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Trauerkarte schreiben: 12 Tipps für eine taktvolle Beileidsbekundung

Der Tod ist ein sensibles Thema, und jeder Angehörige trauert anders. Eine pietätvolle Beileidsbekundung oder Trauerkarte zu schreiben stellt viele Menschen vor eine Herausforderung. Im Folgenden findest du 12 Tipps, die dir dabei helfen dein Mitgefühl angebracht auszudrücken.

Beileidsbekundung schreiben: 12 Tipps

Jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens in eine Situation, in der er sich von einem geliebten Menschen verabschieden muss. Wenn du eine Beileidsbekundung schreibst, bedenke was du in einer solchen Situation gern hören würdest. Die folgenden Tipps helfen dir dabei, typische Fehlformulierungen zu vermeiden und den richtigen Ton zu treffen.

Der richtige Zeitpunkt für ein Kondolenzschreiben

Beileidsbekundung: So schnell wie möglich

Du solltest so schnell wie möglich reagieren, wenn du von einem Verstorbenen erfährst. Sei es die Frau eines Arbeitskollegen oder die Mutter einer Freundin von dir. Du musst die Person nicht einmal persönlich gekannt haben – es geht schließlich darum, den Hinterbliebenen Trost zu spenden. Deshalb solltest du auch schnell handeln und nicht warten, bis die ersten Trauertage schon vorbei sind. Für die Angehörigen ist es unschön, wenn sie noch viele Tage nach der Beerdigung Beileidsbekundungen erhalten, da es jedes Mal wieder aufwühlend für sie ist. Es ist also nie zu früh für ein Kondolenzschreiben.

Nimm dir Zeit, um eine Beileidsbekundung zu schreiben

Sich beim Schreiben einer Beileidsbekundung genügend Zeit zu nehmen ist besonders wichtig. Denn nur mit dem richtigen Feingefühl und längeren Überlegungen ist es möglich, die richtigen Worte selbst zu formulieren. Auch bei der Auswahl zusätzlicher Zitate oder Sprüche, die man in die Karte schreiben kann, sollte Zeit investiert werden.

Die richtige Auswahl ergänzender Trauersprüche

Ein ergänzender Trauerspruch oder ein Zitat, das neben dem selbst verfassten Text steht, muss sorgfältig ausgewählt werden. Prinzipiell hat es etwas Schönes und Poetisches, einen solchen Text hinzuzufügen. Man sollte es allerdings auch nicht übertreiben und wirklich nur bei einem Trauerspruch oder Zitat bleiben. Eine überfüllte Trauerkarte hat schnell etwas Banales und Lächerliches. Du könntest den Trauernden damit den Eindruck vermitteln, dass dir der Tod des Menschen nicht wichtig war oder du dir keine Mühe gegeben hast und wahllos Sprüche in die Karte schriebst.

Bleibe schlicht

Um den Angehörigen dein Beileid zu bekunden, braucht es keine Verzierungen oder dekorative Zeichnungen. Du könntest so die falsche Botschaft vermitteln, dass dir das Schreiben der Beileidsbekundung Spaß gemacht hat und die Familie und Freunde damit kränken. Eine schlichte und ordentliche Anordnung deiner Worte entspricht der trauernden Stimmung, die du mit deiner Karte vermitteln willst. Ebenso solltest du nicht basteln. Das hat Hobbycharakter und könnte ebenfalls den Eindruck von Spaß vermitteln. Schreibe auf schlichtem oder edlem Briefpapier oder kaufe eine Kondolenzkarte. Die gibt es in jedem Supermarkt oder in der Drogerie.

Tipp: Wenn du deine Trauerkarte gern irgendwie personalisieren möchtest, kannst du ein Foto hineinkleben. Es ist wichtig ein natürliches Motiv zu wählen. Dazu eignet sich entweder ein Foto des Verstorbenen, das die Familie noch nicht kennt, weil du es geschossen hast oder ein Natur-Motiv mit ruhiger Atmosphäre. Hier eignen sich Landschaften, ein Foto von einem Grab oder Blumen. Um Schlichtheit zu bewahren, kann das Foto in schwarz-weiß entwickelt werden.

