Skip to main content

Inspiration aus dem vollen Leben schöpfen

Viele Autoren wünschen sich ein möglichst ruhiges, entspanntes und zurückgezogenes Leben, um sich ihrem Schreiben widmen zu können. Doch ein volles und aufregendes Leben macht das Schreiben einfacher und hilft, spannende Themen, faszinierende Figuren und glaubwürdige Emotionen zu erschaffen.

Schreiben an sich ist eine introvertierte Tätigkeit. Viel Zeit wird dafür verwendet, vor dem Bildschirm zu sitzen und Wörter über die Tastatur in den Computer zu gießen. Der Eindruck, dass möglichst viel Ruhe und viel Zeit zum Nachdenken den Schreiberfolg befördern, ist jedoch falsch. Um etwas zu haben worüber man schreiben kann, ist es wichtig neben dem einsamen Schreiben auch einige Zeit in der Welt da draußen zu verbringen. Nur so kann man eine Verbindung zu der Welt schaffen, über und für die man schreibt. Das muss nicht heißen, dass man nur seine eigene Autobiographie schreiben sollte, aber spannende Hobbys, regelmäßige Reisen und andere Aktivitäten können den eigenen Roman bereichern.

Die Welt erfahren

1327209_1327209_xlMenschen können immer nur einen kleinen Ausschnitt der Welt wahrnehmen. Leser gieren deswegen nach Einblicken in neue, fremde Aspekte unserer Welt, von denen sie selbst glauben, sie nicht erleben zu können oder zu wollen. Hier haben Autoren eine gute Möglichkeit, sich für Leser interessant zu machen. Ist die Hauptfigur vielleicht ein Arzt, der als Hobby in einer Metal-Band spielt? Dann ist es nützlich zumindest ein entsprechendes Konzert besucht zu haben. Spielt der Fantasy-Roman in einer Buchbinderei, lohnt es sich vielleicht, einen entsprechenden VHS-Kurs zu machen und Kunsthandwerkermärkte zu besuchen. Dabei geht es nicht nur um die Recherche zu einem bestimmten Thema, sondern auch darum, Ideen zu entwicklen, welche Themen und spannenden Bezüge man überhaupt in den eigenen Roman einbauen kann. So hat man als Autor die Chance, dem Leser Teile unserer Welt zu zeigen, die dieser noch nicht kennt.

Zu wahrer Meisterschaft in diesem Bereich hat es der US-amerikanische Autor Arthur Hailey gebracht, dessen Romane Hotel und Airport den Leser tief in die jeweiligen Welten entführen. Sie bieten in der ersten Hälfte einen äußerst interessanten Einblick in das Funktionieren einer dieser gut geölten Maschinen und nutzen dieses Setting in der zweiten Hälfte für eine äußerst glaubwürdige und spannende Thriller-Handlung.

Menschen beobachten

Doch nicht nur das Setting eines Romans oder einer Kurzgeschichte lässt sich aus den eigenen Erfahrungen ableiten. Auch die Figuren und Charaktere, die einen Roman bevölkern, können aus dem wahren Leben gegriffen sein. Wer viele unterschiedliche Menschen kennenlernt, hat ein großes Repertoire and Kleidungsstilen, Charakterzügen, Ticks, Macken, Redeweisen und all den anderen Bausteinen, die eine glaubwürdige Figur ausmachen. Vielleicht hat der schrullige Professor in dem Roman ja die Haltung des aristokratischen Benimmlehrers aus dem Knigge-Kurs und die sympatische Tollpatschigkeit des Briefträgers. Oder der schräge Humor der Heizungsmonteurin findet Eingang in die Lehrerin in dem Roman.

An dieser Stelle hilft ein Notizbuch, um all die interessanten Menschen und Beobachtungen, die einem im Alltag über den Weg laufen, festzuhalten und im richtigen Moment wieder hervorkramen zu können.

Emotionen hervorrufen

Nachdem Setting und Figuren nun bereits durch die reale Welt inspiriert wurden, kommen wir nun zu einem weiteren Kernpunkt einer guten Geschiche: Emotionen. Wovon wird eine Figur angetrieben? Was bestimmt ihr Handeln und wie reagiert sie auf Erfolge und Rückschläge? Diese Fragen sind für den Fortgang einer Handlung fundamental und wer hier daneben liegt, wird kaum eine größere Leserschaft begeistern können. Leider sind Emotionen sehr persönlich, und auch wenn Schilderungen anderer dabei helfen können, sie glaubwürdig zu Papier zu bringen, hilft es, wenn man sie zumindest ansatzweise selbst bereits erlebt hat. Das Gefühl, mit einem Fallschirm auf dem Rücken aus einem Flugzeug zu springen oder das eigene neugeborene Kind im Arm zu halten, lassen sich zwar durch Worte nachempfinden. Wirklich packend zu Papier bringen lassen sie sich nur, wenn man sie tatsächlich durchlebt hat.

<Bildnachweis: Inspiration von Shutterstock>

Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!