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Gute-Nacht-Geschichte einfach selbst verfassen – so geht’s

Eine Gute-Nacht-Geschichte selbst zu verfassen, ist ein wunderbares, besonderes und vor allem persönliches Geschenk – nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Mit unserer Anleitung gelingt es dir garantiert. Wir haben sogar 5 Tipps für den Notfall für dich.


Nichts erfreut ein Kinderherz mehr als eine liebevoll erzählte Gute-Nacht-Geschichte. Insbesondere Märchen helfen ihnen auch heute noch beim Einschlafen. Sogar Erwachsene greifen bei Schlafproblemen immer öfter auf Hörspiele zurück. Sie versetzen sich somit entweder wieder in ihre Kindheit oder genießen einfach das Gefühl, nicht allein zu sein und mit einer beruhigenden Stimme in den Schlaf begleitet zu werden.

Das Lauschen einer Geschichte hat schon immer eine beruhigende Wirkung auf uns gehabt. Wir betrachten alles, was in dieser Geschichte passiert aus sicherer Entfernung und weit weg von der Realität. Geschichten – von Menschen für Menschen geschrieben oder von Menschen über anderen Menschen erzählt – bieten uns immer etwas an, mit dem wir uns identifizieren können. Gewisse Dinge ändern sich nie, und genau das ist es, was uns auch die Märchen über eine so lange Zeit nicht vergessen lässt. Kleine Wahrheiten und Lehren stecken in ihnen und lassen sich, egal in welcher Zeit, immer wieder auf das Leben anwenden.

Themenfindung für deine Gute-Nacht-Geschichte

Der allererste Schritt zum Schreiben einer Gute-Nacht-Geschichte ist die Themenfindung. Theoretisch kannst du jedes Thema wählen. Umso schwieriger wird deshalb die Eingrenzung und Festlegung auf eins. Zunächst einmal musst du dir die folgenden Fragen stellen:

  • Für wen schreibe ich diese Geschichte? – Alter, Geschlecht und die persönliche Beziehung spielen eine große Rolle, wenn du ein passendes Thema finden willst. Wenn du deine Gute-Nacht-Geschichte beispielsweise für ein kleines Mädchen schreibst, könntest du dir eine einfach geschriebene Erzählung über ein ebensolches Mädchen in einer fantastischen Welt ersinnen.
  • Welche Figuren würde ich gern mit einbauen? – Hat die Person, der du die Geschichte widmest besondere Lieblingscharaktere? Vielleicht willst du sie sogar selbst mit einbauen oder deinen Hauptcharakter mit ähnlichen Charaktereigenschaften versehen. Hat er/sie irgendwelche Lieblingstiere? Du kannst auch eine Geschichte über Mensch und Tier schreiben oder sogar nur über Tiere.
  • Ist meine Geschichte realistisch oder phantastisch? – Halte ich mich an Tatsachen und beziehe mich auf Dinge aus meinem eigenen Leben oder schweife ich in eine surreale Welt ab, die auch aus einem Traum entsprungen sein könnte? Natürlich lassen sich auch beide Stile mischen. Es ist besser, wenn du es dir schon vorher überlegst.
  • Wie soll die Gute-Nacht-Geschichte ausgehen? – Es ist sehr hilfreich, wenn du den Ausgang der Geschichte vor Augen hast, damit du weißt in welche Richtung du deine Figuren lenken kannst.

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, kannst du entweder gleich drauf losschreiben oder eine Gliederung des Verlaufs deiner Geschichte machen. Wenn du inspiriert bist, solltest du deine Gedanken unbedingt sofort zu Papier bringen. Wenn der Geistesblitz zu Wünschen übrig lässt, ordne dein Thema in grobe Abschnitte und Stichpunkte. Doch dazu mehr im nächsten Kapitel.

