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Transkription: 10 Tipps fürs perfekte Transkribieren

Transkription gehört für viele im Studium dazu. Dabei ist das Transkribieren oft eintönig und eine eher lästige Arbeit. Wir haben ein paar Tipps für dich, mit denen du Zeit sparst und dir die Schreiberei erleichterst.


Anwendungsbereiche der Transkription

Der Begriff Transkription (spätlateinisch transcriptio „Übertragung“, lateinisch transcribere „um-/ überschreiben“) hat verschiedene Verwendungsbereiche. Es gibt ihn zum einen in der Genetik bei der Synthese von RNA, zum anderen in der Sprachwissenschaft. Diese linguistische Transkription wird angewandt, wenn unsere produzierten Laute verschriftlicht werden sollen. Hierfür gibt es sogar ein festes Zeichensystem, das Internationale Phonetische Alphabet (IPA). Wir befassen uns im Folgenden allerdings mit der Transkription als Prozess der wissenschaftlichen Verschriftlichung von etwas Gesprochenem, zum Beispiel einem Interview, einem Film, einer Radiosendung, einer Rede und vielem mehr. Der fertig transkribierte Text wird als Transkript bezeichnet.

Transkribieren im Studium

Transkribieren im Studium

In einigen Studiengängen ist Transkribieren geläufiger, in anderen weniger. Entscheidend hierbei ist die Art von wissenschaftlichem Arbeiten. Wenn du dich beispielsweise für ein Experteninterview entscheidest, wirst du transkribieren müssen. Befragungen per E-Mail sind zwar ebenfalls möglich, aber weniger üblich. Egal ob persönlich oder per Telefon – du solltest dein Interview immer aufnehmen und es anschließend transkribieren.

Vielleicht möchtest du auch einige Passagen aus einem Film für deine Hausarbeit zitieren und musst das Gesagte in einer Transkription niederschreiben. Vielleicht gibst du auch eine Radiosendung wieder, um die Aktualität deines Themas zu bestätigen oder du analysierst eine politische Rede. In jedem Fall ist der Einbezug visueller oder auditiver Medien ein kleines Highlight deiner Arbeit. Sie macht sie interessanter und können aktuelle Bezüge liefern.

Transkription: Mit diesen 10 Tipps gelingt’s

Transkription: Mit diesen 10 Tipps gelingt’s

Empirische Arbeiten sind immer mit einem gewissen Aufwand verbunden. Doch es kann sich wirklich lohnen. Solche Arbeiten sind meist nicht nur leichter und schöner zu lesen, sie liefern auch Fakten, die das Interesse wecken. Insbesondere bei größeren Abschlussarbeiten lohnt es sich, aktuelle Fakten miteinzubeziehen. Der Aufwand ist ohnehin groß und du hast insgesamt mehr Zeit zur Bearbeitung als bei einer Hausarbeit.

Wir haben verschiedene Tipps für dich zusammengestellt, die sich in erster Linie auf das Transkribieren von Audio-Formaten beziehen. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf Interviews gelegt, die du im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit benötigen könntest.

Zeit sparen: Qualität geht vor Quantität

Wenn du keine komplette Studie mit vielen Probanden durchführen möchtest, kannst du dich für ein oder mehrere Experteninterviews entscheiden. Hierbei solltest du immer beachten, dass es auf die Qualität der Antworten ankommt. Für qualitative Antworten braucht es qualitative Fragen. Bereite dich gut vor und stelle präzise Fragen, die dir später in deiner Arbeit nützlich sind.

Vermeide es unbedingt viele unnötige Fragen zu stellen, weil du dir noch nicht sicher bist, welche du später brauchen wirst. Sei dir darüber im Klaren, dass du sie alle transkribieren musst. Gute Vorbereitung kann sich also später wirklich auszahlen, indem du viel Zeit bei deiner Transkription sparen kannst.

Trotz Transkription: Führe dein Interview am besten persönlich

Trotz Transkription: Führe dein Interview am besten persönlich

Viele Studenten wollen sich die Transkription ersparen, indem sie einfach eine Befragung per E-Mail durchführen. Doch unsere Empfehlung ist: Wenn du die Wahl hast, führe dein Interview immer persönlich durch. Bei einer persönlichen Begegnung wird mehr Vertrauen geweckt als am Telefon oder per E-Mail. Dein Interviewpartner wird eher dazu geneigt sein, viel von sich preis zu geben, wenn er einen genauen Eindruck von dir gewinnen kann. So ergeben sich vielleicht sogar etwas privatere Fragen, die du später mit einbringen kannst. Zudem werden Fragen persönlich oder am Telefon mit Sicherheit detaillierter beantwortet als per E-Mail.

