Skip to main content

Gliederung: Mit 9 Tipps & 4 Beispielen zur Bestnote

Eine Gliederung für deine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen, erfordert gute Recherchearbeit und Struktur. Mit ihrer Hilfe behältst du nicht nur den Überblick über deine Arbeit, du kannst auch dein Forschungsziel und deine Verfahrensweise klar herausstellen. Wir zeigen dir mit neun Tipps und vier Beispielen wie du deine Gliederung sinnvoll einteilen kannst.


Die perfekte Gliederung: 9 Tipps für deine wissenschaftliche Arbeit

Tipps für die perfekte Gliederung

Beim Erstellen einer Gliederung sind Recherche, Struktur und Konzentration gefragt. Die Herausforderung besteht darin, dein ganzes Vorhaben grob zu planen und das Forschungsziel klar herauszustellen. Hierbei solltest du immer deinem Erkenntnisinteresse oder deiner Forschungsfrage folgen. Rufe sie dir als roten Faden immer wieder ins Gedächtnis und finde so heraus, welche Schritte dir in deiner Gliederung noch fehlen. Wir haben alle wichtigen Tipps, die dir beim Erstellen einer perfekten Gliederung helfen können.

Der erste Schritt: Informiere dich über den Rohbau einer Gliederung

Wer noch nie eine wissenschaftliche Gliederung erstellt hat, kann sich vielleicht denken, dass es eine grobe Einteilung von „Einleitung“, „Hauptteil“ und „Schluss“ gibt. Das ist soweit auch richtig, doch verrät nichts über die weitere Vorgehensweise, an der du dich orientieren kannst. Wir haben ein etwas detailreicheres Schema für dich, das dir vermutlich besser vermittelt, wie du theoretisch vorgehen kannst. Praktische, fachspezifische Beispiele findest du später in diesem Artikel.

  1. Einleitung (Anlass, Erkenntnisinteresse)
  2. Situationsanalyse (Forschungsstand)
  3. Ziele (Hypothese und Beantwortung der Leitfrage)
  4. Methodik (methodische und theoretische Grundlagen)
  5. Synthese/Analyse (Zusammenführung von Methodik und Untersuchungsgegenstand)
  6. Bewertung der Ergebnisse/Fazit
  7. Zusammenfassung, Ausblick

Die gängigste Gliederungsweise: dezimale Gliederung

Die dezimale Gliederung wird in fast jedem Studienfach verwendet. Sie grenzt sich ab zur alphanumerischen Gliederung, die sich fast ausschließlich auf juristische Fachrichtungen und Einzelfälle beschränkt. Bei der dezimalen Gliederung werden arabische Ziffern verwendet.

Jedes Hauptkapitel wird von 1 an fortlaufend nummeriert. Jedes Kapitel kann beliebig viele Unterkapitel haben, wobei zwei Unterkapitel das Minimum sind. Jedes Unterkapitel kann weitere Unterkapitel haben, hier ist ebenfalls zwei das Minimum. Das bedeutet nicht, dass du für jedes Kapitel mindestens zwei Unterkapitel finden musst. Sie sollten nur in deiner Gliederung auftauchen, wenn sie dir sinnvoll erscheinen. Meist werden die Unterkapitel zur besseren Veranschaulichung noch eingerückt. Literaturverzeichnis, Anhänge und die eidesstattliche Erklärung sollten sich neben deiner Gliederung ebenfalls im Inhaltsverzeichis befinden. Allerdings werden sie nicht nummeriert. Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Die Ziffern der einzelnen Ebenen werden durch einen Punkt getrennt. Hinter der jeweils letzten Gliederungsziffer steht kein Punkt, also auch, wenn es nur eine Gliederungsziffer gibt. Eine dezimale Gliederung sähe in der Theorie dann in etwa so aus:

1 Einleitung
2 Theorie und Methodik
2.1 Theorie
2.1.1 Theorie nach W
2.1.2 Theorie nach X
2.2 Methodik
3 Analyse
3.1 Untersuchung 1
3.2 Untersuchung 2
4 Zusammenfassung und Bewertung
5 Bewertung und Fazit
Literaturverzeichnis

Anhang 1
Anhang 2

Erklärung

Literaturverzeichnis, Anhänge und die eidesstattliche Erklärung

Literaturverzeichnis, Anhänge und die eidesstattliche Erklärung

Wie du im vorherigen Kapitel bereits erfahren hast, steht die Gliederung deiner Arbeit hinterher im Inhaltsverzeichnis. Das folgt nach dem Deckblatt und wird in der Regel nicht mit einer Seitenzahl versehen. Außerdem in dein Inhaltsverzeichnis gehören das Literaturverzeichnis, deine Anhänge und die eidesstattliche Erklärung. Diese werden aber im Gegensatz zu deinen Kapiteln nicht nummeriert. Sie folgen nach deinem Schlusskapitel (Fazit/Zusammenfassung). Anhänge und die Erklärung können mit einem Absatz zu dem Rest deiner Arbeit abgegrenzt werden und sollten immer auch mit Seitenzahlen versehen sein. Anhänge sollten nach Möglichkeit auch eine eigene Überschrift erhalten.

