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Abstract schreiben: 13 Tipps für die perfekte wissenschaftliche Zusammenfassung

Das Abstract ist das Aushängeschild deiner wissenschaftlichen Arbeit. Es sollte keine wichtigen Informationen auslassen, aber auch nicht zu lang werden. Wir helfen dir mit 13 Schreib-Tipps auf deinem Weg zum perfekten Abstract.


Abstract: Das ist eine wissenschaftliche Zusammenfassung

Abstract: Das ist eine wissenschaftliche Zusammenfassung

Ein Abstract ist eine kurze Inhaltsangabe einer wissenschaftlichen Arbeit. Es wertet nicht und enthält keine Interpretationen, sondern liefert lediglich Fakten über die vorliegende Arbeit. Seine Hauptaufgabe ist es, einen Überblick über die Forschungsarbeit zu liefern und deren Ergebnisse zu präsentieren. Meist wird ein Abstract bei Arbeiten in Verbindung mit empirischen Studien gefordert. Aber auch bei anderen, nicht empirischen umfangreichen Arbeiten wie der Bachelor- oder Masterarbeit ist ein Abstract oft üblich.

Die Hauptmerkmale eines Abstracts sind Objektivität, Kürze, Verständlichkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Du solltest also nicht deine eigene Meinung präsentieren, an überflüssigen oder langen Formulierungen sparen, dich klar und stringent ausdrücken, die Struktur deiner Arbeit widerspiegeln, keine wichtigen Informationen auslassen und die Fakten exakt so darlegen, wie sie sind.

Diese Vorteile hat ein Abstract

Ein Abstract kann den Leser direkt darüber informieren, um was es in der Arbeit geht. Das hat den Vorteil, dass der Leser sofort entscheiden kann, ob die vorliegende Arbeit für ihn relevant ist oder nicht. So spart er enorm viel Zeit bei der Recherche für die eigene Arbeit und sieht auf einen Blick, ob es sich für ihn lohnt, die gesamte Arbeit zu lesen. Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Informationslieferung. Wissen wird in Form des Abstracts schnell und überschaubar dargeboten und liefert bei Bedarf die entsprechende Hintergrundforschung als Beweis.

Abstract schreiben: Mit diesen 13 Tipps gelingt’s

Abstract schreiben: Mit diesen 13 Tipps gelingt’s

Die folgenden Tipps verraten dir, worauf du bei deinem Abstract unbedingt achten solltest und was du besser vermeiden solltest. Schließlich ist es das Aushängeschild und der erste Eindruck deiner wissenschaftlichen Arbeit. Es sollte interessant, aber auch sachlich zu sein. Informationsreich aber auch kurz. Wir helfen dir auf der Gratwanderung zum perfekten Abstract.

Verwechsle dein Abstract nicht mit einem Exposé

Das Exposé soll das gesamte Forschungsvorhaben in groben Schritten darstellen und wird erstellt bevor die wissenschaftliche Arbeit verfasst wird. Es dient der Strukturierung und schrittweisen Planung des Themas. Die Forschungsfrage wurde noch nicht beantwortet und darf noch offen stehen. Ein Abstract wird immer im nachhinein geschrieben und soll den Inhalt der gesamten Arbeit möglichst komprimiert und informationsreich präsentieren. Das Forschungsergebnis liegt hier bereits vor und sollte sich unbedingt in deinem Abstract wiederfinden.

Ein Abstract unterscheidet sich vom Schlussteil

So mancher Student wird sich vermutlich mit dem Gedanken befassen, ganz einfach den Schlussteil der Arbeit als Abstract zu verwenden. So einfach ist das leider nicht. Der Schlussteil enthält nämlich im Gegensatz zum Abstract eine Wertung deiner Ergebnisse. Zudem ist er deutlich länger und sein Aufbau ist nicht explizit vorgegeben. Das Abstract folgt allerdings sehr wohl einer gewissen Reihenfolge. Diese erläutern wir genauer im nächsten Kapitel.

Es macht zudem keinen guten Eindruck, wenn dein Prüfer merkt, dass du für dein Abstract lediglich Teile aus deiner Arbeit herauskopiert und wieder zusammengefügt hast. Formuliere neue Sätze und rechne damit, vielleicht sogar zwei bis drei Entwürfe anzufertigen. Wähle von ihnen das Beste aus oder kombiniere eine perfekte Version aus all deinen Entwürfen.

Frage eine Person, die nicht in deine Arbeit eingeweiht ist, ob sie dein Abstract leicht verständlich findet oder ob noch etwas fehlt.

