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Superlativ: 50 Beispiele & 3 Fehlerquellen + Übungen

Der Superlativ ist im Deutschen die zweite Steigerungsform von Adjektiven und Adverbien. Mit ihm zeigst du auf, dass etwas die höchste Eigenschaft im Vergleich zu anderen Dingen hat. Hier erfährst du alles Wissenswerte und Tipps rund um den Superlativ.

Neben der allgemeinen Definition klären wir dich in diesem Artikel auch über die Bildung, Verwendung und über gängige Fehlerquellen des Superlativs auf. Außerdem findest du am Ende drei Übungen, mit denen du dein neu erlerntes Wissen sofort prüfen kannst.

Was der Superlativ ist

Was der Superlativ ist

Adjektive treten in der deutschen Sprache in verschiedenen Formen auf. Ist das Adjektiv unverändert, steht es in der Grundform. Die Grundform wird in der Fachsprache auch Positiv genannt.

Damit du aber auch Verhältnisse von verschiedenen Eigenschaften beschreiben kannst, gibt es Steigerungsformen von Adjektiven und Adverbien.

PositivKomparativSuperlativ
feinfeineram feinsten
hellhelleram hellsten
lieblieberam liebsten

Die erste Steigerungsform ist der Komparativ. Du benutzt ihn, um zwei ungleiche Dinge miteinander zu vergleichen. Das können gleichermaßen Personen und Gegenstände wie Zustände sein.

Beispiel:

  • Samuel ist größer als Jonas.
  • Heute ist es kälter als gestern.

Die zweite Steigerungsform ist der Superlativ. Er vergleicht etwas nicht nur mit einer, sondern mit mehreren Sachen beziehungsweise einer Gesamtheit. Dabei drückt er stets eine Höchsteigenschaft aus, die in der jeweiligen Gesamtheit nicht übertroffen werden kann.

Beispiel:

  • Für Elisa ist ihr Geburtstag der schönste Tag des Jahres.

In der Gesamtheit aller 365 Tage des Jahres ist der Geburtstag für Elisa der schönste Tag. Er stellt die Höchstform dar und wird von keinem anderen Tag übertroffen.

Der Begriff “Superlativ“ geht auf den lateinischen “gradus superlativus“ zurück.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dir im Alltag auch Synonyme für den Superlativ begegnen. Lass dich davon aber nicht verunsichern, die Begriffe meinen alle das Gleiche.

So spricht man in diesem Kontext häufig auch von der Höchststufe, der höchsten Steigerungsform oder der zweiten Steigerungsstufe.

Streng genommen gehört zur Familie des Positivs, Komparativs und Superlativs auch noch der Elativ. Umgangssprachlich wird dieser auch absoluter Superlativ genannt. Er ist entweder identisch mit dem Superlativ oder wird durch eine vorangestellte Gradpartikel ergänzt.

Vorangestellte Gradpartikel sind beispielsweise Wörter wie extrem, sehr oder außerordentlich.

Dabei steht der Elativ, anders als der Superlativ, nicht direkt in einem Vergleich.

Beispiel:

  • Unsere Fabrik nutzt die fortschrittlichsten Technologien, die es auf dem Markt gibt.
  • Unsere Fabrik nutzt fortschrittlichste Technologien.

Im ersten Beispiel werden die Technologien direkt mit den anderen Technologien auf dem Markt verglichen. In diesem Satz wurde also der Superlativ benutzt.

Im zweiten Satz hingegen findet sich ein Elativ. Denn hier steht der Fortschritt der Maschinen zwar auch in der Höchstform, jedoch findet kein direkter Vergleich zu anderen Technologien statt.

Bildung des Superlativs

Bildung des Superlativs

Bei Adjektiven ohne adverbialen Gebrauch bildest du den Superlativ zusammen mit einem bestimmten Artikel (der, die, das). Zudem musst du die Endung “-ste“ an das Adjektiv anhängen.

Beispiel:

  • Der Elefant ist das schwerste Tier an Land.

Wenn du die Höchstform bei einem adverbialen Gebrauch des Adjektivs bilden möchtest, benötigst du den Präpositionsartikel “am“. In diesem Fall ist die Endung des Adverbs “-sten“.

Beispiel:

  • Frau Müller findet Tulpen am schönsten.

