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Spitznamen: 9 Möglichkeiten zur Namensbildung & 4 Tipps zum Umgang

Spitznamen sagen, teils auch ganz unbewusst, eine ganze Menge über eine Person aus. Nicht selten ist diese Aussage negativ. Gerade deswegen ist es wichtig, dass du beim Umgang mit Spitznamen vorsichtig bist. Was du dabei alles beachten solltest, erklären wir dir hier.

Das Wort “Spitzname” kommt aus dem 17. Jahrhundert und enthält den Wortbestandteil “Spitz” im Sinne von verletzend oder verspottend. Mittlerweile ist ein Spitzname nicht mehr zwangsweise negativ konnotiert. Ein solcher Name kann viele verschiedene Intentionen haben. Dennoch kommt es häufig vor, dass ein Spitzname kulturelle und sexistische Vorurteile transportiert. In diesem Artikel erklären wir dir alles rund um Spitznamen im Alltag sowie Berufsleben und wie du mit einem negativen Spitznamen umgehen kannst.

Unterschied zum Kosenamen

Während ein Spitzname zwar nicht immer, aber dennoch geschichtlich eine eher negative Bedeutung hat, ist das bei Kosenamen nicht der Fall. Ein Kosename hat ausschließlich eine positive Bedeutung. Trotzdem gibt es auch dabei einige No-Gos, die eher negativ behaftet sind. Alles was du über Kosenamen wissen musst und 140 tolle Vorschläge gibt es hier.

Wie Spitznamen gebildet werden

Wie Spitznamen gebildet werden

Spitznamen werden zwar oft ähnlich gebildet, haben aber nicht immer die gleiche Bedeutung. Oft bedarf es nicht viel Kreativität, um einen Spitznamen zu erfinden. Sie beziehen sich normalerweise auf den eigentlichen Namen einer Person oder auf andere auffällige Merkmale. Im Folgenden erfährst du alles rund um die Entstehung eines Spitznamens. Darüber hinaus erklären wir dir, wie solche Namen überhaupt entstehen.

1. Abkürzungen: Der Spitzname beschränkt sich auf das vordere oder das hintere Ende des Namens. (Beispiel: Aus dem Namen “Fridolin” wird “Frido”.)

2. Änderung: Der Spitzname entsteht durch das Ändern des Namens. Oft wird dabei der letzte Teil des Namens mit einem Vokal ersetzt. (Beispiel: Aus dem Namen “Susanne” wird “Susi”.)

3. Kombination: Ein Name wird zuerst gekürzt und anschließend mit einem oder mehreren Buchstaben ergänzt. Oft dient das zur besseren Aussprache des Namens. (Beispiel: Aus “Stefanie” wird “Steffie”.)

4. Dopplungen: Dem Namen wird eine Silbe entnommen, die dann anschließend verdoppelt wird. Diese Form wird besonders oft gewählt wenn sich eine Silbe entnehmen lässt, die auf einen Vokal endet. (Beispiel: Aus dem Namen “Bianca” wird “Bibi”.)

5. Verniedlichungen: Der Name wird verniedlicht, oftmals durch die Beifügung von den Silben -lein oder -chen. (Beispiel: Aus dem Namen “Peter” wird “Peterchen.”)

6. Nachname: Teils entsteht ein Spitzname auch aus dem Nachnamen. Diese Variante ist besonders bei Jugendlichen sehr beliebt. (Beispiel: Aus dem Namen des Fußballspielers “Lukas Podolski” wird “Poldi”.)

7. Äußerliches: Wenn eine Person ein äußerliches Merkmal hat, das besonders heraussticht, kann dies auch zur Grundlage eines Spitznamens werden. (Beispiel: Wenn Hugo ganz viele Locken hat, wird Hugos Spitzname “Locke”.)

8. Charakter: Sollte eine Person eine bestimmte Charaktereigenschaft haben, die sehr auffällig ist, kann auch diese den Spitznamen bestimmen. (Beispiel: Ben ist immer sehr aufgeregt und sitzt nur ungern still. Er wird von anderen als "Zappelphillipp" bezeichnet.)

