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Präteritum: 3+4 Arten & Beispiele zum Imperfekt (+ 10 Übungen)

Die Zeitform Präteritum wird auch Imperfekt oder Vergangenheitsform genannt. Sie wird in der Alltagssprache, vor allem aber in literarischen Erzählungen, sehr oft verwendet. Wir verraten dir mithilfe vieler Beispiele, wie du das Präteritum bilden und verwenden kannst.

Dass es sich um die Vergangenheitsform Präteritum handelt, kannst du immer am Verb erkennen. Da du die Zeit sowohl mündlich als auch schriftlich oft verwendest, kannst du schnell lernen, sie zu bilden und Ausnahmefälle zu erkennen.

Das Präteritum: Die Vergangenheitsform

Das Präteritum: Die Vergangenheitsform

Das Wort Präteritum kommt vom Lateinischen ‘praeteritum’ und bedeutet ‘das Vorbeigegangene’. Die Zeitform wird manchmal auch erste Vergangenheit, einfache Vergangenheit oder Mitvergangenheit genannt.

Was das Präteritum ist

Das Präteritum ist eine deutsche Zeitform (Tempus) zum Sprechen über die Vergangenheit. Es zeigt durch ein Verb an, dass die Sprecherin oder der Sprecher sich auf etwas bereits Geschehenes bezieht. Typische Beispiele aus der Alltagssprache sind:

  • “Ich wusste es!”
  • “Er hatte Hunger.”
  • “Ich fand den Film wirklich schön.”

In der Literatur, zum Beispiel in Romanen, Märchen oder Berichten, wird das Präteritum noch deutlich öfter verwendet. Hier findet meist die gesamte Erzählung in der Vergangenheitsform statt. Ein Textbeispiel ist:

"Das Mädchen ging zum Haus ihrer Großmutter. Vor der Haustür bemerkte sie eine seltsame Pflanze, die nach Plätzchenteig roch. Sie entschloss sich, ein Blatt zu pflücken und mit nach Hause zu nehmen.”

Bezeichnung als Imperfekt

Bezeichnung als Imperfekt

Oft wird für das Präteritum der Begriff ‘Imperfekt’ verwendet. Er bedeutet wörtlich übersetzt ‘unvollendete Vergangenheit’ und würde somit das Gegenstück zur ‘vollendeten Vergangenheit’, bekannt als Plusquamperfekt, bilden.

Da sich das Präteritum aber nicht auf unvollendete Ereignisse beschränkt, ist diese Bezeichnung eigentlich nicht ganz korrekt. Auch wenn sich das Imperfekt als Synonym eingebürgert hat, bist du mit den Bezeichnungen ‘Präteritum’ oder ‘Vergangenheitsform’ auf der sicheren Seite.

Diese deutschen Zeitformen gibt es

Je nach Ereignis oder zeitlicher Perspektive kommen in jeder Sprache unterschiedliche Zeitformen vor. Im Deutschen sind es sechs Zeiten, die angeben, wann etwas stattgefunden hat. Wir haben sie von der Vergangenheit ausgehend für dich zusammengestellt und jeweils mit einem Beispiel versehen.

Plusquamperfekt (vollendete Vergangenheit)

  • das abgeschlossene Ereignis liegt schon länger zurück
  • Beispiel: “Tim hatte seine Suppe bereits aufgegessen, bevor alle anderen ihr Essen bekamen.”

Präteritum (einfache Vergangenheit)

  • das Ereignis liegt etwas zurück
  • Beispiel: “Wir waren gestern im Restaurant mit Tim. Er aß Suppe.”

Perfekt (vollendete Gegenwart)

  • das Ereignis wurde vor Kurzem abgeschlossen
  • Beispiel: “Tim hat keine Lust auf Nachtisch mehr, denn er hat gerade erst Suppe gegessen.”

Präsens (Gegenwart)

  • das Ereignis findet gerade, bald oder regelmäßig statt
  • Beispiel: “Tim isst genüsslich seine Suppe.”

Futur I (Zukunft)

  • das Ereignis ist für die Zukunft geplant
  • Beispiel: “Tim wird seine Suppe schnell aufessen, sobald sie vor ihm steht.”

Futur II (vollendete Zukunft)

  • das Ereignis wird in der Zukunft abgeschlossen sein
    Beispiel: “Vor lauter Hunger wird Tim seine Suppe sicherlich schnell aufgegessen haben.”