Die persönliche Ebene

Um eine ansprechende Beileidsbekundung zu schreiben, ist es wichtig die persönliche Ebene mit einzubeziehen und dein Verhältnis zum Verstorbenen und zu den Angehörigen einzuschätzen. Wenn du einen guten Freund verloren hast und seiner Familie eine Trauerkarte schreibst, kannst du deine Bestürzung wesentlich offener bekunden als bei einem Arbeitskollegen oder Bekannten.

Glaubwürdigkeit

Steife und genau positionierte Worte sind in der Regel weniger tröstend als eine einfache und glaubwürdige Beileidsbekundung. Selbstverständlich sollte man vorher gut überlegen, was man schreiben möchte, aber oft hilft es seinen Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen und ehrlich zu sein. Die Angehörigen werden erkennen, wenn deine netten Worte von Herzen kommen und sich eher darüber freuen als über einen schlichten und simplen Spruch ohne Bezug zum Verstorbenen.

Inhalt der Beileidsbekundung

Der genaue Inhalt deiner Beileidsbekundung bleibt natürlich dir überlassen. Dennoch geben wir hier einige Denkanstöße. Du kannst sie verwenden, wenn du nicht weißt wie du deine Trauerkarte beginnen sollst oder Zweifel hast, ob du etwas vergessen haben könntest.

Gemeinsame Erfahrungen

Wenn der Verstorbene dir etwas näher stand, könntest du beispielsweise von einer Situation erzählen, die ihr gemeinsam erlebt habt. Erinnerungen an positive Charaktereigenschaften dieser Person sind ebenfalls ein guter Denkanstoß und können auch eine gute Einleitung für eine Beileidsbekundung sein. Wann hat er/sie dir imponiert oder was wird dir immer im Gedächtnis bleiben? Persönliche Erfahrungen sind sehr authentisch und werden die Familie nicht verletzen, wenn sie sorgsam formuliert und taktvoll sind.

Unterstützung anbieten

Zeige Anteilnahme mit den Hinterbliebenen und biete deine Unterstützung an. Eine kleiner Satz kann hier schon viel für die Familie bedeuten. Gerade wenn ältere Frauen oder Männer allein zurückgelassen werden, ist es eine nette Geste, seine Hilfe anzubieten. Ob diese in Anspruch genommen wird, hängt davon ab, wie dein Verhältnis zum Empfänger ist. Du solltest aber in jedem Fall die Möglichkeit in Erwägung ziehen und deine Unterstützung auch ernst meinen.

Zukunftswünsche

Um Empathie und Mitgefühl in deiner Beileidsbekundung zu zeigen, integriere Zukunftswünsche. Das ist wichtig, um die Hinterbliebenen daran zu erinnern, dass das Leben auch noch nach dem Tod eines geliebten Menschen weitergeht. Es muss darauf geachtet werden, dass der Verlust nicht unsensibel abgetan wird, sonderndass Verständnis für die aktuelle Trauer aufgebracht wird. Beispielsätze, die das nötige Feingefühl mitbringen und an denen du dich orientieren kannst, sind:

  • Ich wünsche dir die nötige Zeit zum Trauern und Abschiednehmen und auch Kraft, um wieder in die Zukunft zu blicken.
  • Ich wünsche dir und deiner Familie von ganzem Herzen, dass du die notwendige Kraft hast, trotz des für dich so schmerzlichen Verlustes zuversichtlich und voller Hoffnung in die Zukunft zu blicken.