9. Situationen/ Erinnerungen: Manchmal gibt es eine Situation oder eine Erinnerung, die so unvergesslich ist, dass sie sich zu einem Spitznamen entwickelt. (Beispiel: Sina kommt jeden Tag zu spät in die Schule, da sie verschläft. Ihr Spitzname ist “Schlafmütze”.)

Wer Spitznamen gibt

Wer gibt Spitznamen?

Wer einen Spitznamen gibt, ist letztendlich immer unterschiedlich. Manche Leute teilen sich die Namen selbst zu. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht ist der eigentliche Name zu lang, kompliziert oder einfach schwer auszusprechen. Es kann aber auch sein, dass jemand seinen Spitznamen seinem eigentlichen Namen vorzieht.

Andererseits ist es aber auch möglich, dass jemand anderes einer Person einen Spitznamen gibt. Genau dabei kann es oft zu Problemen kommen. Denn ein Spitzname hat nicht immer eine positive oder nett gemeinte Bedeutung. Spitznamen können in der Intention, Verwendung und in der Art variieren, in der sie verstanden werden.

Tipp: Wenn du selbst einen Spitznamen vergeben möchtest, solltest du besonders bei lustig gemeinten Namen bedenken, dass diese nicht immer so ankommen. Überlege also gut, ob die Person den Spitznamen genauso lustig finden wird wie du oder nicht. Wenn er negativ ankommen könnte, dann ist es wahrscheinlich besser, den Namen unausgesprochen zu lassen.

Bedeutung von Spitznamen

Die Funktion des Spitznamens hat sich über die Jahre hinweg verändert und weicht mittlerweile teils von der ursprünglichen Definition aus dem 17. Jahrhundert ab. Generell kann ein Spitzname sehr unterschiedliche Funktionen und Intentionen haben. Häufig sind folgende Funktionen ausschlaggebend:

  • Lob: Experte, Problemlöser, helfende Hand, Held
  • Witz: Pappnase, Witzbold, Quatschkopf
  • Neckend: Schlafmütze, Schussel, Zappelphillipp
  • Spottend: Barbie, Blondchen, Dickerchen
  • Verletzend: Zwerg, Dummkopf, Blödmann
  • Verniedlichung: Mäuschen, Schnucki, Hasilein
Es kommt häufig vor, dass auch Politikern Spitznamen verpasst werden. Meistens sind diese spottend. Sie können vom Volk, einem Medium oder auch von einem anderen Politiker gegeben werden. Teils wird dadurch Kritik an der sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Lage geäußert. Zum Beispiel bezeichnete ein politischer Gegner den deutschen Politiker Willy Brandt aufgrund seiner Ideen als “Willy Wolke“.

Andererseits kann ein Spitzname auch den einzigen Zweck verfolgen, sich oberflächlich über einen Politiker lustig zu machen. Beispielsweise wurde der deutsche Politiker Helmut Kohl in einem Magazin aufgrund seiner Körperfülle als Birne abgebildet und erhielt so den Spitznamen “Birne Kohl”.

Wann Spitznamen angebracht sind

Vielleicht hast du selbst schon Erfahrungen mit Spitznamen gemacht und konntest feststellen, dass diese nicht immer angebracht sind. So wirst du vielleicht von deinem Partner "Schatz", von deiner Mutter "Mäuschen" und von deinen Freunden wieder anders genannt. Auch wenn du dich mit diesen Namen arrangieren kannst, solltest du vor allem im Berufsleben vorsichtig bei der Verwendung von Spitznamen sein. Hier ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass diese negativ ankommen.

Berufsleben

Spitznamen im Berufsleben

Im heutigen Berufsleben ist die Arbeitsatmosphäre in vielen Betrieben sehr locker. Die Zusammenarbeit findet auf einer persönlichen Ebene statt mit flachen Hierarchien. Wie nah ihr euch jedoch genau steht und ob sogar ein Spitzname angebracht ist, kannst letztendlich nur du wissen. Versuche ein Gefühl für deinen Betrieb und die dort üblichen Umgangsformen zu entwickeln. Auf Bewerbungen und offiziellen Dokumenten haben Spitznamen aber nichts verloren. Wie du einen guten Lebenslauf verfasst, erfährst du hier. Tipps für dein Anschreiben findest du in diesem Artikel zum Thema.

