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Futur 1: Bildung, Verwendung & Beispiele (+20 Übungen)

In diesem Artikel erfährst du alles über die Verwendung und Bildung des Futur 1, eine der beiden Zukunftsformen der deutschen Grammatik. Außerdem kannst du dein Wissen anhand einiger Übungen überprüfen und vertiefen.

Die Zeitformen korrekt zu beherrschen, ist eine der wichtigsten grammatikalischen Grundvoraussetzungen für die deutsche Sprache. Zeitformen begegnen uns schließlich in jedem Satz und können dessen Bedeutung deutlich verändern. So auch das Futur 1. 

Das Futur 1: Die erste Zukunftsform

Futur 1: Die erste Zukunftsform

Indem du das Verb eines Satzes in das Futur 1 setzt, beschreibst du zukünftige Vorhaben und Ereignisse. Das Wort "Futur" leitet sich dabei aus dem lateinischen "tempus futurum" ab, was soviel wie "die zukünftige Zeit" bedeutet. 

Was das Futur 1 ist 

Im Gegensatz zu allen anderen deutschen Zeitformen ist das Futur 1 in seinem Gebrauch etwas spezieller. Vielleicht ist dir bereits aufgefallen, dass wir in unserem mündlichen und sogar auch oft im schriftlichen Sprachgebrauch viel häufiger das Präsens für Zukunftsangaben nutzen. 

Deutsche Zeitformen im Überblick

Im Deutschen gibt es so einige Zeitformen, die manchmal gar nicht so leicht voneinander zu unterscheiden sind. Damit du eine grobe Übersicht bekommst und das Futur 1 besser einordnen kannst, stellen wir dir alle Zeitformen im Folgenden einmal kurz vor. Dabei fangen wir bei der Zeitform an, die am weitesten zurückliegt und gehen bis in die Zukunft.

Plusquamperfektvollendete Vergangenheit (abgeschlossenes Ereignis liegt länger zurück, meist vor einem weiteren Ereignis im Präteritum)

  • Ich hatte bis tief in die Nacht getanzt, als die Musik endete.

Präteritum: einfache Vergangenheit (Ereignis liegt in der Vergangenheit, vor allem in der Literatur verwendet)

  • Ich tanzte bis tief in die Nacht.

Perfektvollendete Gegenwart (Ereignis wurde vor kurzem abgeschlossen, vor allem bei mündlichen Erzählungen verwendet)

  • Ich habe bis tief in die Nacht getanzt.

PräsensGegenwart (Ereignis findet im Augenblick, regelmäßig oder in der Zukunft statt)

  • Ich tanze bis tief in die Nacht.

Futur 1: Zukunft (geplantes, vermutetes Ereignis in der Zukunft)

  • Ich werde bis tief in die Nacht tanzen.

Futur 2: vollendete Zukunft (Ereignis wird in der Zukunft abgeschlossen sein)

  • Ich werde bis tief in die Nacht getanzt haben

Verwendung des Futur 1

Verwendung des Futur 1

Wie bereits erwähnt, wird das Futur 1 auch gern durch das Präsens ersetzt, wenn es um Ankündigungen, Pläne und Vorhersagen für die Zukunft geht. Diese Zukunftsform klingt im Gegensatz zum Präsens aber oftmals ein wenig dramatischer oder hochgestochen. Deshalb wird sie seltener benutzt. Dennoch ist es grammatikalisch korrekt und kann so verwendet werden.

  • Ich werde morgen ins Kino gehen.
  • Ich gehe morgen ins Kino.

Welche dieser Formulierungen würdest du häufiger benutzen? Die meisten Lesenden würden sicher die zweite Variante wählen. Für Muttersprachlerinnen und Muttersprachler geschieht die Wahl zwischen Präsens und Futur 1 unterbewusst. Trotzdem gibt es bestimmte Zusammenhänge und Situationen, in denen du eher das Letztere verwendest. 

Wenn du das Präsens als Zukunftsform verwendest, ist es sehr wichtig, dass du im Satz eine Zeitangabe der Zukunft benutzt. Das können zum Beispiel Wörter wie "morgen", "nachher", "nächste Woche" oder dergleichen sein.

Andernfalls kann es sich bei deiner Aussage auch genauso um die Gegenwart handeln, was bei deinem Gegenüber dann schnell für Verwirrung sorgen wird. 

