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Kommentar schreiben: 3 Tipps & 3 Formen des Meinungsbeitrags

Ein Kommentar ist immer eine Meinungsäußerung – egal ob du einen bereits vorhandenen Text kommentierst oder einen journalistischen Kommentar verfasst. Worauf du dabei achten musst und was ein Kommentar überhaupt ist, erfährst du im Folgenden.

In Zeiten des Internets gehört das Kommentieren zum Alltag. Unter Videos, Texten und Statusmeldungen kannst du deinen Kommentar und somit deine Meinung hinterlassen. Neben diesen kurzen und formlosen Beiträgen gibt es allerdings auch den journalistischen Kommentar, der um einiges umfangreicher ist. Alles was du über diese Textform wissen musst, erfährst du im Folgenden.

Meinung äußern mit einem Kommentar

Meinung äußern mit einem Kommentar

Der Kommentar zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er zur Meinungsbildung beiträgt. In einem Kommentar äußert der Autor seine reflektierte Meinung zu einem bestimmten gesellschaftlichen Thema. Dabei sollte der Kommentar immer möglichst kritisch sein.

Allgemein schreibt der Autor seine Gedanken zu einem bestimmten Thema auf. Natürlich sollte dies nicht einfach ein Stream of Consciousness sein, bei dem die Gedanken ohne Struktur zu Papier gebracht werden, sondern strukturierter verlaufen. Auch sollte der Kommentar nicht einem Tagebucheintrag gleichen. Meinungen und Behauptungen sollten sich nämlich auf fundierte Tatsachen berufen, wie es in jedem guten journalistischem Artikel der Fall sein sollte.

Ein Kommentar sollte immer als Meinungsbeitrag gekennzeichnet sein. Das geschieht dadurch, dass der Autor des Artikels explizit benannt wird und oft von persönlichen Erfahrungen und mitunter sogar in Ich-Form schreibt. Auf diese Weise soll der Kommentar klar von einem neutralen Bericht unterscheidbar sein und so für Transparenz für den Leser sorgen.

Manchmal werden Aspekte des Berichts und Kommentars vermischt. Vor allem im Boulevardjournalismus kommt dies immer wieder vor. Normalerweise ist ein Kommentar jedoch eine Antwort auf einen sachlichen Bericht, mit welcher der Autor Stellung zu den beschriebenen Ereignissen nimmt. In der Regel werden die Hintergründe und Zusammenhänge des Ereignisses erläutert und in einer Argumentation die Meinung des Autors herausgearbeitet. Ziel des Kommentars ist, den Leser dazu anzuregen, sich selbst eine Meinung zu dem behandelten Thema zu bilden. Meinungsbeiträge in den Medien sind übrigens sogar im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschützt und besitzen einen wichtigen Status in der Gesellschaft.

Das oder der Kommentar

Das Wort “Kommentar“ leitet sich von dem lateinischen Wort “commentarius“ ab, das soviel wie Notizbuch oder Niederschrift bedeutet. Wie in einem Notizbuch werden in einem Kommentar Anmerkungen gemacht oder Kritik zu einem bestimmten Thema geäußert. Uneinigkeit herrscht beim Kommentar jedoch über die Wortart, also ob es sich um ein maskulines (“der Kommentar) oder neutrales Substantiv (“das Kommentar“) handelt.

Richtig ist eine maskuline Verwendung des Wortes, also “der Kommentar“. Es bestehen keine Ausnahmen. Egal ob du den journalistischen Kommentar oder die Kommentarfunktion in einem Forum meinst, immer geht es um den Kommentar als ein maskulines Wort.

Arten von Kommentaren nach La Roche

Kommentare können nach dem deutschen Journalist Walther von La Roche in drei Arten unterteilt werden. Je nach Kommentar ist der Aufbau des Textes verschieden. In der Regel wird anfangs jedoch der Sachverhalt genauestens dargestellt, damit der Leser den Hintergrund kennt. Dann folgt eine Argumentation, die die Meinung des Autors stützt, und zum Schluss ein Fazit. Alternativ kann der Autor einer These auch eine Gegenthese gegenüberstellen und aus dieser Argumentation ein Fazit ziehen. Bei La Roche äußert sich eine solche Einteilung folgendermaßen:

Argumentations-Kommentar: Solch ein Kommentar soll den Leser überzeugen, auch wenn mitunter auch kurz auf andere Standpunkte eingegangen wird. Zum Schluss arbeitest du deinen eigenen Standpunkt heraus und fasst das Wesentliche in einem kurzen Absatz zusammen.

Einerseits-Anderseits-Kommentar: Diese Form des Kommentars kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Autor noch keine eindeutige Meinung zum Thema hat. These und Gegenthese werden also gegeneinander abgewogen. So kann vor allem die Komplexität eines bestimmten Themas herausgearbeitet werden.

Geradeaus-Kommentar: Bei diesem Kommentar wird auf eine Argumentation verzichtet. Stattdessen macht der Autor direkt seine Meinung deutlich, die entweder ein Lob oder eine eindeutige Kritik an einem Sachverhalt sein kann.

Einen guten Kommentar schreiben: So geht’s

Einen guten Kommentar schreiben: So geht’s

Je nach gewählter Form kann sich die Struktur ein wenig unterscheiden. Wichtig ist, dass du eine kurze Einleitung gibst und zum Schluss ein kurzes Fazit schreibst. Entscheidest du dich für eine Argumentation, solltest du deine Argumente mit Beispielen stützen. Ein paar Richtlinien solltest du jedoch unabhängig von der jeweiligen Art des Kommentars beachten, die wir dir im Folgenden erläutern.