Wenn die Entfernung zu groß ist, ist auch ein Telefongespräch eine gute Lösung, da du immerhin direkte Rückfragen stellen kannst. Du wirst vermutlich eine spezielle App installieren müssen, die Telefongespräche aufzeichnen kann. Wenn du ein festes Interview per E-Mail führst, ist es ein ewiges hin und her, wenn du noch Fragen hast. Vielleicht werden die Fragen auch nicht so beantwortet, wie du es dir vorgestellt hast und du musst es noch einmal führen. Investiere also lieber ein wenig Transkriptionsarbeit als schlechte Antworten zu riskieren.

Der richtige Umgang mit dem Aufnahmegerät

Ein richtiges Diktiergerät werden sich wohl die wenigsten Studenten zulegen. Es kann sich allerdings lohnen, wenn du oft Interviews führen musst. Zur Aufnahme von bis zu drei Personen eignet sich heutzutage allerdings auch jedes beliebige Smartphone. Falls du eine App herunterlädst, solltest du sie unbedingt vorher ausprobieren und dich mit allen Funktionsweisen bekannt machen.

Stelle dein Handy während der Aufnahme unbedingt auf Flugmodus. Ansonst riskierst du, dass das Interview durch einen plötzlichen Anruf unterbrochen wird und deine Aufnahme möglicherweise gestört oder abgebrochen wird. Hintergrundgeräusche sollten möglichst ausgeblendet werden. Ein lautes Café an einer Hauptstraße ist also keine so gute Idee. Positioniere dein Handy so, dass alle Parteien akustisch gut verstanden werden können. Wenn du dir unsicher bist, führe einen kurzen Test durch, bevor es richtig losgeht.

Beachte außersprachliche Faktoren

In der Wissenschaft ist es im Gegensatz zum Journalismus üblich, dass wirklich alles mitgeschrieben wird. Dazu gehören auch Gestik, Mimik, Tonhöhe, Lautstärke, Dialekte und so weiter. Je nachdem in welchem Forschungsbereich du dich bewegst und was für deine Arbeit relevant ist, solltest du einige dieser Faktoren mit einbeziehen. Zum Beispiel könnte es bei einer sarkastischen Äußerung wichtig sein, Gestik oder Mimik aufzuschreiben. Auch Räuspern, lange Gesprächspausen oder sogar Lachen können sehr wichtig bei der korrekten Analyse sein.

Sprich dich im Zweifelsfall mit deinem Betreuer ab, wie detailliert du vorgehen sollst. Verlasse dich im Einzelfall aber auch ruhig auf dein persönliches Urteil. Du hast das Interview geführt und kannst am besten einschätzen, was für das richtige Verständnis transkribiert werden sollte. Wenn du dich lediglich auf die Fakten des Gesagten beziehst, reicht eine vereinfachte Transkription, bei der du alles ins Hochdeutsche mit korrekter Interpunktion transkribierst.

Unterschätze niemals den Zeitaufwand

Unterschätze niemals den Zeitaufwand

Beim Zeitaufwand kommt es sehr stark darauf an, wie viele außersprachliche Faktoren du mit einbeziehen musst. Eine komplexe linguistische Transkription von einer Stunde gesprochenem Wort kann niedergeschrieben schon mal fünf bis zehn Stunden dauern. Studenten unterschätzen das ‘Abtippen’ oft und schieben es lange vor sich her. Doch schon allein, wenn du dich nur auf das explizit Gesagte beschränkst ist nicht nur das Abtippen zeitintensiv, auch das Zurückspulen und Korrekturlesen sowie die anschließende Struktur und das Layout deines Transkripts können unerwartet lange dauern.

In der Regel ist es am besten, die Transkription deines Interviews so schnell wie möglich hinter dich zu bringen. So hast du noch alles im Kopf, musst weniger grübeln und sparst Zeit. Auch bei anderen Audiomaterial ist es nie verkehrt, dich mit ihm durch die Transkription direkt am Anfang intensiv zu beschäftigen. Das kommt dir während deiner gesamten Arbeit zugute und verhindert Überraschungen am Ende.

So sorgst du für Ordnung in deinem Interview

Um für Ordnung zu sorgen, nennst du zunächst wichtige Informationen in deinem Transkript. Dazu gehören dein Name und der Name deines Interviewpartners, Ort, Datum, Zeit und Dauer des Interviews sowie Angaben zu deiner Hochschule und Fakultät.