Verzichte auf Theatralik

Eine Beileidsbekundung sollte mitfühlend und trostspendend sein, nicht herzzerreißend. Verzichte deshalb auf jegliche Theatralik. Deine Aufgabe ist es, die Trauer zu verstehen, aber auch zu mildern. Worte wie “schrecklicher Tod” oder “qualvolles Ableben” sollten unbedingt vermieden werden. Auch wenn du dich fragst, wie eine Familie einen solchen Verlust überstehen soll, sprich es niemals aus. Es soll kein depressives Gefühl von Aussichtslosigkeit entstehen, sondern Mut gemacht werden. Ebenfalls unangebracht sind Ratschläge dazu, auf welche Art und Weise die Hinterbliebenen trauern sollen.

Die angemessene Länge deiner Beileidsbekundung

Dein Kondolenzschreiben sollte in jedem Fall einige Zeilen umfassen. Ein einziger Satz wird den Hinterbliebenen wohl nur wenig Trost spenden. Es wirkt so, als würdest du dich nicht sonderlich darum kümmern, wie es ihnen geht. Zudem könnte der geringe Zeitaufwand diesen Satz zu schreiben, sie ebenfalls kränken.

Deine Trauerkarte sollte aber auch nicht zu lang sein. Trauernde haben genügend Beileidsbekundungen zu lesen und werden bei jedem Mal wieder an den Tod ihres Angehörigen erinnert. Versuche ein gutes Mittelmaß zu finden. Die Karte sollte nicht zu leer aussehen, aber auch nicht überfüllt. Wieder kann es helfen, dich in die Trauernden hineinzuversetzen und zu überlegen, worüber du dich in ihrer Situation freuen würdest.

Deine Handschrift

Trauerkarte schreiben – aber bitte handschriftlich

Auf deine Handschrift kommt es in erster Linie nicht an. Natürlich solltest du dir Mühe geben und dein Beileid nicht gefühllos in die Karte kritzeln. In erster Linie geht es aber darum, sich die Mühe zu machen, die Beileidsbekundung überhaupt handschriftlich zu verfassen. Wenn du eine Trauerkarte auf dem Computer tippst und ausdruckst, hat das für die Angehörigen wenig persönlichen Wert. Sie könnten sogar so weit denken, dass du eine feste Beileidsbekundung verschickt hast, die du jedes Mal verwendest wenn jemand stirbt. Außerdem solltest du immer persönlich unterschreiben. Wenn der Verstorbene oder seine Familienmitglieder Personen aus deiner Familie kennen, ist es immer nett, wenn du auch ihre Namen in die Trauerkarte schreibst.

Beileidsbekundung: Per Post oder nicht?

In der heutigen Zeit ist es nicht abwegig auf die Idee zu kommen, sein Beileid per WhatsApp, SMS oder E-Mail zu bekunden. Dennoch sollte Rücksicht darauf genommen werden, dass diese Medien noch nicht alle Generationen erreicht haben. Gerade wenn ältere Menschen zum Kreis der Hinterbliebenen gehören, sollte auf kurze Textnachrichten verzichtet werden. Es ist immer schöner, einen klassischen Kondolenzbrief in der Hand zu halten, als wenn die Enkelin der Großmutter eine WhatsApp-Nachricht zum Tod ihres Mannes vorliest.

Eine schriftliche Beileidsbekundung per Post drückt Mühe aus und spendet somit auch noch langfristig Trost, da sie aufgehoben werden kann. Eine digitale Nachricht wirkt nicht nur unpersönlich, sondern erweckt auch den Eindruck, dass die Hinterbliebenen es nicht wert waren, einen handschriftlichen Brief für sie zu verfassen. Ein weiteres Problem ist, dass es auf diese Art und Weise keinen sonderlich taktvollen Weg gibt, Geld zu spenden. In einer WhatsApp-Nachricht nach den Kontodaten für eine Spende zu fragen, ist ein No-Go.

Tipp: Wenn man den Hinterbliebenen etwas näher steht, sind Telefonate oder ein Besuch eine tolle Alternative. Sie sind für sie eine willkommene Abwechslung zum täglichen Lesen der Kondolenzschreiben.

Geld in einer Beileidsbekundung

Geld zur Trauerkarte – ja oder nein?

