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Rezension schreiben: 5 Formen, Aufbau & 4 Tipps für eine gelungene Kritik

Die Rezension bezeichnet die kritische Betrachtung eines bestimmten Gegenstands. Das kann ein neues Buch, eine Theateraufführung oder dein neues Smartphone sein. Was eine Rezension genau ist und worauf du beim Schreiben achten musst, erfährst du im Folgenden.

Ob in Printmedien, Funk, Fernsehen oder Online-Blogs – die Rezension ist eine vielfach verwendete Textform, die einen bestimmten Gegenstand kritisch betrachtet und bewertet. Wie das genau geht und was eine Rezension überhaupt ist, erfährst du im Folgenden.

Was eine Rezension ist

Was eine Rezension ist

Eine Rezension beschäftigt sich ganz genau mit einem bestimmten Gegenstand. Das lässt sich bereits aus dem Begriff ableiten, der aus dem Lateinischen stammt und soviel wie “Musterung“ oder “Bestandsaufnahme“ bedeutet. Im Deutschen wird die Rezension auch als Besprechung bezeichnet. Review ist mittlerweile auch eine geläufige Bezeichnung für eine Rezension.

Während in Print- und Online-Medien Rezensionen zumeist schriftlich vorliegen, sind sie in Funk und Fernsehen zum Teil auch mündlich. Gegenstand einer Rezension sind häufig sachliche Güter. Allerdings können auch kulturelle Schöpfungen wie Theateraufführungen und wissenschaftliche Theorien rezensiert werden.

Eine Rezension ist oft relativ lang und kann mitunter sogar den Umfang eines Buches annehmen. Kürzere Rezensionen sind meist um die drei Seiten lang. In Zeiten des Internets können sich Rezensionen mittlerweile jedoch auch auf ein Kommentar beschränken.

Meist erscheinen Rezension kurze Zeit nach Erscheinung des speziellen Gegenstands, der kulturellen Darbietung oder der wissenschaftlichen These. Online können Rezensionen zu einem bestimmten Gegenstand allerdings jederzeit veröffentlicht werden. So gibt es in der Regel immer aktuelle Rezensionen, die dich über die Qualität des behandelten Gegenstands aufklären. Zudem musst du dich so nicht nur auf einen Rezensenten verlassen. Wenn mehrere Rezensenten ein Produkt oder eine Dienstleistung bewerten, kannst du gleich mehrere Meinungen zur Rate ziehen und bekommst allgemein einen besseren Überblick über das Thema. Denn bei einer Rezension handelt es sich immer um eine subjektive Bewertung. Andere sind vielleicht ganz anderer Meinung.

Formen der Rezension

Formen der Rezension

Es gibt verschiedene Formen von Rezensionen. Denn nicht nur eine ausführliche Theaterkritik kann eine Rezension sein, auch ein kurzer Kommentar auf der Webseite eines Online-Versandhändlers kann bereits als Rezension bezeichnet werden. Solche Rezensionen sollen die Kaufentscheidung erleichtern. Doch auch mit einer Theaterkritik kannst du das Verhalten der Leser beeinflussen. Vielleicht entscheiden sie sich aufgrund deiner negativen Bewertung gegen den Theaterbesuch, oder sie wollen nach deiner Lobtirade das Stück unbedingt sehen.

Kundenrezension

Die einfachste Form einer Rezension ist wohl die Kundenrezension, denn sie ist vollkommen formlos. Schon ein einziger Satz auf einer Online-Platform kann als Rezension gewertet werden. Dabei muss der Autor noch nicht einmal seinen Namen preisgeben, sondern kann einfach einen Nicknamen verwenden oder gar ganz anonym bleiben. Im Internet kannst du mittlerweile nicht nur Produkte bewerten, sondern auch Dienstleistungen wie einen Arztbesuch.

Neben einer schriftlichen Rezension gibt es häufig auch die Möglichkeit, ein Produkt anhand von Sternen zu bewerten. Üblich ist dabei eine Skala von eins bis fünf. So können die Rezensenten ihre Meinung zu einem Gegenstand äußern, ohne auch nur ein Wort zu schreiben.

Literaturkritik

Die bekannteste Form der Rezension ist wohl die Literaturkritik. Dabei werden Bücher aller Art von renommierten Journalisten, Bloggern oder einfach den Lesern bewertet. Mittlerweile gibt es online zahlreiche Plattformen, die sich auf Buchkritiken spezialisiert haben und auf denen jeder seine Meinung über ein Buch abgeben kann. Meist werden Neuerscheinungen diskutiert. Es können allerdings auch ältere Werke immer wieder neu rezensiert werden, beispielsweise im Bezug auf internationale Entwicklungen in der Literatur.