Bedenke, dass ein Spitzname im Beruf sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Meistens sind Spitznamen ein Zeichen dafür, dass ein lockerer, persönlicher Umgang zwischen den Kollegen herrscht und die Arbeitsatmosphäre allgemein entspannt ist. Ein Spitzname kann aber auch dazu führen, dass du von deinen Kollegen nicht mehr ernst genommen wirst und auch vor Außenstehenden an Ernsthaftigkeit verlierst. Wäge daher gut ab, ob ein Spitzname sich in deinem Beruf eignet oder nicht.

Einen bewusst verletzenden Spitznamen zu vergeben, ist allerdings ein eindeutiges No-Go. Spitznamen können eine Form von Mobbing sein. Mehr über Mobbing am Arbeitsplatz erfährst du hier. Solltest du selbst davon betroffen sein, geben wir dir später ein paar Lösungsansätze, wie du mit deinem Spitznamen umgehen kannst.

Privatleben

Im Privatleben sind Spitznamen durchaus häufig. In der Familie, in einer Beziehung und unter Freunden sind Spitznamen ebenso wie Kosenamen durchaus angebracht, vorausgesetzt die Person ist damit einverstanden. Auch wenn Spitznamen hier oftmals untereinander vergeben werden, sind sie in den meisten Fällen positiv zu deuten.

Spitznamen im Internet: Nickname

Nicknamen im Internet

Auch im Internet werden oft Spitznamen vergeben. Allerdings gibst du dir hier deinen Spitznamen meist selbst- und zwar in Form eines Nicknames. Ein Nickname bezeichnet ein selbst gewähltes Pseudonym, unter dem eine Person im Internet auftritt. Er kann aber auch eine Verkürzung des eigenen Namens oder der eigene Name selbst sein. Grundsätzlich vermeidet er die Mehrfachnutzung eines Namens und garantiert (je nach Portal) Anonymität.

Bei der Erstellung eines Nicknames kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Du kannst Buchstaben mit Zahlen und sogar Sonderzeichen kombinieren. Voraussetzung ist, dass es den Namen nur ein einziges Mal auf dem jeweiligen Portal gibt. Beliebt sind Kombinationen aus Vornamen und Geburtsjahr, aber auch Fantasienamen sind geeignet. Wie du deine Fantasie anregen kannst, erklären wir hier.

Damit du dir ein Bild davon machen kannst, welche Namen du als Nicknamen verwenden kannst, haben wir einige lustige Nicknamen für dich zusammengefasst:

  1. Anna Lüse
  2. Mario Nette
  3. Rob Otter
  4. Mark Aroni
  5. Volker Racho

Was ein Spitzname über dich aussagt

Besonders im Berufsleben kann ein Spitzname sehr negative Auswirkungen haben. Darum solltest du vorsichtig sein, wenn du Spitznamen verwendest, und dir noch besser überlegen, ob du dir selbst einen Spitznamen geben möchtest.

Problematisch sind Spitznamen auch, weil man sie oft nicht so schnell wieder loswird. Sie sind oft leichter zu merken als der echte Name, was zur Folge haben kann, dass du nur noch mit deinem Spitznamen angesprochen wirst – unerheblich davon, welche Intention der Spitzname ursprünglich hatte. Je nach Spitzname kann das nicht unbeträchtliche Folgen haben. Im schlimmsten Fall wirkt sich dein Spitzname negativ auf deine Karriere oder deine mentale Gesundheit aus.

Beispiel: Hans redet viel und wird deswegen von seinen Kollegen als “Labertasche” bezeichnet. Mittlerweile konnte er sich dies abgewöhnen. Der Name und das darauf basierende Vorurteil bleibt aber trotzdem bestehen.