Ziel festlegen

Bevor du den Kommentar verfasst, solltest du dir überlegen, was du mit deinem Text überhaupt erreichen möchtest und nach diesen Kriterien schließlich die Art deines Kommentars auswählen. Wenn du den Leser von deiner Meinung überzeugen möchtest, solltest du einen Argumentations-Kommentar wählen. Hast du dich dagegen noch nicht entschieden, welche Position du einnimmst, und möchtest beide Seiten gleichermaßen beleuchten, bietet sich ein Einerseits-Anderseits-Kommentar an. Verzichtest du auf eine Argumentation und möchtest deinem Ärger Luft machen oder deiner Begeisterung für ein Thema Ausdruck verleihen, solltest du einen Geradeaus-Kommentar schreiben.

Gut recherchieren

Damit deine Meinung für den Leser nachvollziehbar ist, solltest du dich zuvor gut über das Thema informieren. Vor allem wenn du den Leser von deiner Meinung überzeugen willst, sollten deine Argumente schlüssig sein. Um gute Argumente zu finden, solltest du ausreichend Hintergrundinformationen recherchieren und umfassend über das Thema Bescheid wissen. Das hilft dir auch bei der Meinungsbildung. Vielleicht hat sich deine Meinung nach der Recherche sogar verändert, da du jetzt einen anderen Blickwinkel auf das Thema hast. Mit deinem Kommentar kannst du dem Leser deinen Blickwinkel näher bringen, ohne dass er denselben Aufwand wie du mit der Recherche betreiben muss.

Sachlich bleiben

Auch wenn du in einem Kommentar deine persönliche Meinung äußerst, solltest du dennoch einen sachlichen Schreibstil verwenden und keinesfalls ausfallend oder beleidigend werden. Allerdings kannst du deinen Kommentar sprachlich klar von einem nüchternen Bericht abgrenzen und kreativ werden. Eine reißerische Überschrift kann dir zu Beispiel die Aufmerksamkeit des Lesers sichern. Besonders gut macht sich ein ironischer Stil, der das beschriebene Thema ein wenig auflockert und mit dem du Kritik weniger hart herüberbringen kannst. Bedenke dabei jedoch, dass Ironie nicht bei jedem Thema angemessen ist. Dennoch kannst du in den meisten Fällen einen humorvollen Ton anstreben und mit passenden Adjektiven arbeiten. Damit dein Text für den Leser klar verständlich ist, solltest du kürzere Sätze verwenden und komplizierte Sachverhalte möglichst einfach darstellen. Wie du einen besseren Schreibstil entwickelst, erfährst du hier. 

Weitere Formen des Kommentars

Weitere Formen des Kommentars

Bei einem Kommentar handelt es sich im Wesentlichen um einen Meinungsbeitrag. Deine Meinung kannst du jedoch auf verschiedene Weisen äußern. Es gibt einige journalistische Darstellungsformen, die unter einen Kommentar gefasst werden können.

Leitartikel

Leitartikel sind in der Regel länger als Kommentare und beleuchten die unterschiedlichen Positionen zu einem Thema. Da sie oft in Tageszeitungen erscheinen, geben sie normalerweise die Meinung der Redaktion zu einem gesellschaftlich relevanten Thema wieder, das mitunter im Team diskutiert wurde, um eine entsprechende Meinung zu bilden. Den Leitartikel schreibt dann ein Redaktionsmitglied, das die Position kompetent rüberbringen kann. Meist werden Themen unabhängig von ihrer Tagesaktualität, sondern anhand ihrer Entwicklung in der Vergangenheit besprochen. Manchmal wird auch auf mögliche Entwicklungen in der Zukunft eingegangen. Der Text sollte allgemein die politische Richtung der Zeitung widerspiegeln.

Glosse

Die Glosse ähnelt dem Kommentar stark in seinem Aufbau, allerdings ist die Glosse allgemein bissiger und besitzt zuweilen auch satirische Elemente. Zudem ist sie relativ kurz und nimmt oft nur wenige Zeilen in der Zeitung oder auf einer Online-Platform in Anspruch. Meist wird ein bestimmter Sachverhalt kritisiert, jedoch auf eine originelle und komische Art und Weise. Dabei sollte der Autor stets versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Sachlichkeit und Sarkasmus aufrecht zu erhalten und niemals ins Lächerliche abrutschen. Mit der Glosse soll der Leser zum Nachdenken angeregt werden, sodass auch er den beschriebenen Sachverhalt kritisch hinterfragt.

Kolumne

Auch die Kolumne ist dem Kommentar zuzuordnen, allerdings erscheint die Kolumne im Gegensatz zum Kommentar regelmäßig immer an der gleichen Stelle einer Zeitung – und zwar von dem selben und meist renommierten Autor. Es handelt sich also um einen Meinungsbeitrag, der die Ansichten des Autors und nicht wie bei einem Leitartikel der Redaktion widerspiegelt. Darum ist die Kolumne oft sichtlich vom Rest der Zeitung abgegrenzt, denn die Redaktion überarbeitet die Kolumne vor der Veröffentlichung meist nicht. Themen sind oft aktuelle Nachrichten und allgemein gesellschaftlich relevante Angelegenheiten.

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