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Selbstständig machen: 12 Tipps zum erfolgreichen Start

Wer träumt nicht auch manchmal davon sich selbstständig zu machen. Keine Vorgesetzten, kein Ärger mit dem Chef und die Arbeitszeiten selbst bestimmen. Was so schön klingt, kann aber auch ganz schön anstrengend sein. Wie du deine Erfolgschancen in der Selbständigkeit erhöhst, erklären wir hier in 12 Tipps.

Entwickle eine gute Geschäftsidee zum selbständig machen

Die beste Grundlage für deine Selbstständigkeit und dass sie auch gut funktioniert ist eine gut durchdachte Geschäftsidee und ein gutes Konzept für diese Idee. Außerdem eine Strategie wie du diese Idee umsetzen kannst. Bei all diesen Überlegungen gelten für dich in erster Linie zwei generelle Fragestellungen.

  1. „Was biete ich mit meiner Firma, was andere nicht bieten?“
  2.  „Was hebt mein Unternehmen beziehungsweise meine Dienstleistung von den Angeboten anderer ab?“

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, solltest du den Blick auf deine Zielgruppe richten. Nach dieser Orientierung fallen die ersten Schritte in die Selbstständigkeit dann viel leichter, als du vorher vielleicht gedacht hast. Dazu im nächsten Schritt mehr. Wenn du dann eine gute Geschäftsidee gefunden hast, solltest du dir einen Plan machen, wie du die Idee in die Tat umsetzen kannst.

Schreibe einen Businessplan als Grundlage für die Selbstständigkeit

Selbständig machen: Ein Business Plan schafft Orientierung

Die Frage ob du einen Businessplan benötigst, solltest du dir gut überlegen, denn die richtige Erstellung eines Businessplan ist ein relativ großer Aufwand. In den meisten Fällen solltest du es nur machen, wenn du zum Beispiel Startkapital von einer Bank erhalten möchtest oder bestimmte Investoren überzeugen möchtest, in deine Geschäftsidee zu investieren. Auch für den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit benötigst du einen detaillierten Businessplan.

Auch wenn das alles nicht der Fall ist es dennoch ratsam, sich folgende Gedanken zu machen. Eine sorgfältige Planung ist immer eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung einer Unternehmensidee. Wie du dir deinen eigenen Businessplan schreibst, findest du in der Regel als Vorlage im Internet. Nicht fehlen sollten in deinem Businessplan folgende Punkte:

  • eine Marktanalyse und Wettbewerbssituation mit mögliche Konkurrenzunternehmen
  • die Aussichten und Perspektive des Berufsbildes
  • der Standort, den du für dein Unternehmen gewählt hast und was daran gut ist
  • ob du Mitarbeiter beschäftigen möchtest
  • eine detaillierte Kostenkalkulation für die nächsten Jahre mit Ausgaben und erwarteten Einnahmen
  • eine realistische Gewinnerwartung

Wende dich an kostenlose Beratungsstellen vor Ort

In jeder größeren Stadt findest du kostenlose Beratungsangebote für Existenzgründer. So hat zum Beispiel jede Zweigstelle der Bundesagentur für Arbeit eine Beratungsstelle vor Ort, an die du dich wenden kannst. Außerdem findest du auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft alle notwendigen Informationen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit und Adressen zu Stellen, an die du dich wenden kannst.

Gründungszuschuss: Aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen

Seit geraumer Zeit gibt es in Deutschland für dich den staatlichen Gründerzuschuss, den du anstelle von Arbeitslosengeld I erhalten kannst. Beantragen kannst du diesen bei der Bundesagentur für Arbeit. Wichtig ist, dass du mindestens noch 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld hast, um diesen Zuschuss zu bekommen. Eine Grundvoraussetzung für die Gewährung des Gründerzuschusses ist außerdem, dass du darlegst, dass du entsprechender Kenntnisse und Fähigkeiten hast, die zu der Ausübung der selbstständigen Tätigkeit nötig sind. Außerdem wird durch eine fachkundige Stelle wie zum Beispiel die IHK, die HWK oder anderen Fachverbände oder Kreditinstitute geprüft, ob du weitere Voraussetzungen für die Selbstständigkeit erfüllst.

