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22 Wintergedichte & 9 spannende Fakten zum Winter

Die Winterzeit hält viele besondere Tage bereit und ist eine Zeit der Gemütlichkeit. Damit du so richtig in winterliche Stimmung kommst, stellen wir dir hier über 20 Wintergedichte sowie spannende Fakten über den Winter vor.

Für viele Menschen hat der Winter einen ganz besonderen Reiz. Trotz der klirrenden Kälte treibt es uns immer wieder nach draußen, wo wir schneebedeckte Landschaften und in Lichtern aufgehende Innenstädte bewundern.

Besinnliche Wintergedichte

Besinnliche Wintergedichte

Zu Beginn stellen wir dir Gedichte über den Winter vor, die dessen Eigenarten mit ihren Worten gut einfangen.

Da sie so besinnlich sind, kannst du sie hervorragend mit Freundinnen und Freunden teilen, um sie in weihnachtliche Stimmung zu versetzen.

Hier geht es weiter zu Sprüchen über den Winter und Winterliedern.

1)

Der Winter ist kommen

Der Winter ist kommen,
verstummt ist der Hain;
nun soll uns im Zimmer
ein Liedchen erfreun.

Das glitzert und flimmert
Und leuchtet so weiß
Es spiegelt die Sonne
Im blitzblanken Eis.

Wir gleiten darüber
Auf blinkendem Stahl
Und rodeln und jauchzen
Vom Hügel ins Tal.

Und senkt sich der Abend,
geht’s jubelnd nach Haus
ins trauliche Stübchen
zum Bratapfelschmaus.

(Unbekannt)

2)

Eisnacht

Wie in Seide ein Königskind
schläft die Erde in lauter Schnee,
blauer Mondscheinzauber spinnt
schimmernd über der See.

Aus den Wassern der Raureif steigt,
Büsche und Bäume atmen kaum:
durch die Nacht, die erschauernd schweigt,
schreitet ein glitzernder Traum.

(Clara Müller-Jahnke)

3)

Es gibt so wunderweiße Nächte

Es gibt so wunderweiße Nächte,
drin alle Dinge Silber sind.
Da schimmert mancher Stern so lind,
als ob er fromme Hirten brächte
zu einem neuen Jesuskind.
Weit wie mit dichtem Diamantstaube
bestreut, erscheinen Flur und Flut,
und in die Herzen, traumgemut,
steigt ein kapellenloser Glaube,
der leise seine Wunder tut.

(Rainer Maria Rilke)

4)

Alles still!

Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht –
Heiße Tränen nieder tropfen
Auf die kalte Winterpracht.

(Theodor Fontane)

5)

Stille Winterstraße

Es heben sich vernebelt braun
Die Berge aus dem klaren Weiß,
Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,
Steht eine Stange wie ein Steiß.

Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf,
Wie ihn kein Maler malen darf,
Wenn er’s nicht etwas kann.
Ich stapfe einsam durch den Schnee.
Vielleicht steht links im Busch ein Reh
Und denkt: Dort geht ein Mann.

(Joachim Ringelnatz)

6)

Der erste Schnee

Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat´s geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh´,
nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.

Und im Garten jeder Baum,
jedes Bäumchen voller Flaum!
Auf dem Sims, dem Blumenbrett
liegt er wie ein Federbett.
Auf den Dächern um und um
nichts als Baumwoll´ rings herum.

Und der Schlot vom Nachbarhaus,
wie possierlich sieht er aus:
Hat ein weißes Müllerkäppchen,
hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht,
dass er just sein Pfeifchen schmaucht?
Und im Hof der Pumpenstock
hat gar einen Zottelrock
und die ellenlange Nase
geht schier vor bis an die Straße.
Und gar draußen vor dem Haus!
Wär´ nur erst die Schule aus!

Aber dann, wenn´ s noch so stürmt,
wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick,
steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut ´nen Tiegel
und im Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee
und wir rings herum, juhe!
Ei, ihr lieben, lieben Leut´,
was ist heut´ das eine Freud´!

(Friedrich Wilhelm Güll)

Kurze Wintergedichte

Kurze Wintergedichte

Die kurzen Wintergedichte in diesem Kapitel eignen sich besonders gut zum Vortragen und Vorlesen. Du könntest sie durch ihre Bündigkeit alternativ auch für deine Weihnachtskarte benutzen.

So oder so drehen sich die Gedichte in diesem Kapitel über den Winter, die Kälte und den Schnee.

Finde hier bekannte Märchen aus aller Welt samt Tipps zum Vorlesen.

1)

Erster Schnee

Aus silbergrauen Gründen tritt
ein schlankes Reh
im winterlichen Wald
und prüft vorsichtig Schritt für Schritt,
den reinen, kühlen, frischgefallenen Schnee.
Und deiner denk ich, zierlichste Gestalt.