Eine grobe Gliederung deiner Gute-Nacht-Geschichte

Wenn sich deine Gute-Nacht-Geschichte einfach nicht verselbstständigen will und dir die Inspiration fehlt, kannst du eine Gliederung anfertigen. Sie hilft dir dabei, dass du nicht abschweifst und bildet eine Stütze, an der du dich entlang hangeln kannst, wenn dir die Ideen ausgehen. Eine grobe Gliederung einer Gute-Nacht-Geschichte könnte so aussehen:

  1. Mirabelle bekommt einen Hund zu Weihnachten von ihrer Oma geschenkt.
  2. Mirabelles Eltern wollen es nicht erlauben.
  3. Sie läuft durch die Nachbarschaft und sammelt Unterschriften, dass sich alle Kinder um den Hund kümmern werden.
  4. Jedes Kind in der Nachbarschaft hat unterschrieben und sie versammeln sich vor Mirabelles Haus.
  5. Die Eltern geben nach und erlauben ihr den Hund zu behalten.
  6. Mirabelles Oma kommt zu Besuch und sie spielen zusammen mit den Nachbarskindern mit dem Hund.

Nun geht es ans Ausformulieren. Je nachdem wie lang deine Gute-Nacht-Geschichte werden soll, kannst du sie mehr oder weniger ausschmücken. Wenn dir spontan noch kleine Nebengeschichten einfallen oder neue Ideen kommen, ist auch jetzt noch Zeit dafür sie einzubauen. Das Wichtigste ist nur, dass sie zum Rest deiner Geschichte passen, interessant sind und Sinn ergeben.

Eine Einleitung, die Lust auf mehr macht

Eine packende Einleitung zu schreiben, ist manchmal gar nicht so leicht. Wenn du dieGute-Nacht-Geschichte für eine Person schreibst, die du gut kennst, kannst du dir vielleicht denken, welche Art von Anfang passend wäre. Wenn du deine Geschichte aber beispielsweise für das Kind deiner Freundin schreibst und nicht so genau weißt, was ihm gefallen könnte, gibt es einige Anfänge, die zu jeder Geschichte passen:

  • Beginne mit dem klassischen “Es war einmal …”
  • Beginne mit dem Namen eines Charakters in deiner Geschichte, zum Beispiel mit dem Hauptcharakter (“Amelie war eine wunderschöne Prinzessin …” / ”Tom verbrachte heute den Tag mit seinen Eltern im Zoo …)”.
  • Beginne mit einer Beschreibung der Umgebung oder des Wetters (“Es war ein sonniger Sonntag morgen …” / “Neben unserem alten Haus stand ein noch älterer Baum …”).
  • Beginne mit einer Sinneserfahrung (“Ein süßer Duft von Blumen zog mir durch die Nase…”).
  • Beginne mit einem Gegenstand oder einem Tier, das wichtig für deine Geschichte ist (“Pompom war schon immer ein lieber Hund …” / “Heute habe ich eine Spieluhr geschenkt bekommen …”).
  • Beginne mit dem Ende deiner Geschichte und blicke dann zurück (“Niemals hätte ich gedacht, dass ich heute den golden glänzenden Fußballpokal meiner Gegnermannschaft in der Hand halten würde …”).

Ein Ziel vor Augen

Wenn du im Schreibfluss bist, ist es wichtig nicht zu stark abzuschweifen. Führe dir immer dein Ziel vor Augen, also behalte im Hinterkopf, welches Ende du dir überlegt hast. Manchmal ergibt sich im Fortverlauf des Schreibens ein anderes Ende, das dir besser gefällt. Auch das ist vollkommen in Ordnung, solange deine Geschichte weiterhin Sinn ergibt und interessant zu hören ist.