Spare dir ein gewisses Startkapital an

Bevor du loslegst und vor allem wenn du keinen Gründungszuschuss erhältst, solltest du dir ein Eigenkapital ansparen. Dieses Eigenkapital sollte eine Höhe von rund 15 Prozent der gesamten Anfangskosten haben und als Rücklage für deine Selbstständigkeit gedacht sein. Es dient vor allem für notwendige Ausgaben, Rücklagen für die Steuer, Personal, Miet- und Mietnebenkosten sowie Versicherungen.

Besser ist es natürlich, wenn du etwas mehr zurücklegst, denn oft reichen 15 Prozent Eigenkapital nicht aus, um deinen Start in die eigene Selbständigkeit zu finanzieren. Kümmere dich deswegen im Vorfeld noch um die ein oder andere Geldquelle, vor allem dann, wenn du kein Anrecht auf einen Gründungszuschuss hast. Allerdings ist ein Tipp besonders wichtig: Auch, wenn die Zinsen heutzutage sehr niedrig sind, solltest du in keiner Weise einen billigen Kredit als erste Option in Betracht ziehen, da dies immer auch eine Abhängigkeit und eine Verpflichtung mehr bedeutet. Informiere dich daher immer zuerst, ob und welche staatlichen Förderungen du nutzen kannst, denn die sind in den meisten Fällen günstiger und gehen mit weniger Verpflichtungen einher. Du könntest natürlich auch versuchen, Eltern oder Bekannte als Geldgeber für deine Idee zu begeistern. Das erleichtert am Anfang einiges. Erst zum Schluss solltest du einen Termin bei deinem Bankberater in Betracht ziehen.

Informiere dich über die nötigen Behördengänge

Je nachdem mit welcher Art von Unternehmen oder welcher Sache du dich selbstständig machst, bist du auf die unterschiedlichsten Behörden angewiesen, bei denen du dich melden musst. Das wichtigste Amt für jeden Selbstständigen oder Freiberufler ist grundsätzlich das Finanzamt.

Wenn du einen Handwerksbetrieb eröffnen möchtest musst du bei der zuständigen Handwerksrolle eingetragen werden, und wenn du ein Gewerbebetrieb anmelden möchtest musst du bei dem zuständigen Gewerbeamt angemeldet werden. Wenn du darüber hinaus schon die Möglichkeit hast, Arbeitnehmer anzustellen, musst du diese zudem innerhalb von einer Woche bei der Krankenversicherung, Rentenversicherung, Berufsgenossenschaft und dem Arbeitsamt anmelden. Je nachdem welche Berufsart du ausübst, können noch weitere Anmeldeformalitäten anfallen, wie zum Beispiel behördliche Genehmigungen oder Eignungsnachweise für besondere Tätigkeiten. Auch hier gibt es bei den Informationsstellen gute Übersichten, was du alles beachten musst. Du solltest auf jeden Fall ein oder mehrere Gründerberatungen in Anspruch zu nehmen, um bestens auf alles vorbereitet zu sein. Außerdem solltest du dir bei bestimmten Unternehmensformen einen guten Steuerberater suchen und bei ihm ein Erstgespräch ausmachen.

Mache Werbung für dein Unternehmen

Das wichtigste Mittel für den Erfolg deiner Selbständigkeit und damit deiner Idee beziehungsweise deinem Unternehmen ist die „Mund-zu-Mund-Propaganda“. Wenn du von deinen Kunden weiterempfohlen wirst, hast du schon sehr viel richtig gemacht. Außerdem ist es je nach Größe und Art des Unternehmens nicht schlecht eine kleine PR-Strategie zu entwerfen und eine erste Kampagne zu machen. Stelle dafür zum Beispiel am Anfang Kontakt zu den lokalen Medien her und präsentiere den Zeitungen oder Radiosendern dein komplettes Text- und Bildmaterial zur Veröffentlichung deines Unternehmens. Das kann vor allem bei einem Handwerksbetrieb sehr hilfreich sein. Stelle dabei die Besonderheit deines Unternehmens und den Mehrwert für die zukünftigen Kunden heraus. Auch eine schöne und übersichtliche Homepage gehört heutzutage zum Standard einer erfolgreichen Selbstständigkeit. Das betrifft sowohl den Handwerksbetrieb als auch den Einzelunternehmer.