Unterschied zwischen Präteritum und Perfekt

Unterschied zwischen Präsens und Präteritum

Im Deutschen gibt es zwei Vergangenheitsformen: Das Präteritum und das Perfekt. Diese Zeitformen zeigen anhand eines Verbs an, dass ein Ereignis oder eine Handlung bereits vergangen ist.

Das Präteritum wird auch einfache Vergangenheit genannt und nur aus einem einzigen Verb gebildet. Das Perfekt hingegen nennt man auch vollendete Gegenwart und es wird aus einem Hilfsverb (“haben” oder “sein”) sowie dem Partizip II (etwa “gespielt”, “gegangen”) gebildet. Es kennzeichnet etwas Vergangenes, das noch einen Bezug zur Gegenwart hat.

Man verwendet das Präteritum öfter in geschriebener Sprache, das Perfekt hingegen in der Alltagssprache. Zu einem Freund würdest du sicherlich eher sagen: “Ich bin gestern nicht zur Schule gegangen” als “Ich ging gestern nicht zur Schule.”

In einem Roman hingegen klingt “Sie ging durch einen dunklen Wald.” besser, als “Sie ist durch einen dunklen Wald gegangen.” So wird der Lesefluss erhalten und der Text hat mehr Erzählcharakter. Weitere Beispiele sind:

  • Präteritum: “Ich spielte Verstecken mit meiner kleinen Schwester.”
  • Perfekt: “Ich habe mit meiner kleinen Schwester Verstecken gespielt.”

Das Passiv Präteritum

Möchtest du eine Handlung im Passiv beschreiben, kannst du die Vergangenheitsform von "werden" als Hilfsverb nutzen und ein Verb im Partizip II ergänzen, wie es im Perfekt der Fall ist.

Eine solche Ausdrucksweise benötigst du oft in der Schule für eine Textanalyse oder auch an der Universität für eine Hausarbeit, Bachelor- oder Masterarbeit. Beispiele sind:

  • "Das Gedicht wurde von Johann Wolfgang von Goethe geschrieben."
  • "Sie wurden von ihrem Lehrer gesehen, als sie ihre Hausaufgaben abschrieben."

Präteritum mit Verben bilden: 3 Arten + Beispiele

Präteritum mit Verben bilden (+ Beispiele)

Es gibt drei verschiedene Arten, ein Verb im Präteritum zu bilden und so manche Ausnahmen, die du lernen musst. Generell besteht aber jede Vergangenheitsform aus einem sogenannten Wortstamm und einer Endung (Suffix).

Regelmäßige Verben

Die einfache Vergangenheit für regelmäßige Verben kannst du aus dem Verbstamm und festen Endungen bilden. Wir haben eine Tabelle für dich erstellt, in der wir das Verb “wollen” für dich in die Vergangenheitsform versetzt haben. Hierbei haben wir an den Verbstamm “woll” das jeweilige Suffix hinzugefügt.

PersonVerbstammEndungBeispiel
ichwoll-teich wollte
duwoll-testdu wolltest
er/sie/eswoll-teer wollte
wirwoll-tenwir wollten
ihrwoll-tetihr wolltet
siewoll-tensie wollten

Weitere regelmäßige Verben sind: suchen (ich suchte), lachen (ich lachte), brauchen (ich brauchte), reisen (ich reiste), arbeiten (ich arbeitete), backen (ich backte).

Unregelmäßige Verben

Unregelmäßige Verben in der Vergangenheit bilden

Bei unregelmäßigen Verben ändert sich im Verbstamm der Vokal. Das heißt: Während die Basis bei regelmäßigen Verben im Präteritum unverändert bleibt, wird bei unregelmäßigen zum Beispiel aus einem e im Verb ein a.

Zusätzlich werden andere Endungen verwendet als bei regelmäßigen Verben. Bei der ersten und dritten Person Singular bleibt die Endung ganz aus. An du, wir, ihr und sie werden -st, -en, -t und -en angehängt. Wir haben ein unregelmäßiges Verb am Beispiel “lesen” für dich konjugiert.

Bei der 2. Person Singular (du) und Plural (ihr) verschmelzen das <s> vom Wortstamm und das Endungs-s: aus "las" + "st" wird nicht "lasst", sondern "last".

PersonStamm + VokalEndungBeispiel
ichlasich las
dulas-stdu last
er/sie/eslaser las
wirlas-enwir lasen
ihrlas-tihr last
sielas-ensie lasen

Weitere unregelmäßige Verben sind: haben (ich hatte), essen (ich aß) und gehen (ich ging), lassen (ich ließ), fliegen (ich flog), lügen (ich log), helfen (ich half), laufen (ich lief), schreiben (ich schrieb), fahren (ich fuhr), springen (ich sprang).