Ausnahmen und Besonderheiten

Ausnahmen und Besonderheiten

Bei der Bildung des Superlativs gibt es einige Ausnahmen und Besonderheiten. Nur die Endung “-ste“ oder “-sten“ anzuhängen, ist nämlich nicht immer ausreichend.

Wir empfehlen, dass du dir die folgenden Ausnahmen gut einprägst. So kannst du den Superlativ in Zukunft immer sicher verwenden.

Steigerung mit Umlauten

Manchmal benötigst du für die Bildung der zweiten Steigerungsform einen Umlaut (ä, ö, ü). Oftmals ist das bei einsilbigen Adjektiven der Fall.

Zunächst gehst du dabei wie gelernt vor. Du hängst die Endung “ste“ oder “sten“ an das Eigenschaftswort und ergänzt davor “am“, “der“, “die“ oder “das“. Darüber hinaus musst du den entsprechenden Vokal des Adjektivs beziehungsweise Adverbs durch den jeweiligen Umlaut ersetzen.

Beispiel:

  • krank – am kränksten

Hinweis

Adjektive, die im Positiv bereits einen Umlaut enthalten, behalten diesen im Superlativ bei.

Beispiel:

  • glückselig – am glückseligsten
Beispiele für die Steigerung mit Umlauten

Damit du das Prinzip der Bildung des Superlativs mit Umlauten besser verstehen kannst, haben wir dir dafür ein paar Beispiele aufgelistet.

PositivSuperlativ
hartam härtesten
klugam klügsten
langam längsten
schwacham schwächsten
jungam jüngsten
kühlam kühlsten

Besondere Endungen

Besondere Endungen

Eine weitere Ausnahme bilden die Endungen “-d“, “-t“, “-s“, “-ß“, “-x“ und “-z“. Hat ein Adjektiv im Positiv eine dieser Endungen, musst du im Superlativ vor der Endung “-ste“ beziehungsweise “-sten“ ein “e“ ergänzen.

Beispiel:

  • provokant – am provokantesten

Hinweis

Der Komparativ hingegen kommt in diesen Fällen ohne die Ergänzung eines “e“ aus

Beispiel:

  • wild – wilder – am wildesten

Auch eine Kombination aus der Regel für die Bildung des Superlativs mit Umlauten und der Regel für die Bildung des Superlativs bei besonderen Endungen ist möglich. Aber keine Sorge, das klingt komplizierter als es ist.

Beispiel:

  • alt – am ältesten
Beispiele für besondere Endungen

Im Folgenden findest du Beispiele für Superlative, deren Positive auf “-d“, “-t“, “-s“, “-ß“, “-x“ und “-z“ enden.

PositivSuperlativ
wildam wildesten
süßam süßesten
nervösam nervösesten
kurzam kürzesten
interessantam interessantesten
heißam heißesten
perplexam perplexesten

Unregelmäßige Steigerungen

Manche Eigenschaftswörter folgen bei der Steigerung keiner festen Regel – sie sind unregelmäßig. Da diese Formen keiner einheitlichen Struktur folgen, hilft hier nur auswendig lernen.

In einigen Fällen kannst du aus einem Positiv außerdem verschiedene Superlative bilden.

Beispiel:

  • oft – am öftesten / am häufigsten

Zwar ist “am öftesten“ faktisch richtig, jedoch ist hier der Gebrauch von “am häufigsten“ weiter verbreitet.

Beispiele für unregelmäßige Steigerungen

In der folgenden Tabelle haben wir ein paar Beispiele für unregelmäßige Superlative aufgelistet, die dir im Alltag häufiger begegnen.

PositivSuperlativ
gutam besten
vielam meisten
gernam liebsten
naham nächsten
baldam ehesten

Nicht steigerbare Adjektive

Klimax-Stufen-shutter

Nicht steigerbare Adjektive

Die vierte Ausnahme bilden Absolutadjektive. Das sind Adjektive, die keine Steigerungsformen besitzen, weil sie schon im Positiv unübertrefflich sind.

So kann eine Aufgabe nur vollendet oder nicht vollendet sein. Sowohl Komparativ als auch Superlativ sind hier nicht möglich, da die Aufgabe weder “vollendeter“ noch “am vollendetsten“ sein kann. Denn sie ist ja bereits vollendet.

