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Präsens: 5 Arten, 10 Übungen & Beispiele der Zeitform

Die Zeitform Präsens wird auch Gegenwartsform genannt. Von allen deutschen Zeitformen wird sie im Alltag am häufigsten verwendet. Wir verraten dir anhand zahlreicher Beispiele, wie du das Präsens bildest, welche Arten es gibt und wie du es verwenden kannst.

Dass es sich um die Zeitform “Präsens” handelt, erkennst du immer am Verb innerhalb eines Satzes. Die verschiedenen Arten des Präsens ermöglichen es dir, dich auf aktuelle, zukünftige oder andauernde Ereignisse zu beziehen.

Das Präsens: Die Zeitform der Gegenwart

Präsens: Die Zeitform der Gegenwart

In diesem Kapitel erfährst du, was das Präsens ist und wie du es innerhalb der deutschen Zeitformen einordnen kannst. Außerdem verraten wir dir die Unterschiede zwischen Indikativ, Imperativ und Konjunktiv.

Was das Präsens ist

Das Präsens ist eine deutsche Zeitform (Tempus). Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “Gegenwart”. Ein Verb im Präsens signalisiert meist einen Bezug zur Gegenwart aus der Sicht der Sprecherin oder des Sprechers.

Es bezieht sich zum Beispiel auf aktuelle Ereignisse in der Gegenwart: “Ich lese gerade ein Buch.” Es kann aber auch generelle Aussagen treffen: “Regen ist immer nass.” Sogar zukünftige Ereignisse werden über das Präsens ausgedrückt: “Ich gehe morgen zur Schule.”

Deutsche Zeitformen im Überblick

Im Deutschen gibt es viele verschiedene Tempusformen, die je nach Ereignis und zeitlicher Perspektive zum Einsatz kommen. Wir haben einen kurzen Überblick darüber, wozu du welche Zeitformen verwenden kannst.

Hierbei beginnen wir mit der Vergangenheit und gehen von der Gegenwart über in die Zukunft. Zu jeder Zeitform findest du ein kurzes Beispiel.

Plusquamperfekt: vollendete Vergangenheit (abgeschlossenes Ereignis liegt länger zurück)

  • “Sie hatte das Lied schon zu Ende gesungen, als ihre Mutter herein kam.”

Präteritum: einfache Vergangenheit (Ereignis liegt etwas zurück)

  • “Sie sang das Lied zu Ende.”

Perfekt: vollendete Gegenwart (Ereignis wurde vor Kurzem abgeschlossen)

  • “Sie hat das Lied zu Ende gesungen.”

Präsens: Gegenwart (Ereignis findet gerade, bald oder regelmäßig statt)

  • “Sie singt das Lied zu Ende.”

Futur I: Zukunft (Ereignis ist für die Zukunft geplant)

  • “Sie wird das Lied zu Ende singen.”

Futur II: vollendete Zukunft (Ereignis wird in der Zukunft abgeschlossen sein)

  • “Sie wird das Lied zu Ende gesungen haben.”

Präsens Indikativ, Imperativ und Konjunktiv

Präsens Indikativ, Imperativ und Konjunktiv

Ein Verb kann im Deutschen einen von drei Modi haben: Indikativ, Imperativ oder Konjunktiv. Der Indikativ stellt die Wirklichkeit dar. Der Indikativ Präsens ist also die ganz normale Aussage-Form.

Der Imperativ wird auch als Befehlsform bezeichnet und wird für Aufforderungen und Ratschläge im Präsens verwendet. Der Konjunktiv ist hingegen dafür zuständig, die Möglichkeiten abzudecken.

Du brauchst ihn beim indirekten Zitieren und Paraphrasieren sowohl im Alltag als auch in der Schule oder beim wissenschaftlichen Arbeiten

  • Indikativ: Ich gehe nach Hause. Dort ist es schöner.
  • Imperativ: Geh lieber nach Hause. Es soll gleich regnen.
  • Konjunktiv: Er sagte, er gehe nach Hause. Ob er dort angekommen ist, weiß ich nicht.

Hier findest du Beispiele und Übungen zum Konjunktiv. 

Verben im deutschen Präsens bilden

Verben im deutschen Präsens bilden

Möchtest du Verben im Präsens bilden, musst du es an das jeweilige Substantiv und die Zeitform anpassen. Dieses Verfahren nennt sich Konjugation.