Halte Aufbau und Länge ein

Halte Aufbau und Länge ein

Ein Abstract fasst in der Regel zwischen 150 und 250 Wörtern. Seine geringe Länge erfüllt die Funktion, schnell einen überschaubaren Blick über deine wissenschaftliche Arbeit zu bekommen. Falls dein Dozent oder Betreuer allerdings andere Vorgaben hat, solltest du dich immer an diese halten.

Ein Abstract besteht aus vier groben Bestandteilen. Es beginnt mit der Einführung inklusive aller wichtigen Hintergrundinformationen. Wie ist die Ausgangslage? Welche Fragestellung und welches Ziel hast du verfolgt? Benenne hier ebenfalls die Relevanz und den Forschungskontext deiner Arbeit.

Es folgt ein methodischer Teil. Hier informierst du den Leser kurz über deine Forschungsmethoden, nennst wichtige Merkmale, die du berücksichtigt hast (bei einer Studie z.B. Charakteristika der Probanden) und nennst deine These oder Hypothese. Im Anschluss präsentierst du deine Ergebnisse und widmest dich zuletzt deiner Schlussfolgerung. Hierher gehören ebenfalls Diskussionspunkte, Implikationen oder Anwendungsmöglichkeiten.

Folge diesen stilistischen Vorgaben

Wie bereits in der Definition erwähnt, ist die Haupteigenschaft eines Abstracts seine Kürze, Präzision und Vollständigkeit. Bleibe immer objektiv und nenne nichts, das sich nicht auch in dem Hauptteil deiner wissenschaftlichen Arbeit wiederfindet. Verwende keine Zitate und wiederhole den Titel nicht, so sparst du eine Menge Platz.

Die sprachlichen Anforderungen stehen im Gegensatz zu den leicht veralteten deutschen Standards, in denen man wissenschaftliche Arbeiten oft möglichst kryptisch formuliert und mit viel Fachvokabular ausschmückt. Ein Abstract sollte hingegen immer leicht verständlich sein und alles klar und deutlich ausdrücken, damit keine Interpretationsarbeit mehr geleistet werden muss. Es dürfen keine Missverständnisse aufkommen und das Wissen soll zudem so viele Menschen wie möglich erreichen (und nicht den Dozenten beeindrucken).

Achtung: Viele Hochschulen fordern ein Abstract auf Deutsch und auf Englisch

Achtung: Viele Hochschulen fordern ein Abstract auf Deutsch und auf Englisch

Es ist nicht unüblich, ein Abstract sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch formulieren zu müssen. Die Hochschulen haben dabei im Sinn, dass deine Forschungsarbeit durch die Weltsprache Englisch möglichst viel Reichweite erlangen kann. Wenn du unsicher bist, den Text auf Englisch selbst zu formulieren, frage einen Freund um Hilfe. Ansonsten erfährst du hier erfährst du auch hier, wie du richtig Englisch lernen kannst. Lektorate und Mentorate können ebenfalls hilfreich sein. Im nächsten Kapitel erfährst du mehr über die Unterschiede zwischen einem englischen und einem deutschen Abstract.

Beachte die Tempus-Unterschiede zwischen englischen und deutschen Abstracts

Wenn du einmal ein Abstract auf Englisch geschrieben hast, kannst du dein bisheriges Wissen darüber leider nicht eins zu eins auf das Deutsche übertragen. Umgekehrt funktioniert es natürlich auch nicht. Der Hauptunterschied hierbei ist die Zeit. Während es im Englischen üblich ist, im ersten Teil des Abstracts das Present Tense zu verwenden, wird im Deutschen meist eher im Passiv geschrieben. Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung:

  • Deutsch: Es wird eine Studie vorgestellt… / Aufgezeigt wird, dass…
  • Englisch: The Tasks are based on… / The strategy is…

Im methodischen Teil und Schluss des Abstracts wird im Deutschen meist die Vergangenheitsform verwendet (etwas wurde festgestellt, es benötigte). Im Englischen ebenfalls Past Tense, allerdings hier auch häufig in der aktiven Form (raised, manipulated etc.). Achte immer darauf, dass du nicht strikt eine Zeit einhältst, die nicht dem entspricht, was in deiner Arbeit geschehen ist. Sprichst du zum Beispiel gerade von einer älteren Studie solltest du selbstverständlich eine Vergangenheitsform verwenden.

Beziehe die Lesegruppe mit ein

Häufig wird die Zielgruppe der wissenschaftlichen Arbeit im Abstract vergessen. Dabei ist es durchaus von Vorteil, dem Leser von vornherein zu verraten, welche Fachbereiche deine Arbeit berührt. Generell solltest du beim Schreiben darauf achten, dass deine Arbeit interessant und anschaulich für den Leser formuliert ist. Wenn dein Abstract ebenfalls übersichtlich und leicht geschrieben ist, lockt es vermutlich mehr Leser an als wenn du mit Fachbegriffen um dich wirfst, unter denen sich niemand etwas vorstellen kann.