Dein Ende muss auch nicht in jedem Fall nur auf einen Ausgang festgelegt sein. Es besteht die Möglichkeit unterschiedlicher Handlungsverläufe, also auch unterschiedlicher Schlüsse. Du kannst dir zum Beispiel drei verschiedene Enden überlegen. Schreibe sie dir auf und lasse deiner Phantasie beim Rest freien Lauf. Weitere Details zum Ende deiner Geschichte findest du im Kapitel Die Lehre am Ende.

Fabelwesen in deiner Gute-Nacht-Geschichte

Fabelwesen in deiner Gute-Nacht-Geschichte

Märchenhafte Gute-Nacht-Geschichten zum Einschlafen dürfen gern phantastisch sein. Sie laden mehr zum Schlafen und Träumen ein als realistische Erzählungen. Allerdings haben beide Gattungen ihre Vorzüge. Denn realistische Geschichten bieten oft mehr Identifikationspotential und die Hörer können ihre Moral direkt auf das wahre Leben beziehen. Es muss also weniger mentale Übertragungsarbeit getan werden. Zu einer phantastischen Geschichte gehören selbstverständlich auch Fabelwesen.

Es gibt menschliche und tierische Fabelwesen, oft vermischen sich sogar beide Formen. Wenn du eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder schreibst, solltest du darauf achten, dass du ihm keine Angst machst. Wähle gruselige Fabelwesen (Vampir, Mumie, Medusa etc.) also nur, wenn du dem Kind die Angst davor nehmen kannst (z.B. mit einem Vampir auf der Suche nach der Liebe). In der Regel hilft es, ihnen Menschlichkeit zu verleihen. Wir haben einige Fabelwesen beispielhaft für dich aufgelistet, die du in deineGute-Nacht-Geschichte einbauen kannst.

  • Menschliche Gestalt:
    Bigfoot, Elfen, Feen, Flaschengeist, Gespenst, Gnom, Kobold, Hexe, Zauberer, Mumie, Troll, Vampir, Ork, Zwerg, Weihnachtsmann, Medusa
  • Tierische Gestalt:
    Drache, Einhorn, Greif, Osterhase, Phönix
  • Menschliche- oder Tiergestalt:
    Dämon, Irrlicht, Meerjungfrau, Minotaurus, Werwolf, Zentaur, Wassergeist, Seehexe

Menschen und Tiere

Wenn du sowohl Menschen als auch Tiere in deineGute-Nacht-Geschichte einbauen möchtest, kannst du dich entscheiden, ob sie in der Lage sein sollen miteinander zu sprechen (phantastisch) oder nicht (realistisch). Eine weitere Option ist, dass nur die Tiere in einer Sprache miteinander sprechen können, die der Leser oder Hörer versteht, aber die Menschen in der Geschichte nicht.

Wenn du deine Geschichte für eine Person schreibst, die ein großer Fan von Tieren ist, solltest du sie unbedingt mit einbauen. Hierbei ist es egal, ob die Person ein Kind oder ein Erwachsener ist. Du könntest sogar eine Geschichte schreiben, die nur von Tieren handelt. Für welche Altersklasse sie bestimmt sein soll oder wie anspruchsvoll sie ist, kannst du später immer noch festlegen, indem du die Charaktere der Tiere und die Handlung gestaltest.

Überraschende Wendungen

Auch bei einer Gute-Nacht-Geschichte darf es ruhig Überraschungen geben. Sie schläfert noch genauso gut ein, wenn sie Wendungen hat. Wenn der Hörer oder Leser alles voraussehen kann, wird es schnell langweilig und man liest die Geschichte wahrscheinlich kein zweites Mal. Was wäre wahrscheinlich, was der Charakter tun könnte? – Lasse ihn das Gegenteil tun.