Im Folgenden haben wir zwei Tabellen für dich, die dir zeigen, wie man regelmäßige und unregelmäßige Verben im Präsens konjugiert.

Für das Beispiel-Verb bilden wir die drei Formen des Singular und die drei Formen des Plural. Das Singular wird auch als Einzahl und der Plural als Mehrzahl bezeichnet.

Regelmäßige Verben

Regelmäßige Verben haben den Vorteil, dass du dir lediglich die Endung im Präsens merken musst. Sie werden manchmal auch “schwache Verben” genannt und du kannst sie immer gleich konjugieren.

Setze dazu den Wortstamm und die jeweilige Endung für das Substantiv zusammen. Der Wortstamm von “schreiben” ist zum Beispiel “schreib”.

Abgesehen von dem Verb “schreiben” sind beispielsweise auch diese Verben regelmäßig: lernen, lachen, singen, trinken, malen, gehen, schwimmen.

PersonEndungBeispiel
1. Person Singular (ich)-eich schreibe
2. Person Singular (du)-stdu schreibst
3. Person Singular (er, sie, es)-ter schreibt
1. Person Plural (wir)-enwir schreiben
2. Person Plural (ihr)-tihr schreibt
3. Person Plural (sie, Sie)-ensie schreiben

Die dritte Person im Plural wird auch als Höflichkeitsform bezeichnet. Du verwendest sie, wenn du jemanden siezen möchtest. Beispiel: “Könnten Sie mir bitte sagen, wie ich zur Musterstraße komme?”

Unregelmäßige Verben

Unregelmäßige Verben

Die sogenannten unregelmäßigen Verben oder auch “starke Verben” weichen von der gewöhnlichen Konjugation ab. Oft unterliegen sie einem sogenannten Vokalwechsel.

Das bedeutet, es findet während des Konjugierens eine Veränderung im Wort statt. Ein Vokal wird durch einen oder mehrere andere Vokale ersetzt.

So wird aus dem “lesen” dann zum Beispiel in der konjugierten Form “du liest” oder “er liest”. In der Tabelle haben wir das Verb “geben” für dich konjugiert. Weitere unregelmäßige Verben sind: haben, sein, essen, helfen, sprechen, treffen, vergessen.

PersonEndungBeispiel
1. Person Singular (ich)-eich gebe
2. Person Singular (du)-stdu gibst
3. Person Singular (er, sie, es)-ter gibt
1. Person Plural (wir)-enwir geben
2. Person Plural (ihr)-tihr gebt
3. Person Plural (sie, Sie)-ensie geben

Auf das unregelmäßige Verb “werden” kommen wir später noch zurück. Du brauchst es, um die deutsche Zukunftsform zu bilden. Beispiel: “Ich werde lesen.”

Ausnahmen für “sein” und “haben”

Ausnahmen für "sein" und "haben"

Die Verben “sein” und “haben” gehören zu den unregelmäßigen Verben. Ihre Konjugation beschränkt sich aber nicht auf einen einfachen Vokalwechsel. Da du sie in der deutschen Sprache sehr oft benutzen musst, solltest du sie auswendig lernen

Du brauchst sie zum Beispiel, um etwas in der Vergangenheit auszudrücken: “Ich bin dort gewesen.” oder “Ich habe gelesen.”

PersonBeispiel für “sein”Beispiel für “haben”
1. Person Singular (ich)ich binich habe
2. Person Singular (du)du bistdu hast
3. Person Singular (er, sie, es)er ister hat
1. Person Plural (wir)wir sindwir haben
2. Person Plural (ihr)ihr seidihr habt
3. Person Plural (sie, Sie)sie sindsie haben

Ausnahmen im Wortstamm

Wenn der Wortstamm auf bestimmte Buchstaben endet, weichen die Endungen im Deutschen minimal vom Regelfall der regelmäßigen Verben ab. Dadurch soll dir die Aussprache erleichtert werden.

Wir haben alle Abweichungen im Überblick. Du kannst sie dir leicht merken und sie werden dir oft begegnen, weshalb du beim Lernen kaum Probleme haben wirst.