(Christian Morgenstern)

2)

Winterlied

Der Winter hat mit kalter Hand
Die Pappel abgelaubt,
Und hat das grüne Maigewand
Der armen Flur geraubt;
Hat Blümchen, blau und rot und weiß
Begraben unter Schnee und Eis.

(Gottfried August Bürger)

3)

Die hohen Tannen

Die hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.

(Rainer Maria Rilke)

Wintergedichte für Kinder

Wintergedichte für Kinder

In diesem Kapitel haben wir Wintergedichte für Kinder zusammengestellt. Auch sie kannst du zum Vorlesen und Vortragen benutzen.

Das kann nicht nur Lust auf das Lesen machen, sondern auch die Kreativität deines Kindes anregen. Da sich die Gedichte reimen, lassen sie sich auch einfacher merken.

1)

Die Schlittenfahrt mit dem Schneemann

Wir kommen mit Trommel- und Pfeifenklang,
Mit Schellengeläut' und mit Lustgesang.

Der Schneemann ist unser König jetzt,
Wir haben ihn heut auf den Thron gesetzt.

Wir zieh’n ihn mit Jubel durch Stadt und Land,
Wir zieh’n ihn aus Liebe mit eigner Hand.

Ihr Leute, so schaut aus den Fenstern heraus!
Schneekönig der kommet in Saus und Braus.

Ihr Leute, so ziehet die Kappen ab!
Schneekönig der kommet mit Kron' und Stab.

Ihr Leute, begrüßt ihn mit Hurrahgeschrei!
Schneekönig der ziehet anjetzt vorbei.

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

2)

Winterrätsel

Ich falle vom Himmel
in wirrem Gewimmel.
Ich schimmre
und flimmre
und decke das Land
zahllos wie Sand.

Doch unversehens
im Sonnenschein
schleich ich
und weich ich
und schlüpf ins Dunkel
der Erde hinein.

(Friedrich Güll)

3)

Ein großer Teich war zugefroren

Ein großer Teich war zugefroren;
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum:
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Lustige Wintergedichte

Lustige Wintergedichte

Möchtest du etwas Humor in das Leben deiner Liebsten bringen, dann werden dir die zwei winterlichen Gedichte in diesem Kapitel gefallen.

Sie machen sich wunderbar zum Vorlesen für Kinder zur Winter- und Weihnachtszeit.

Hier geht es weiter mit festlichen Weihnachtssprüchen.

1)

Die Enten laufen Schlittschuh

Die Enten laufen Schlittschuh
auf ihrem kleinen Teich.
Wo haben sie denn die Schlittschuh her –
sie sind doch gar nicht reich?

Wo haben sie denn die Schlittschuh her?
Woher? Vom Schlittschuhschmied!
Der hat sie ihnen geschenkt, weißt du,
für ein Entenschnatterlied.

(Christian Morgenstern)

2)

Schneeflocke

Es schneit, hurra, es schneit!
Schneeflocken weit und breit!
Ein lustiges Gewimmel
kommt aus dem grauen Himmel.

Was ist das für ein Leben!
Sie tanzen und sie schweben.
Sie jagen sich und fliegen,
der Wind bläst vor Vergnügen.

Und nach der langen Reise,
da setzen sie sich leise
aufs Dach und auf die Straße
und frech Dir auf die Nase.

(Volksgut)

Wintergedichte zum Vorlesen

Wintergedichte zum Vorlesen

Nachfolgend kannst du eine Auswahl an Wintergedichten zum Vorlesen finden. Unter ihnen sind sowohl kurze als auch längere Gedichte, die teilweise Kurzgeschichte ähneln.

Auf jeden Fall fangen die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Gedichte den winterlichen und weihnachtlichen Geist gut ein.

1)

Winter

Nun gib mir deine blasse Hand,
Wir wollen in die Weite geben.
Der Winter kam – ein Sommer schwand
In Nebel hüllt sich das Geschehen.

Wir gehen; weißt du, wann wir ruhn?
Ich sehe keine Pforte offen.
O friere nicht! – Wir haben nun
Nichts mehr zu sagen, nichts zu hoffen.

(Walter Calé)

2)

An den Winter

Willkommen, lieber Winter,
Willkommen hier zu Land!
Wie reich du bist, mit Perlen
Spielst du, als wär' es Sand!

Den Hof, des Gartens Wege
Hast du damit bestreut;
Sie an der Bäume Zweige
Zu Tausenden gereiht.

Dein Odem, lieber Winter,
Ist kälter, doch gesund;
Den Sturm nur halt' im Zaume,
Sonst macht er es zu bunt!

(Elisabeth Kulmann)

3)

Der Eislauf

Der See ist zugefroren
Und hält schon seinen Mann.
Die Bahn ist wie ein Spiegel
Und glänzt uns freundlich an.