Beim Futur 1 dagegen kann diese Zeitangabe auch weggelassen werden und die zuhörende Person wird trotzdem verstehen, dass es sich um Ereignisse in der Zukunft handelt. Dabei ist der genaue Zeitpunkt aber unwichtig.

  • Präsens der Gegenwart: Ich mache Urlaub in Frankreich.
  • Präsens als Zukunftsform: Ich mache diesen Sommer Urlaub in Frankreich.
  • Futur 1: Ich werde Urlaub in Frankreich machen.

Vermutungen

Vermutungen

In der Alltagssprache wird das Futur 1 vor allem dann verwendet, wenn es um Vermutungen oder Schätzungen geht. Einerseits kannst du diese Aussagen zum Beispiel mit "Ich denke, dass …" und dem Präsens bilden. 

Andererseits kannst du sie aber auch mit Wörtern wie "vermutlich", "sicherlich", "wohl" oder je nach Zusammenhang "schon" bilden. In den folgenden Beispielen veranschaulichen wir dir diese Gebrauchsmethode.

  • Matthias wird heute wohl nicht mehr kommen.
  • Ich schätze, er wird mal wieder zu spät sein.
  • Es wird schon alles gut werden.
  • Du wirst diese Gebrauchsmethode anhand der Beispiele jetzt sicher verstehen.

Aufforderungen

Eine weitere Möglichkeit, bei der das Futur 1 gern verwendet wird, sind Aufforderungen oder Befehle. Auch hier kannst du genauso gut das Präsens verwenden. Beide Zeitformen werden je nach Kontext intuitiv verwendet.

  • Wirst du wohl still sein!
  • Ihr werdet jetzt auf der Stelle mit dem Streiten aufhören!
  • Du wirst mir sofort die Wahrheit sagen!

Bildung des Futur 1 und Abwandlungen

Bildung des Futur 1 und Abwandlungen

Die erste Zukunftsform ist in ihrer Bildung wohl eine der eher leichteren Zeitformen in der deutschen Sprache. Du musst lediglich die Konjugation des Hilfsverbs und den richtigen Satzbau beherrschen. Genauere Details erklären wir dir im Folgenden. 

Hilfsverb und Infinitiv

Für die Bildung der Zeitform benötigst du zunächst das Hilfsverb "werden". Dieses musst du in der richtigen Form im Präsens konjugieren. Da es unregelmäßig ist und bei der Konjugation seinen Wortstamm verändert, haben wir hier eine Konjugationstabelle für dich.

Personwerden
ich werde
duwirst
er/ sie/ eswird
wirwerden
ihrwerdet
sie werden

Neben "werden" benötigst du dann zudem noch den Infinitiv deines eigentlichen Verbs. Den bildest du, indem du an den Wortstamm immer ein "-en" ans Ende setzt. 

Satzbau im Futur 1

Im Deutschen ändert sich mit verschiedenen Zeitformen gern auch mal der Satzbau. Im Falle des Futur 1 beginnt ein gewöhnlicher Hauptsatz mit dem Subjekt. Darauf folgt dann "werden" in seiner richtigen Form. Der Satzbau kann aber auch leicht umgestellt werden.

Einzig das Verb im Infinitiv wird immer an den Ende des Satzes gestellt, egal was der Satz sonst noch für Informationen enthält. 

  • Ich werde morgen zu dir kommen.
  • Wir werden bald nach Italien in den Urlaub fliegen
  • Mein Hund wird nächste Woche operiert werden
  • Die Bäume werden in ein paar Wochen ihre Blätter verlieren

Alternativer Satzbau:

  • Morgen werde ich zu dir kommen.
  • Bald werden wir nach Italien in den Urlaub fliegen.

Wenn du gewöhnliche Fragen stellst, tauschen das Subjekt und das Hilfsverb die Plätze. "Werden" steht demnach immer am Satzanfang, beziehungsweise hinter dem Fragewort, falls vorhanden. Das eigentliche Verb im Infinitiv bleibt am Satzende.

  • Wann wirst du mich endlich verstehen?
  • Werden wir uns wiedersehen
  • Warum wirst du morgen erst so spät zu uns kommen?

Modalverben im Futur 1

Modalverben im Futur 1

Die Modalverben drücken Möglichkeiten oder Notwendigkeiten aus. Zu diesen Verben zählen "müssen", "können", "dürfen", "wollen", "mögen" und "sollen". Sie dienen in der Regel als Hilfsverb und werden fast ausschließlich in Kombination mit einem weiteren Verb verwendet. 