Schließe die richtigen Versicherungen für Selbständige ab

Als Selbstständiger bis du nicht mehr automatisch Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Die Krankenversicherung ist aber in Deutschland obligatorisch. Du hast hier zwei grundlegende Möglichkeiten. Entweder du möchtest dich auf Antrag bei deiner bisherigen gesetzlichen Krankenkasse freiwillig weiter versichern, oder aber du entscheidest dich für den Beitritt in eine private Krankenversicherung (PKV).

Jede der Möglichkeiten hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil bei einer freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Kasse ist, dass du auch bei einem Scheitern immer noch bei deiner Krankenkasse versichert bist. Da es sich um eine gesetzliche Kasse handelt, können sie dir nicht kündigen. Ein Nachteil ist, dass sich dein Beitrag nach deinem Einkommen richtet und deswegen relativ hoch sein kann. Der Vorteil der privaten Krankenversicherung ist deswegen, dass die Beiträge nicht von deinem Einkommen erhoben werden, sondern individuell gestaltbar sind. In vielen Fällen ist die PKV daher für Selbstständige die günstigere Alternative. Dazu kommt noch ein komfortabler und besserer Versicherungsschutz, den du als Privatpatient oft genießt. Außerdem gibt es häufig bei der PKV den Vorteil von Beitragsrückerstattungen.

Vor allem wenn du gesund bist und es auch bleibst, ist die private Lösung ein großer Vorteil. Aber auch hier können die Beiträge im Alter steigen, und du solltest bei Abschluss keine Vorerkrankung verschwiegen, da dann der Versicherungsschutz nicht greift und die Versicherung gekündigt werden kann. Um den für dich günstigsten Anbieter zu finden kannst du dich im Internet auf unterschiedlichsten Vergleichsportalen informieren, welche Versicherung für dich das beste Angebot bereithält.

Neben der Krankenversicherung gibt es auch noch andere wichtige Versicherungen, die du abschließen solltest. Die Wichtigste aller Versicherungen für die Selbstständigkeit ist die Betriebshaftpflicht beziehungsweise die Berufshaftpflichtversicherung. Beide schützen dich vor Personen- und Sachschäden, die du oder deine möglichen Mitarbeiter zustoßen können oder die sie verursachen könnten. Außerdem und vor allem wenn du Büroräume angemietet hast oder es vielleicht machen möchtest, ist eine Inventarversicherung sinnvoll. Durch die Inventarversicherung sind alle Schäden durch Feuer, Wasser, Sturm und Einbruch abgesichert. Die Kosten für die Versicherungen sind für dich steuerlich als Betriebsausgabe immer voll absetzbar. Falls du eine beratende oder gutachterliche Funktion anstreben solltest wäre es gut, wenn du auch über eine Vermögensschadenhaftpflicht nachdenkst, damit du bei einer Klage nicht dein ganzes Unternehmen verlierst.

Informiere dich, ob du einen Steuerberater benötigst

Beim Schritt in die Selbständigkeit kommt es für dich auf die Art des Gewerbes beziehungsweise Unternehmens an, dass du ausübst. Hilfreich ist es für dich deswegen, im Prozess der Existenzgründung nicht nur eine Gründerberatung in Anspruch zu nehmen, sondern auch einen Steuerberater aufzusuchen, um hier im Vorfeld bereits einige steuerliche Fragen klären zu können. Deswegen ergibt hier durchaus eine Erstberatung bei einem guten Steuerberater Sinn. Kleiner Tipp am Rande: Erkundige dich immer vorab telefonisch nach den Gebühren für eine Erstberatung, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Eröffne ein Geschäftskonto für deine selbständige Tätigkeit

