalyse eine eigene Argumentationsstruktur aufbaust, erörterst du bei der textgebundenen Erörterung die Argumente des Autor des Textes.

Vorbereitung

Textgebundene Erörterung: Markierungen und Notizen erleichtern das Schreiben

Als Vorbereitung gilt wie immer bei allen Texten, mit denen du dich beschäftigt: Gut lesen. Am besten tust du dies mit Textmarker, um die wichtigsten Stellen zu markieren. Darüberhinaus solltest du dich in unterschiedlichste Sekundärliteratur zum Thema einlesen. Schaue auch, was du in der Zeitung oder im Internet zu dem Thema findest.

Jetzt bist du bereit für eine erste Stoffsammlung. Stelle die Hauptthese des Autors heraus und identifiziere im Text die einzelnen Argumente. Du kannst in diesem Schritt die Argumente auch schon nach Art und Weise und nach der jeweiligen Stärke sortieren. Danach solltest du die Argumente zur Position noch nach Pro- oder Kontra-Argument ordnen und die jeweiligen Begründungen und Beweise dazu zuordnen.

Checkliste:

  • Habe ich den Text aufmerksam gelesen?
  • Habe ich mich in Sekundärliteratur, Zeitung und Internet über das Thema informiert?
  • Habe ich wichtige Stellen unterstrichen?
  • Habe ich die Argumentation und die Hauptthese des Autors verstanden?
  • Habe ich die Argumente vom Schwächsten bis zum Stärksten sortiert?

Einleitung

In die Einleitung kommt wie gewöhnlich Titel, Autor, Textsorte, Thema, Zeit und Inhalt des Textes. Als Merkwort könntest du hier jeweils die Anfangsbuchstaben der einzelnen Komponenten nehmen und das Fantasiewort TATTZI bilden. So kannst du dich im Zweifel dran erinnern, was alles in einen vollständigen Einleitungssatz reingehört. Außerdem hat die Einleitung über den ersten Satz hinaus drei grundlegende Funktionen. Erstens soll sie auf die Thematik aufmerksam machen, die in einer Erörterung behandelt wird, zweitens soll sie in den Hauptteil überleiten und drittens soll die Einleitung für das Thema Interesse wecken.

Checkliste:

  • Habe ich alle relevanten Informationen in den Satz eingebaut?
  • Passt die Überleitung in den Hauptteil des Textes?
  • Beschreibe ich das Thema eindeutig?
  • Wecke ich mit meiner Einleitung Interesse für das Thema?

Hauptteil

Der Hauptteil der textgebundenen Erörterung ist wie immer bei Analysen und Erörterungen aller Art das Herzstück des Textes. Hier zeigst du, dass du alles verstanden hast und die Argumente des Autors richtig einordnest und bewertest. Ziel ist es, dem Leser den ihm noch unbekannten Text nahezubringen, die Struktur des Textes zu durchschauen und die Argumente übersichtlich zusammenzufassen und zu bewerten.

Die eigentliche Analyse ist ein Text, den du sehr unterschiedlich gestalten kannst und wo du in der Beantwortung von bestimmten Fragen recht frei bist. Im Wesentlichen beantwortest du hier vor allem folgende Fragen.

  • Welche Leitthese hat der Autor?
  • Welche Argumente nutzt der Autor (Faktenargumente oder eher persönliche Erfahrungen)?
  • Wer ist der Autor und was hat er für eine Biographie?
  • Wie stark sind die Argumente?
  • Sind seine Argumente moralisch unbedenklich?
  • Welche Besonderheiten prägen den Text?
  • Schreibt der Autor den Text sachlich und objektiv oder etwa sehr subjektiv, vielleicht sogar manipulativ?
  • Wenn ja, wie genau macht er das und was will er damit bezwecken?
  • Sind die Grundannahmen für seine Argumente falsch oder richtig?
  • Welche Schlussfolgerungen zieht der Autor?

Du könntest auch auf verschiedene rhetorische Stilmittel eingehen, die vom Autor benutzt werden.

Im Großen und Ganzen geht es also darum, die Argumentationsstruktur und die Zielsetzung des Textes zu verstehen und für den Leser verständlich darzustellen. Besonders wichtig sind die Belege für das, was du in deiner Erörterung sagst, denn im Prinzip gibst du nur die Meinung des Autors wieder. Der Text muss deswegen vor Verweisen auf den Text des Autor wimmeln, denn nur das sind die Beweise dafür, dass deine Aussagen zum Text auch stimmen und nachvollziehbar sind.

Checkliste:

  • Habe ich meinen Text richtig strukturiert?
  • Habe ich alle Verweise und Belege richtig angegeben?
  • Habe ich den Text leicht und verständlich geschrieben?

Schlussteil

Der Schlussteil fällt bei einer textgebundenen Erörterung meistens etwas länger aus als bei anderen Analysen und Textarten. Das liegt daran, dass er auch noch aus unterschiedlichen Teilen besteht, die nach Vorliebe des Autors mehr oder weniger in den Schlussteil mit eingehen. Wichtigster Teil und auf alle Fälle obligatorisch ist die kurze Zusammenfassung des Hauptteils beziehungsweise des gesamten Textes. Hier fasst du deine ganze Arbeit noch mal in drei oder vier Sätzen zusammen und gehst auf die wichtigsten Aussagen ein. Danach hast du die Möglichkeit, auch nochmal selber Stellung zu diesem Thema zu beziehen. Hier kannst du nicht nur eigene Argumente anführen und sie mit Beispielen unterfüttern, du kannst auch einen Appell an den Leser deines Textes richten und klare Aussagen zu Sinn und Unsinn des erörterten Textes treffen.

Darüberhinaus solltest du den Text auch noch in den Gesamtkontext der Zeit einordnen. Hat das Thema gerade einen Bezug zu einem politischen oder gesellschaftlichen Diskurs, der zum Beispiel in den Medien geführt wird? Anschließend daran kannst du eine Prognose abgeben, in welcher Form sich das Thema wohl in dem erwähnten gesellschaftlichen Kontext entwickeln wird und welche Formen es annehmen kann. Außerdem kannst du sogar eigene Lösungsvorschläge machen, wie ein bestimmtes Problem in Zukunft angegangen werden kann und wie eine Veränderung beigefügt wird.

Der Schlussteil gibt dir also nochmal eine sehr gute Möglichkeit, den Text abzurunden und deine eigene Fachkenntnis zu einem Thema einzubringen. Somit kannst du davon ausgehen, dass der Schluss neben dem Hauptteil einen sehr wichtigen Teil in der textgebundenen Erörterung einnimmt.

Checkliste:

  • Habe ich den Text nochmal kurz und kann zusammengefasst?
  • Habe ich eigene Argumente angeführt und sie mit guten Beispielen unterfüttert?
  • Habe ich den erörterten Text in einen größeren Zusammenhang eingeordnet?
  • Habe ich einen Ausblick auf die Zukunft gegeben?
  • Habe ich Lösungsvorschläge unterbreitet, wie Dinge verändert werden können?
186 votes, average: 4,12 out of 5186 votes, average: 4,12 out of 5186 votes, average: 4,12 out of 5186 votes, average: 4,12 out of 5186 votes, average: 4,12 out of 5 (186 votes, average: 4,12 out of 5)
You need to be a registered member to rate this.
Loading...

Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!