Beispiele: endgültig, mündlich, schriftlich, blind, taub, stumm, schwanger, fertig und lauwarm.

Hinweis

In bestimmten Kontexten ist eine Steigerung von Absolutadjektiven dennoch denkbar.

Beispiel:

  • Die Vorführung ist lebendiger als die von letztem Jahr.

Zwar kann etwas eigentlich nur lebendig oder nicht lebendig sein, jedoch ist die Verwendung des Komparativs in diesem Kontext richtig und sinnvoll. Hier beschreibt sie schließlich die Vorführung im metaphorischen Sinne.

Fehlerquellen beim Superlativ

fazit-typische-fehler

Fehlerquellen beim Superlativ

Wie bei den meisten grammatischen Regeln gibt es auch bei der Bildung des Superlativs ein paar bekannte Fehlerquellen.

Wir erklären dir im Folgenden, welche das sind und wie du sie in Zukunft umgehst. So verbesserst du dein Verständnis für die Sprachstruktur und kannst deine Ausdrucksweise optimieren.

Zusammengesetzte Adjektive

Eine häufige Fehlerquelle entsteht bei zusammengesetzten Adjektiven. Oftmals neigen wir nämlich dazu, beide Teiladjektive bis in den Superlativ zu steigern. Richtig ist es hingegen nur eins der beiden Eigenschaftswörter zu steigern.

Beispiel:

  • höchstwahrscheinlich statt höchstwahrscheinlichst
  • bestmöglich statt bestmöglichst
  • weitestgehend statt weitestgehendst

Ob das Vorder- oder Hinterwort gesteigert werden muss, kannst du dir meistens selber herleiten. Du musst einfach überlegen, welche der beiden Eigenschaften bei der Steigerung gemeint ist.

So ist beispielsweise der schnellstmögliche Zug schneller als die anderen Züge, er ist aber nicht “möglicher“. Deshalb ist es auch der schnellstmögliche und nicht der “schnellmöglichste“ Zug.

Denke daran, dass du nicht beide Adjektive steigern darfst. Folgende Formulierungen sind also nicht korrekt:

  • “meistgekaufteste“
  • “bestbewertetste“
  • “nächstliegendste“
  • “größtmöglichste“

Sinnloses steigern

Sinnloses Steigern

Häufig neigen Menschen dazu, zu viele Wörter bis in den Superlativ zu steigern, selbst wenn es gar nicht erlaubt ist.

Einerseits kann das unabsichtlich und aus einer Gewohnheit heraus passieren. Der Klassiker ist hier die Formulierung “die einzigste“. “Einzig“ zählt jedoch zu den Absolutadjektiven und darf somit eigentlich nicht weiter gesteigert werden.

Andererseits gibt es auch Phänomene, bei denen Menschen einen falschen Superlativ absichtlich benutzen. Das beste Beispiel dafür ist die Werbebranche, die sich gelegentlich den Superlativ zunutze macht.

Nicht selten hört man in der Werbung beispielsweise von dem “optimalsten“ Spielerlebnis oder der “einzigartigsten“ Erfahrung. Auch in diesen Fällen werden allerdings fälschlicherweise Absolutadjektive in die Höchstform gesteigert.

Substantivierte Superlative

Je nach Satzbau kann ein Superlativ manchmal auch substantiviert werden.

Hinweis

Substantivierungen sind andere Wortarten, wie Adjektive und Verben, die als Substantiv beziehungsweise Nomen gebraucht werden.

Beispiel:

  • Das ist nichts Neues für mich.

Häufig wird dabei vergessen, dass man eine Substantivierung immer großschreibt. Damit du dir das besser einprägen kannst, haben wir ein paar Beispiele für dich:

  • Du bist das Beste, was mir je passiert ist.
  • Gesundheit ist das Wichtigste auf der Welt.
  • Sie ist die Schönste, die ich kenne.

Tipps zur Vermeidung von Fehlern beim Superlativ

Tipps zur Vermeidung von Fehlern beim Superlativ

Es ist ganz normal, wenn du nach dem Lesen dieses Artikels in Zukunft trotzdem mal einen Fehler bei der Bildung des Superlativs machst. Wir können dir aber genau dafür noch ein paar hilfreiche Tipps an die Hand geben.