Identifikationspotential

Damit deine Gute-Nacht-Geschichte auch Anklang findet, ist es wichtig, dass sie Identifikationspotential bietet. Das bedeutet, dass der Hörer oder Leser die Handlungen der Figuren innerhalb der Geschichte nachvollziehen können sollte. Entweder sind sie offensichtlich oder werden im Verlauf erklärt:

  • offensichtlich: Die Figur hatte als Kind ein besonderes Lieblingsspielzeug, das verloren gegangen ist und macht sich deshalb auf die Suche nach ihm.
  • im Verlauf erklärt: Eine Figur macht sich auf die Suche nach Etwas. Der Leser erfährt noch nicht was es ist und begleitet sie auf ihrer Suche. Am Ende wird aufgeklärt, dass es sich die ganze Zeit um ein verlorenes Spielzeug aus seiner Kindheit gehandelt hat.

Um die bestmögliche Identifikation zu bieten, sollte man die Handlungen und Lehren auf das echte Leben übertragen können. Märchen behandeln zum Beispiel allgegenwärtige Themen, aus denen jeder Empfänger etwas Wahrheit für sich schöpfen kann: Beim Aschenputtel-Märchen (KHM 21) wird der Neid und die Gehässigkeit der bösen Stiefschwestern am Ende bestraft und Aschenputtel, die sich immer gut verhalten hat, wird belohnt. Märchen bieten auch insofern Identifikation, als dass sich der Leser oder Hörer mit ihrer Moral identifizieren kann. Das menschliche Bedürfnis nach moralischer Gerechtigkeit wird befriedigt und man kann beruhigt einschlafen, da sich alle Probleme gelöst haben.

Die Lehre am Ende

Zu einer gehaltvollen Gute-Nacht-Geschichte gehört selbstverständlich auch eine Lehre oder Moral. Gerade Erwachsene, die für Kinder eine Geschichte schreiben wollen, würden sicherlich gerne auch einen erzieherischen Aspekt mit einbringen. Du könntest dich zum Beispiel fragen, was du dem Kind gern mit auf den Weg geben möchtest oder was im Alltag schwer zu erklären ist, das du mit einer Geschichte subtil umsetzen kannst. Die folgenden zwei Beispiele zeigen dir, wie schon ein paar Sätze eine erzieherische Botschaft in sich tragen können. Wenn du eine bestimmte Lehre vermitteln möchtest, kannst du von vornherein deine ganze Geschichte darauf auslegen und zur Inspiration nutzen.

Tipp: EineGute-Nacht-Geschichte sollte immer ein Happy End haben, damit sie ihre beruhigende Wirkung entfalten kann. Nichts wiegt einen besser in den Schlaf als der Gedanke an eine Welt, die sich im Gleichgewicht befindet.

Beispiel 1:
Mirabelle sammelt Unterschriften, damit ihre Eltern erlauben, dass sie ihren Hund behalten darf. Als sie genug Unterschriften aller Nachbarskinder gesammelt hat,die besagen, dass sie sich mit um den Hund kümmern werden, darf sie ihn tatsächlich behalten.

Botschaft 1: Sie zeigt Engagement, Ehrgeiz und Verantwortung und kommt so an ihr Ziel. Sie beweist, dass Teamgeist und Gemeinschaftssinn sich auszahlt. Es geht nicht darum möglichst hartnäckig zu sein, um seinen Willen zu bekommen, sondern Geduld in der Erfüllung seiner Wünsche zu haben.

Beispiel 2:
Anna hat eine Spieluhr geschenkt bekommen, die ihr runterfällt und kaputt geht. Sie ist enttäuscht und weint und denkt daran, wie teuer sie wohl gewesen sein muss. Doch am Ende wird ihr klar, dass sie die Melodie der Spieluhr niemals vergessen wird. So kann sie sich jedes Mal, wenn sie sie singt, daran erinnern wie sie sich gefreut hat, als sie sie bekommen hat.

Botschaft 2: Ein gutes Gefühl ist mehr wert als Geld. Eine schöne Erinnerung (Melodie) hat man für immer, Gegenstände sind vergänglich.