Sie bleiben im Futur 1 ebenfalls im Infinitiv und werden ans Satzende noch hinter das eigentliche Verb gesetzt. 

  • Nach meiner Operation werde ich vier Wochen nicht laufen können
  • Werden wir heute noch einkaufen müssen?
  • Ich werde dich wohl bald besuchen dürfen.

Futur 1 im Passiv

Einen Satz im Futur 1 im Passiv zu bilden, mag für manche im ersten Augenblick irritierend sein. Schließlich benötigt man für die Bildung des Passiv ebenfalls das Hilfsverb "werden". Tatsächlich verwendest du im Futur 1 in passiven Sätzen das Verb "werden" zweimal.

  • Nächste Woche werden die Weintrauben geerntet werden
  • Danach wird der Wein gepresst werden.

Dabei gehört das erste "werden" zum Futur 1 und wird normal konjugiert. Am Ende des Satzes folgt dann das Verb im Partizip (zum Beispiel geerntet, gelaufen, gegangen, gesprungen, …), wie es immer beim Passiv der Fall ist, zusammen mit dem zweiten "werden". Dieses steht wiederum im Infinitiv und gehört damit zu der Bildung des Futur 1. 

Wenn du dir die Beispiele ansiehst, merkst du vielleicht, dass die Sätze etwas umständlich und holprig klingen. Daher wird das Passiv im Futur 1 sowohl in der Alltagssprache als auch im Schriftlichen eher selten verwendet.

Futur 1 und das Präteritum

Futur 1 und das Präteritum

Insbesondere Romane werden zumeist im Präteritum geschrieben. Doch was, wenn dann dort von der Zukunft gesprochen wird? Dann brauchst du das Futur 1 im Präteritum. 

Dazu musst du das Hilfsverb "werden" in "würde" umwandeln. Der Rest bleibt im Infinitiv. So beschreibst du Ereignisse, die von einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit aus in der Zukunft geschehen. Von der aktuellen Gegenwart aus liegen sie aber bereits in der Vergangenheit.

  • Ich war mir sicher, dass du diese Prüfung schaffen würdest.
  • Maria wusste bereits letzte Woche, dass sie gestern nicht kommen würde.

Futur 1 und Futur 2 im Vergleich

In der deutschen Sprache gibt es zwei Zukunftsformen. Die eine ist das Futur 1, das du bereits in diesem Artikel kennengelernt hast. Die andere nennt man Futur 2. Auch sie wird eher selten benutzt. Die beiden Zeitformen haben allerdings recht eindeutige Unterschiede.

Das Futur 1 beschreibt vor allem Handlungen und Ereignisse, die voraussichtlich in der Zukunft geschehen werden oder vermutet werden. Das Futur 2 bezieht sich dagegen auf Ereignisse, die in der Zukunft bereits abgeschlossen sein werden, bevor andere Ereignisse (im Futur 1) stattfinden.

Du bildest es mit einer Kombination aus dem Perfekt und dem Hilfsverb "werden" aus dem Futur 1. In den folgenden Beispielen machen wir dir die Verwendungen und Unterschiede der beiden Zeitformen deutlich.

  • Wenn es bald noch mehr Katastrophen gegeben haben wird (Futur 2), werden die Menschen endlich den Klimawandel ernst nehmen (Futur 1). 
  • Ich werde mich morgen bereits krankgeschrieben haben (Futur 2), bevor mein Chef meine Abwesenheit bemerken wird (Futur 1).
  • Ich werde schon weit weggelaufen sein (Futur 2), wenn du dich auf die Suche machen wirst (Futur 1).

Übungen zum Futur 1

Übungen zum Futur 1

Nachdem du nun das theoretische Wissen erlernt hast, ist es wichtig, dich auch in der Praxis zu üben. Aus diesem Grund haben wir einige Übungen für dich zusammengestellt. Die Lösungen findest du unter den Übungen zum Aufklappen.

Übung 1 – normale Aussagen

In dieser ersten Übung sollst du die Verben in Klammern am Ende des Satzes in das Futur 1 setzen und die Lücken dann richtig befüllen.