Stelle dir diese Zwischenfragen

Stelle dir diese Zwischenfragen

Wenn du bei deinem Abstract nicht mehr weiter weißt, kannst du dir einfach immer wieder die wichtigsten Fragen vor Augen halten. Wer nicht mehr weiß, was er schreiben soll, fängt häufig an Nebensächliches mit einzubringen. Doch das ist ein fataler Fehler beim Abstract schreiben. Stelle dir aus diesem Grund immer wieder die folgenden Fragen, damit du nichts vergisst und nichts Überflüssiges mit einbringst. Nutze sie auch zur Vervollständigung.

  • Was ist das Ziel meiner Arbeit?
  • Für wen ist meine Arbeit interessant? Wer gehört zur Zielgruppe?
  • Was ist mein Ergebnis bzw. sind meine Ergebnisse?
  • Wie habe ich gearbeitet? (Theoretisch oder empirisch, quantitativ oder qualitativ, welche Methoden habe ich angewandt?)

Der richtige Zeitpunkt für ein Abstract

Immer wieder machen Studenten den Fehler, gleich zu Beginn ihrer Arbeit das Abstract zu formulieren. Das mag zum einen auch hilfreich sein, indem du sofort einen Überblick über deine Arbeit schaffst, doch schreibe dazu lieber ein Exposé. Das Abstract sollte ganz zum Schluss formuliert werden, wenn du einen geschulten Blick über deine Arbeit hast. Vielen Studenten wird nämlich erst ganz am Schluss ihrer Arbeit klar, was sie genau geleistet haben. Es sollte alles von vorn bis hinten durchdacht sein und sich in deinem Abstract widerspiegeln.

Wohin gehört das Abstract?

Wenn dein Abstract mitgedruckt und abgegeben werden soll, gehört es zwischen das Deckblatt und dein Inhaltsverzeichnis. Das hat den einfachen Grund, dass es im Inhaltsverzeichnis meist nicht aufgeführt wird. An vielen Hochschulen ist es auch üblich, das Abstract nicht mitdrucken zu lassen und es dem Prüfer lediglich online zuzuschicken. Halte dich hierbei immer an die Vorgaben deiner Universität und frage zur Not einen Kommilitonen oder schreibe deinem Dozenten eine E-Mail.

Schreiben braucht Konzentration

Schreiben braucht Konzentration

Schaffe dir einen Raum, in dem du dich gut konzentrieren kannst. Insbesondere das Abstract braucht ein hohes Konzentrationslevel, da du dich auf die wichtigsten Fakten deiner Arbeit fokussieren musst. Sorge dafür, dass du währenddessen nicht gestört wirst und versuche es in eins herunterzuschreiben. Das Abstract ist ohnehin schon nicht lang, wenn du dann noch Pausen einbaust, nimmt es vermutlich nie ein Ende und du musst dich immer wieder neu einlesen. Hier erfährst du, wie du deine Konzentration steigern kannst.

Plane eine feste Zeit zum Schreiben deines Abstracts ein

Da es nicht sonderlich lang ist und man ja theoretisch “nur zusammenfassen muss”, nehmen viele Studenten das Abstract auf die leichte Schulter. Wer jedoch häufiger unter Schreibblockaden leidet, krank wird oder andere plötzliche Vorkommnisse die Planung stören, kann schnell in Bedrängnis geraten. Aus diesem Grund ist es wichtig, feste Zeiten einzuplanen und mit möglichen Störfaktoren zu rechnen. Insbesondere, wenn du dein Zeitmanagement bisher super einhalten konntest, wäre es doch ein Jammer, wenn das Verfassen deines Abstracts dich aus diesem Plan herausbringt.

Orientiere dich an anderen Abstracts

Wenn du absolut nicht weißt, wie du anfangen sollst oder Zweifel daran hast, ob dein Abstract gut ist oder nicht, orientiere dich an anderen wissenschaftlichen Zusammenfassungen. Schaue in Fachzeitschriften, Sammelbände oder informiere dich, ob es nicht sogar online eine Sammlung an wissenschaftlichen Arbeiten gibt, in der du nach ähnlichen Themen suchen kannst. Wenn du ein Abstract zu einem Thema findest, das deinem ähnlich ist, wird es dir am leichtesten fallen, einen Vergleich zu ziehen und dich von den Formulierungen inspirieren zu lassen.

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