Du solltest schon von Beginn an deine geschäftlichen Umsätze sehr strikt von deinen privaten Ausgaben trennen, denn sonst droht ein Durcheinander und du verlierst schnell den Überblick. Das ist vor allem aus dem Grund wichtig, wenn es notwendig ist, dein Konto auf Geldeingänge oder Ausgaben zu überprüfen. Aus diesem Grund erleichtert dir ein separates Firmenkonto die Kontoführung erheblich. Wenn du mit deinem Unternehmen bilanzierungspflichtig bist, musst du sowieso alle Umsätze über ein Konto abrechnen.

Finde die optimale Rechtsform für dein Unternehm

Zu Beginn einer jeden Unternehmensgründung ist es auch Zeit, dass du dir um die richtige Unternehmensform Gedanken machst und sie festlegst. Das ist vor allem deswegen wichtig, weil du damit die Grundstruktur deines Unternehmens festlegst. Grundsätzlich hast du hier die Wahl zwischen zwei Unternehmenstypen, der Personengesellschaft und der Kapitalgesellschaft. Der Vorteil, den du bei Personengesellschaften gegenüber Kapitelgesellschaften hast, ist ein deutlich geringerer Aufwand bei der Gründung, der Buchhaltung und den Steuern. Der Nachteil für dich besteht im persönlichen Haftungsrisiko. Die verschiedenen Formen der Personengesellschaften sind Folgende:

  • das Einzelunternehmen
  • die stille Gesellschaft
  • die offene Handelsgesellschaft oder auch OHG abgekürzt
  • die Kommanditgesellschaft, die du als KG abkürzt
  • die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts oder auch als GbR bekannt

Bei Kapitalgesellschaften hast du vor allem dann Vorteile, wenn du zum Beispiel steuerbegünstigt Spenden einsammeln will, ein besonders großes Unternehmen aufmachen willst oder besondere Haftungsrisiken hast. Denn bei Kapitalgesellschaften hast du die Möglichkeit, deine Haftung für das Unternehmen zu begrenzen. Die verschiedenen Formen der der Kapitalgesellschaften sind Folgende:

  • die Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder kurz gesagt, die GmbH
  • die Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft oder in der Kurzform GmbH & Co.KG
  • die Aktiengesellschaft oder auch AG
  • die Kommanditgesellschaft auf Aktien oder kurz die KGaA
  • die eingetragene Genossenschaft oder auch eG

Melde deine Selbständigkeit als Gewerbe an

Wenn du Freiberufler bist, kannst du dieses Kapitel theoretisch überspringen – zumindest sofern du die exakte Abgrenzung zum Gewerbe kennst.

Normalerweise musst als Existenzgründer dein Gewerbe in der Stadtverwaltung anmelden. Dabei gibt es allerdings Ausnahmen, bei denen das für dich nicht notwendig ist. Am Wichtigsten ist, dass deine Tätigkeit auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist und dass du sie auf Dauer angelegt hast. Außerdem muss klar sein, dass du das Geschäft in eigenem Namen und auf eigene Rechnung ausübst.

Deine Anmeldung kann persönlich oder schriftlich bei der zuständigen Stadtverwaltung erfolgen und kostet dort in der Regel zwischen 15 und 30 Euro. Die Gewerbeanmeldung gibt es normalerweise in jeder Gemeinde. Achte je nach Beruf darauf, welche zusätzlichen Unterlagen du beim Amt auch noch einreichen musst. In den meisten Fällen findest du diese Informationen auch im Internet.

Zwar können diese Tipps nicht den Erfolg deines Unternehmens oder deiner Selbstständigkeit garantieren, da auch noch wesentlich mehr Faktoren wie zum Beispiel eine gute Idee, kaufmännisches Geschick und auch Glück dazugehören. Wenn du Tipps befolgst, bist du deinem Traum vom erfolgreichen selbständig machen aber schon einen bedeutenden Schritt näher.

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