  1. Morgen _____ ich meine Klassenarbeit _____. (schreiben)
  2. In zwei Wochen _____ wir endlich in den Urlaub _____. (fliegen)
  3. Du _____ mir jetzt sofort den Schlüssel _____ ! (geben)
  4. Ich bin sicher, er _____ bereits _____. (schlafen)
  5. Wenn ich dir beim Geldverdienen helfe, _____ du mich beim Shoppen _____. (begleiten)
  6. Vermutlich _____ Lisa und Tom schon unterwegs _____. (essen)
  7. Katharina _____ nächstes Jahr ihren Abschluss _____. (machen)
  8. Marie _____ sich bald zwei Kaninchen _____. (kaufen)
  9. Meine Schwester _____ in zwei Monaten ein Kind _____. (bekommen) 
  10. Mein Opa _____ bald seinen 80. Geburtstag _____. (feiern)
  1. Morgen werde ich meine Klassenarbeit schreiben.
  2. In zwei Wochen werden wir endlich in den Urlaub fliegen.
  3. Du wirst mir jetzt sofort den Schlüssel geben!
  4. Ich bin sicher, er wird bereits schlafen.
  5. Wenn ich dir beim Geldverdienen helfe, wirst du mich beim Shoppen begleiten.
  6. Vermutlich werden Lisa und Tom schon unterwegs essen.
  7. Katharina wird nächstes Jahr ihren Abschluss machen.
  8. Marie wird sich bald zwei Kaninchen kaufen.
  9. Meine Schwester wird in zwei Monaten ein Kind bekommen
  10. Mein Opa wird bald seinen 80. Geburtstag feiern.

Übung 2 – Fragen 

In dieser zweiten Übung geht es um den richtigen Satzbau. Da vieles in der Zukunft oft im Präsens steht, sollst du die folgenden Sätze aus dem Präsens ins Futur 1 üben. Denke daran, dass der Satzbau sich dabei leicht verändern wird. 

  1. Hilfst du mir bei meinem Projekt?
  2. Wann kommt ihr heute Abend an? 
  3. Ich nehme an, du schaffst das alleine? 
  4. Denkst du, mein Hund wird wieder gesund? 
  5. Schaffe ich meine Abschlussklausur nächste Woche wohl? 
  6. Wohin ziehst du denn dann nächste Woche?
  7. Erinnert er sich wohl an mich, wenn wir uns heute Abend sehen? 
  8. Wann kommt der Bus endlich?
  9. Warum bist du morgen nicht zuhause? 
  10. Bekommen wir jetzt Schwierigkeiten?
  1. Wirst du mir bei meinem Projekt helfen?
  2. Wann werdet ihr heute Abend ankommen?
  3. Ich nehme an, du wirst das alleine schaffen?
  4. Denkst du, mein Hund wird wieder gesund werden?
  5. Werde ich meine Abschlussklausur nächste Woche wohl schaffen?
  6. Wohin wirst du denn dann nächste Woche ziehen?
  7. Wird er sich wohl an mich erinnern, wenn wir uns heute Abend sehen werden?
  8. Wann wird der Bus endlich kommen
  9. Warum wirst du morgen nicht zuhause sein?
  10. Werden wir jetzt Schwierigkeiten bekommen?
Schwierigkeiten beim Lernen?

Deutsch zählt zu den am schwersten zu lernenden Fremdsprachen weltweit. Kein Wunder also, dass selbst Muttersprachlerinnen und Muttersprachler beim Erlernen der Grammatik vor Herausforderungen stehen. Vielleicht hast du selbst auch manchmal Schwierigkeiten, die deutsche Sprache voll und ganz zu verstehen.

Bei uns findest du einige Artikel, die dir hilfreiche Tipps zum (Sprachen)lernen geben. 

  • Lernmethoden. Verschiedene Lerntechniken und Fehler beim Lernen findest du in diesem Artikel
  • Lernplan erstellen. Wenn du Schwierigkeiten hast, strukturiert und organisiert zu lernen, verraten wir dir hier, wie du am besten einen Lernplan erstellen kannst.
  • Deutsch als Fremdsprache. Damit du für diese Herausforderung besser vorbereitet bist, haben wir hier einige Tipps für dich.
  • Sprachen lernen per App. Solltest du weitere Sprachen lernen wollen, haben wir hier eine übersichtliche Auswahl der 12 besten Sprachlernapps.
  • Nachhilfe finden. Um im Unterricht und in Prüfungen besser zu werden, eignet sich Nachhilfeunterricht oft besonders gut. 
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