Zur besseren Orientierung kannst du einem Schema folgend Zeitmarken setzen. Dazu schreibst du beispielsweise nach jedem Absatz die Zeit in deiner Audiodatei in Klammern. Diese Angabe wird auch Timecode (TC) genannt und wie folgt angegeben: 01:20:13 (Stunden:Minuten:Sekunden).

Überlege dir vorab, ob du deinen Interviewpartner anonymisieren möchtest oder nicht. In Frage kommen Bezeichnungen wie „Sprecher 1“ und „Sprecher 2“ oder „I“ für Interviewer und „B“ für Befragter. In diesem Fall solltest du die Abkürzungen, bevor das Interview beginnt, kurz erläutern. Auch Zeilenangaben können später sehr hilfreich sein, wenn du dich in deiner Arbeit auf deine Transkription beziehst.

Ein Fußpedal spart Zeit beim Abtippen

Dieses Tool lohnt sich für diejenigen, die oft Transkribieren müssen. Das sogenannte Fußpedal für deinen PC spart dir Zeit, indem du Befehle während des Tippens geben kannst. So musst du dich nicht jedes Mal wieder beim Spulen durchklicken oder zur Maus greifen, wenn du deine Audiodatei durchgehst. Stoppe und spiele sie ab, indem du wie bei einer Nähmaschine auf das Pedal trittst. Es lässt sich ganz einfach mit einem USB-Kabel an deinen Computer anschließen. So bleiben deine Hände immer auf der Tastatur und du bleibst konzentriert. Ein solches Fußpedal kostet in etwa zwischen 10 und 100 Euro.

Nutze gängige Transkriptionstools

Nutze gängige Transkriptionstools

Es gibt einige Softwares speziell zum Transkribieren. Sie nehmen dir die Transkription zwar nicht ab, aber können dafür sorgen, dass du schneller vorankommst und dir das Ganze leichter von der Hand geht. Sie regulieren zum Beispiel die Wiedergabegeschwindigkeit, du kannst mit ihnen durch deine Tastatur befehle geben und manche von ihnen springen sogar immer ein bisschen zurück, wenn du die Aufnahme pausiert hast. So weißt du immer genau, wo du warst. Gängige Softwares sind Express Scribe, Otranscribe und F4transkript.

Wer etwas experimentierfreudiger ist, kann sich auch an eine neuere Technologie heranwagen. Das Spracherkennungsprogramm „Speechmatics“ liefere insbesondere im Englischen gute Ergebnisse – und auch im Deutschen nimmt es dir vermutlich schon einige Tipparbeit ab. Selbst wenn es noch Fehler geben sollte, musst du sie lediglich korrigieren, anstatt alles selbst abzutippen. Deine Audiodateien sollten für dieses Programm eine allerdings eine ziemlich gute Qualität haben. Praktisch ist, dass sogar die verschiedenen Stimmen erkannt und entsprechend markiert werden. Das Programm eignet sich am besten, wenn du eine vereinfachte Transkription durchführst, bei der du keine Außersprachlichen Faktoren mit einbeziehen musst.

Verbessere deine Tipp-Fähigkeiten

Für diejenigen, die noch nicht das Zehn-Finger-System gelernt haben, wird es im Studium höchste Zeit. Du kannst unglaublich viel Zeit sparen, wenn du schnell fehlerfrei und ohne Hinzuschauen Tippen kannst. Es gibt Youtube-Tutorials oder auch Kurse an Hochschulen, mit denen du das System ganz schnell lernen kannst. Du wirst dich mit der Zeit daran gewöhnen und es wird sich für alle zukünftigen Tipparbeiten lohnen.

Der Notfallplan: Hol dir Hilfe von Freunden und Familie

Wenn der absolute Notfall eintritt und du die Abgabefrist sonst nicht einhalten kannst, kannst du andere für dich transkribieren lassen. Das ist absolut legal und erspart dir eine Menge Zeit. Frag Freunde oder Familienmitglieder, ob sie dir unter die Arme greifen, doch plane unbedingt mit ein, am Schluss noch einmal selbst über die Transkription zu schauen und eventuelle Fehler zu korrigieren. Es gibt sogar professionelle Transkriptionsdiente, die dir im Fall der Fälle für Geld helfen können.

Hilfe bei der Transkription sollte allerdings niemals von vornherein eingeplant werden. Du bist derjenige, der die Arbeit schreibt und transkribieren sollte. Es ist zum einen kein gutes Gefühl, wenn deine Arbeit von der Mithilfe anderer abhängig ist und zum anderen hilft es dir, wenn du dich intensiv mit deinem Interview auseinandergesetzt hast und es fast im Schlaf aufsagen kannst.

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