Es gibt einen Trick, mit dem du dir bei der Suche nach Fehlern selbst helfen kannst. Lies dir den Satz einfach laut vor und vertraue auf dein Bauchgefühl. Du wirst überrascht sein, wie gut es dich bei der Fehlersuche unterstützt.

Und wenn du dir dann mal bei einer Formulierung unsicher bist, kannst du immer eine andere Person um Rat fragen. Egal ob Familie, Freunde oder Nachbar – irgendjemand wird dir bestimmt helfen können.

Sollte aber tatsächlich gerade niemand anderes verfügbar sein, kannst du dir auch mit Online-Tools weiterhelfen. Mittlerweile gibt es davon zahlreiche kostenfreie Modelle, die dir bei genau solchen Problemen behilflich sind.

Behalte im Hinterkopf, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Etwas Neues zu lernen ist, wie so oft, auch beim Superlativ ein stetiger Prozess. Wenn du die Verwendung fleißig trainierst und am Ball bleibst, wirst du Fortschritte machen.

Übungen zum Superlativ

Übungen zum Superlativ

Um dein Wissen zum Superlativ zu festigen, haben wir dir drei Übungen vorbereitet. Damit kannst du neben der regelmäßigen Bildung auch die Ausnahmen und Besonderheiten trainieren.

Im Anschluss kannst du direkt überprüfen, ob du einen Fehler gemacht hast. Dafür haben wir dir für jede Übung die Lösungen hinterlegt.

Übung 1: Verwendung des Superlativs

Fülle die leeren Stellen mit dem richtigen Superlativ des Adjektivs in der Klammer.

  1. Das Gemälde ist das _____ (beeindruckend) Kunstwerk in der Galerie.
  2. Diese Stadt hat das _____ (lebendig) Nachtleben.
  3. Sie ist die _____ (erfahren) Lehrerin an unserer Schule.
  4. Das ist das _____ (faszinierend) Buch, das ich je gelesen habe.
  5. Er ist der _____ (großzügig) Mensch, den ich kenne.
  6. Das war die _____ (aufregend) Achterbahnfahrt meines Lebens.
  7. Sie ist die _____ (zuverlässig) Mitarbeiterin in unserem Team.

Lösungen

  1. beeindruckendste
  2. lebendigste
  3. erfahrenste
  4. faszinierendste
  5. großzügigste
  6. aufregendste
  7. zuverlässigste

Übung 2: Ausnahmen beim Superlativ

Übung 2: Ausnahmen beim Superlativ

Fülle die leeren Stellen mit dem richtigen Superlativ des Adjektivs in der Klammer.

  1. Der Mount Everest ist der _____ (hoch) Berg der Welt.
  2. Diese Blume hat die _____ (lebhaft) Farben.
  3. Unser neues Auto hat den _____ (leistungsstark) Motor, den wir je hatten.
  4. Das war der _____ (gut) Kaffee, den ich je getrunken habe.
  5. Ich esse am _____ (gern) Schokoladeneis mit Sahne.
  6. Diese Bibliothek ist am _____ (nah) zu unserem Wohnort.
  7. Diese Jacke ist die _____ (warm), die ich besitze.
  8. Der _____ (stark) Spieler ist in unserem Team.

Lösungen

  1. höchste
  2. lebhaftesten
  3. leistungsstärksten
  4. beste
  5. liebsten
  6. nächsten
  7. wärmste
  8. stärkste

Übung 3: Superlativ bei zusammengesetzten Adjektiven

Fülle die leeren Stellen mit der richtigen Zusammensetzung der beiden Adjektive in der Klammer im Superlativ.

  1. Hier liegt unser _____ (viel/verkauft) Heft.
  2. Das ist der _____ (gut/bezahlt) Job in der Branche.
  3. Bei der Umsetzung habt ihr _____ (groß/möglich) Freiheit.
  4. Aktuell ist es _____ (hoch/wahrscheinlich), dass er die Wahl gewinnt.
  5. Das ist das _____ (gut/bewacht) Gefängnis der Welt.

Lösungen

  1. meistverkauftes
  2. bestbezahlte
  3. größtmögliche
  4. höchstwahrscheinlich
  5. bestbewachte
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