Deine Überschriften sollten aussagekräftig sein

Vermeide eintönige Überschriften wie „Theoretischer Hintergrund“ und „Schluss“. Sie verraten dem Leser beziehungsweise keine Details über deine Vorgehensweise. Je treffender und genauer deine Überschriften sind, umso besser kann dein Dozent dein Vorhaben beurteilen und eventuelle Einwände äußern. Je genauer die Absprache und Vorbereitung, umso besser wird auch deine wissenschaftliche Arbeit sein. Du kannst dich hierbei an unseren Beispielen orientieren (das dritte Beispiel hat besonders aussagekräftige Überschriften).

Habe keine Angst, deine Gliederung zu verändern

Keine Angst vor Korrekturen

Viele Dozenten verlangen bereits zur Besprechung deiner Arbeit eine Gliederung mit einigen Arbeitsschritten. Falls nicht, solltest du dennoch eine Vorab-Gliederung erstellen, schon allein damit du deinem Dozenten strukturiert erklären kannst, was du vorhast. Je besser du dich mit ihm absprichst, umso weniger Risiko besteht, dass du etwas falsch machen könntest. Habe trotzdem niemals scheu, etwas an deiner Gliederung zu verändern.

Es ist unmöglich, vorab den gesamten Forschungsstand im Blick zu haben und jeden Schritt vorauszuplanen. Wenn du merkst, dass etwas in deiner Arbeit nicht so klappen will wie du es dir vorgestellt hast oder du bei deiner Recherche etwas übersehen hast, das deine Arbeit jetzt maßgeblich beeinflusst, ist es richtig deine Gliederung zu ändern. Solange alles sinnvoll und stringent ist, wird dein Dozent sich nicht über kleine Änderungen beschweren.

Unterkapitel verleihen mehr Struktur

Unterkapitel verleihen mehr Struktur

Bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten verleihen Unterkapitel zusätzliche Struktur. Insbesondere im Analyseteil solltest du deine einzelnen Schritte nachvollziehbar machen. Manche Seminararbeiten im Bachelor mögen auf Unterkapitel verzichten können, doch spätestens bei deiner Bachelor- oder Masterarbeit wirst du einige Unterkapitel und Unterunterkapitel benötigen.

Deine Analyse sollte immer thematisch gegliedert sein. Du wirst vermutlich unterschiedliche Dinge feststellen, die du dann nach Kapiteln ordnen kannst. In einer literaturwissenschaftlichen Analyse könntest du zum Beispiel ein Unterkapitel zur Figurenkonstellation und eins zur Motivik haben und diese beiden Aspekte näher in den Blick nehmen. Die Motivik ließe sich dann auch noch einmal in die verschiedenen Motive untergliedern.

Faustregel: Pro Unterkapitel mindestens ine Seite

Viele Studenten fragen sich, ab wann es sich eigentlich lohnt, ein neues Unterkapitel anzufangen. Generell kann gesagt werden, dass du mindestens eine Seite schreiben solltest. Vorher lohnt es sich nicht und lässt die Arbeit überstrukturiert wirken. Den größten Teil deiner Arbeit sollte natürlich die Analyse einnehmen. Wenn du diese zum Beispiel gliederst und sowohl Unterkapitel als auch Unterunterkapitel hast, ist ebenfalls eine Seite pro Unterunterkapitel Minimum.

Gliederung bei Word erstellen

gliederung-word-hausarbeit

Gliederung im Entwurf bei Word

Eine Gliederung bei MS-Word zu erstellen, kann dir viel Zeit bei der Formatierung sparen. Du kannst mit dieser Funktion ganz einfach und anschaulich deine Gliederung erstellen und sie im Nachhinein noch beliebig bearbeiten und zum Beispiel das Design ändern. Wir haben eine kurze Anleitung für dich erstellt, die auf MS-Word 2010 basiert aber so ähnlich auch für andere Versionen von Word funktioniert.