Endet ein Wortstamm auf -s/ß/X/z fällt das Endungs -s in der 2. Person Singular weg:

  • Statt“du sitzst“, heißt es “du sitzt”

Schließt der Wortstamm auf -d/t und liegt im Verb kein Vokalwechsel vor, steht bei Endungen auf -st und -t ein <e> davor:

  • Es heißt nicht “du startst”, sondern “du startest”
  • Statt “er startt”, heißt es “er startet”

Endet der Wortstamm auf -ie, fällt das Endungs -e in der 1. Person Singular sowie der 1. und 3. Person Plural weg:

  • Statt “ich kniee” heißt es “ich knie”
  • Es heißt nicht “wir knieen”, sondern “wir knien”
  • Statt sie “knieen”, muss es “sie knien” lauten

Schließt der Infinitiv, also die Ausgangsform des Verbs, auf -eln/ern (wie bei “schmunzeln” oder “lauern”) fällt das Endungs-e weg:

  • Statt “ich schmunzele” heißt es “ich schmunzle”
  • Es heißt nicht “wir laueren”, sondern ”wir lauern”

Arten des Präsens (+ Beispiele)

Arten des Präsens (+ Beispiele)

Die unterschiedlichen Arten des Präsens sind immer von der Sicht der Sprecherin oder des Sprechers abhängig. Wir verraten dir, welche Möglichkeiten du hast und haben hilfreiche Beispiele zur Veranschaulichung.

Aktuelles Präsens

Das aktuelle Präsens kannst du dazu verwenden, gegenwärtige Ereignisse zu beschreiben. Sie beziehen sich genau auf den Moment, in dem sie passieren.

Beispiele:

  • “Ich schaue gerade aus dem Fenster.”
  • “Sie möchte jetzt nicht darüber reden.”

Regelmäßiges Präsens

Mit dem regelmäßigen Präsens kannst du Handlungen oder Ereignisse benennen, die sich regelmäßig wiederholen. Diese Art des Präsens eignet sich also zum Beispiel für Stundenpläne, Trainingspläne oder Fahrpläne.

Beispiele:

  • “Der Bus kommt hier nur zu jeder vollen Stunde.”
  • “Meine Schwester geht jeden Mittwoch zum Tanzen.”
  • “Ich trainiere mindestens einmal die Woche meinen Bizeps.”

Zukünftiges Präsens

Zukünftiges Präsens

Wenn du etwas fest geplant hast, kannst du das zukünftige Präsens nutzen. Hierbei legt eine genaue Zeitangabe fest, dass das Ereignis in der Zukunft liegt.

Beispiele:

  • “Ich sehe mir morgen einen Film im Kino an.”
  • “Nächsten Dienstag muss ich zum Zahnarzt.”

Lässt du die Zeitangabe (in diesem Fall “morgen”) weg, könnte der Satz einen anderen Sinn erhalten. “Ich sehe mir einen Film im Kino an.” klingt so, als würdest du ihn dir jetzt gerade ansehen.

Generelles Präsens

Das generelle Präsens kannst du für allgemeingültige Aussagen verwenden. Dazu gehören neben Fakten und Tatsachen auch Zustände, egal ob permanent oder veränderbar.

Beispiele:

  • “Berlin ist die Hauptstadt von Deutschland.”
  • “Im Moment ist meine Lieblingsfarbe Grün.”

Andauerndes Präsens

Auch Dinge, die andauern, kannst du mit dem Präsens beschreiben. Hierbei ist es egal, ob sie von der Vergangenheit in die Gegenwart oder sogar in die Zukunft reichen.

Ein Beispiel aus dem Alltag ist, wenn du auf die Bestätigung eines Termins wartest, den du per E-Mail beantragt hast. Auch wenn du an mehreren Tagen das Gleiche getan hast, gerade tust und tun wirst, funktioniert das andauernde Präsens.

Beispiele:

  • “Ich warte schon seit letzter Woche auf einen Termin.”
  • “Ich bin das ganze Wochenende bei meiner Tante.”
  • “Dieses Wochenende schaue ich eine Serie nach der anderen.”

Übungen zum Lernen der Gegenwartsform

Übungen zum Lernen der Gegenwartsform

Nachdem wir dir nun alle Regeln und Ausnahmen des Präsens erklärt haben, kannst du mit den folgenden Übungen dein Wissen testen.

Im Anschluss findest du eine Box mit den Lösungen. Diese solltest du dir erst anschauen, wenn du die Lücken der Beispielsätze benannt hast. Sage dir die Sätze einmal laut vor, um ein besseres Sprachgefühl zu entwickeln und die Lösungen besser zu verinnerlichen.