Möglichkeiten einer selbst geschriebenen Gute-Nacht-Geschichte

Darum eine eigene Gute-Nacht-Geschichte

Eine selbst geschriebene Gute-Nacht-Geschichte ist ein besonderes und persönliches Geschenk, das die meisten Menschen so wohl noch nicht bekommen haben. Du kannst nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, wie zum Beispiel deinen Partner damit überraschen.

Als Elternteil kannst du deinem Kind an vielen Abenden deine selbst geschriebene Gute-Nacht-Geschichte erzählen oder du schreibst eine für Freunde von dir, damit sie ihren Kindern ganz klassisch etwas vorlesen können. Wenn du deinen Partner beschenkst, bietet sich natürlich das Thema Liebe an. Du kannst eure eigene Beziehungsgeschichte in Worte fassen oder kreierst andere Figuren (zum Beispiel Tiere oder Fabelwesen), die vielleicht eure Charaktereigenschaften haben.

Wie verschenke ich eine selbst geschriebene Gute-Nacht-Geschichte?

Wenn du dir überlegt hast einem deiner Lieben mit einer selbst geschriebenen Gute-Nacht-Geschichte eine Freude zu machen, willst du sie sicherlich auch schön präsentieren. Je nachdem wie leserlich deine Handschrift ist, kannst du die Geschichte entweder aufschreiben oder am PC tippen und ausdrucken.

Wenn du dich dazu entscheidest per Hand zu schreiben, kannst du einfach ein leeres Büchlein kaufen und deine Geschichte hineinschreiben. Wenn du sie ausdruckst, solltest du sie binden lassen. Ein paar zusammengeheftete Zettel machen sich nicht gut als Geschenk, sie könnten den Eindruck erwecken, dass du dir keine Mühe gegeben hast. Um deine verschriftliche Gute-Nacht-Geschichte aufzuwerten, kannst du selbst gemalte Zeichnungen hinzufügen oder passende Bilder ausdrucken.

Zeitlicher Aufwand

Wie immer bei persönlichen Geschenken ist der Zeitaufwand etwas höher als bei Gekauften. Nimm dir zum Schreiben der Gute-Nacht-Geschichte auf jeden Fall einige Stunden Zeit. Es könnte sein, dass du plötzlich wirklich inspiriert bist. Wenn du viele Unterbrechungen hast oder womöglich Tage zwischen deinen Schreibeinheiten liegen, könntest du den Faden verlieren und deine ursprünglichen Gedanken verfliegen.

Wenn es nicht anders geht und du immer nur eine Stunde pro Tag investieren kannst, versuche wenigstens alle Gedanken, die dir in den Kopf kommen als Notiz aufzuschreiben. Sei dir immer darüber bewusst, dass auch das Schreiben einer kurzen Geschichte (500-1500 Wörter) schon zwei oder drei Stunden dauern kann. Du weißt nie, wie lange es dauert bis du eine gute Idee hast. Vielleicht beginnst du auch zu schreiben und du weißt plötzlich nicht mehr weiter. All diese Verzögerungen kannst du nicht wirklich kalkulieren. Eine Schreibblockade lässt sich nicht voraussagen oder planen.

5 Tipps für den Notfall

Wenn du trotz unserer bisherigen Anleitung noch keine Fortschritte beim Schreiben gemacht hast, können dir diese Tipps mit Sicherheit weiterhelfen. Sie regen deine Kreativität an und fördern, dass du deine Schreibblockade lösen kannst.