Mit der Zeit wurden immer mehr unregelmäßige Verben regelmäßig, da regelmäßige Verben einfach leichter zu bilden sind. Aus “ich bug” wurde zum Beispiel “ich backte”, aus “der Hund boll” wurde “der Hund bellte”.

Modalverben im Präteritum

Modalverben im Präteritum

Sogenannte Modalverben helfen dir dabei, eine Möglichkeit, eine Notwendigkeit oder ein Verbot auszusprechen. Sie wechseln den Vokal wie bei unregelmäßigen Verben, werden aber mit den Endungen von regelmäßigen Verben gebildet. Damit stellen sie sozusagen eine Mischform dar.

Die sechs Modalverben im Deutschen sind:

  • dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen

Wir haben als Beispiel das Modalverb “können” für dich im Präteritum konjugiert.

PersonStamm + VokalEndungBeispiel
ichkonn-teich konnte
dukonn-testdu konntest
er/sie/eskonn-teer konnte
wirkonn-tenwir konnten
ihrkonn-tetihr konntet
siekonn-tensie konnten

Modalverben treten meist in Kombination mit einem sogenannten ‘Vollverb’ auf. Ein Vollverb ist ein zusätzliches Verb, das nicht konjugiert wurde. Es befindet sich also in seiner Ausgangsform. Ein Beispiel für die Kombination aus Modalverb und Vollverb ist:

  • “Ich konnte leider meine Hausaufgaben nicht machen.”

Manchmal kommen Modalverben aber auch ohne ein Vollverb aus. Vor allem in der Alltagssprache haben sich Formulierungen entwickelt, die du auch ohne Vollverb verstehen kannst. Ein Beispiel ist:

  • “Ich wollte ein Glas Wasser.”

Der Satz könnte auch lauten: “Ich wollte ein Glas Wasser haben.” Allerdings ist das ‘haben’ nicht unbedingt für das Verständnis des Satzes notwendig. Er funktioniert auch so.

Weitere Verben, die im Präteritum wie Modalverben gebildet werden, sind: wissen, brennen, bringen, denken, haben, kennen, nennen, senden, rennen, wenden.

Ausnahmefälle im Präteritum

Ausnahmefälle im Präteritum

Neben den bereits genannten Verben im Präteritum gibt es noch einige Ausnahmefälle. Du kannst sie auswendig lernen und wirst sie irgendwann wie von selbst benutzen.

Betroffen sind Verben mit bestimmten Endungen, sogenannte Vokalverben, trennbare Verben und Einzelfälle, die wir für dich mit Beispielen versehen haben.

Verben mit bestimmten Endungen

Enden Verben auf eine bestimmte Buchstabenfolge, gibt es Regeln zur korrekten Bildung im Präteritum. Merke dir diese Regeln oder lerne die Konjugation der einzelnen Verben auswendig, um Routine zu bekommen. Später findest du entsprechende Übungen.

Regelmäßige Verben auf -den, -ten, -men und -nen

  • Präteritum-Bildung: Person + Verbstamm auf d,t,m oder n + Endungen -ete, -etest, -ete, -eten- etet und -eten.
  • Beispiel für “reden”: Ich redete, du redetest, er redete, wir redeten, ihr redetet, sie redeten.
  • Weitere Verben dieser Gruppe: bilden, starten, rechnen, atmen, nehmen.

Unregelmäßige Verben und Modalverben auf -den und -ten

  • Präteritum-Bildung: Die ihr-Form wird mit der Endung -et gebildet.
  • Beispiel für “treten”: ihr tratet (nicht ihr tratt oder ihr tratetet)
  • Weitere Verben dieser Gruppe: laden (ihr ludet)

Verben auf -sen, -ßen und -zen

  • Präteritum-Bildung: Person + Verbstamm auf s, ß oder z + Endungen -est, -t oder -et (nur ‘du’ und ihr’ hat eine neue Endung)
  • Beispiel für das unregelmäßige Verb “lesen”: Ich las, du lasest, er las, wir lasen, ihr last, sie lasen.
  • Beispiel für das regelmäßige Verb: “tanzen”: Ich tanzte, du tanztest, er tanzte, ihr tanztet, sie tanzten
  • Weitere Verben dieser Gruppe: heißen, schmelzen, lösen, schmeißen, grunzen.