Das Wetter ist so heiter,
Die Sonne scheint so hell.
Wer will mit mir ins Freie?
Wer ist mein Mitgesell?

Da ist nicht viel zu fragen:
Wer mit will, macht sich auf.
Wir geh’n hinaus ins Freie,
Hinaus zum Schlittschuhlauf.

Was kümmert uns die Kälte?
Was kümmert uns der Schnee?
Wir wollen Schlittschuh laufen
Wohl auf dem blanken See.

Da sind wir ausgezogen
Zur Eisbahn also bald,
Und haben uns am Ufer
Die Schlittschuh angeschnallt.

Das war ein lustig Leben
Im hellen Sonnenglanz!
Wir drehten uns und schwebten,
Als wär’s ein Reigentanz.

(Hoffmann von Fallersleben)

Klassische Wintergedichte

Klassische Wintergedichte

Im Anschluss findest du hier noch Gedichte über den Winter von der klassischeren Sorte. Sie stammen zum Teil von bekannten Schriftstellern wie Heinrich Heine und Christian Morgenstern.

Die verschiedenen Epochen, in denen die Schriftsteller diese Gedichte verfassten, spiegeln sich auch in der Wortwahl und Bedeutung wider. Vielleicht inspirieren sie dich dazu, deine eigenen Verse zu verfassen.

1)

Neuer Frühling

Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;

Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren; –
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab der Baum dich übergossen.

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freud’gem Schrecken;
Duft’ge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich in Blüten,
Und dein Herz, es liebt aufs neue.

(Heinrich Heine)

2)

Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab' nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seine Wipfel sacht
und redet wie im Traume.

Er träumt von künft’ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob will rauschen.

(Joseph von Eichendorff)

3)

Winter

Ein weißes Feld, ein stilles Feld.
Aus veilchenblauer Wolkenwand
Hob hinten, fern am Horizont,
Sich sacht des Mondes roter Rand.

Und hob sich ganz heraus und stand
Bald eine runde Scheibe da,
In düstrer Glut. Und durch das Feld
Klang einer Krähe heisres Kräh.

Gespenstisch durch die Winternacht
Der große dunkle Vogel glitt,
Und unten huschte durch den Schnee
Sein schwarzer Schatten lautlos mit.

(Gustav Falke)

4)

Winternacht

Flockendichte Winternacht…
Heimkehr von der Schenke…
Stilles Einsamwandern macht,
dass ich deiner denke.

Schau dich fern im dunklen Raum
ruhn in bleichen Linnen…
Leb ich wohl in deinem Traum
ganz geheim tiefinnen?…

Stilles Einsamwandern macht,
dass ich nach dir leide…
Eine weiße Flockennacht
flüstert um uns beide…

(Christian Morgenstern)

5)

Altes Kaminstück

Draußen ziehen weiße Flocken
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken,
Warm und einsam, stillvertraut.

Sinnend sitz ich auf dem Sessel,
An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der Wasserkessel
Längst verklungne Melodien.

Und ein Kätzchen sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der Glut;
Und die Flammen schweben, weben,
Wundersam wird mir zu Mut.

(Heinrich Heine)

Spannende Fakten zum Winter, Schnee und Kälte

9 spannende Fakten zum Winter, Schnee und Kälte

Hast du noch nicht genug über den Winter und seine klirrende Kälte gelesen, warten hier noch neun spannende Fakten auf dich:

Klicke hier für weitere Fun Facts und unnützen Wissen.

  1. Der kälteste bewohnte Ort der Welt heißt Oimjakon und liegt in Russland. Dort wurden -71,2 Grad Celsius gemessen.
  2. Die bisher größte gemessene Schneeflocke steht mit 38 Zentimetern Durchmesser im Guinness-Buch der Rekorde. Übliche Schneeflocken messen im Durchmesser gerade einmal fünf Millimeter.
  3. In Norwegen gibt es über 100 Wörter, die Schnee beschreiben – darunter Slaps und Snøgraut.
  4. Der sogenannte Blutschnee – also roter Schnee – kommt vor allem in den Polarregionen vor und enthält einzellige Algen, die ihm seine rötliche Färbung verleihen.
  5. Am Mount Fairweather, einem Berg in Kanada, fällt pro Jahr rund 180 Meter Schnee. Damit ist der Berg der schneereichste Ort der Erde.
  6. In manchen Städten wird statt Salz oder Salzlake Rübensaft oder altes Bier für vereiste Straßen benutzt.
  7. Der größte, je gebaute Schneemann hatte eine Länge von knapp 38 Metern.
  8. Im Winter steht unser Planet der Sonne am nächsten. Die Distanz beträgt dann nur noch etwa 147 Millionen Kilometer.
  9. Etwa 7.600 Menschen haben bei der größten Schneeballschlacht der Welt im Jahr 2016 in Kanada mitgemacht.
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