  1. Ich (sein) ____ gerade sehr glücklich.
  2. Wir (gehen) ____ morgen ins Restaurant.
  3. Meine Schwester (tanzen) ____ gerne.
  4. Es (regnen) ____ den ganzen Tag.
  5. Ihr (müssen) ____ mich mal zum Tanzkurs begleiten. Es (sein) ____ toll dort!
  6. Du (können) ____ das. Ich (glauben) ____ an dich.
  7. Jede Woche (wünschen) ____ ich mir, dass wir keine Hausaufgaben aufbekommen.
  8. Die Erde (drehen) ____ sich um die Sonne.
  9. Ich (warten) ____ schon seit 20 Minuten auf meinen Zug.
  10. Sie (brauchen) ____ keinen Stuhl. Sie (knien) ____ lieber auf dem Boden.

Lösungen

1. Ich bin gerade sehr glücklich.
2. Wir gehen morgen ins Restaurant.
3. Meine Schwester tanzt gerne.
4. Es regnet den ganzen Tag.
5. Ihr müsst mich mal zum Tanzkurs begleiten. Es ist toll dort!
6. Du kannst das. Ich glaube an dich.
7. Jede Woche wünsche ich mir, dass wir keine Hausaufgaben aufbekommen.
8. Die Erde dreht sich um die Sonne.
9. Ich warte schon seit 20 Minuten auf meinen Zug.
10. Sie brauchen keinen Stuhl. Sie knien lieber auf dem Boden.

Unterschied zwischen Präsens und Präteritum

Unterschied zwischen Präsens und Präteritum

Um dir den Unterschied zwischen dem Präsens und anderen deutschen Zeitformen noch besser zu veranschaulichen, haben wir in diesem Kapitel zwei Beispiele zur Bildung des Präsens und des Präteritums.

So erkennst du noch besser, wie die unterschiedlichen Zeiten gebildet werden und wie sie sich in ihrer Bedeutung unterscheiden. Das Beispiel für ein regelmäßiges Verb ist "lachen" und für ein unregelmäßiges Verb ist es "gehen".

Das regelmäßige Präteritum bildest du, indem du an den Wortstamm die Endungen -te, -test, -te, -ten, -tet und -ten anhängst. Bei unregelmäßigen Verben mit Vokalwechsel, wie für das Verb "gehen", hängst du an den Präteritum Stamm "ging" die Endungen -st, -en, -t und -en an.

PersonPräsensPräteritum
1. Person Singular (ich)ich lacheich lachte
2. Person Singular (du)du lachstdu lachtest
3. Person Singular (er, sie, es)er lachter lachte
1. Person Plural (wir)wir lachenwir lachten
2. Person Plural (ihr)ihr lachtihr lachtet
3. Person Plural (sie, Sie)sie lachensie lachten
PersonPräsensPräteritum
1. Person Singular (ich)ich geheich ging
2. Person Singular (du)du gehstdu gingst
3. Person Singular (er, sie, es)er gehter ging
1. Person Plural (wir)wir gehenwir gingen
2. Person Plural (ihr)ihr gehtihr gingt
3. Person Plural (sie, Sie)sie gehensie gingen

Partizip Präsens

Partizip Präsens

Das Partizip Präsens oder auch Partizip I beschreibt eine bestimmte Verbform, die einem Adjektiv ähnelt. Du benötigst es, wenn du zwei Dinge gleichzeitig beschreiben möchtest. Gebildet wird das Partizip mit der Infinitivform des Verbs und einem zusätzlichen, das hinten angehängt wird.

Beispiele:

  • lachen + d = lachend
  • singen + d = singend
  • rennen + d = rennend
  • lieben + d = liebend
  • passen + d = passend

In einem vollständigen Satz kannst du das Partizip Präsens dann so verwenden:

  • Er schaut mich lachend an.
  • Auch eine liebende Mutter braucht mal eine Pause.
  • Ihr neues Armband betrachtend läuft Marie fast gegen einen Baum.
  • Sie versuchen rennend, etwas zu trinken.
  • Passend zum spanischen Motto der Party bringe ich Tacos mit.

Du brauchst noch Nachhilfe? Hier findest du Tipps, wie du die optimale Betreuung findest. 

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