Brainstorming

Wenn du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst, kannst du immer noch (ungestört) brainstormen. Schreibe dazu einzelne Wörter oder Phrasen auf, die dir in den Sinn kommen. Vielleicht hast du ein paar Ideen, die sich hinterher einander zuordnen lassen und aus denen sich dann eine Geschichte entwickeln kann. Diese Beispielfragen können dir beim Brainstorming helfen:

  • Was ist mein Lieblingstier? (zum Beispiel Schildkröte, Hamster, Einhorn)
  • Wie viele Figuren möchte ich in meine Geschichte mit einbauen?
  • Was ist mir wichtig, das ich dem Hörer oder Leser vor dem Einschlafen mitgeben möchte? (zum Beispiel Lebensweisheit oder -motto)
  • Wo soll sich meine Geschichte abspielen? (zum Beispiel Wald, See, Insel, Siedlung, Schloss)
  • In welcher Zeit soll sich meine Geschichte abspielen? (zum Beispiel Gegenwart, Zukunft, Mittelalter, Zeit der Dinosaurier, zeitlos)

Ein Bild malen

Oft fehlen den Menschen die Worte. Worte machen alles komplizierter und konkreter. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”. Hast du eigentlich schon eine Gute-Nacht-Geschichte im Kopf, weißt aber nicht wie du mit den Formulierungen anfangen sollst? Gibt keines der Worte, die dir in den Sinn kommen deine Gedanken akkurat wieder? Dann male ein Bild. Schon allein deine Farbauswahl verrät viel über die Stimmung deiner Geschichte. Die Anzahl deiner Figuren und vieles mehr, was du vorher nicht gewusst hast, wird sich in deinem Bild wiederfinden. Wenn es dir hilft, kannst du auch ein Schaubild mit Pfeilen und Clustern erstellen. Nach und nach werden dir Worte einfallen, die ungefähr treffen, was du meinst.

Beobachte deine Umgebung

Wenn du vollkommen uninspiriert bist, solltest du Menschen und Dinge außerhalb deiner gewohnten Umgebung beobachten. Vielleicht siehst du etwas Ungewöhnliches. Vielleicht kannst du dir etwas nicht erklären, das du gern wissen wollen würdest. Vielleicht hast du Ideen, wie du dieses Geheimnis lüften könntest und denkst dir darum eine Geschichte aus.

Mache einen Spaziergang im Wald und achte auf kleine Details in der Natur. Wie geht es wohl dem kleinen Käfer, der sich unbemerkt in der Baumrinde versteckt? Kennst du ein Kind, das sich ebenfalls gern versteckt und immer in den Hintergrund tritt? Um diesem Kind Mut zu machen könntest du dir um diesen kleinen Käfer eine Heldengeschichte ausdenken. Der kleine Käfer kann auch mal ganz groß sein. Er ist auch wichtig und hat alles Recht sich zu behaupten. Stelle dir immer die Frage: Welche Gemeinsamkeiten entdeckst du zwischen der freien Natur und deinem Alltag?

Erinnere dich an deine Kindheit

Um für ein Kind eine ansprechende Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen, kannst du dich an deine eigene Kindheit erinnern. Was hast du erlebt und warum kannst du dich heute noch so gut daran erinnern? Diese bestimmen Erinnerungen haben sich nicht umsonst in dein Gedächtnis verirrt. Überlege also inwiefern deine Erfahrungen auch wichtig für andere Kinder sein könnten. Es zählt immer nur der Kern der Geschichte, die zeitlich bedingten Umstände lassen sich immer ändern.

Beispiel:
Du bist früher von Zuhause weggelaufen, weil du keine echte Katze, sondern eine Stoffkatze zu Weihnachten bekommen hast. Du hast einen kleinen Rucksack gepackt, dich auf dem Spielplatz versteckt und geschmollt. Nach einer Stunde wurde dir langweilig, du hast deine Schokoriegel aus dem Rucksack aufgegessen und siehst langsam ein, dass du ohne deine Eltern gar nicht leben möchtest. In der Einsicht, wie wichtig deine Eltern für dich sind, kannst du ihnen verzeihen, da sie dir auch sonst viele Wünsche erfüllen und kehrst nach Hause zurück.