Literaturkritiken können sich sowohl auf mehrere Werke eines Autors als auch auf ein einziges Werk beziehen. Letzteres wird auch als Buchkritik, Buchrezension oder Buchbesprechung bezeichnet. Diese sind vor allem in Fachzeitschriften, aber auch im Feuilleton von Zeitungen und Zeitschriften zu finden.

Literar- und Textkritik

Literar- und Textkritik

Nicht zu verwechseln mit einer Literaturkritik ist die Literar- und Textkritik. Denn hier wird nicht ein literarisches Werk kritisch bewertet, sondern ein historischer Text untersucht. Dabei werden verschiedene Textvarianten verglichen, um ihre Zusammenhänge zu verstehen und mögliche Übereinstimmungen festzustellen. In der Regel wird aus den Ergebnissen der Untersuchungen ein Stammbaum aus den verschiedenen Texten und eine kritische Ausgabe erstellt, die die Veränderungen im Text deutlich macht.

Kritik über kulturelle Erzeugnisse

Neben der Literaturkritik ist auch die Kritik an anderen kulturellen Schöpfungen ein häufiger Gegenstand von Rezensionen. Vor allem Filmkritiken, Kunstkritiken, Musikkritiken und Theaterkritiken nehmen Raum im Feuilleton von Zeitungen und Zeitschriften ein. Während im 20. Jahrhundert vor allem Kunst- und Theaterkritiken Bestandteil von Rezensionen waren, sind es heutzutage vor allem Filmkritiken und neuerdings auch Kritiken zu Computerspielen. Wie bei der Literaturkritik erscheinen Kritiken zu anderen kulturellen Schöpfungen meist mit der Veröffentlichung des Gegenstands. Selten kommt es jedoch vor, dass diese auch Jahre nach der ersten Veröffentlichung noch Objekt einer Rezension sind.

Wissenschaftliche Rezensionen

Neben kulturellen Erzeugnissen und Produkten können auch wissenschaftliche Thesen rezensiert werden. Diese werden vor allem für Fachzeitschriften geschrieben und überprüfen die aufgestellte These besonders kritisch, machen also auch auf mögliche Fehler aufmerksam. Auch weitere interessante Quellen zum Thema können in der Rezension benannt werden. Die Rezension bildet auf diese Weise schon fast eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit.

Aufbau einer Rezension

Aufbau einer Rezension

Rezensionen sollten immer einem schlüssigen Aufbau folgen – egal welche Form von Rezension du anstrebst zu schreiben. Orientieren kannst du dich dabei – wie bei fast jedem anderen Text auch – an einer dreischrittigen Einteilung, nämlich Einleitung, Hauptteil beziehungsweise Meinung und Fazit. Damit du dir einen Überblick über den Aufbau einer Rezension verschaffen kannst, erklären wir dir anhand einer Literaturkritik, was du im jeweiligen Teil schreiben musst.

Einleitung: Bei einer Buchkritik fasst du in der Einleitung kurz den Inhalt des jeweiligen Buches zusammen. Diesen solltest du natürlich selbstständig formulieren und nicht auf die Inhaltsangabe auf der Verlagsseite zurückgreifen. Du solltest sowohl die Handlung als auch die wichtigsten Charaktere kurz vorstellen. Verrätst du in deiner Inhaltsangabe bereits wichtige Wendepunkte im Buch, solltest du den Lesern vorher mitteilen, dass in deiner Rezension Spoiler enthalten sind, um sie nicht zu verärgern. Wichtige Eckdaten solltest du in deiner Einleitung ebenfalls nennen, also beispielsweise ob das Buch zu einer Reihe gehört. Auch Informationen zum Autor gehören in den ersten Teil deiner Rezension.

Hauptteil: Im Hauptteil kannst du deine Meinung ausführen. Dieser Teil sollte besonders ausführlich und um einiges länger als Einleitung und Fazit sein. Hier kannst du genau erklären, was dir an dem Buch gefällt und welche Aspekte du dagegen weniger gelungen findest. Dabei kannst du sowohl auf den Inhalt des Buches als auch auf das Cover eingehen. Die Themen deiner Rezension können dabei vielfältig sein. Du kannst den Fokus auf ganz unterschiedliche Bereiche legen. Versuche dich auf die für dich wichtigsten Punkte zu konzentrieren. Dies kann beispielsweise der Schreibstil des Autors, der Spannungsbogen oder die Entwicklung der Charaktere sein.