Das Thema Geld in einer Beileidsbekundung ist umstritten. In einigen Regionen Deutschlands ist es durchaus angebracht die Familie oder die Trauerfeier mit einer Spende zu unterstützen. Andere empfinden es als geschmacklos und fühlen sich gekränkt. Die einfachste Methode Geld zu spenden, ist es, das Geld ordentlich (und gut verschlossen) in den Briefumschlag oder die Karte zu legen.

Die zweite Möglichkeit die Familie durch eine Spende zu unterstützen ist, wenn du einen Gutschein für einen Blumenanbieter oder einen Friedhofsgärtner beilegst. Auch ein einzelner Auftrag für ein Blumengesteck für die Trauerfeier ist üblich. Hier sollte sich allerdings irgendwo auf einer Schleife dein Name finden, damit man weiß von wem die Spende kommt.

Bei einer Urnenbestattung wünschen die Angehörigen wegen des wenigen Platzes oft keine Blumengeschenke. Informiere dich vorab oder schau in die Traueranzeige. Wenn um eine Spende an eine soziale Einrichtung gebeten wird, kannst du den Beleg oder die Quittung dafür in deine Beileidsbekundung legen.

7 Sätze, um eine Beileidsbekundung einzuleiten

Vielen Menschen fällt gerade der Anfang einer Beileidsbekundung schwer. Die Formulierung eines perfekten ersten Satzes nimmt oft einige Zeit in Anspruch. Damit du die richtigen Worte findest, haben wir einige Inspirationen für dich.Vorab solltest du natürlich die Anrede nicht vergessen (Liebe Lotti, … / Liebe Anneliese, lieber Werner …, / Liebe Familie Berg …).

  1. … leider ist es ein sehr trauriger Anlass, diese Zeilen zu schreiben.
  2. … es ist so schwer, passende und tröstende Worte zu finden.
  3. … die Welt ist um einen lieben Menschen ärmer geworden.
  4. … sehr betroffen und noch ganz unter dem Eindruck des plötzlichen Hinscheidens ist es schwer die richtigen Worte zu finden.
  5. … in diesen schweren Stunden des Auseinandergehens begleite ich euch in Gedanken.
  6. … es ist sehr schwer tröstende Worte zu finden, wenn sich ein Mensch, der uns einen Teil unseres Weges begleitet hat, für immer verabschiedet.
  7. … erst wenn ein uns nahe stehender oder geliebter Mensch – und dann noch viel zu früh – von uns geht, wird uns schmerzlich bewusst, dass wir nicht unsterblich sind.

7 Beispiele für Trauersprüche und Zitate in deiner Beileidsbekundung

Wenn man selbst nicht die richtigen Worte für den Abschied eines geliebten Menschen finden kann, ist es hilfreich sich auf Zitate und Trauersprüche zu berufen. Hier sollte vorsichtig ausgewählt werden, um die richtige Botschaft zu vermitteln und den Angehörigen weder zu Nahe zu treten, noch zu distanziert zu wirken. Das persönliche Verhältnis sollte immer im Hinterkopf behalten werden. Bei der Auswahl eines Zitats oder Spruchs für die Sterbeanzeige können (auch prominente) Zitate eine wirklich schöne Alternative zu den eigenen Worten sein. Wichtig ist nur, dass sich der Verstorbene mit dem Zitat hätte identifizieren können.

  1. Das schönste Denkmal, was ein Mensch bekommen kann, steht im Herzen der Mitmenschen. (Albert Schweitzer)
  2. Es gibt im Leben für alles eine Zeit, eine Zeit der Freude, der Stille, der Trauer und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.
  3. Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. (Antoine de Saint-Exupéry)
  4. Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot. (Ernest Hemingway)
  5. Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen. (Albert Schweitzer)
  6. Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind.
  7. Und immer sind da Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilder und Augenblicke. Sie werden uns an dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und dich nie vergessen lassen.
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