Wie du mit negativen Spitznamen umgehen kannst

Wie du mit negativen Spitznamen umgehen kannst

Egal ob beruflich oder privat – leider sind negative Spitznamen und Mobbing noch immer alltäglich. Am Arbeitsplatz geben sich Kollegen häufig untereinander negative Spitznamen und grenzen eine Person bewusst aus. Allerdings können Angestellte auch ihrem Chef heimlich einen solchen Namen geben. Oftmals wissen die betroffenen Personen gar nicht, dass sie einen solchen Namen besitzen. Negative Spitznamen bleiben also häufig Bestandteil hinterlistiger Lästereien.

Grund für negative Spitznamen und Mobbing ist häufig Unzufriedenheit. Diese Unzufriedenheit kann bei dir selbst liegen, bei der betroffenen Person oder auch einen ganz anderen Ursprung haben. Ein Spitzname ist also gegebenenfalls ein Mittel, um Wut abzubauen. Negative Spitznamen setzen den Betroffenen herab und sorgen so dafür, dass sich die Namensgeber kurzfristig besser fühlen.

Vor allem wenn mehrere Personen zusammenkommen und Spitznamen verteilen, erzeugt dies ein Gemeinschaftsgefühl. Durch kollektives Lästern und Spotten fühlen sie sich einer Gruppe zugehörig – allerdings auf Kosten anderer. Wenn auch dir ein negativer Spitzname gegeben wurde, erhältst du im Folgenden Tipps, wie du damit umgehen kannst.

Bleibe höflich

Wenn dir jemand einen Spitznamen gibt, ist es gut möglich, dass dir dieser nicht gefällt. Allerdings ist dies nicht immer ein Grund, direkt wütend zu werden. Vielleicht hatte der Namensgeber zwar eine gute Absicht, hat aber deinen Geschmack verfehlt. Dann reicht es oftmals schon, wenn du ihm mitteilst, dass dir der Name nicht gefällt. Auch wenn der Spitzname nur ein gut gemeinter Witz sein sollte, kannst du ruhig höflich darauf aufmerksam machen, dass du diesen nicht lustig findest. Ein kurzes Gespräch reicht oftmals schon aus, um deinen Spitznamen loszuwerden.

Ignoriere den Spitznamen

Ignoriere den Spitznamen

Etwas schwieriger wird es bei Spitznamen, die bewusst verletzend sein sollen. Wenn du in diesem Fall darauf aufmerksam machst, dass dir der Name nicht gefällt, kann die Situation noch schlimmer werden. Besser ist es, die anderen Personen einfach zu ignorieren. Tue so, als ob dich der Spitzname gar nicht interessieren würde. Das nimmt den anderen den Reiz an dem Namen. Oft hören sie dann ganz von alleine auf, den Spitznamen zu verwenden, da es ihnen einfach keinen Spaß mehr macht.

Sei selbstironisch

Mit Selbstironie kannst du ebenfalls gut auf negative Spitznamen reagieren. Auch wenn dir der Name nicht so gut gefällt, kannst du humorvoll auf ihn reagieren. Somit zeigst du, dass du selbstbewusst genug bist, um dich von Spitznamen und anderen Ärgernissen nicht stören zu lassen. Tipps für ein stärkeres Selbstbewusstsein gibt es hier.

Beschwere dich

Beginnt dich dein Spitzname psychisch zu belasten, steht dir immer die Möglichkeit frei, dich zu beschweren. Du kannst dich an deinen Lehrer, Arbeitgeber oder andere Vertrauenspersonen wenden und ihnen deinen Fall erklären. Sei ganz offen und erläutere, welche Auswirkungen der Spitznamen auf dein Wohlbefinden hat. Zusammen könnt ihr an einer Lösung arbeiten, die für alle möglichst angenehm und passend ist.

Merke: Auch wenn es dir vielleicht unangenehm ist, solltest du für dich einstehen. Spitznamen können eine Form von Mobbing sein. Dagegen solltest du vorgehen und die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Nicht nur in der Schule, sondern auch am Arbeitsplatz kommt Mobbing häufig vor. Es muss dir also nicht peinlich sein, um Hilfe zu bitten. Stattdessen kannst du ein Vorbild für andere sein und die Bedingungen allgemein für deine Mitmenschen verbessern.

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