Welcher Lerntyp bist du? Effektiver auswendig lernen mit diesen Tipps.

Unregelmäßige Vokalverben

Unregelmäßige Vokalverben

Es gibt bestimmte Vokalverben, deren Wortstamm auf einen Vokal endet. Damit bei der Präteritum-Bildung nicht zwei Vokale aufeinandertreffen, gibt es kleine Änderungen für die wir- und sie-Endungen.

In der Umgangssprache wird diese Änderung manchmal auch vorgenommen, wenn der Verbstamm auf einen Vokal und ein endet. Beispiele sind:

  • schreien: Verbstamm = schrie, wir schrien (nicht schrieen)
  • sehen: Verbstamm = sah, sie sahen oder sie sahn
  • gedeihen: Verbstamm = gedeih, sie gedeihten (nicht gedeiheten)

Trennbare Verben

Sogenannte trennbare Verben bestehen in ihrer Ausgangsform aus einem Wort, das sich im Präteritum aber spaltet. Der erste Teil des Verbs rückt hier in der Regel ans Ende der Verbform oder sogar des Satzes. Beispiele sind:

  • abholen: Er holte sie aus der Schule ab.
  • weggehen: Wir gingen weg, bevor das Gewitter uns erreichte.
  • aufessen: Wir aßen die ganze Pizza auf.

Sonderfall: Präteritum für “sein”

Der Verbstamm in der Vergangenheitsform für “sein” ist ein Einzelfall und lautet “war”. Ansonsten wird es wie ein gewöhnliches unregelmäßiges Verb gebildet. Einmal gelernt und im Alltag oft verwendet, wird es dir schnell leicht fallen, dir diese Form zu merken.

PersonStamm + VokalEndungBeispiel
ichwarich war
duwarst-stdu warst
er/sie/eswarer war
wirwar-enwir waren
ihrwar-tihr wart
siewar-ensie waren

Vergleich von Präsens und Präteritum

Vergleich von Präsens und Präteritum

Der Unterschied zwischen Präsens und Präteritum wird besonders anhand von unregelmäßigen Verben deutlich. Sie verwenden nicht nur einen unterschiedlichen Wortstamm, sondern auch verschiedene Endungen. Wir haben ein Beispiel für das Verb “fahren”.

PersonPräsensPräteritum
ichfahrefuhr
dufährstfuhrst
er/sie/esfährtfuhr
wirfahrenfuhren
ihrfahrtfuhrt
siefahrenfuhren

Alles Wissenswerte über das Präsens und hilfreiche Übungen findest du hier. 

Übungen zur Vergangenheitsform

Übungen zur Vergangenheitsform

Im Folgenden findest du zehn Übungssätze, mit denen du prüfen kannst, wie gut du bereits im Bilden des Präteritums bist. Es sind sowohl leichte und regelmäßige Verben dabei, als auch unregelmäßige Verben und Ausnahmefälle.

Schreibe deine Antworten auf einen Zettel, leg eine Notiz auf dem Handy an oder sag sie in Gedanken. Die korrekten Lösungen findest du direkt im Anschluss. Viel Erfolg!

  1. Wir (reden) _____ den ganzen Abend lang.
  2. Du (sein) _____ gestern im Kino, oder?
  3. Die Kinder (spielen) ____ ihre Lieblingsspiele mit ihren Eltern.
  4. Lisa (lachen) ____, als sie den Witz zum ersten Mal hörte.
  5. Ihr habt heute einen Auftritt im Muster-Theater. (Treten) ____ ihr dort nicht auch schon letzte Woche auf?
  6. Der kleine Theo (essen) ____ so viel Süßes, dass er keinen Hunger mehr (haben) ____.
  7. Letzte Woche (laufen) ____ ein tolles Lied im Radio. Ich (tanzen) _____ sofort los.
  8. Gestern (gehen) ____ ich zur Post und (abholen) _____ ein wichtiges Paket ____.
  9. Am Wochenende (sein) _____ so schönes Wetter, dass ich den ganzen Tag lang nur im Garten (sitzen) _____ und ein Buch (lesen) _____.
  10. Ich (können) ____ dich gut verstehen. Du (brauchen) _____ gar nicht lauter zu sprechen.
DIE LÖSUNGEN FINDEST DU HIER
  1. redeten
  2. warst
  3. spielten
  4. lachte
  5. tratet
  6. aß, hatte
  7. lief, tante
  8. ging, holte ab
  9. war, saß, las
  10. konnte, brauchtest
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