Botschaft:

  • Es sind nicht die materiellen Dinge, die Liebe beweisen, sondern wie gut sich deine Mitmenschen um dich kümmern.
  • Auch wenn du Dinge manchmal als ungerecht empfindest, lohnt es sich immer noch einmal darüber nachzudenken.
  • Niemand möchte allein in der Welt sein und du solltest das, was du hast, schätzen.
  • Du solltest deine Erwartungen niemals unbegründet hoch ansetzen, dann wirst du auch nicht enttäuscht.

Schreibe ein unbekanntes Märchen um

Märchen als Inspiration

Wenn du alles versucht hast und dir einfach keine eigene Gute-Nacht-Geschichte einfallen will, kannst du auch einfach eine Geschichte umschreiben. Grimms Kinder- und Hausmärchen (KHM) umfassen schon über 200 Geschichten, von denen sich auch sicherlich viele Unbekannte im Internet finden. Zudem kennst du bestimmt einige Disney-Filme oder andere Märchenverfilmungen. Such dir einfach eine Geschichte aus, die es bereits gibt, bewahre ihre Botschaft und schreibe sie um.

Du kannst alles umschreiben, was du willst, solange der Kern bestehen bleibt. Aus Mulan, die für ihren Vater in den Krieg zieht, weil er zu krank ist kannst du Elina machen, die sich bei Streitigkeiten für ihre kleine Schwester einsetzt. Aus Simba, der denkt er wäre Schuld am Tod seines Vaters und flüchtet, zum Schluss aber dennoch zurückkehrt, um sich seiner Vergangenheit zu stellen und König wird, kannst du Tilo machen, der in der Grundschule einen Jungen, der ihn geärgert hat, geschubst hat und sich nun schämt wieder zurückzukommen. Das Ende sollte auch davon handeln, sich dem zu stellen wovor man Angst hat und dafür belohnt zu werden.

Beispiel für eine kurze Gute-Nacht-Geschichte

Es war einmal eine kleine Schildkröte namens Korni. Korni ging in eine Tierschule mit vielen anderen Tieren. Dort waren Bären, Füchse, Dachse, Mäuse und sogar ein Rehkitz. Alle hatten ein weiches, glänzendes Fell, nur Korni nicht. Er wurde nicht ausgeschlossen, aber er fühlte sich doch immer anders als die Anderen. Seine Mutter sagte ihm, er sei etwas Besonderes und so wie er ist, sei er perfekt. Doch Korni dachte, dass man sowas als Mutter ja nunmal sagen müsse und war immer noch traurig.

Eines Tages schaute die kleine traurige Schildkröte Korni in den Fluss und betrachtete ihr Spiegelbild. Korni hörte ein leises Quietschen, dass immer lauter wurde. Da entdeckte er plötzlich die kleine Maus Karlchen, mit der er immer in der Schule gewesen war. Karlchen wurde vom Strom des Flusses mitgerissen und konnte nicht schwimmen. Alle Tierkinder kamen angerannt und waren verzweifelt, da niemand sich zutraute gegen die Strömung anzuschwimmen und Karlchen zu retten.

Korni war ein guter Schwimmer und zögerte nicht: Er sprang sofort ins Wasser und Karlchen konnte sich auf seinen Panzer retten. Die Strömung trieb sie ein Stück von den anderen Tierkindern weg, doch Korni war stark und gelangte schließlich zum Ufer. Karlchen bedankte sich tausend Mal und sagte: “Korni, nur du konntest mich retten. Du bist mein Held! Ich bin so froh, dass ich eine Schildkröte als Freund habe.”

Korni erkannte nun, dass auch wenn alle anderen ein Fell hatten, sein Panzer nicht unbedingt schlechter ist. Er war in dieser heiklen Situation sogar besser. Denn was nützt ein glänzendes Fell, wenn Karlchen dafür ertrunken wäre? Korni würde sich niemals mehr wünschen Fell zu haben und sah von nun an ein, dass seine Mutter recht hatte und er gut ist, so wie er ist.

(Malin Poggemann)

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