Dein Lob und deine Kritik sollten dabei deinen Gesamteindruck des Buches widerspiegeln. Bewertest du das Buch also allgemein gut, sollten die guten die schlechten Aspekte überwiegen und andersherum. Deine Rezension ist nicht glaubwürdig, wenn dir das Buch allgemein gefällt, du aber unzählige Punkte aufzählst, die dich stören. In diesem Fall solltest du deine Meinung gut begründen können. Dir könnte zum Beispiel die Umsetzung des Themas gefallen, aber du könntest mit dem Thema an sich Probleme haben. Schreibe genau auf, woran dies liegt.

Fazit: Im Fazit solltest du die wichtigsten Punkte deiner Rezension zusammenfassen. Der Leser sollte hier auf den ersten Blick erkennen, wie du das Buch bewertest und um welche Art von Geschichte es sich bei dem Buch handelt. Es sollte deutlich werden, ob du das Buch weiterempfiehlst oder nicht.

Wie du eine gute Rezension schreibst: So geht’s

Wie du eine gute Rezension schreibst: So geht’s

Neben dem Aufbau sind auch andere Faktoren enorm wichtig, um eine gute Rezension zu schreiben. Denn die Rezension sollte sowohl informativ als auch unterhaltend und nachvollziehbar sein. Wie du das anstellst, erfährst du in den folgenden Tipps für eine gelungene Literaturkritik. Schreibst du eine Produkt-Review, eine Film- oder Musikkritik, kannst du dich von unseren Tipps inspirieren lassen.

Allgemeine Informationen herausstellen

Obwohl es sich bei einer Rezension erst einmal um eine Kritik handelt, solltest du doch unbedingt die wichtigsten Informationen nennen, damit der Leser einen groben Überblick über das Buch erhält. Dazu gehört natürlich der Titel des Buches, der Autor und der Verlag. Mitunter ist auch der Erscheinungstermin des Buches eine wichtige Information, beispielsweise wenn das Buch noch nicht veröffentlicht ist oder einer bestimmten Epoche oder literarischen Strömung zugeordnet werden kann. Neben diesen Fakten solltest du auch die Seitenzahl angeben und ob es sich bei dem rezensierten Buch um einen Teil aus einer Buchreihe handelt.

Wichtig ist heutzutage außerdem die Buchart zu nennen, also ob du das Hardcover, eBook oder Hörbuch rezensierst. Denn hier gibt es erhebliche Unterschiede. Bei einem Hörbuch solltest du in deiner Rezension beispielsweise auch auf den Hörbuchsprecher eingehen.

Neugier des Lesers wecken

Wenn du eine Rezension schreibst, willst du natürlich auch, dass diese gelesen wird. Dafür muss dein Text den Leser ansprechen und das am besten schon gleich zu Beginn. Versuche also deine Überschrift und deine ersten Sätze möglichst interessant zu gestalten. Beginne deinen Text beispielsweise mit einer herausfordernden Frage oder einem aussagekräftigen Zitat aus dem rezensierten Buch. Du kannst auch mit einer persönlichen Anekdote einsteigen, die veranschaulicht, warum du dieses Buch unbedingt lesen wolltest. Mitunter kannst du auch gleich zu Beginn schon eine wertende Aussage machen, um die Neugier des Lesers zu wecken. Im weiteren Verlauf deiner Rezension kannst du diese dann weiter begründen.

Dein Urteil begründen

Deine Meinung solltest du begründen können

Allgemein ist es wichtig, dass du deine Meinung immer begründest, damit sie für den Leser nachvollziehbar und überzeugend ist. Aus deiner Rezension muss klar hervorgehen, warum du das Buch weiterempfiehlst oder eben nicht. Das kann ganz subjektive Gründe haben, die du jedoch benennen solltest, um für den Leser authentisch zu bleiben. Vor allem wenn du negative Kritik übst, solltest du dies gut begründen können und deine Behauptungen nicht für sich stehen lassen. Reflektiere also genau, was dich an dem Buch stört und warum dies so ist. Andererseits solltest du auch für ein Lob immer eine gute Begründung parat haben.

Anschaulich schreiben

In einer Rezension musst du ein Gleichgewicht zwischen Informationsgehalt und Unterhaltung schaffen, denn der Text soll sowohl informieren als auch unterhalten. Die Sprache muss darum nicht nüchtern sein, sondern deine Rezension kann durchaus humorvoll geschrieben sein. Die Struktur kannst du mit Zitaten aus dem jeweiligen Buch auflockern. Dadurch wird dein Text besonders anschaulich. Die Zitate können dir zudem dabei helfen, deine Meinung zu begründen, wenn du eine Textstelle findest, die deine Kritik oder dein Lob gut veranschaulichen kann. Deinen Text solltest du allgemein im Präsens verfassen. Wie du deinen Schreibstil verbesserst, erfährst du hier. 

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