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Aktionsangebote für eBooks: Die Preis-Frage

Eine der häufigsten uns gestellten Fragen im Zusammenhang mit einer Promotion auf lesen.net ist die nach dem idealen Aktionspreis – und damit zusammenhängend, wann der Preis auf was für ein Preisniveau hochgesetzt werden sollte. Die Antwort darauf ist komplexer, als es zunächst vielleicht scheint.

Fakt ist: Ein Aktionspreis von 0,99 Euro ist selbst für erfolgreiche Autor*Innen mit großer Fanbase de facto Pflicht, um in die vordersten Regionen der Bestsellerliste vorzustoßen. Der bestplatzierte Titel > 0,99 Euro rangiert in diesem Moment auf Platz 12 der Kindle Charts (und kommt dazu aus einem Imprint von Amazon mit entsprechend intensiver Bewerbung auf der Plattform).

Aktuelle Kindle Charts (0,00 = Prime Reading Titel)

0,99 Euro fast in allen Fällen empfehlenswert

Tatsächlich ist die Preiselastizität in dieser Region nach unserer Erfahrung enorm. Bei einem 0,99-Euro-Preisschild sehen wir in der Regel weit mehr als doppelt so viele Verkäufe wie beim nächstsinnvollen Preis von 2,99 Euro, was einen viel größeren Algorithmus-Effekt, mehr Sichtbarkeit und in der Folge diejenigen indirekten Verkäufe zur Folge hat, die es für einen nachhaltigen Anstieg der Verkaufszahlen braucht.

A propos: Von Verkaufspreisen im Bereich 1,49-2,49 Euro sollten Sie abseits von offiziellen Amazon-Deals (wo Sie auch hier die 70% bekommen) in jedem Fall die Finger lassen. Hier kombinieren Sie sozusagen das Schlechteste aus zwei Welten: signifikant niedrigere Verkäufe als bei 0,99 Euro mit trotzdem nur 30% Umsatzbeteiligung.

Ein 0,99-Euro-Preisschild zum Verkaufsstart ist dennoch nicht alternativlos. In drei Fällen halten wir auch höhere Preise für erfolgsversprechend.

Dealpreis: > 0,99 Euro: Entweder extrem starke Autoren-/Reihen-Marke und Fanbase…

Fall 1: Sie zählen zur wirklich kleinen Anzahl von Mainstream-Autor*Innen, die sich mit ihren Büchern – beziehungsweise oftmals sogar auch nur mit Neuerscheinungen innerhalb vielverfolgter Buchreihen – einen höheren Einstiegspreis "leisten" können und trotzdem nach (fast) ganz oben kommen. Genannt seien hier Poppy J. Anderson, Catherine Shepherd und Elke Bergsma – wobei letztere eigentlich bereits ein Beispiel für Fall 2 ist.

…oder bei spitzen Genres…

Denn ihre Ostfrieslandkrimis (Herbstzeittode liegt mit Startpreis 3,99 Euro aktuell auf Platz 21 der Kindle Charts) bewegen sich in einem (sehr beliebten) Sub-Genre mit begrenztem Wettbewerb. Umso spezifischer das Buch und in Folge umso kleiner Auswahl und Zielgruppe, desto höher kann der ausgerufene Preis sein – oder muss es sogar, um das überschaubare Marktpotenzial bestmöglich abzuschöpfen. So haben wir in der Vergangenheit etwa mit der Bewerbung von Hard SciFi von Matthias Matting & Co. auch bei Einstiegspreisen von 2,99 Euro und 3,99 Euro sehr gute Erfahrungen gemacht.

…oder bei Sammelbänden mit attraktivem Preis/Seite

Der dritte Fall sind Sammelbände. "Viel Buch für wenig Geld" ist aus Lesersicht ein attraktives Angebot und ermöglicht Autor*Innen eingeschlafenen Backlisttiteln ein lukratives zweites Leben einzuhauchen. Selbst hier sind zwar 0,99-Euro-Aktionen häufig die bessere Option, vor allem bei Mainstream-Genres und wenn die Autor*In über eine üppige Backlist verfügt. Aktuelles lesen.net-Promo-Beispiel von Freitag ist ein Sammelband von Daniela Arnold, für den wir weit über 100 direkte Amazon-Verkäufe generierten und wo der Leser nach dem Auslesen in mehr als einem Dutzend gleichartigen Vollpreistiteln der Autorin weiterschmökern kann.

Bei Sammelbänden werden aber durchaus auch höhere Preisschilder vom Leser akzeptiert. So haben wir vorigen Monat den Fantasy-Sammelband Verbannt & Verdammt der Hybridautorin Linea Harris beworben und generierten hier immerhin 68 direkte Amazon-Verkäufe – à 3,99 Euro. Im Zusammenspiel mit KU-Leihen dürfte die Autorin mit unserer Promotion hier bereits einen direkten ROI erzielt haben, also ganz ohne die eigentlich relevanten indirekten Käufe und Folgekäufe.

Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg war hier zweifelsohne der Buchumfang (624 Seiten). Wir stellen immer wieder eine starkte Korrelation zwischen Preis/Seite und Verkaufszahlen fest. Gerade bei einem Preisschild abseits des "Standard-Deal-Niveaus" von 0,99 Euro ist eine gewisse Länge Pflicht, damit der preisbewusste Leser trotz Mehrkosten das Gefühl hat, ein gutes Geschäft einzugehen.

Dauer des Aktionspreises

Neben der eigentlichen Höhe des Aktionspreises stellt sich für Autor*Innen auch die Frage nach seiner Dauer. Durch die drastisch unterschiedlichen Umsatzbeteiligungen schmerzt der Gedanke an "verschenkte" Verkäufe zum Aktionspreis statt zum Vollpreis buchstäblich doppelt. Das gilt vor allem, wenn das Buch infolge einer Promotion erst einmal ein gewisses Ranking erreicht hat (wie die Krimis "Bittere Brut" und "Friesenangst" auf Platz 4 respektive Platz 5 der Kindle Charts, derzeit die meistgeladenen Nicht-Prime-Reading-Titel und aktuelle Promotionen bei lesen.net).

Trotzdem sollten Sie bei der Heraufsetzung Ruhe bewahren, gerade wenn Sie aufgrund von Reihen-Charakter und/oder großer Backlist stark indirekt von jedem gewonnenen Leser profitieren. Bestseller-Autor*Innen wie Marcus Hünnebeck belassen den Preis infolge einer Vorbestellphase (Stichwort: Verknüpfungen, siehe Januar-Newsletter) in der Regel 10-15 Tage ab Verkaufsstart auf Deal-Niveau und gehen dann nach oben, weitgehend unabhängig von kurzfristigen Ranking-Entwicklungen.

Generell sollte die Preisheraufsetzung nicht zu knapp nach Werbeaktionen, bei denen der Aktionspreis im Vordergrund steht, gelegen sein. Damit könnten Sie den gerade erst entstehenden Algorithmus-Effekt im Keim ersticken und den Nutzwert Ihrer Promotion erheblich schmälern.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem lesen.net Autoren-Newsletter, über den wir unsere Werbekunden etwa 1x monatlich exklusiv über aktuelle Tipps und Geschehnisse im professionellen E-Book-Marketing informieren. 

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