  1. Öffne ein neues Word-Dokument und wähle im Menü „Ansicht“ aus. Klicke dann auf den Reiter „Ansichten“ und wähle den Punkt „Gliederung“ aus.
  2. Trage nun ganz einfach deine Kapitelüberschriften ein. Zum nächsten Kapitel gelangst du mit „Enter“. Wenn du verschiedene Ebenen für deine Unterkapitel einstellen möchtest, kannst du sie einfach mit der „Shift“-Taste einrücken. Kopieren und Einfügen kannst du ebenfalls wie gewohnt.
  3. Wenn du deine vollständige Gliederung eingetragen hast, klicke auf den Button „Gliederungsansicht schließen“. Dir wird nun deine Gliederung in dem Word-Dokument angezeigt. Du kannst die verschiedenen Elemente ebenfalls durch „Shift“ und „Enter“ verschieben.
  4. Das Design kannst du über den Punkt „Formatvorlagen“ unter dem Reiter „Start“ ändern.
  5. Im letzten Schritt kannst du nun deinen Fließtext einfach unter die Gliederungspunkte schreiben oder später für dein Inhaltsverzeichnis nutzen.

Gliederung als automatisches Inhaltsverzeichnis bei Word erstellen

Es ist möglich ein automatisches Inhaltsverzeichnis bei MS-Word zu erstellen. Der Vorteil: Du kannst deine Seitenzahl beliebig oft aktualisieren und musst deine Kapitel am Ende nicht durchzählen. Wenn du im Text eine Überschrift änderst, tauchst sie bei einer Aktualisierung ebenfalls automatisch geändert in deiner Gliederung auf.

Die folgende Anleitung erklärt dir Schritt für Schritt, wie du ein automatisches Inhaltsverzeichnis erstellen kannst. Sie richtet sich nach der MS-Word Version von 2010, ist aber auch mit anderen Versionen kompatibel.

  1. Klicke im Auswahlmenü von Word auf den Reiter „Referenzen“ (in manchen Versionen auch „Verweise“). Auf der linken Seite befindet sich nun ein Button mit „Inhaltsverzeichnis“.
  2. Klicke auf diesen Button und wähle eines der erscheinenden Inhaltsverzeichnisse aus: entweder „Automatisches Verzeichnis 1“ oder „Automatisches Verzeichnis 2“ (in manchen Versionen auch „Tabelle 1“ und „Tabelle 2“).
  3. Es ist ebenfalls möglich ein manuelles Verzeichnis auszuwählen, in diesem Fall müssen die Überschriften allerdings selbst eingetragen werden.
  4. Um nun Textinhalte in das Verzeichnis einfügen zu können, müssen die Überschriften auch als Überschriften kenntlich gemacht werden. Das erfolgt über die „Formatvorlagen“.
  5. Markiere deine gewünschte Überschrift und klicke in der Registerkarte „Start“ auf eine der Formatvorlagen „Überschrift“ (1-3). Wenn du dein Verzeichnis nun aktualisierst, wird die neue Überschrift in deinem Inhaltsverzeichnis auftauchen.
  6. Es kommt hierbei nicht darauf an, ob du schon einen Text vorgeschrieben hast du nachträglich die Überschriften markierst oder ob du sie ganz neu einträgst und dann erst schreibst.
  7. Das Design kannst du jederzeit manuell ändern. Die Aktualisierung erfolgt über einen Rechtsklick und die anschließende Auswahl von „Inhaltsverzeichnis aktualisieren“.

4 Beispiele für eine richtige Gliederung

4 Beispiele für eine richtige Gliederung

In der Theorie ist es immer leichter, Struktur in seine Arbeit zu bekommen. Doch nur die wenigsten Leitfäden von Universitäten geben wirklich realitätsnahe Beispiele zu Themen. Wenn du dich nur strikt an deinen Leitfaden hältst, kann es passieren, dass deine Überschriften nicht verlauten, was wirklich in deiner Arbeit passiert.

Passagen wie „Einleitung“ oder „Fazit“ lassen sich nur schwer umformulieren. Doch im Mittelteil stehen dir alle Möglichkeiten offen. Nenne deinen Theorieteil nicht „Theorie“, sondern benenne direkt, welche Theorie(n) der Leser darin vorfinden wird. Gib deiner Analyse nicht nur den Titel „Analyse“, sondern ergänze, was genau du analysieren wirst.

Im Folgenden findest du einige Beispiele, die wir für dich erstellt haben. Vielleicht helfen sie dir bei der Orientierung oder inspirieren dich für dein eigenes Hausarbeitsthema. Du findest Gliederungen aus den Bereichen der Germanistik, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre.

Beispiel 1: Germanistik

Ein Thema aus dem Bereich der Germanistik: „Konzeptualisierung des Unheimlichen am Beispiel von Franz Kafkas ‚Die Verwandlung‘“

1 Einleitung
2 Epochale Einordnung
3 Theoretischer Hintergrund

3.1 Das Unheimliche als Begriff
3.2 Das Unheimliche nach Sigmund Freud
3.3 Das Unheimliche nach Tzvetan Todorov

4 Konzeptualisierung des Unheimlichen

4.1 Motivik
4.2 Erzählstrategien
4.3 Steigerung des Unheimlichen durch groteske Elemente

5 Zusammenfassung und Fazit

Beispiel 2: Pädagogik

Ein Thema aus dem Bereich der Pädagogik: „Integration und Sprache“

1 Einleitung
2 Begriffsdefinition: Integration
3 Kommunikation vs. Integration
4 Sprache als Handlungsträger

4.1 Verschiedene Zustände der Angleichung an die Mehrheitsgesellschaft
4.1.1 Assimilation
4.1.2 Integration
4.1.3 Separation/Marginalisation
4.2. Folgen des Erwerbs bzw. Nicht-Erwerbs der Mehrheitssprache

5 Bedeutung der Herkunftssprache im Integrationsprozess
6 Angebote des Spracherwerbs in Deutschland
7 Zusammenfassung
8 Fazit

Beispiel 3: Literaturwissenschaft

Ein Thema aus dem Bereich der Literaturwissenschaft (Germansitik): „Georg Heyms ‚Der Irre‘ als expressionistische Novelle“ [Umfang einer Bachelor- oder Masterarbeit]

Diese Gliederung ist sehr ausführlich und verzichtet bis auf die „Einleitung“ komplett auf vorgegebene Überschriften. Sie sind nah am Thema und lassen konkret darauf schließen, was innerhalb der Arbeit untersucht wird.

1 Einleitung

1.1 Bestimmung des Untersuchungsgegenstandes
1.1.1 Definition expressionistischer Literatur
1.1.2 Die Novelle in der Literatur des Expressionismus
1.1.3 „Der Irre“ als typisch expressionistische Novelle
1.2 Methodisches Verfahren und Auswahl der Literatur

2 Erzählanalyse der expressionistischen Novelle „Der Irre“

2.1 Der formale Aufbau
2.1.1 Der Titel: Bedeutung und Wirkung
2.1.2 Zeit und Handlung
2.1.3 Erzählstil und Sprachverwendung
2.2 Wahnsinn als zentrale Metapher
2.2.1 Lokalisierung des Wahnsinns
2.2.2 Darstellung nach dem Mord
2.2.3 Elemente der Komik und Groteske

3 Erzählebenen in „Der Irre“

3.1 Arrangement der Innenwelt
3.2 Arrangement der Außenwelt
3.3 Manifestierung einer Weltsicht
3.3.1 Schnittpunkte von Außen- und Innenwelt
3.3.2 Definition und Abgrenzung von Realität

4 Die gesellschaftliche Situation als Handlungsbedingung

4.1.1 Historisch-politischer Hintergrund innerhalb der Epoche
4.1.2 Die bürgerliche Gesellschaft
4.1.3 Die Stadt als Umfeld des Wahnsinns

5 Mögliche Anschlussfragen

5.1 Wahnsinn und Verbrechen in der Literatur
5.2 „Der Irre“ unter Berücksichtigung der Frage nach einem Antihelden

Beispiel 4: BWL

Ein Thema aus dem Bereich der Betriebswirtschaftslehre (BWL): Arten und Erscheinungsformen der Preisdifferenzierung

1 Einleitung
2 Preisdifferenzierung: Eine Definition
3 Die Arten der Preisdifferenzierung nach Pigou (1877 – 1959)

3.1 Preisdifferenzierung ersten Grades
3.2 Preisdifferenzierung zweiten Grades
3.3 Preisdifferenzierung dritten Grades

4 Erscheinungsformen der Preisdifferenzierung

4.1 Personenbezogene Preisdifferenzierung
4.2 Zeitliche und leistungspolitische Preisdifferenzierung
4.3 Räumliche Preisdifferenzierung
4.4 Sachliche Preisdifferenzierung
4.5 Quantitative Preisdifferenzierung
4.6 Qualitative Preisdifferenzierung
4.7 Mengenbezogene Preisdifferenzierung
4.8 Leistungsbezogene Preisdifferenzierung

5 Marktbedingungen: Voraussetzungen und Ziele
6 Fazit

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (10 votes, average: 4,00 out of 5)
Loading...

Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!